RAWN /~ I .ftnu> Der Tropenpflanzer Zeitschrift für Tropische Landwirtschaft Organ des Kolon Ial -Wirtschaf fliehen Komitees Wirtschaftlicher Ausschufs der Deutschen Kolonialgesellschaft Herausgeg eb e n von o. Warburg Berlin F. Wohltrnann Halle a. S. XIX. Jahrgar »g 1916 Inhaltsverzeichnis. Die arabischen Ziffern geben die Seitenzahlen an. Die mit einem * versehenen Ziffern beziehen sich auf die Beihefte XVI, i bis 5, nämlich: Xr. 1/2. Dr. A. Schulte im Hofe, Die Welterzeugung von Lebensmitteln und RohMonvn und die Versorgung Deutschlands in der Vergangenheit und Zukunft. Xr. 3/5. Dr. A. Kupp in, Syrien als Wirtschaftsgebiet. Ab harzung. Vermehrte — der deutschen Wälder siehe Aus- züge und Mitteilungen 55. Ackerauto, Fords - siehe Auszüge und Mitteilungen 240. Ackerbau, Maßnahmen der Türkei zur Hebungdes — es 409. Adler farrn als Schweinefutter siehe Auszüge und Mittei- lungen 229. Ägypten, Anbaustatistik — s siehe Auszüge und Mitteilungen 674. — . — , Die Bewässerung — s siehe Auszüge und Mitteilungen 300. -, Ertragder Reisernte in — siehe Auszüge und Mitteilungen 229. -, Neuer Staudamm in — siehe Auszüge und Mitteilungen 475. - s Außenhandel siehe Auszüge und Mitteilungen 229. -s Wirtschaftslage siehe Auszüge und Mitteilungen 175. Afrikanderrind, Über das — . Von Dr. K. Sommerfeld 24 bis 33. ■ Afrikandervieh, Bonitierungsskala der Zuchtgenossen- schaft für — 25. Afrikanische wilde Seide 813. Agavefasern *77. Agrarbund, Mitteleuropäischer — siehe Auszüge und Mittei- lungen 300. Agrarfrage, Zur türkischen — , Palästina u 11 d die Fella- chenwirtschaft. Von Dr. Leon Schulmann siehe Neue Literatur 250. A g u p f 1 a n z u n g s g e s e 1 1 s c h a f t 151. Aktiengesellschaft für Plantagenbetrieb in Zentral- Amerika 286. Algier. Der Außenhandel -s im Jahre 1915 siehe Auszüge und Mitteilungen 301. A 1 o e f a s e r in Mauritius siehe Auszüge und Mitteilungen 632. Amerika, Die Kautschukzonen - s. Von O. Preusse - Sperber 191 bis 209, 272 bis 28s. 322 bis 334- — . — , Schlechte Getreideernte in — und ihre Folgen 165. — .— s Automobil-Ausfuhr siehe Auszüge und Mitteilungen 120. Anbauflächen in Argentinien siehe Auszüge und Alitt. ilungi 1 [9- Anbaustatistik Ägyptens siehe Auszüge und Mitteilungen 674. Anis *2I9. Anisöl gegen Krätze siehe Auszüge und Mitteilungen 481. IV A n s i e d 1 u n g von Flüchtlingen in Sibirien siehe Auszüge und Mitteilungen 228. Aprikosenkerne als Mandelersatz siehe Auszüge und Mittei- lungen 116. — . — in China siehe Auszüge und Mitteilungen 180. Arabinose siehe Auszüge und Mitteilungen 480. Archiv für Wirtschaftsforschung im näheren Orient siehe Neue Literatur 187. Argentinien, Anbauflächen in siehe Auszüge und Mittei- lungen 49. — . — , Die Ausfuhr — s im Jahre 1915 464. — . — s Ernte siehe Auszüge und Mitteilungen 619. — . — s Wirtschaftslage während des Krieges 100. Argentinische Zuckerproduktion siehe Auszüge und Mittei- lungen 230. Asclepias syriaca siehe Neue Literatur 438. Aufbereitung von Plantagenkautschuk 162 bis 171. Aus deutschen Kolonien 39, 97. 153. 214, 288, 349. 405. 462, 518. 563. 609, 664. Aus fremden P r o d u k t i o n s g e b i e t e n 42, 100, 156, 219. 292. 409. 464, 519. 564. 612, 667. Ausfuhr, Die — Argentiniens im Jahre 1915 464. — . — , Die — Siams im Jahre 1914/15 siehe Auszüge und Mittei- lungen 300. — . — der Elfenbein küste siehe Auszüge und Mitteilungen 526. — . — des brasilianischen Staates Säo Paulo siehe Auszüge und Mitteilungen 569. — . — Ecuadors im Jahre 1914 667. — . — italienischer Rohseide siehe Auszüge und Mitteilungen 61. — .— Niederländisch-Indiens im Jahre 1915 siehe Auszüge und Mitteilungen 474. — . — Peru.- siehe Auszüge und Mitteilungen 569. — . — Sierra Leon es im Jahre 1915 siehe Auszüge und Mittei- lungen 619. . Zunahme der des Sudans siehe Auszüge und Mitteilungen Ausfuhrzoll, Englischer - für westafrikanische Palm- kerne siehe Auszüge und Mitteilungen 304. Außenhandel, Ägyptens — siehe Auszüge und Mitteilungen 229. — . — . Australiens während des Krieges 45. — . — ,D7<>- — . — , Minderertrag der ägyptischen siehe Auszüge und Mit- teilungen 486. — . — , M ißratene — in A merika siehe Auszüge und Mitteilungen 57- x - — . — , Russische — siehe Auszüge und Mitteilungen 630. I ropenpflanzer 191'! 2 — VJ — Baumwollersatz, Flachsfaser als — 81. Baum woll-Feingarn Spinnerei in Deutschland siehe Aus- züge und Mitteilungen 486. Baumwollfracht, Steigen der — cn siehe Auszüge und Mittei- lungen 580. Baumwollhandel in Ägypten siehe Auszüge und Mitteilungen 309. Baum Wollindustrie, Das illustrierte Jahrbuch mit Ka- lender für die gesamte - - siehe Neue Literatur 63. — . — , Entwicklung der — Chinas durch Japan siehe Auszüge und Mitteilungen 308. — . — in Brasilien siehe Auszüge und Mitteilungen 373. — . — , Indische — siehe Auszüge und Mitteilungen 58. — . — , Japanische — siehe Auszüge und Mitteilungen 121. B aumwollinteressenten, M a ßnah m e n d e r n o r d a in e r i - k an i s c h e n - siehe Auszüge und Mitteilungen 234. Bau m wollkultur, Ausdehnung der - auf neue Fläch e n 337. — . — , D i r in der Kilikischen Ebene und ihre Ausdeh- nungsm'öglichkeit hier sowie in Nords y r i e n. Von Dr. Soskin 255 bis 272, 334 bis 345- — . — , Die Möglichkeit der — im Orontestal (E 1 -G h a b) 3 )-'. — . — , Mittel zur Verbesserung der — 335- — . — , Möglichkeiten der — im Karasu- T a 1 u n d i n d e 1 A m c k 340. Baumwollmarkt, Lage des — es siehe Auszüge und Mittei- lungen 183. — . — , Lage des --es in den Vereinigten Staat en siehe Auszüge und Mitteilungen -,33- Baumwollproduktion, T ü r k i s ch e - siehe Auszüge und Mittei- lungen 58. Baumwollsaatausf u h r , V e r bot der - • a u s Ä g y p t en nach Nichtverbandsländern siehe Auszüge und Mittei- lungen 631. B a u in \v o 1 1 s a 111 e n 153, *53. B aum w o 1 1 s c h ä t z u n g e n siehe Auszüge und Mitteilungen 57. Baumwollversorgung, Deutschland- 014. — .— Rußlands siehe Auszüge und Mitteilungen 309. B a u ni w 1 1 w a t t e , E r s a t /. f ü r siehe Auszüge und M ittei lungen 185. Baumwolle, Ägyptische Mein- Auszüge und Mitteilungen 629. — .— aus Nyassaland siehe Auszüge und Mitteilungen .630. — . — , E in städtisches 1 - a g e 1 h a u s f ü r i n N e w O r 1 e a n - siehe Auszüge und Mitteilungen 59. — . — , Farbig« iehe Auszüge und Mitteilungen 431. .Gefährdet! \\ C 1 t v e r s r g u n u rn i t siehe Auszüge und Mitteilungen 533. in Ägypten siehe Auszüge und Mitteilungen 580. in Amerika siehe Auszüge und Mitteilungen 243. in Brasilien siehe Auszüge und Mitteilungen 580. in Cambodga siehe Auszüge und Mitteilungen 372. in China siehe Auszüge und Mitteilungen ui. — VII — Baumwolle in Mazedonien siehe Auszüge und Mitteilungen 1S3. — . — in Ungarn siehe Auszüge und Mitteilungen 580. — . — in den britisch- afrikanischen Kolonien siehe Auszüge und Mitteilungen 184. — . — , Mercerisicren der — siehe Auszüge und Mitteilungen 122. — . — , Peruanische — siehe Auszüge und Mitteilungen 121. Beduinen, Die Lebenshaltung der Fellachen und *3M. — . — , Der Handel mit den — *43Ö. Belgiens Zuckerproduktion siehe Auszüge und Mitteilungen 231. Belgisch-Kongo, Ausfuhrbeschränkung für ölhaltige Erzeugnisse in — siehe Auszüge und Mitteilungen 625. Bewässerung, Die -Ägyptens siehe Auszüge und Mitteilungen 300. Bindegarn, Amerikanisches — in Rußland siehe Auszüge und Mitteilungen 534- Bis marck- Archipel-Gesellschaft m. b. H. 33. Blauholz auf Haiti siehe Auszüge und Mitteilungen 628. Bodenkultur, Hebung der — in China siehe Auszüge und Mit- teilungen 413. Bödiker, Carl — & Co., Kommanditgesellschaft auf Ak- tien in Hamburg 38, 403. Boeloe Ficus siehe Auszüge und Mitteilungen 239. Bougosi-Eisenholz, Vers u.c h e mit — siehe Auszüge und Mit- teilungen 536. Bonitierungsskala der Zuchtgenossenschaft für A f r i - k a n d e r v i e h 25. Borstenhandel siehe Auszüge und Mitteilungen 375- Brasilianische Bank für Deutschland SU- Brasilien, Die Kakaoproduktion — ■ s 604 — 606. — . — , Die Textilindustrie — s 466. — . — , Die Wirtschaftslage — s 219. Brennessel, Ergebnis der -Sammlung .siehe Auszüge und Mitteilungen 632. — . — , Kultur der — als Faserpflanze 105. Brennesselfasern siehe Auszüge und Mitteilungen 433- B r i t i s c h - I n d i e n , Ernte von Ölsaaten in - siehe Auszüge und Mitteilungen 52. Britisch-Malaya, Kautschukproduktion in 103. British C o t t o n Growing Association siehe Auszüge und Mit teilungen 372, 579. lirombeerblätter als Tee-Ersatz siehe Auszüge und Mitteilungen 51 . Brot aus keimendem Getreide siehe Auszüge und Mitteilungen 618. Buchensamen, Wert der - siehe Auszüge und Mitteilungen 575- Buren, Die — in Südangola 220. I '. urghul, Erzeugung von — ■ *332. Butter, Sibirische - siehe Auszüge und Mitteilungen 626. Cacao, S e 1 e c t i e c n Ü c u 1 a t i e van — , d o o r Gerold S t a h e 1 siehe Neue Literatur 537. Carnaubawachs, Ausfuhr von siehe Auszüge und Mittei- lungen 117. — VIII — Carnaubawachs, Ausfuhr von -- siehe Auszüge und Mitteilungen 117. C a s t i 1 1 o a el a s t ic a 192. — . — u 1 c i 192. C a u c h o 272. Ceylon. Grund ü 11 g ung in — 612. Ceylonprodukte, Chinarinde, Kokablätter und im zweiten Kriegsjahr e. Von Ch. Böhringcr 353 — 356. Chenopodium quino a siehe Auszüge und Mitteilungen 473. Chi n a . Aprikos e n kerne in — siehe Auszüge und Mitteilungen [80. . . Baumwolle in — siehe Auszüge und Mitteilungen 121. — .— -Export-, Import- u n d B a nk-Compagnie in H a m - bürg 562. — . — , Z u 11 e h 111 e 11 d e r 1! ;i u m \v <> I 1 b a u in — siehe Auszüge und Mit- teilungen 243. Chinarinde, Kokablätter und C e y lonprodukte i m z w e i - teil K r i eg s j a h r e. Von Ch. Böhringer 353 — 356. — . — , R ü c k g a n g d e r n a u s t »hr i n .1 a v a siehe Auszüge und Mit- teilungen 308. — .— und Chinin in den Miederlanden siehe Auszüge und Mit- teilungen 187. Chinin, Der Amsterdamer — m arkt siehe Auszüge und Mitteilungen 242. C h o c o 1 a - P 1 a n t ag e n - G e s e 1 1 s oh a f t in Hamburg 287. Comp a n i a \i u r a 1 B r e m e n . Ak t i e n g e s e 1 1 s c h a t t 152. Corticium javanic u m 285. Dänemark, Zun e li m e 11 d e J> e d e u 1 u 11 g d e r M a r g a r ine i 11 siehe Auszüge und Mitteilungen 2.^3. Datteln aus dem Sudan siehe Auszüge und Mitteilungen 621. Dattel palmzuc k e r i n B e n g a 1 e n 519. Deutsch - Argentinische Zucker-Plantagen-Aktie 11 g sellschafl Cruz A 1 1 a , II a m b u r 'a 662. — . Asiatische Bank in Schanghai 562. Deutschland, Flachsanbau in siehe Auszüge und Mittei- lungen 122. — . — in Vorderasien siehe Neue Literatur 585. . . N eu a u f f o r s t u n g in — siehe Auszüge und Mitteilungen 124. — . — - IIa u m w o llversorg u n k Cm 4. Deutsch-Ostafrika als Kolonisationsgebiel für Inder u 11 d B rite n 352. — .— . D a s L n d e d e r M a n i h otkul 1 u r in 587 bis 604. — .— i 11 d e r Vorstellung v <> n E n g I a n d 406. — . — . Nachrichte n a u s - 3<>. 664. — .- . N <• u e 9 a n - 519. — . — , W ii h r e 11 d des K r i e g c S i n U 11 d S G d a f 1 i k a siehe Neue Literatur 583. ■ — .— , Wirts c li a Etliche L a g e 1 11 289. Deutsch Ostafrikani s c h e B a 11 k 161. — . — S ü d a m e r i k a n i s c h e B a n k 51 0. — • — S ü d w e stafrika, Di e V <■ r w e n d u n g v o n d e u t s c h e m Zuchtvieh in — siehe Neue Literatur 681. — IX — Deutsch-Südwestafrika, Nachrichten über - • 352. — . Sudwestafrika, Neue Bahnbauten in 564. Deutsche, Letzte — in Togo 288. — . — Gesellschaft für Bergbau und Industrie im A u s 1 a n d e in L i qu. K o 1. - G e s. in Berlin .38. — .— Kolonial - Eisenbahn - Bau- und Betriebs - Gesell- schaft zu Berlin 663. — . — Paläätina-Bank 562. — .— Togogesellschaft 1 49- — . — Überseeische Bank 516. — .— Versuchsanstalt f ü r L e d erindustrie, B e r i c li t der - — ■ n — zu F r e i b e r g in Sachsen währ e n d d e s Jahres 1915 siehe Neue Literatur 440. D i a manten-Regie des südwestäfri k a n i s e heu S chutz- g e b i e t e s 403. — . — , Verkauf südwestafrikanischer in London 666. Dörrobst in Transkaspien 410. Douchani-Weizen *2i4. Drogen, Heimische - - siehe Auszüge und Mitteilungen 186. Dürre in Südafrika siehe Auszüge und Mitteilungen 228. 1) u r r h a *2I4. Einfuhr, Die — von N a h r u n g s m.i t t e 1 11 tierischen Ur- sprungs *37. — . — , Gesamtübersicht über die — v o n Vieh. Nahrungs- und Genußmitteln, Futtermitteln u n d R o h - Stoffen *89. E in- und A u s f u h r T s i n g t au s 291. Elfenbein *87. Elfenbeinkünste, Zunahme der Kakaokult u r d e r -iehe Auszüge und Mitteilungen 304. England, Teeeinfuhr -s siehe Auszüge und Mitteilungen 178. — . — , Margarinefabrikation in siehe Auszüge und Mittei- lungen 180. — . — s Zuckereinfultr in den letzten drei .1 a h r e n siehe Atis- züge und Mitteilungen 176. Entschädigung der Kolonialkaufleute 352. Epicampes macroura siehe Auszüge und Mitteilungen 247. Erdgeruch, Reindarstellung des — s siehe Auszüge und Mit teilungen 570. Erdnüsse 135, 137, *53- — . — in Indien siehe Auszüge und Mitteilungen 420. — .— von Schau tu ng siehe Auszüge und Mitteilungen 367. Ernte, Argentiniens -■ siehe Auszüge und Mitteilungen 619. — . — , Argentinische — siehe Auszüge und Mitteilungen 413. — . — , Bedrohliche Lage der- Argentiniens siehe Auszüge und Mitteilungen 672. — . — in Kleinasien siehe Auszüge und Mitteilungen 109- — . — , Rumäniens — siehe Auszüge und Mitteilungen 5<>- — X — E r n t e , R u rh ä n iens — i m J ahre 1915 siehe Auszüge und Mitteilungen 174. 293. — . — , Spaniens Sommergetreide und Hülsenfrucht 1915 siehe Auszüge und Mitteilungen 174. — . — von Ölsaaten in Britisch -In dien siehe Auszüge und Mit- teilungen 52. Ernteerträge in Deutschland siehe Auszüge und Mittei hingen 227. Ersatz für Rohkautschuk siehe Auszüge und Mitteilungen 306. E r 5 at zf 11 1 1 er , Krieg s a u s s c h u li f ü r siehe Auszüge iinrl Mit- teilungen 230. Ersatzmittel für die infolge des Krieges fehlenden Harze und sonstigen Firnismaterialien siehe Auszüge und Mitteilungen 117. — . — für Kopale siehe Auszüge und Mitteilungen 483. Erythrit siehe Auszüge und Mitteilungen 480. Essigmutter als Wursthaut siehe Auszüge und Mitteilungen 621. Essigsäure, Mangel an — zur G e w i 11 n u n g d e r Kautschuk- milch siehe Auszüge und Mitteilungen 371. E u p h o r bia cyparissi a s siehe Auszüge und Mitteilungen 241. E ürytoma s p., ein neu e r M a n d eise h ä d 1 i n g. Von J. Aharoni 317-322. Farbenfabrik, Japanische — siehe Auszüge und Mitteilungen 368. F arbenfabrikation in Engl a n d siehe Auszüge und Mittei- lungen 424. Farbennol in Brasilien siehe Auszüge und Mitteilungen 424. Farbstoff, P i n v a , Ein neuer vegetabilischer — siehe An- züge und Mitteilungen 368. — . — , P 1 a n z u r G r ü n d u n g einer f r a nzösisch e n ' ab r i k siehe Auszüge und Mitteilungen 368. — . — , Z u n e h m e n d e r Verbrauch p f 1 a n z 1 i c h e r ei n <1 e 11 \ (-reinigten Staaten siehe Auszüge und Mittei- lungen 368. Farbstofl F a l> 1 • i k e n i n A m e r i k a siehe Auszüge und Mittei hingen 305- I a rbsto f l Industrie i n F r a n k r ei c h siehe Auszüge und Mittei lungen 573. F a r b s t o ff m ang el in Amerika siehe Auszüge und Mitteilungen 53. in [ ndi e n siehe Auszüge und Mitteilungen 305. F a s e r e i n f u li r a u - d e m Orient siehe Auszüge und Mitt< i lungen 122. F .1 - <■ r p f 1 ;i n /. e . K u 1 1 n r »1 <• r r> r e n n e s s el äl s F a s e r ]> f 1 a n z e 105. . . Lupine als siehe Auszüge und Mitteilungen 434. I- e d e r a t e d M a 1 a y a n S t a t es , A u ü e n li a n d e 1 der siehe Aus zÜKe und Mitteilungen 474. Feldfrüchte, Die Indiens in ihr e r g e k r a p h i s c h c n V e 1 breitung siehe Nene Literatur 584. Fellachen, Die Leb e n s h a 1 1 u n g d c r u n d M t d ti i n e n *3i4. — XI — Fellachenwirtschaft, Zur türkischen Agrarfrage, Pa- lästina und die — . Von Dr. Leon Schulmann siehe Neue Literatur 250. Fenchel Llt 2ig. Fett aus Kaffee siehe Auszüge und Mitteilungen 235. — . — , Die Bewirtschaftung der Öle und — e durch die deut- sche Kriegs Organisation 468. — . — e, Neues über Härtung der siehe Auszüge und Mittei- lungen 235. Fetthärtung siehe Auszüge und Mitteilungen 52. Fetthefe siehe Auszüge und Mitteilungen 236, 422. Fetts amen, Untersuchung von zwei westafrikanischen — siehe Auszüge und Mitteilungen 420. F i d s c h i - I n s e 1 n , Die SisalkultUr a u f d e n — . Von Karl Fricke 88 bis 94- Fischer, Verlag von Gustav 62, 253. Flachs, Abnahme des holländischen und 1 1 a n f h a n d e 1 s siehe Auszüge und Mitteilungen 534. — . — , Jute und — siehe Auszüge und Mitteilungen 59. — . — , Russischer — siehe Auszüge und Mitteilungen 310. — . — , Vernichtung der schwedischen — Vorräte siehe Aus- züge und Mitteilungen 486. Flachsausfuhr, Rußlands — siehe Auszüge und Mitteilungen 580. Flachsbau, Erhöhung der Getreideernten durch siehe Auszüge und Mitteilungen 474. — .— in Deutschland siehe Auszüge und Mitteilungen 122. 223, 431. — . — in Irland siehe Auszüge und Mitteilungen 631. — .— in R u ß 1 a n d siehe Auszüge und Mitteilungen 244, 374. Flachsernte, Russische — in 1915 siehe Auszüge und Mittei- lungen 122. — . — Rußlands siehe Auszüge und Mitteilungen 59. Flachsfaser als Baumwollersatz. 81. Flachsmangel auf dem Welt m a r k t siehe Auszüge und Mit t ei- lungen 244. Fleischversorgung nach dem. Kriege siedle Auszüge und Mit teilungen 674. Fomes semitostus 285. Fords billiger Motorpflug siehe Auszüge und Mitteilungen 50. — .— Motor Company in Detroit siehe Auszüge und Mittei lungen 578. F rankreich, M o h n a n b a u in — ■ siehe Auszüge und Mitteilungen 2.15. — . — s Zu c k e r v e r b r au c h siehe Auszüge und Mitteilungen 231. Fruchtproduktion Spaniens siehe Auszüge und Mitteilungen 621. F u c u s b a 1 t i c u s siehe Auszüge und Mitteilungen 302. — . — ser ratus siehe Auszüge und Mitteilungen 302. — . — vesiculosus siehe Auszüge und Mitteilungen 302. Futterhefe siehe Auszüge und Mitteilungen 229. Futtermittel, Gesamtübersicht über die Einfuhr von Vieh, N a h r u n g s - und Genu ß m i 1 1 e 1 n , — n u n d Rohstoffen *89- XII F uttermittel, Kartoffel- u n d K ü b e n s t r u n k e a 1 s — siehe Auszüge und Mitteilungen 302. . . Maikäfer als siehe Auszüge und Mitteilungen 477- ( i a d j a - P f 1 a n zungs-Akti e ngesells c h a f t 151. G a 1 1 äp f e 1 *429. Gefrierfleischausfuhr aus Brasilien siehe Auszüge und Mit- teilungen 675. < i e n ußmittel, Gesamtübersicht ü b er die Einfuhr v o n Vieh. X a h r u n g s - und — n , Futtermitteln und Rohsto f f e n *89- G e r b s t o f f - E r s a t z mittel siehe Auszüge und Mitteilungen 530. G erb? t off e 82, c;: 83. — . — , Deutsche — siehe Auszüge und Mitteilungen 237. _. — , Ersatz tropischer — siehe Auszüge und Mitteilungen 424. — .— , Künstliche — siehe Auszüge und Mitteilungen 3<-i Bedarf von • ein siehe Auszüge und töittei lungen 250. Gründüng u n g in C e y 1 o n 012. Gu ate m a la-Pl a n tagen-Gesells c h a Fl in Ha m b u r g -m-'. ( . u a y u 1 e 277. Guayuleländereien, Hausse in -ich. Auszüge und Mittei- lungen 183. — XIII — Gummi, Arabischer - siehe Auszüge und Mitteilungen 574. ( i u m m i h a ndschuhe, E r s a t z für siehe Auszüge und Mittei- lungen 182. Guttapercha 506, ^87. — . — • E i n f u h r siehe Auszüge und Mitteilungen 57. — . — , Entfernen von Harzen aus Kautschuk u n d d u r c h Rizinusöl siehe Auszüge und Mitteilungen 241. 1 1 ;i u t e a u s i u h r aus d e 111 peruanis c h e n Bezirke P a i t a im Jahre 1914 siehe Auszüge und Mitteilungen 55. Hafer in Marokko siehe Auszüge und Mitteilungen 413. Haifischflossen 504. Haifagras als Spinnfaser siehe Auszüge und Mitteilungen 311. Hamburgisches Kolonialinstitut 681. — .— Kolonialinstitut, L a n d w i r t s chaftliche Vorle- sungen am — 567. • Hancornia s p e c i o s a 192. H and el , D er — in M a ni 1 a h a n f siehe Auszüge und Mitteilungen 123. — . — , Gewürz in den Niederlanden in den Jahren 1910 bis 1914 siehe Auszüge und Mitteilungen 179. — . — , M a B n ah m e n zur Hebung des — s *4Ö5. Handels in iiseum, Inlichtingen g ed u r e n d e h e t j a a r 1913 verstrekt d o o r den D i r e c t e u r der a f d e e 1 i n g v.an h e t K o 1 o n i al - I n s t i t u u t , A m s t er d a m [914 siehe Neue Literatur 316. II anf , A b n a h m e des h o 1 1 ä u d i s c h e n F lachs- u n d h a n d e 1 s siehe Auszüge und Mitteilungen 534. — . — , Indischer-- im J a h r e 1915 siehe Auszüge und Mitteilungen 432. — . — , Italienischer — siehe Auszüge und Mitteilungen 60, 246, 480. . — , X e u s e e ländischer - - siehe Auszüge und Mitteilungen 434. 11 a n f a 11 b a 11 i 11 D e utschl a n d siehe Auszüge und Mitteilungen 374. Man f a ufbereitung in D e utschl a n d siehe Auszüge und Mittei- lungen 432. H a 11 I a u sf u h r aus It-al i e n siehe Auszüge und Mitteilungen 374- Hanfbau, V e r m ehrung des — es in Deut s c h 1 a n d 224. H a n f e i n f u h r 82. 1 1 a n f ernte i n R u B I a n d 1915 siehe Auszüge und Mitteilungen 122. H a r t g 11 m in i , E r s a t z f ü r siehe Auszüge und .Mitteilungen 427. 1 1 a r z d e r g e m e inen K i e f e r siehe Auszüge und Mitteilungen 4- i- Harzei n f u h r Engl a n d s siehe Auszüge und Mitteilungen 425. Mar z n u t z u 11 g d e r d e ul.se h e 11 N a d e 1 w ä 1 d e r siehe Auszüge und Mitteilungen 237. Haselnußernte in Trapezunl 1915 siehe Auszüge und Mittei- lungen 527- 1 1 a u r a 11 - W e i z e n '214. Heidekraut, X ä h r w e r t des -es siehe Auszüge und Mitteilungen 51. liefe, Fett siehe Auszüge und Mitteilungen i.V>. — . — . Plastische Masse aus - siehe Auszüge und Mitteilungen 308. — .— zur Herstellung von Klischee- siehe Auszüge und Mitui hingen 426. Tropenpflanzer 1916. t, - XIV — 1 1 e 1 o p e 1 t i s , Kongreß zur Bekämpfung der — auf Ja v a 565. Hereroland, Die Betriebsverhältnisse der F a r m e n d e s mittleren — es siehe Neue Literatur 682. Heuschrecken, Bekämpfung der — in der Türkei siehe Aus- züge und Mitteilungen 228. — .— in der a s i a t i s c h e n T ü r k e i siehe Auszüge und Mitteilungen 475. — . — in Turkestan siehe Auszüge und Mitteilungen 569. — . — , Vertilgung von — 172. Hevea andinensis 192. , — b e n t h a m i a n a 192. - brasiliensis 192. — c o 1 1 i n a 192. - cuneäta 192. d i s c o 1 o r 192. — g u y a n e n s i s 192. - 1 u t e a 192. — m i c r oph y 1 1 a 192. m i n r 192. nigra 192. p al u d o s a 19-'. - s i m i 1 i s 192. — . — sprucean a 192. — . — viridis 192. H e v e a b a u in , Z u 11 e li m e n d e Er'nt e er 1 r ä g e 1> e i e n siehe Aus- züge und Mitteilungen 484. 1 1 e v e a 1) äu m e , Bestes Z a p f's y s t e m f u r - • siehe Auszüge und Mii- teilungen 628. H e V e a k a u t s c h u k , V e r b i ll'i g u n g der Produktionskosten von siehe Auszüge und Mitteilungen 532. Hindu, V e r 1> t d e r A u s w a ri d e r u n g f ü r — s siehe Auszüge und •Mitteilungen 414. Holland, DerTeemarkl s im Jahre i.?. — ; — , Kü rrs tlic he s a u s d ü r r e rti I. a u b siehe Auszüge und Mittei- lungen 436. — . — , V e r d a u 1 ic h keil u n d X ä h r w e r 1 d e s e - siehe Auszüge und Mitteilungen 360. Holz a u s 1 u h r . A l> n a h m e il e r a m e r ik anis c h e n siehe Aus zugi und M itteilungen ,i7<>. — . — , l)ie Rußlands siehe Auszüge und Mitteilungen 312. — .— vom Weißen Meer siehe Auszüge und Mitteilungen 583. Holzbedarf Fran-kreichs siehe Auszüge und Mitteilungen 535. Ho 1 z'b'e s t ä'n d e R'ußla-nds siehe Aufzüge und Mitteilungen 487. H ol z e i nf'ufi-r 84. — . — , Englands siehe Auszüge und Mitteilungen 536. — XV — Holzgeschäft, Die Entwicklung des afrikanischen — es- 42. Holzimport, Englands — siehe Auszüge und Mitteilungen 376. Holzmangel in Italien siehe Auszüge und Mitteilungen 249. Holz markt, Der Pacific als -- siehe Auszüge und Mitteilungen 249. Holzschutz durch Zement siehe Auszüge und Mitteilungen 436. Holzstoff siehe Auszüge und Mitteilungen 436.' Holzverbrauch der Zeitungen siehe Auszüge und Mitteilungen 312. Holzversorgung, I t a 1 ic n s • — siehe Auszüge und Mitteilungen 376. Hopfenbau in Deutschland siehe 'Auszüge und Mitteilungen 627. Hopfenernte siehe Auszüge und Mitteilungen 181. Hülsenfrüchte *I0. H u m o g e 11 z u r B e f ö r d e r u n g der Enit e n siehe Auszüge und Mit- teilungen 676. H y m e n o c h a e t e noxia 285. 1 1 1 i p e - R ü c k s t ä n d e siehe Auszüge und Mitteilungen 233. Illustrierter K-oloni alk al ender von Süsserott siehe Neue Literatur 63. I m p e r i a 1 Institute in Londo n 46. Indien, I n d i g o - K u 1 t u r — s siehe Auszüge und Mitteilungen 182. — . — , S es a m b a ü — s siehe Auszüge und Mitteilungen 234. Indigo in Ägypten siehe Auszüge und Mitteilungen 368. — . — , Natürlicher — siehe Auszüge und Mitteilungen- 481. — . — , Zunahme der indischen — kultiiren siehe Auszüge und Mit- teilungen 305. Indigobau in Chi 11 a siehe Auszüge und Mitteilungen 424. I n di göf ab ri.k a't i on in Japan siehe Auszüge und Mitteilungen 574. Indigohandcl während des Krieges siehe Auszüge und Mittei- lungen 530. Indigokul't'ur Indiens siehe Auszüge und Mitteilungen 182. — . — in Indien siehe Auszüge und Mitteilungen 54- Indisch-Natuurondcrzoek siehe Neue Literatur 253. Indische Baumwollausfuhr siehe Auszüge und Mitteilungen 184. — . — ■ B a u m w o 1 1 i n d u s t r i c siehe Auszüge und Mitteilungen 58. 1 11 d o c h i n a , Liquidation deutscher Firmen in Indö China siehe Auszüge und Mitteilungen 49. Italienischer Hanf siehe Auszüge und Mitteilungen 60. Italien, Seidenbau — s im Jahre 1914 102. ■ Jahrbuch, Das illustrierte — mit Kalender für die g e - s.a m t e Bau m w o 1 1 - I n d u s t r i e siehe Neue Literatur 63. Japanische Bau m w o 1 1 i n du s.t r i e siehe Auszüge und Mittel lungen 121. Japanwachs in der S c i f e n i 11 d u s t r i e siehe Auszüge und Mittei- lungen 234. Johannisbrot bäum *230, *54". Jute, Ausfuhr indischer — sacke siehe Auszüge und Mittei- lungen 581. -.-, Die -Produktion in Britisch-Indien 1914/15 siehe Aus- züge und Mitteilungen 244. XVI Jute in Indien siehe Auszüge und Mitteilungen 486. — ,— und Flachs siehe Auszüge und Mitteilungen 59. — .— , Zur Lage des marktes siehe Auszüge und Mitteilungen .17.;. .1 u t e 1) a u u n d J u t e e r n t e siehe Auszüge und .Mitteilungen 6.32. .1 u teer s a t z siehe Auszüge und .Mitteilungen .31 I. — . — . Urena als in Madagaskar siehe Auszüge und Mitteilungen 452. .1 u t e e r z e u g u n g in I ndi e 11 295. Jutehandel siehe Auszüge und Mitteilungen 310. — .— w ä h r e n d d e s e r s t e n K r i e gsjahres siehe Auszüge und Mit- teilungen 185. .1 utii u d u st r i e i n K alku 1 1 a siehe Auszüge und Mitteilungen 310. Jutemarkt, Abflauen de- es siehe Auszüge und Mitteilungen 534. K a t' f e e a u s t u h r aus Po r l u •-; i es i sc h T i m o r siehe Auszüge und Mitteilungen 363. K a 1' 1' e e h a u i n S ä o 1' a u 1 o siehe Auszüge und Mitteilungen 528. Kaffee- E r n t e M i 1 1 el j a v a s siehe Auszüge und Mitteilungen 481. Kaff e e - 1'". r s a t z a u s Z u C k e r r ü 1) e n siehe Auszüge und Mittei- lungen 623. — . — , W e i ß d 6 rn f r ü ch t e als siehe Auszüge und Mitteilungen 182. K a f i e e h a 11 d e 1 i n S a n t o s siehe Auszüge und Mitteilungen 52S. K a 1' f e e k r a n k h ei t e n a u f V o r In Ri c <> siehe Auszüge und Mittei- lungen IM- K a f 1 e e v o r r ä t e , Die siehe Auszüge und Mitteilungen 51. — .— Ende Juli [916 siehe Auszüge und Mitteilungen 572. Kaiserlich-Biologische Anstalt für I . a n d - u n d Forst- W irisch a f t , B C r i e h t ü b e r d i e T ä t i g k e i t de r - . — n in den Jahren km 4 und in 15 siehe Neue Literatur 490. Kakao. Schoko! a d e u n d K a k a obutter- A u B e n h a n d e I d e r Schweiz siehe Auszüge und Mitteilungen 264. . , Zölle auf siehe Auszüge und Mitteilungen 419. — .- — . '/. u u a h in e d er kuituf d e r E I f e n h e i n k ü > 1 e siehe Aus- züge und Mitteilungen 304. K a k a o a 11 1 11 h r , Ab n a h in e d er - - c n in ( i u a y a q 11 i 1 siehe Aus zfige und Mitteilungen 419. K a k a i) b a u , A u s d e h n u u x d e .- e - a n der Gold k ü s l C siehe Auszüge und Mitteilungen 419. K a k a O b O h n e n , F ran k 1 i- ich-- \ e r k e h r siehe Auszüge und Mit teilungeti 419. Kakaoernte im I. Quartal 1916 siehe Auszüge und Mitteilungen \iH. u 11 d v e r b r a u C h i n d e 11 J a h 1 e n im 2 bis im 5 1 7 1. K a k a O f a I) 1 i k e n , S C h w icrigkeite n der h O 1 1 a n d i S e heu iehe Auszüge und Mitteilungen .37. }■ K a k a >> h a n del , I) er engl 1 S c h e i 111 J a h r e 1915 -iehe Auszüge und Mitteilungen 232. . . Schwierige Laut de- portugiesise h e n - -iehe Auszug« und Mitteilungen 02.1. Kakao Industrie, Holländische im Jahre im 5 siehe Auszüge und Mitteilungen -.^^. XVII K akaokultur, Die - - i n S ü d n i g e r i a 44- Kakaopreise, Hamburger — siehe Auszüge und Mitteilungen 482. — . — , S t e i g e r u rrg der w ä h r e n d d e s K r i e g e s siehe Auszüge und Mitteilungen 1 12. K a k a o p r o d u k t i o n , Die B r as il i e n s. Von < >. Sperbei 604 bis 606. K a k a nt rock n u n g , Mas c h i n eil e siehe Auszüge und Mittei- lungen 419. K a k a ovorräte, Z u n a h 111 e d er- i n L ndo n siehe Auszüge und Mitteilungen 482. K a ktusvers e 11 c h t e L ä n d e r i n Q u e e n s 1 a n d siehe Auszüge und Mitteilungen 526. Kali a u s K e 1 p siehe Auszüge und Mitteilungen (>;(>■ — . — in Amerika siehe Auszüge und Mitteilungen 570. — . — in Spanien siehe Auszüge und Mitteilungen 50. — . — , Neue Bestrebungen zur G e w i n n u n g v 011 41 1. K a 1 i n o t in den V e r einigten St a a t e n siehe Auszüge und Mit- teilungen 526. K a tn e r u n , B e h a n d 1 u n g d e r P laut a g e n pro d u k t e s u 11 t e r der britischen Regierung 463. — , — , Englische Verwaltungsbezirke in 464. — . — •, Europäer-Pflanzungen in — 28g. — . — , Nachrichten über — 153. - . — , Nachrichten über Togo und — 5 18. — . — , V e r w a 1 t u n g — s 35 I. — . Kautschuk-Compa g n ie A.-G. 36. K a m p f e r , S y nthetischer i n A m e r i k a siehe Auszüge und Mitteilungen 308. K a m p f e r b ii u in e i n S ü d a s i e n u n d X r d a m e r i k a i. K a m p f e r h a n d e 1 Jap a n s siehe Auszüge und Mitteilungen 530. K a n a r i e n s a a t i n Argentinie n siehe Auszüge und Mitteilungen 526. K a p o k , C u 1 1 u u r e n B e r e i d i n g , Handel, Rentabiliteit et c. uitgegeven d o o r h e t N e d e r 1 a 11 d s c h I n d i s c h L a n d b o u w S y ndieaat t o S o e r a b a i a siehe Neue I .i teratur 127. — .— für Luftschiffahrt siehe Auszüge und Mitteilungen 031. — .— und seine Bedeutung siehe Neue Literatur 126. K a p o k e i n f u h r 82. K a p o k ersatz, S o n n e n b I u m e n m a r k a 1 s siehe Auszüge \\>\<\ Mitteilungen 313. K apo.köl siehe Auszüge und Mitteilungen J^ t ^. Karakal feile siehe Auszüge und Mitteilungen 487, r c h a d u r c h R i z i n u s ö 1 siehe Auszüge und Mitteilungen 241. — . — . F a 1) r i k t" u r s y n t h e t i s c li e n i n R u ß 1 a n d sieht Aus; um\ Mitteilungen 427. in Britisch Malaya siehe Auszüge und Mitteilungen 628. .— in Nicaragua siehe Auszüge und Mitteilungen 329. . — , Klebrigwer.den des — s siehe Auszüge und Mitteilungen 240. , Künstlicher siehe Auszüge und Mitteilungen 241. . X e u e - R a u c h e r v e r f a h r e n f ü r - - siehe Auszüge und Mittei- lungen 241. — . — , U r s a c h e n d e s w e c h-s e 1 n d e n V e r halt e a s de- Kultur- •S hei der Vulkanisation siehe Auszüge und Mittei- lungen 30(1. —. — , Weltareal des Plantagen- s siehe Auszüge und Mittei lungen 629. Kautschuk a u S f U h r 1'» a h i a s siehe Auszüge und Mitteilungen 577- — . — Bolivien- siehe Auszüge und Mitteilungen 427. — .— d e r !•" o d e r i e r t e n M a 1 a i i s c h e n S t a a t e n siehe Auszüge und Mitteilungen 532. — .— der Straits Settlements siehe Auszüge und Mitteilungen 577- — .— der Vereinigt e n m a 1 ai i - c h e n S t a a t e n siehe Auszüge und Mitteilungen 427- — ._ (i e £ i) r as il i a n i s c h e n S 1 a a t e - M at t o Grosso .siehe Aus- züge und Mitteilungen [IQ. K a utSC h u k ein- u n d - a u s 1 u h r li h r i t a n 11 iens siehe Auszüge und Mitteilungen 5O. K a u t - c h u k e r n t e , S c h a t z u n k d e r die- j ;i h r i g e n S Ü d a 5 i e n s siehe Auszüge und Mitteilungen 4< s .s. Kautsi hukersatzstof f , Neuer - siehe Auszüge und Mitteilungen 1 1 8 K a UtSC h n k er 2 <■ U u u n g u n d v e r h r a u c h i 111 .1 a h 1 e t'H.s siehe Auszüge und Mitteilungen 3<»7- ' K a u 1 s c h ukexport, < ' e y Ions ■ 1h- Auszüge und Mitteilungen 628. — .— Costaricas siehe Auszüge und Mitteilungen 329. Kau t seh uk-G eri nnu ngsmi 1 1 el C. de Pin tos siehe Auszüge und Mitteilungen 240. K a u 1 schukgesellschaften, I ' 1 \ i d e n d e h engl! - c h e r siehe Auszüge und Mitteilungen 4< s 5- — . — , Ertrag e hol! ä n d i s c her siehe Auszüge und Mitteilungen 531. Kautsc h u k k e w i n n u ng i n S ü d k a in e r u n 35 '• K a u t - c h u k h a 1 /. e , /. u - a m m e nsel z u n ^ d e r siehe Auszüge und Mitteilungen 307. — XIX K au t s t h u k i in p (> r t d e r V e r e i n i g i e.n St ;i a i e n siehe Auszüge und Mitteilungen 57- Kautschukinduätrie-, A m e r i k a n i s c h e siehe Auszüge und Mitteilungen 426. K a u tschukkons u m der ;i m e r i k ;i n i s c li e u Auto 111 o b i 1 e siehe Auszüge und Mitteilungen 119. Kautschukkultur, Ein Pionier der — ■ siehe Auszüge und Mit- teilungen 329- — .— in In.-d.oc h in a siehe Auszüge und Mitteilungen .306. Kautschukmarkt, Die Lage des — es 669. — . — i n A m-e rika siehe Auszüge und Mitteilungen 484. — . — , Preise auf dem Londoner siehe Auszüge und Mittei- lungen 578. — . — , Weiter e n twicklung des - - s , d a r a n a n s c h 1 i e ß e'n d die Bedeutung von kolonialen Rohstoffen für die chemische Industrie. Von Ch. Böhringer 456 bis 460. Kautschukmilch. Mangel an Essigsäure zur Gewinnun g der — siehe Auszüge und Mitteilungen 371. Kautschukpflanzungen von Japanern siehe Auszüge und Mit- teilungen 577. K autsch uk-Plant a g e n 278. Kautschukpreise in den Jahren 1914 u n d 1915 siehe Auszüge und Mitteilungen 238. Kautschukproduktion der W e i t siehe Auszüge und Mittei- lungen 531. — . — in B r i t i s c h - M a 1 a y a 103. — . — , Zukünftige — siehe Auszüge und Mitteilungen 485. Kautschukschaum, Verwendung von ■ — für künstliche Glieder siehe Auszüge und Mitteilungen 182. Kautschukverbrauch, Zu- u n d A b n a h m e d e s - s i m J a h r e 1915 siehe Auszüge und Mitteilungen 239. Kautschukzoll, Herabsetzung des -es in Peru siehe Aus- züge und Mitteilungen 629. Kautschukzonen, Die — A in e r i k a s. Von C. Preuße-Sperber 191 bis 209, 272 bis 285, 322 bis 334. K a w a 506. K i c h e r e r b s e n *2i6. K i e 11 s t u b b e n , Gewinn u n g v o n T erpentin ö laus - siehe An- züge und Mitteilungen 181. Kiepen heu er, Verlag von Gustav — 187, 250. Kleinasien, Ernte in - - siehe Auszüge und Mitteilungen 109. Kopal, Ersatzmittel für — e siehe Auszüge und Mitteilungen 183. Kopra 135, 136, 356, 539, *54- — . Gesamteinfuhr in Deutschland 41. — . — - -Wcltkonsuni 41. Korkersatz siehe Auszüge und Mitteilungen 186. K o p r a 1 i e f c r a n t e 11 , Die Bedeutung der deutschen Süd seekolonien als — 39- Kohle, Einfuhr von - und Petroleum *397- Kokablätter 354. — XX — Kokablätter, Chinarinde, und Ceylonprodukte im z w fiten K ri e g s j a h r e. Von C"h. Böhringer 353- Kokakultur, Ende der in Ceylon siehe Auszüge und Mittei lungen 371- Kokos f :i S e r g e w i n n u n g in Tori o r i k o siehe Auszüge und Mittei- lungen 582. Kokosindustrie, F ö r d e rung d e r a u f den P h i 1 i p p i n e n siehe Auszüge und Mitteilungen 574. Koko snußf a brik , I" r s t e ■ i n P> r as il i en siehe Auszüge und .Mit- teilungen 365. Kokospalmen in Siam siehe Auszüge und Mitteilungen 478. Kokospal in enkultur, Die in ihrer 1! e d e u t u n g f ü r D e u t s c h 1 a n d 40. Kokos- und ölpalmprod u k t e i in A u ü e n h a n d e 1 E n g - l ands 617. K olonialbank-A k t i e n g e s e 1 1 s c h a f t 460. Koloniale Gesellschaften 33, 95. 148. Kunstharze siehe Auszüge und Mitteilungen 3'"'. 126. K u nstsei d e siehe Auszüge und Mitteilungen 248. Ku n s t sei d e n indu s tri e siehe Auszüge und Mitteilungen 533. Lac k r o h s t o f t e siehe Auszüge und Mitteilungen 56. I . a ndwirtschaft, Beitrag e z u r K e nntnis d er d e r !•'. in - geborenen Ostafrikas. Von II. L. Hammerstein 143 bis 149. — . — , D i i- russische — i m .1 a h r e 1915 356. — .- — , Der kontinentale Wirtschaftsbl. ock und die kolo n i a 1 e — . Von Prof. Dr. O. Warburg 65 bis 87. — . — , Der K ri e g u n d d i e k o 1 o n i a 1 e . Von Prof. Dr. O. Warburg t bis 24. — . — , M a ß 11 a h m e n z u r II e b u n g d e r — ^296. I . a n d w i r t.s c haftliche, Di e - V e r w e r t u n g d e s P> o d e n s siehe Auszüge und Mitteilungen 300. — .— Pro d u k t e v o n T engyüch i n S ü d - Y ü n n a n siehe Auszüge und Mitteilungen III. — . — V i" 1 e s u n g e n a m H a m burgischen Kolonialinstitul 567. . . H ("1 h e r e ■ d er Universität der P h i 1 i p p i n e n siehe Aus züge und Mitteilungen 176. L a 11 d w i r t e . D e u t s c h e — i n M a z e d o 11 i e n siehe Auszüge und Mit- teilungen 174. L a u b h o 1 z , W o 1 h y n i e 11 s - ■ siehe Auszüge und Mitteilungen 62. I . e b ensmittelv e rsorgung, Die z u künftige G e s t a 1 1 u n g der und Rohstoffversorgu 11 g v e r seh i e d e n e 1 L ä n d e r *98. Leder in Rußland siehe Auszüge und Mitteilungen 530. e n P e r k a m entwerk, Schorsbereiding e n A a r d e vv e r k in N e d e r 1 an d s c h - I n d.i e siehe Neue Literatur 315. Lederersatz. Kautschuk als siehe Auszüge und Mittei- lungen 120. Lein ö 1 als S ]> e i s e ö 1 siehe Auszüge und Mitteilungen 679. Leins a a t e i n fuhr E u r op a s siehe Auszüge und Mitteilungen 234, 573. Lein- und Hanfs a m e 11 *52. Lee a nte-Seiden-Gesells c h a 1 t siehe Auszüge und Mitteilungen 487. 535- I. i b e r i a s L a g e w ä hrend d e s K ri e g e s 156. L im e 1 1 e k u 1 1 u r i n W e s t i n d i e n siehe Auszüge und Mitteilungen 1 12. L i qu i d a t i o n d e u t s c h e r F i r m e n in 1 n d o c h i n a siehe Auszüge und Mitteilungen 49. Lupine a 1 .s Faserpflanze siehe Auszüge und Mitteilungen 434. — . — . Die als Faserpflanze siehe Auszüge und Mitteilungen 245. Luxusholz, Ü 1) e r s e e i s c h e e r i n E n g 1 a n d siehe Auszüge und Mitteilungen 583. M a 1" u reirasamen Portugiesisch-Osl a E r i k a s siehe Auszüge und Mitteilungen 235. M a h ago n i m arlc 1 in England siehe Auszüge und Mitteilungen 62. Maikäfer als Futtermittel siehe Auszüge und Mitteilungen 177 Maiskeimöl in Ungarn siehe Auszüge und Mitteilungen 679. Maisöl siehe Auszüge und Mitteilungen 365. Malzkaffee siehe Auszüge und Mitteilungen 231. — XXII — M a n (1 e lersatz-, Ap r i k o s e n k e r n e als - siehe Auszüge und Mit- teilungen 116. M a n del s c h ädl i n g . E u r y t o m a s p., e i n n e u e r — . Von J. Aha- roni 317 bis 322. M a n del- u n d E r d n u ß 111 i 1 c h , Milch e r s a 1 /. d u r c h - siehe Aus- züge und Mitteilungen 117. • Manihot, Das Ende der — kultur in Deutsch-Ostafrika. Von Ernst Kienitz 587 bis 604. — . — , D a s Ende der — kultur in Deutsch-Ostafri k a. Eine Entgegnung von Dr. E. Marckwald 637 l>i- 63g. — .— g 1 a z i o v i i 192. Manilahanf siehe Auszüge und Mitteilungen 185, .511. *77. -. — , Der Handel in — ■ siehe Auszüge und Mitteilungen 123. M anil a- u n d X e u s e el a n d h a n f siehe Auszüge und Mitteilungen 311. M a r g a r ine, Z u nehmende B e d eutung der in 1 ) ä n e 111 a r k siehe Auszüge und Mitteilungen 233. M a r g a r i n e f a b r i k a t i o n i n E n g 1 a n d siehe Auszüge und Mittei- lungen 180. M a r t i n o 1 siehe Auszüge und Mitteilungen 629. Massoirrinde 505. Mate in Parana siehe Auszüge und Mitteilungen 114. M a u 1 b e e r b a u in *22Ö. Mauritiushanf in Kolumbien siehe Auszüge und Mittei- lungen 581. Mazedonien, Baumwolle in siehe Auszüge und Mitteilungen 183. — , — , Deut s c he L a n d \v irte in — siehe Auszüge und Mitteilungen 174. — . — , Die w i r t s c h a f 1 1 i c h e B edeütung - s [61. M er ce ri si e r e n d e r B a u m w olle siehe Auszüge und Mittei- lungen 122. M esopol a 111 i e n , D a s L a n d der Z u k u n 1" l. Von einem deutschen Volkswirt siehe Neue Literatur 586. M i c r and r a 192. — . — siphonioides 194. M il eher s a tz d u r c h M a n del- u n d E r d n u ß m il c h siehe Vuszüg< und Mitteilungen 1 17. M i m u s o p s 1) a 1 a t a 192. M i n e ral-s c h ä t z e , 1) e r \V e r 1 der Deutsch-S ü d w e - t a f r i - k a 5 289. Mitteilt] n g e n ü her Tog o 155. 214. M 1 1 1 e 1 a f r i k a a 1 s Ro h S t o 1 I 1 a n d d e r Z u k u n i t. Von Emil Zimmermann .579 bis 401. Mohair in der Türkei siehe Auszüge und Mitteilungen 186. Fabrikation in Deutschland siehe Auszüge und Mitt< hingen 248. Mohn, Sonn e n 1» 1 u m e und . zwei wertvoll e F utter-, öl- und Honigpfla n /. e n . A n b a u , Pflege u n d X u t z u n g , eine Handreichung in K r i eg .-> zeit e n siehe Neue Literatur 437. Mohnanbau in Frankreich siehe Auszüge und Mitteilungen 235. M o h 11 1) a 11 _'_'5. — XXIII — M o h n s a m e n und Opiu m i n M a z e doni e n siehe Auszüge und Mit- teilungen 371. M o 1 i w e- P f 1 a n z u n g s— G e s e 11 s c -h a f t 561. M o r p h i u m . Steigende — aus f u h r a u .- E n g 1 a 11 <1 siehe Aus- züge.: Und Mitteilungen 308. Motor pflüg. Der rotierende siehe Auszüge und Mitteilungen 414. — . — , Hand siehe Auszüge und Mitteilungen 415. — . — , Fords billiger — ■ siehe Auszüge und Mitteilungen 50. Motorpflüge siehe Auszüge und Mitteilungen 414. Nachrichten aus Deutsch -Ostafrika 39. — . — über Ka m e r u 11 1 53- Nährhefe als X a h r u n g s mittel siehe Auszüge und Mittei- lungen 301: Nährwert. Die — erschließung in Heu und Stroh u n d Pflanzen teilen aller Art siehe Neue Literatur 3 1 5. N ahrungsmittel, G e s a m t ü b e r s i c h t 11 b e r die Einfuhr \ 011 Vi e h , -- n und Genußmitteln, Futtermitteln u n d Rohstoffen *8q. X a m a Und, Beiträge u n d Ergänz u n gen zur L a n d e s k u n d e des deutschen — es siehe Neue Literatur 681. Xederlandsch Indisch L a n d b o u w S y n d i c a a t 1 27. Neue Gesellschaft zur Verwertung der Kokosnüsse siehe Auszüge und Mitteilungen 52. X e u g ; u i n e a , Das zukünftige Schicksal — s und d e r -S a m o a Inseln 462. Nesselfasef, Zukunft der — siehe Auszüge und Mitteilungen 375. Neue Literatur 63, 125, 1S7. 250, 3T3, 377, 437. 487, .537. 3S3, 634. 6S0. New Orleans als E i n f u h r h a f e n f ü r S i s a 1 siehe Auszüge und Mitteilungen 60. — . — , Ein städtisches Lagerhaus für Baumwolle in siehe Auszüge und Mitteilungen 59. X iederlande, G e würzhandel in den - - n in den Jahren rgio bis 1914 siehe Auszüge und Mitteilungen 179. X i e d e r 1 ä n d i s c h - I 11 d i e n , Ausfuhr ■ — s im Jahre 1915 siehe Auszüge und Mitteilungen 474. X i g e r Company 608. X ige r i a ,- D e r A u ß e n h an.del — s siehe Auszüge und Mitteilungen 4 ( >- — . — , Neues aus — 564. — . — , Palmprodukte — s siehe Auszüge und Mitteilungen ^.,5- Nordamerika, Kampferbäume in Südasien und — siehe An- züge und Mitteilungen 180. Nordische ölfabriken siehe Auszüge und Mitteilungen 5J. Nuß ernte, S i z il i an is c h e — siehe Auszüge und Mitteilungen 678. Obsternte, DeUtschla n d s siehe Auszüge und Mitteilungen 678. Obstkerne als Öl 1 i ef e r a n t en siehe Auszüge und Mitteilungen 421, 479. Öl, Ätherische — e von Reunion siehe Auszüge und Mittel lungen 576. XXIV Ol aus 11 o 1 u ii d c r - ;i m e n siehe Auszüge und Mitteilungen 47g. — .— aus Obstkernen siehe Auszüge und Mitteilungen 234. — .— a u s R 06k as 1 a n i e n siehe Auszüge und Mitteilungen 625. — .— a u s W ;i 1 n ü s s e n siehe Auszüge und Mitteilungen 576. — . — . Die B e w i r t s c h a f t u 11 g d e r — e u n d F e 1 1 e d u r c h d i e d eutsche Kriegsorganisation 468. öle, Ä therische *32S. ;i 1 s X e 1) c n i> r o d u k t e d e r K li 1 e n v e r w e r t u n g siehe Aus- züge und Mitteilungen 626. ö 1 . G e h ;i 1 t der J 1 a r z e a 11 ii t h e r i s c li e n ■ - e n siehe Auszüge und Mitteilungen 366. , Traubenkern-- siehe Auszüge und Mitteilungen 422. — . — von Lindensamen siehe Auszüge und Mitteilungen 576. Ölbäume in Spanien siehe Auszüge und Mitteilungen (>_'(>. <") 1 e r z e u g u n g :;i 54l. u n d v e r b r a u c h D eu t s c h I a n d s siehe Auszüge und Mit- teilungen 367. ö 1 f r ü ch t e 507, *no. ö I h al t i g e E r z e u g n i s s e i n J> e 1 gi s c h - K o ngo siehe Auszüge und Mitteilungen 574. ö 1 1 i ef e r ant e n , Obs tk e r n e a 1 s siehe Auszüge und Mittei lungen 421. Ölpflanzen, A n bau vo n a 1 s So m m e r f r u c h t siehe Auszüge und Mitteilungen 1 15. ö 1 p al 111 p in d u k t e , K o k o S - Ü n d — i in A 11 ü c n h a n d e 1 E n g - 1 a n d s 617. ölrohstoff, Bedeutung eigener K o I o 11 i e n f ü r d i e V e r - s o r g u n g Deut s c h 1 a n d s mit ölrohstoff e 11 .^-'.v öl S a a t c- 11 . E rille viin in P> r i t i s c h - I 11 d i e n siehe Auszüge und Mitteilungen 52. Indien s siehe Auszüge und Mitteilungen 478. — . — , Pre is s teiger u n g d e r siehe Auszüge und Mitteilungen 233. Olive n *24I. I ) 1 i v e n b a u in "223. Olivenkultur in Sp a n i e n siehe Auszüge und Mitteilungen 478. Olivenöl "322. * > t > i n 111 i n 1) u 1 g a r i e n siehe Auszüge und Mitteilungen 532. . M h n s a in e n u n (1 i n M a z e d n i e n siehe Auszüge und Mil teilungen 371. ' ' r a n k e n "■ Jji>. < ) r a n g e n 1> I ü t e n e r n 1 e a n «1 er Rivi e r a siehe Auszüge und Mit- teilungen 366. Orient, K a s e r e i n E u li 1 a u s d e m siehe Auszüge und Mittei lungen 122. Ostafrika, 15 e i 1 r ii g e z u r K e n n t n i s d er I . a n d w i r t s c h a f l der Eingeborenen s. Von M. I.. rfammerstein 143 bis 1 in. Ostafrikanisch« Pflanzungs-Akt iengesell s c h ä 1 1 35. O s u n a R. o c h e 1 a I' I a n tagen - G e s el 1 s c h a f t in M a m b 11 r k 213- — XXV — Palästina, Zur türkischen Agrarfrage, u n d d i e F e 1 - lach e n w ir tschaft siehe Neue Literatur 250. Palmke r n e *54- . — , Englischer Au s f u h r z oll f ü r w e s t a f r i k an i s c h e siehe Auszüge und Mitteilungen 304. Palmkerhhandel, Englischer siehe Auszüge und Mittei- lungen 574- — . — . Westafrikas siehe Auszüge und Mitteilungen -t->o. 1' a 1 nt k e r n k u c h e n , Ver h ü t u n g d e s R a n z i g w erdens von siehe Auszüge und Mitteilungen 529. P a 1 m k e r 11 v e r w e r t u n g i n E 11 g 1 a 11 d siehe Auszüge und Mittei- lungen 478. Palmöl, Herstellung von Speise siehe Auszüge und Mittei- lungen IIS. _. — .Speisefett aus rohem siehe Auszüge und Mitteilungen 4/8. Pal in p rodukte, Die Aus f uhr von - n von Sierra Leon e im Jahre 1914 siehe Auszüge und Mitteilungen 265, — . — Nigerias siehe Auszüge und Mitteilungen 235. P a p a i 11 siehe Auszüge und Mitteilungen 430. I' a p i e r , T a u e..a u s — siehe Auszüge und Mitteilungen 374- I' a p i e r g arn , A u s d e h nu rtg der - - i 11 du s t r i e siehe Auszüge und Mitteilungen 247. _ — _ Festigkeit der — sack e siehe Auszüge und Mitteilungen 247. Papier sacke siehe Auszüge und Mitteilungen 581. Papyrusfasern als Ersatzvon Flachs, Hanf u n d J u t e siehe Auszüge und Mitteilungen 433- I' a p y r u s s t a u d e *23I. Paraffin siehe Auszüge und Mitteilungen 480. P a r f ü m e r i e- I ndu s t r i e in S ü df r ank r e i c h siehe Auszüge und Mitteilungen 423. 1* a r t h e n i u in argentat u in 193. Pentaery t hr i t siehe Auszüge und Mitteilungen 480. Perlmutter 501. P erstens Ausfuhr siehe Auszüge und Mitteilungen 110. Peruanische Baumwolle siehe Auszüge und Mitteilungen i-'i. P eti tgr ainöl 180. 1* e t r o 1 e u 111 , E i 11 f u h r v o 11 Kohle 11 n d — *397- Pfeffer, Roter - in Indi e n siehe Auszüge und Mitteilungen <">7<>. Pf ef f er minZkul tu r in Amerika siehe Auszüge und Mitlei hingen 423. I' f 1 a n zenfette *n. P f 1 a nzungsgesellsc h a f t K p e 111 e 151. 1' h a r m a k o t h e r a p i e , E. M e r c k s J a h r e s 1) e r i e li t ü !> e r X e 11 e r u n g e n a u f den Gebiet e n der u n d I' li a rm a z i c. XXVIII. Jahrgang 1914/15. Darmstadt siehe Neue Lite ratur 378. Philipp ine Cocoannt Products C i e. siehe Auszüge und Mil teiluhgen 52. — XXVI — Philippinen, A u ü e n li a n d e 1 der siehe Auszüge und Mittei- lungen tog. . 1 1 ö h e r e ] . a n d vv i r t s c h ;t i t s s c h u 1 e d er U n i v e r s i 1 ä i d e r — siehe Auszüge und Mitteilungen [76. P h o,s p h a t e 508. P i n v a , ein n e u e r vegetabilischer F arbs.t.of f siehe Auszüge und Mitteilungen 368. Pistazien ' 131. Pitchpine-Holzaus f u h r der nordamerikanischen < 1 < » 1 1 - hiif en siehe Auszüge und Mitteilungen 582. Plantagengesellschaft „Concepcio n" in IIa m b u r g 285. P 1 ant age nie au t s c huk , Aufbereitung von — 162 bis 171. P.neumatik, R-iesen s siehe Auszüge und Mitteilungen 240. Pomona-Di a m a n t en- G e seil s c h a f t 401. Portugiesisch-Ostafrika, M a fureiras a m e n s siehe Aus- züge und Mitteilungen 235. Q u e br ach o i n A r g ent ini e n siehe Auszüge und Mitteilungen 627. — .— in Paraguay siehe Auszüge und Mitteilungen 573- Q u e 1) r a c h oextrakt siehe Auszüge und Mitteilungen 628. Q u e c k e als Zu ck er er s at z siehe Auszüge und Mitteilungen 528. K a 111 i i r a I s Spinnstoff siehe Auszüge und Mitteilungen 245. — . — i n C h i n a siehe Auszüge und Mitteilungen ' » .3 1 - Raraief a s e r ; '78. \\ a ]> s u n d K Ü h S e 11 " : 52. R a p s 1) a u i n E i c h e n - e h a 1 w a 1 d s c h 1 a g e n siehe Auszüge und Mit- teilungen 625: R e g e n \\ a a r n e m ing e n op S u m a t r a's Q o s tku s 1 e n d c O OS tku S t van At j eh V a n a I [875, Bulletin van Im t Deli Proeis tation siehe Neue Literatur 316. R e g i e r u n g s d a r 1 e h e n an die Kautsch n k p f 1 a n zer i n Cochinchina siehe Auszüge und Mitteilungen 371. R c i C h s h ü 1 s e n l" r u e h t S t e 1 1 e siehe Auszüge und Mitteilungen 477. 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Rohkautschuk, Ersatz für — siehe Auszüge und Mitteilungen 306. Rohrkolben, Die Wurzel Stöcke der — als Viehfutter siehe Auszüge und Mitteilungen 415. Rohrzucker in Louisiana siehe Auszüge und Mitteilungen 570. — . — , V e r in ehrung des — g e h a 1 t e s in Mais s l e n g e 1 11 siehe Auszüge und Mitteilungen 41H. Rohrzuckererzeugung 1915 siehe Auszüge und Mitteilungen 416. Rohseide, Ausfuhr italienisch e r siehe Auszüge und Mitteilungen 61. -. — . 1) i e W e 1 t e r z e u g u n g V O n - - 298; Rohseide m a r k t , Erholung des - - e s i in J a h r e 1915 siehe Auf- züge und Mitteilungen 61. Rohstoff, M i t t e 1 a f r i k a a 1 s — 1 a n d cl e r Z u k u n 1" t. Von Emil Zimmermann 379 — 401. — . — . Weiterentwickl u n g d e s K a u t s c h u k m a r k t e s , d a r a n anschließend die Bedeutung von kolonialen für die chemische Industrie. Von Ch. Böhringer 456 —400. 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R u in änie-ns' E r n t e siehe Auszüge und Mitteilungen 50. — .— Ernte im Jahre 1915 siehe Auszüge und Mitteilungen [74. Russisch-Asien, Bau m w olle r nte i n siehe Auszüge und Mitteilungen 184. — .— -Turkesfan, Das Proble in d e r E u r o i> ä isierun g orientalischer W i T t S C h a f t , dargestellt a n d e rj V e r h ä'l t n i s s e n d e r S o z i a 1 w i'r t s c h a Et \' <> 11 siehe Neue Literatur 187. — .— e Flachsernte in 1915 siehe Auszüge und Mitteilungen 122. Rußland, Hanfernte in - - 1915 siehe Auszüge und Mitteilungen [22, — . — . Teemonopol in - - siehe Auszüge und Mitteilungen 231. — . — ■ s Getr e ideernte siehe Auszüge und Mitteilungen 568. Rübenzucker. Zu nah m e der — i n du s t r i e X 1 d a m e 1 i k siehe Auszüge und Mitteilungen 3b2. — XXVIII - Saccharin als Süßstoff siehe Auszüge und Mitteilungen 363. S a f a ( a -Samoa-Gesellsc h a f t 95. Saflorkultur siehe Auszüge und Mitteilungen 234. S a g o 507. S a 1 p e 1 e 1 i 11 P e r s i e n u n d d e r T ü r k e i siehe Auszüge und Mitteilungen 301. S alpetererzeugung, Di e C h i 1 e n i s c he- i m J a hre 101 5 siehe Auszüge und Mitteilungen 361. — .— in C h i 1 e 668. Sambucus racemosa siehe Auszüge und Mitteilungen 479. S a in o a , W'irt.-chaftliche- a u s - - 407. — . Inseln, i ) a s /. u k ü 11 1 t i g e S C h i c k s a 1 N e u g u i n e a s an d der — 4O2. — . Kautschuk Co 111 p a g n i e 95- S a n d e 1 h o 1 /. ö 1 f ab r ik in B r i t i s ch - I n d i e n siehe Auszüge und Mitteilungen 480. Sansibars Außenhandel siehe Auszüge und Mitteilungen 618. S a i> i u in t a p u r u 192. S c h a t" h a n d e 1 *43Ö. S c h a t' w olle *72. S c h i 1 d p a 1 1 503. S C h i in in e 1 *<>• Seidenpflanze siehe Nene Literatur 438. S e i d e n r o h s t o f f z e n t r a 1 e A. G. siehe Auszüge und Mitteilungen 535. Seidenspi n n e r e i 310. S eidenzucht, Di <• B e ding u n gen 1 ü r das < '< e d e i h e n «1 e r u n d (1 e r e n \ o 1 k s \\ irtschaftlic h e B e d e u t u n g siehe Neue Lit< 1 atur 537- — XXIX — Seife, K a r r agli e e n als Strec k mittel t ü r - siehe Auszüge und Mitteilungen 429. Seifenersatz, Roßkastanien als siehe Auszüge und Mit- teilungen 429. Seifenfabrikation *328. Seifenindustrie, Japanwachs in der - ■ siehe Auszüge und Mit- teilungen 234- Seifennüsse siehe Auszüge und Mitteilungen 37i- Seifen wurzel als Seifenersatz siehe Auszüge und Mitteilungen 627. S e 1 e c t i e en O c u 1 a t i e van Cacao., door Gerold S t a h e 1 siehe Neue Literatur 537. Sesam 135. *53. *2I7- Sesam bau Indiens siehe Auszüge und Mitteilungen 234. S e s am ö 1 *325- S i a in , Die Ausfuhr -s im Jahre 1914/15 siehe Auszüge und Mit- teilungen 300. S i b i r i e 11 , An s i c d lung v o 11 Flüchtlingen in - - siehe Auszüge und Mitteilungen 228. — . — ■ in Kultur und Wirtschaf t. Von Kurt Wiedenfeld siehe Neue Literatur 680. Silage, Die Bereitung von — . Von Geo H. Baumann- Amboy 209 — 212. S i s a 1 , New Orleans als Eint u h r h a f e n für siehe Auszüge und Mitteilungen 60. — . Agaven-Gesellschaft in Düsseldorf 460. S i s al h anf , Die Vereinigung der -- f a r m er in Vuk a t a n siehe Auszüge und Mitteilungen 246. — . — in Amerika siehe Auszüge und Mitteilungen 534- — .— i n Y u k a t a n siehe Auszüge und Mitteilungen 123. Sisal hanfausfuhr Yukatans siehe Auszüge und Mitteilungen 246. Sisalkultur, Die - auf den Fidschi-Inseln. Von Karl Fricke 88-^4. — .— in Venezuela siehe Auszüge und Mitteilungen 247. Smyrna, Valoneaernte -s siehe Auszüge und Mitteilungen 181. Sojabohnenmehl 137. Sojabohnenöl, Gehärtetes -- siehe Auszüge und Mitteilungen [80. Sonnenblume, Die Fruchtböden der als Gemüse siehe Auszüge und Mitteilungen 621. _._ u n d M ohn, z w e i w e r t v o 1 1 e Futter-, 01- und Honig pflanz e n . A n b a; u , Pflege u n d Nutzung, eine Handreichung in K'r i eg»s z e i t e n. Von Val. Wüst. siehe Neue Literatur 437. South West A f r i c a C o. 606. Spanien, Kali in — siehe Auszüge und Mitteilungen 50. — . — s Sommergetreide- und Hülsenf ruchternte iqi.s siehe Auszüge und Mitteilungen 174- Speisefett aus rohem Palmöl siehe Auszüge und Mitteilungen 478. Speisepalmöl, Herstellung von — siehe Auszüge und Mit teilungen 115. — XXX S p i n n f a s e r , H al f agr a s a 1 s - - siehe Auszüge und Mitteilungen 311. S t> rengpatronen gege n F e 1 d m ä u s e siehe Auszüge und Mit- teilungen 415. S t a 11 d a 111 in , Neuer- i 11 A g y pten siehe Auszüge und .Mitteilung« n 475- S t e i n n u ß 505. S t e r i 1 i n , Fingerlinge aus — siehe Auszüge und Mitteilungen 240. Straußen sterben in Südafrka siehe Auszüge und Mitteilungen 62. Strohkraftfutter und Strohmehl 296. Stroh mehl, Strohkraftfutter und — 296. Strohpapier siehe Auszüge und Mitteilungen 247. Sudan, Zunahme der Ausfuhr des — 'S siehe Auszüge und Mit- teilungen 228. Südafrika, Dürre in ■ — siehe Auszüge und Mitteilungen 228. Südangola, Die Buren in — 220. Südasien, Kampferbäume in ■ — und Nordamerik a siehe Aus- züge und Mitteilungen 180. S ü d i n d i e n , Au s w a n d.e r u n g a u s - - siehe Auszüge und Mitteilungen 228. Südnigeria, Die Kakaokultur in — 44. S ü d s c e , Japanische Bemühungen um die — 463. — . — , Neues aus der — 349. — . — Neues über die — 563. Südseekolonien, Die B e d e u t u 11 g d e r d a u t s c h e n a 1 - Kopralieferanten 39. — . — , \V i r t s c h af 1 1 ich e Werte i 11 d e n d e u t s c h e 11 — . Von Paul Preuß**t4i— 456, 491—514, 539—561. Südwest-Afrika, Mitteilungen über — 518. Südwest-Afrika, Nachrichten über — 07. — .— , Neuere Nachrichten über — • 214. Süsserott, Illustrierter K o 1 o n i a 1 k a 1 e 11 d e r siehe Neue Literatur 63. Süß h o 1 z \v urzel *23i. Surinams Außenhandel siehe Auszüge und Mitteilungen 48. S y r i e n als Wirtschaftsgebiet. Von Dr. A. Ruppin * 1 78 554. — . — , Die wirtschaftliche Zukunft -- s *53I. T a 1) a k . Einfuhr n i e d e rländisch-indischen sin 1 1 1 1 a n d siehe Auszüge und Mitteilungen 483. . .Kolonial- - in II oll and siehe Auszüge und Mitteilung ns, 178. — . — . N i c d e 1 1 ä i) d i s c li e r m a rk 1 i m J a h r e 1915 sieh« Auszug« und Mitteilungen 364. - A 11 k a 11 1 - in n pol d e r T a b a k r e gi e *2I0. Tabakbau in Deutschland siehe Auszüge und Mitteilungen o_»4. zur Olgewinnung siehe Auszüge und Mitteilungen ^25. I .1 1) a kein l u h r 76. I abakeinkäuf im Orienl siehe Auszüge und Mitteilungen 233. Tabakernte der Dominikanischen Republik siehe \.uszüg< und Mitteilungen 679. — XXXI T a b a k e r n t e in Mazedonien siehe Auszüge und Mitteilungen 625'. Tabakindustrie, Kubas — in Gefahr siehe Auszüge und Mit- teilungen 178. Tabaksamen öl siehe Auszüge und Mitteilungen 529. Tabakverbrauch, Zunahme des — s in England siehe An- züge und Mitteilungen 304. Talg, Borneo siehe Auszüge und Mitteilungen 421. Tange, Nährwert der — siehe Auszüge und Mitteilungen 302: Taue aus Papier siehe Auszüge und Mitteilungen 374- Teakholz in England siehe Auszüge und Mitteilungen 312. Teakholzausfuhr von Bangkok siehe Auszüge und Mitteilungen 312. Tee *I9, *ii2, *394- — .— in Java siehe Auszüge und Mitteilungen 482. Teeanbau in Transkaukasien siehe Auszüge und Mitteilungen 177. Teeausfuhr Japans siehe Auszüge und Mitteilungen 529- — . — Javas siehe Auszüge und Mitteilungen 678. Tee-Einfuhr Englands siehe Auszüge und Mitteilungen 178. — . — , Englands — und die Lage der T e e p f 1 a n z u n g e n siehe Auszüge und Mitteilungen 572. Tee-Ernte, Zunehmende — in Java siehe Auszüge und Mit- teilungen 624. Tee-Ersatz, Brombeerblätter als — siehe Auszüge und Mit- teilungen 51. Teemarkt, Der — Hollands im Jahre 1915 siehe Auszüge und Mitteilungen 231. Teemonopol in Rußland siehe Auszüge und Mitteilungen 231. Teepflanzungcn in Indien siehe Auszüge und Mitteilungen 624. — . — , Zunahme der — der Eingeborenen auf Java siehe Aus- züge und Mitteilungen 114. Teeselektion, Über — siehe Neue Literatur 487. Teppich- und Strumpf Wirkerei *320. Terpentinöl, Gewinnung von-- aus Kiens tubb-en siehe Au - züge und Mitteilungen 181. — . — , Neues Verfahren der — gewinnung 472. Terpentin- und Harzmarkt, Lage des -es in Nord- amerika siehe Auszüge und Mitteilungen 56. — . — in Spanien siehe Auszüge und Mitteilungen 574. Terpentingewinnung in den Südstaaten N o r d a 111 e r i k a s siehe Auszüge und Mitteilungen 425. Textilindustrie, Die — Brasiliens 466. Textilose siehe Auszüge und Mitteilungen 123. T h y m i a n ö 1 *327. Togo, Letzte Deutsche in — 288. — . — , Mitteilungen über — 214. — . — , Nachrichten über — und Kamerun 518. — . P f 1 a n z u n g s - A k t i e ri g e s e 1 1 s c h a f t 1 5 1 • T o 1 1 k i r s c h e n k u 1 t u r in England siehe Auszüge und Mitteilungen 430. Tomatenfabrik in Tunis siehe Auszüge und Mitteilungen 67 — XXXII — tonibeki *444- Tonkabohnc, Die — 522. Transkaukasien, Teeanbau in — siehe Auszüge und Mitteilungen 177. Traubenholunder siehe Auszüge und Mitteilungen 479- Tr aubenkern, Beschlagnahme von Trauben- W e i n - trestern und — e n siehe Auszüge und Mitteilungen 480. T r a u b c n k e r n ö 1 siehe Auszüge und Mitteilungen 52, 529. Trauben-Weintrester, Beschlagnahme von — n u n d Traubenkernen siehe Auszüge und Mitteilungen 480. T r e p a n g 503- Trichilia emetica siehe Auszüge und Mitteilungen 235. Trockehhefe, T r o c k e n w e r t der — siehe Auszüge und Mitteilungen 675. T r op e n- G en e s u ngs h e im in T ü b i n g e n siehe Auszüge und Mit- teilungen III, 616. Türkei, Bekam p t u n g der Heusc h r e c k <_■ 11 i n d er-- siehe An- züge und Mitteilungen 228. Türkei, M a ß n a h m e n d e r — zur Hebung d es A c k e rbaues 409. Turkestan, Zunahme des Getreidebaues in — siehe Auszüge und Mitteilungen 50. Türkische B a u m \v o 1 1 p r o d 11 k t i o n siehe Auszüge und Mitteilungen 58. Ug a n (1 a , 1) e r A u ß e 11 h a ndel - s siehe Auszüge und Mitteilungen 109. U r e n a als Juteersatz in M a d a g a s k a r siehe Auszüge und Mit- teilungen 432. — . — lobata siehe Auszüge und Mitteilungen 632. Uruguay, Wolle in - siehe Auszüge und Mitteilungen 61. — . — -Pal m e 194. Valoneaernte Smyrnäs siehe Auszüge und Mitteilungen 181. V e r e e n i g ing „K ol o ni aal i ns t i tu u t " Am s t e r d a m. !'■< schrijving der Bouwplaanen, de Bussy siehe Neue Literatur 315. — .— K. ol oni a al Ins t i tu u 1 A m s I e r d a m. Veerde Jaarverslag 1914 siehe Neue Literatur 314- — .— .. K . 105, 162, 221, 296, 358, 411, 4<>K, 522. 566, 669. Vers n c h s g ä rten, I . a n d w i r t s c li a Etliche 552. V i e h f u t t c r , F a r n w e d e 1 a I s siehe Auszüge und Mitteilungen 360. V i e h h a 1 1 u n g , F ö r d e r u n k d e r *542. \' i c li 1 1 1 - e Landwirtschaft. E i 11 7. 11 k u 11 I I s a 11 s 1) I i c k > i t t - lieh er u n d w i r t s c h a f tl i ch < r N a t u r siehe Neue Literatur 635. V i e h w i r t s c li a i 1 553. Wald. 1) i e B e d e u tu ng d es e s , i n s b eso n <1 e r e i m K rieg c siehe Neue Literatur 635. W a Idbestand, I) <• u 1 - c li 1 a n d s siehe Auszüge und Mitteilungen Mi- — XXXIII — Wachs aus Zuckerrohr siehe Auszüge und .Mitteilungen 36b. 627. Weidenbast siehe Auszüge und Mitteilungen 582. Wein, Das günstige — jähr 1915 i n P reu ß e n 358. Weinernte in Frankreich siehe Auszüge und Mitteilungen [12. — . — in Rumänien siehe Auszüge und Mitteilungen 112. Weinerzeugung in Italien siehe Auszüge und Mitteilungen 677. Weinhandel Australiens siehe Auszüge und Mitteilungen 621. Weinmißernte im Jahre 1915 siehe Auszüge und Mitteilungen 571. Weinproduktion, Die — Deutschlands 1915 siehe Auszüge und Mitteilungen 481. Weißdornfrüchte als Kaffee-Ersatz siehe Auszüge und Mii- teilungen 482. Weizen, Die Versorgung des W eltmarktes m i t — 506. — . — und andere Brotfrucht unter dem Kriegseinfluß siehe Neue Literatur 636. Weizenausfuhr, Australiens - - siehe Auszüge und Mitteilungen 301. — . — , Der Einfluß d c s Krieges auf die — siehe Auszüge und Mit- teilungen 108. — . — , Schädigung der indischen — siehe Auszüge und Mitteilungen 618. Weizenernte, Indische - siehe Auszüge und Mitteilungen 413. Weizenstärke, Fabrikation von — ■ :;: 332. Welterze u'gung, Die — von Rohseide 298. Welt seidenernte siehe Auszüge und Mitteilungen 534. W e s t a f r i k a , Mitteilungen über — 665. — . — , Neues aus — 609. W e s t i n d i e u , Li m ettekultur in - : siehe Auszüge und Mitteilungen 112. Wirtschaft, Das Problem der Europäisierung orientali- scher ■ - , dargestellt an den Verhältnissen der Sozialwirtschaft von Russisch -Turkestan siehe Neue Literatur 187. Wirtschaftliche Lage in D e u t s c h - O s t a f r i k a 289. W i r t s c h a f t s b 1 o c k , Dcrkontincntale — und die koloniale Landwirtsc h a f t. Von Prof. Dr. O. Warburg 65—87. Wirtschaftsgeographie, Methodische Einführung in die allgemeine — . Von Prof. Dr. K. Dove siehe Neue Literatur 62. Wirtschaftskampf, Der — um S ü d a m e r i k a. Von Otto Kasberg siehe Neue Literatur 377. Wi r t s ch af t sl ag e , Ägy p t en s — siehe Auszüge und Mitteilungen 1 75- — . — , Argentiniens — währ e n d des K r i e g e s 100. — - — , Die — Brasiliens 219. W o e r m a u n - L i 11 i e Akt.- ( i e s. U 11 d I ) e Utsch-Ost a f r i k .1 Linie 213. W o 1 h y n i e n s L a u b holz siehe Auszüge u\\i\ Mitteilungen 62. Wollausfuhr Australiens siehe Auszüge und Mitteilungen 185. Wolle in Australien siehe Auszüge und Mitteilungen 582, 633. Wollerzeugung, Abnahme der — Australien- siehe Auszug« und Mitteilungen 61. XXXIV — W ol 1 e r z eu gu ng in Uruguay siehe Auszüge und Mitteilungen 61. VVollkäufe, Deutsche in Argentinien siehe Auszüge und Mitteilungen 434. Xylose siehe Auszüge und Mitteilungen 480. Y e r 1 i - B a u m \v o 1 1 e 335. Y u k a t a n , S i s a 1 h a n f in — siehe Auszüge und Mitteilungen 123. Zacatongras, Papier aus - — siehe Auszüge und Mitteilungen 247. Zapfsystem, Bestes für Heveabäume siehe Auszüge und Mitteilungen 628. Zelluloid, Feuersicheres — aus Bohnenkuchen siehe Aus- züge und Mitteilungen 574- Zigarrenkistenholz siehe Auszüge und Mitteilungen 312, 633. Zigarettenindustrie, Gefährdung der ägyptischen- siehe Auszüge und Mitteilungen 624. Z i g a r e t t e n t a b a k , Mangel an siehe Auszüge und Mittei- lungen 573. Zimt 356. Zitronen *228. Zobelzucht im Ussuri-Gebiet siehe Auszüge und Mittei- lungen 582. Zuchtvieh, Die Verwendung von deutschem — in Deutsch -Südwestafrika siehe Neue Literatur 681. Zucker, Eine Riesensendung von — aus Hawai siehe Auszüge und Mitteilungen 362. — . — in Italien siehe Auszüge und Mitteilungen 677. — .— in Kuba siehe Auszüge und Mitteilungen 475. — . — , Rüben in Deutschland 22 1. — . — , W e 1 t e r z e u g u n g an — 358. Zu ck er au s f u h r der Philippinen siehe Auszüge und Mittei- lungen 570. /. u ckereinfuhr, C hi n as — siehe Auszüge und Mitteilungen 571. — . — , Die Englands im Jahre 1915 siehe Auszüge und Mittei- lungen 416. — . — , England- in den letzten drei Jahre n siehe Aufzüge und Mitteilungen 176. — . — , Rußlands siehe Auszüge und Mitteilungen 677. Zucker ernte, Die — ö s t e r r e i c h -Ungarn s siehe Auszüge und Mitteilungen 622. — . — , Javas im Jahre I915 siehe Auszüge und Mitteilungen 418. Z U ck er er S a 1 z , Q U e C k e a 1 S — siehe Auszüge und Mitteilungen 528. Zuckererzeugung, Deutschlands siehe Auszuge und Mit- teilung« n 622. — . — Formosa iehe Auszüge und Mitteilungen <>77- — .— i n d e n V er e i n i g I e n S 1 a a t e n siehe Auszüge und Mittei- lungen 303. — . — , Indiens — während des Krieges siehe Auszuge und Mit- teilungen 676. — XXXV Zuckererzeugung Kubas siehe Auszüge und Mitteilungen 230, 361. — . — R u ß 1 a 11 d s siehe Auszüge und Mitteilungen 417, 571. Z u c k e r g e s e 1 1 s c h a f t , Vereinigung der — e n in Kuba siehe Auszüge und Mitteilungen 303. Zucke rhahdel, Australiens — siehe Auszüge und Mittei- lungen 362. Zuckerherstellung, Rückgang der - in Frankreich siehe Auszüge und Mitteilungen 362. Zuckerindustrie, Lage der deutschen — siehe Auszüge und Mitteilungen 476. Zuckerknappheit, Englands — siehe Auszüge und Mittei- lungen 622. Zucker m onopol in Rußland siehe Auszüge und Mitteilungen 476. Zuckerproduktion, Argentinische - siehe Auszüge und Mit- teilungen 230. — . — , Belgiens — siehe Auszüge und Mitteilungen 231. Zuckei röhr, Schädigung des — s in Kuba durch Trocken- heit siehe Auszüge und Mitteilungen 417. — . — , W a c h s aus - - siehe Auszüge und Mitteilungen 366. — . — , Waarneraingen over de transpiratie van h e t suiker- r ie t siehe Neue Literatur 440. Zuckerrohrbau, Der ■ — Javas 521. — . — in Brasilien siehe Auszüge und Mitteilungen 623. — . — in Indien siehe Auszüge und Mitteilungen 362. — . — , Zukunft des — s auf Kuba siehe Auszüge und Mitteilungen 527. Zuckerrohrpflanzungen, Arbeiter man gel in den — Ku- bas siehe Auszüge und Mitteilungen 676. Zuckerrüben, Kaffee-Ersatz aus — siehe Auszüge und Mittei- lungen 623. Zuckerrübenanbau F r ank r e i c h s siehe Auszüge und Mittei- lungen 528. Zuckerrübenbau, Der — Amerikas siehe Auszüge und Mittei- lungen 571. Zuckerrübenproduktion nach dem Kriege siehe Auszüge und Mitteilungen 622. Zuckerrübensaat, Russische — für Amerika siehe Auszüge und Mitteilungen 303. Z u ck e r v e r b r au c h , Der im Jahre 1912/13 siehe Auszüge und Mitteilungen 176. — .- , Frankreichs — siehe Auszüge und Mitteilungen 231. Zucker Versorgung Ägyptens in den letzten drei Jahren siehe Auszüge und Mitteilungen 417. — . — , Die — Großbritanniens 671. — .— Deutschlands siehe Auszüge und Mitteilungen 416. — .— Englands siehe Auszüge und Mitteilungen 476. ■ — . — Englands aus seinen Kolonien 297. — . — , Indiens — siehe Auszüge und Mitteilungen 527. — XXXVI Aufsätze und Abhandlungen. Aharoni, J.: Eurytoma sp., ein neuer Mandelschädling 317 — 3-2. Baumann-Amboy, Gco H*: Die Bereitung von Silage 209 — 212. Böhringer, Ch.: Chinarinde. Kokablätter und Ceylonprodukte im /.weiten Kriegsjahrc 353 — 356. — . — , — . — : Weiterentwicklung des Kautschukmarktes, daran anschließend die Bedeutung von kolonialen Rohstoffen für die chemische Industrie 456 — 460. Büchel, Dr. Hermann: Über einige sich entwickelnde Kulturen in den turkestanischen und kaukasischen Kolonialgebieten Ruß- lands 158 — 160. Fr icke, Karl : Die Sisalkultur auf den Pidschi- Inseln 88 — 94. Hamraerstein, H. L.: Beitrag zur Kenntnis der Landwirtschaft der Eingeborenen Ostafrikas 143 — 149. Ki enit z : Das Ende der Manihotkultur in Deutsch-Ostafrika 58" — 604. Marckwald, Dr. E.: Das Ende der Manihotkultur in Dcutsch-Ostafrika 637—639. Oettinger, Ing. Agronom „!.: Die jüdische Kolonisation in Argentinien 640 — 662. Preuß: Wirtschaftliche Werte in den deutschen Südseekolonien 441 — 456. 491- -514. 539—561. P r e u ß e - S p er b er , O: Die Kautschukzonen Amerikas 191 — 209. 272—285, 3-'-'— 334. Sperber, O.: Die Kakaoproduktion Brasiliens 004 O06. Ruppin, Dr. A.: Syrien als Wirtschaftsgebiet *I78 — *554- Schulte im Hofe, Dr. A.: Die Welterzeugung von Lebensmitteln und Rohstoffen und die Versorgung Deutschlands in der Vergangen- heit und Zukunft *1 — *I77. S 0111 111 e rf eld, Dr. K.: Über das Afrikanderrind 24 — 33. Soskin, Dr. S.: Die Baumwollkultur in der Kilikischen Ebene und ihre Ausdehnungsmöglichkeit hier sowie in Nordsyrien 255- -272, 334 345- War bürg, Prof. Dr. <).: Der kontinentale Wirt-chaftsblock und die koloniale Landwirtschaft 65 — 87. — . — , — . — : Der Krieg und die koloniale Landwirtschaft i J4. Wohltmann, Prof. Dr. F.: Die kolonialen Futterstoffe, ihre Beschaffung und ihr Ersatz in der Heimat während und nach dem Krieg« von Prof. Dr. F. Wohltmann 12g 14-'. Zimmermann, Emil: Mittelafrika als Rohstoffland der Zukunft 370 401. Abbildungen. A Erik a n d e r r i n d , 1 1> e r d a - — . Abbild. 1. Afrikander-Bulle, iVüJährig _\s. _•. Vfrikander-Bulle, ü ährig 27. 3. Afrikandcr-Kuh -'7. 4. Afrikandei Kuh 29. XXXVII — Argentinien, Die jüdische Kolonisation in — . Skizze i. Argentinien, Kolonien der Jewish Col. Assoc. 642. ., D. 1. Zahl der Kolonistengehöfte in den Kolonien der JCA in Argentinien (1892 bis 1913) 645. ,, D. 2. Kolonie Manricio, Provinz Buenos Aires. Argentinien, 43 485 ha 651. .. D. 3. Bestellte Bodenflächen (Hektar) in den Kolonien der JCA in Argentinien 655. Kautschukzonen, Die — Amerikas. Skizze 1. Die Kautschukzonen Amerikas 195. 2. Kautschukzone Boliviens 197. 3. Extrabild 201. Abbild. 1. Gurayos-Indianer, südliches Amazonasgebiet 202. 2. Indianer, nördliches Amazonasgebiet 203. 3- Chuncho-Indianer, Zentral-Amazonasgebiet 205. 4. Gummizapfer, Heveaarten, Amazonasgebiet 207. 5. Der Räucherprozeß bei den Heveaarten 208. 6. Kautschukzapfer, Castilloa elastica, Mittelamcrika und Mexiko 273. 7. Mexikanische Kautschukzapfer 275. 8. Tropische Urwaldvegetation, Amazonasgebiet 323. 9. Hassel-Zapfapparat 326. 10. Iquitos, Peru, Amazonasstrom 328. 11. Ciudad Bolivar, Venezuela, Orinocofluß 328. O s t a f r i k a , Beiträge zur Kenntnis der Landwirtschaft der Eingeborenen — s. —12. Verschiedene Arbeitsgeräte 144. Die — auf den Fidschi-Inseln. Lautoka. Versuchsplantage. Sisalagayen 1% Jahr alt 88, Lautoka. Links 3V2 Jahre alte stark geschnittene, rechts 2 Jahre alte Sisalagaven 90. Sisalagaven in Fidschi, Veisari-Plantage auf Viti Levu 92. Sisalkultur in Fidschi. Veisari-Plantage auf Viti Levu. Maschinenhaus für zwei Raspadoren. Trocknen des Hanfes auf Gestellen. Abbild. 1- Si s a ! k 11 1 1 11 1 , Abbild. 1. 2. 3- 4- XXXVIII Namenverzeichnis. Aharoni, J. 317. A r e n s . Dr. 162. A t k i n s o n, C h a r 1 e s E <1 v\ a r d 608. 1 1 ;i u in a n n - A m b o y, Geo II. 209. Becker, Prof. 187. Behrens, Direktor, Geh. Reg. Ra1 Prof. Dr. 490. Behrens, Eduard L. 212, 213. I» e r e n berg-Goßler, S< nator von — 288. B e r n e ga«, L. 1 15. B o c d e k er, Richard 403. B ö d i k e r , Karl 405. B ö h r i n g e r , Ch. 353, 456. Bolle, Hofrat Job a n 11 537. Boye, Wirkl. Legationsral Dr. Adolf 664. B ü c hei , Dr. rer. pol., Dr. phil. nat. I I e r 111 a 11 n 158. Busse, Dr. W al t e r , Geh. Ober- Reg. Rat 253. C o n t c r . F. E. 90. C an t zl er , Otto, A. R. 126. 1 ) a v i s . E d m und 608. D e g e n er , Ludwig 63. D e i s t el , < larteninspektor 349. Do\ e, Prof. Dr. K. 62 Ec k stein, F. 608. E n dl i c h , Dr. 334. E n gel 1» r ec h 1 . Dr. Th. II. 584. F r i c k e , K a r 1 88. Fri e d e n t h al , Prof. Dr. Hans 315. F r i e d 1 r i c h s e n , I .. & ( !o. 58 1. 68 1 . Gans. Dr . 11. [89. ugi ! . .1 o h a n 11 e s 103. Güldenpfennig, Dr. II. [89 Gü rieh , Prof. Dr. 583. II a a se, ( >s. 286. 1 1 a in b e r g , I '. 212, J13. 1 1 a in m e r s t e In , II. L. 143. I I a r m s , Prof. Dr. Bernhard 189. H a r t i g , Dr. 28. I I a r t w i g , I )r. jur. Alf redo 378. rleinemann, E. 518. 1 1 e 1 1 m a n n 461. ■ Hering 287. H c y dt, C a r 1 v. d. 462. Hindo r f . Dr. R. 35. H o 1 m , Ale x 25, 28. H o sseqs, Dr. K a r 1 Kurt 440. Hup 1" el d , F. i5_'. J a c k h , l'rof. E r 11 s t [87. J e n c q el , O. 516. Junge, R e i 11 h a r d 187. 250. K a e m m e r e r . G. H. 515, 516. Kasberg, Otto 377. Kassner, Prof. Dr. K. 161. K atterfeldt 212, 213. K i e 11 i 1 z , E r n s t 587. K 11 o w 1 e s , C. H. 88, 91. K raus, < ieh. Hofrat Prof. Dr. C. 636. K r u sehe, A. 518. K u i y per, J. 440. Laat, Juli o E. v a n d e 1 316. I . a d e w ig, C. 171. I . a b u s e 11 . Gu S t a V 153. Lehmann, Prof. Dr. K. B. 116. Ken/. ( reh. Baural F r iedr ich 664. L e n / . I >irektor P a u 1 66 1. I . e v i e 11 , E. ' Lind, E. Th. 105. Lindner, Ar t h u r 288. I. i n d n e r . Prof. Dr. P a u 1 236. L o e b e r jr. .? 1 5. M a in m e n , I 'r< >f. I )r. F r a n /. v o n - "35. M a rc k w a I d . Dr. E. 637- XXXIX M a r k h am , Sir C lements R. 428. .\Iayer-Ongombo 28. Mijlington, Herrmann 462. Möller, Theodor v. 403. Müller, Gustav 286. Müller, J. F. - - & S o h n 42. Neumann, J. 681. Oesterreich, E. v. 515, 516. O e t 1 i n g , W. 286. Oettinger, Dr. Carl 125. O e t t i n g e r , J. 640. O 1 i v i e r a . J. H. 5,37. P a e ß 1 e r , Prof. Dr. 440. Philippson, Prof. A. 187. P i n n e r , Dr. L. 189. Prenß, Paul 441. 491, 539- Preuße-Sperber, O. 191, 272, 322. 468, 604. P u n d t , Rechtsanwalt Dr. Diet- rich 664. Q u e s s e 1 , Dr. L. 87. Range, P. 68t. Richter, Dr. O s w a 1 d 106. Rohde, Hans 585. Runge, Th. L. A. 239. Ruppin, Dr. A. *I78. Schimmel & Co. 125. Schinckel, M. 515, 516. Schmidt, H. 518. Schroeder, W. O. 515. Schulmann, Dr. Leon 188, 250. Schulte im Hofe, Dr. A. *i. S c h u m a eher, Prof. II. 187. S e m k e, Regierungsbaumeister M a \ 664. Sering, Geheimrat 187. Sirks, Dr. M. J. 253, 490. Sommer f e 1 d , Dr. K. 24. S o s k i n , Dr. 255. 334- S t a h e 1 , Gerold 537. S leinbrück, Prot". Dr. R. 188. S t e i n t h a 1 , Leopold 461. S t u a r t , Cohe n 487. Svensson 635. Thiemer, A. O. 2S7. Türpen, Dr. 462. Voigts, Farmer 28. Volkm a n n , Joh. H. 153. Vosseier, Prof. Dr. 172. \Y a g e m a n n , Dr. 313. W a g n e r , Dr. P e r c y 289. W a g n e r , Prof. J. Ph. 636. Waltershausen, Prof. t o r i u s von 87. Warburg, Prof. Dr. O. 1 \Y a r n h o 1 t z 462. W e g e n e r 462. Wiedenfeld, Kurt 680. Wilde, Mechanische Weberei F W. 434. W o h 1 t m a n n , Geh. Reg. Rat Prof Dr. F. 129, 188. Wüst, ökonomierat Val. 437. Zimmermann, E m i 1 379. S a r - 35. 65. in der Königlichen llofbuchdruckerei va Mittler* Sohn Berlin SW68, Kochstraße 68 71. IQ. Jahrgang. Nr. 1. Januar HJlö. DER TROPENPFLANZER Zeitschrift für Tropische Landwirtschaft. Organ des Kolonial -Wirtschaftlichen Komitees Wirtschaftlicher Ausschuß der Deutschen Kolonialgesellschaft. Herausgegeben O. Warburg Berlin. F. Wohltmann Halle a. Saale. Inhaltsverzeichnis. Prof. O. Warburg, Der Krieg und die koloniale Landwirtschaft. S. 1 . Dr. Kurt Sommerfeld, Über das Afrikanderrind. S. 24. Koloniale Gesellschaften, S. 33: Bismarck-Archipcl Gesell- schaft m. b. H. Ostafrikanische Pflanzungs-Aktiengesellschaft. Kamerun-Kautschuk-Compagnie A.-G. — Carl Bödiker & Co. Kommanditgesellschaft auf Aktien in Hamburg. — Deutsche Gesellschaft für Bergbau und Industrie im Auslande in Liqu. Kol.-Ges. in Berlin. Aus deutschen Kolonien, S. 3^: Nachrichten aus Deutsch-Ost- afrika. Die Bedeutung der deutschen Südseekolonien als Kopralieferanten. Aus fremden Produktionsgebieten, S. 42: Die Entwicklung des afrikanischen Holzgeschäftes. Die Kakaokultur in Südnigeria. — Australiens Außenhandel während des Krieges. Vermischtes, S. 46: Das Imperial Institute in London. Rosenöl. Auszüge und Mitteilungen, S. 48. Neue Literatur, S. 02. Nachdruck und Übersetzung nur tnh Quellenangabe gestartet. Erscheint monatlich. Bezugspreis für Deutschland, Österreich -Ungarn und die Deutschen Kolonien jährlich 12 Mark, für das Ausland !5 Mark einschließlich der „Wissenschaftlichen und praktischen Beihefte". Geschäftsstelle der Zeitschrift „Der Tropenpflanzer" Berlin NW., Pariser Platz 7. Im Verlage des Kolonial- Wirtschaftlichen Komitees Berlin NW., Pariser Platz 7 erscheinen fortlaufend: Der Tropenpflanzer, Zeitschrift für tropische Landwirtschaft mit wissenschaft- lichen und praktischen Beiheften, monatlich. 1916. XIX. Jahrgang. Preis M. 12, pro Jahr für Deutschland, Osterreich -Ungarn und die deutschen Kolonien, M. 15,- für das Ausland. Berichte über Deutsch-koloniale Baumwoll-Unternehmungen: Baumwoll-Expedition nach Togo 1900. (Vergriffen.) Deutsch-koloniale Baumwoll-Unternehmungen. Bericht 1 XVII, Karl Supf. Verhandlungen des Vorstandes des Kolonial -Wirtschaftlichen Komitees. Verhandlungen der Baumwollbau-Kommission. Verhandlungen der Kolonial -Technischen Kommission. Verhandlungen der Kautschuk- Kommission. Verhandlungen der Ölrohstoff- Kommission. Sonstige Veröffentlichungen des Kolonial -Wirtschaftlichen Komitees: Wirtschafts-Atlas der Deutschen Kolonien. Zweite, verb. Aufl. Preis M. 5, Kunene-Zambesi-Expedition, H.Baum. Preis M. 7,50. Samoa- Erkundung, Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. Wohltniann Preis M. 2,25. Fischfluß- Expedition, Ingenieur Alexander Kuhn. Preis M. 2, — . Wirtschaftliche Eisenbahn-Erkundungen im mittleren und nördlichen Deutsch Ostafrika, Paul Fuchs. Preis M. 4,—. Die Wirtschaftliche Erkundung einer ostafrikanischen Südbahn, Paul Fuchs. Preis M. 3, — . Die Baumwollfrage, ein weltwirtschaftliches Problem, Prof. Dr. Helfferich, Wirkl. Legationsrat a. D. Preis M. 1, — . Die wirtschaftliche Bedeutung der Baumwolle auf dem Weltmarkte, Eberhard von Schkopp. Preis M. 1,50. Die Baumwolle in den Vereinigten Staaten von Nordamerika, Moritz Schanz Preis M. 1,50. Die Baumwolle in Ägypten und im englisch-ägyptischen Sudan, Moritz Schanz. Preis M. 5,—. Die Baumwolle in Ostindien, Moritz Schanz. Preis M. 3, Die Baumwolle in Russisch-Asien, Moritz Schanz. Preis M. 4, Baumwoll-Anbau, -Handel und -Industrie in den Vereinigten Staaten von Nordamerika, Moritz Schanz Preis M. 3, Plantagenkulturen auf Samoa, Prof. Dr. Preuß. Preis M. 1,50. Deutsche Kolonial-Baumwolle, Berichte 1900 190S, Karl Supf. Preis M. 4 — Unsere Kolonialwirtschaft in ihrer Bedeutung für Industrie, Handel und Landwirtschaft. Preis M. 2, Aussichten für den Bergbau in den deutschen Kolonien. Eine Aufforderung an deutsche Prospektoren zur Betätigung in nnsern Kolonien Preis 75 Pf. Die Ölpalme. Ein Beitrag zu ihrer Kultur. Im Auftrage des Kolonial- Wirtschaftlichen Komitees verfaßt von Dr. Soskin. Preis M. 2, — . Koloniale Produkte, Erläuterungen zu der Schulsammlung. Preis 75 Pt. Anleitung für die Baumwollkultur in den Deutschen Kolonien, Prof. Dr. Zimmermann. Preis M. 2, . Auszug aus der Anleitung für die Baumwcllkultur, Deutsch-Ostafrika, Prof. Di Zimmermann Preis M. 1, — . Die Guttapercha- und Kautschuk-Expedition des Kolonial-Wirtschaftlichen Komitees nach Kaiser Wilhelmsland 1907 1909, Dr. R. Schlechter. Preis M. 5, . Wirtschaftliches über Togo, John Booth. Preis M. 2, — . Der Faserbau in Holländisch-Indien und auf den Philippinen, Dr. W. F. Brück. Preis M. 5, . Praktische Anleitung zur Kultur der Sisalagave in Deutsch-Ostafrika, Prot. Dr. W. F. Brück. Preis M 1, Kriegskonterbande und überseeische Rohstoffe, I >i. Fr. Bcnj. Schaeffer. Preis mit Weltrohstoffkarten ,\\. 4,50, ohne Karten M. 3,50. Sämtlich zu beziehen durch die Geschäftsstelle des Kolonial-Wirtschaftlichen Komitees, Berlin NW., Pariser Platz 7. DER TROPENPFLANZER sa sa ZEITSCHRIFT FÜR sa es TROPISCHE LANDWIRTSCHAFT. U:: 19. Jahrgang. Berlin, Januar 1916. Nr. 1 Der Krieg und die koloniale Landwirtschaft. Von Professor O. Warburg. Daß eine Ummodlung- aller Verhältnisse, wie sie der Weltkrieg gezeitigt hat, auch die Wirtschaft der kolonialen Gebiete aufs schärfste betroffen hat, ist selbstverständlich, und was unsere deut- schen Kolonien betrifft, so liegt ja klar zutage, daß ihre Wirtschaft in so intensiver Weise durch den Krieg erschüttert ist, daß ein Ver- gleich mit normalen Jahren überhaupt ausgeschlossen ist. Es muß daher ganz überflüssig erscheinen, auch in diesem Jahre, wie sonst in den Neujahrszusammenfassungen, einen Überblick über die Fort- schritte der wirtschaftlichen Tätigkeit in unseren Kolonien zu geben und den Stand ihrer Wirtschaft mit dem der vorherigen Jahre zu vergleichen. Es kommt noch hinzu, daß in Ermangelung jeg- licher statistischer Angaben während der Kriegszeit das Fundament exakter Vergleiche fehlt, so daß man auf allgemeine Betrachtungen und Vermutungen angewiesen ist, deren Beweiskraft natürlich nur eine sehr schwache sein könnte. Das, was sich mit Bestimmtheit über unsere Kolonien sagen läßt, ist in wenige Worte zusammen- gefaßt. Von Beginn des Krieges an von jeder Verbindung mit dem Auslande abgeschlossen, dauerte diese Isolierun g d e r deutschen Kolonien so lange, bis sie ganz oder wenigstens an den Küstenstrecken von den Feinden besetzt worden waren. Seitdem begann wieder ein mehr oder weniger regelmäßiger Handel, nur mit dem Unterschiede, daß Deutsch- land als Aus- und Einfuhrland vollständig ausgeschaltet blieb und fast ganz durch feindliche Länder, größtenteils England und seine Kolonien, im östlichen Togo durch Frankreich, in Kiautschou und Alikronesien durch Japan, ersetzt wurde. Es isl anzunehmen, daß der Handel durch die Kriegswirren innerhalb der Kolonien stark gelitten hat, und wenn auch die Feinde, die von den Kolonien Besitz Tropenpflanzer 1916, Heft 1. I genommen haben, sich einigermaßen bemühen, die Produktion aul- recht zu erhalten, so dürfte dies doch nur in beschränktem Maße gelungen sein, da viele der dazu nötigen weißen kaufmännischen Kräfte, so weit sie nicht noch unter Waffen stehen, wie in Kamerun, verbannt worden sind oder sich in Gefangenschaft befinden. Dies gilt sowohl für die tropisch westafrikanischen Kolonien, als auch für Kiautschou und die Südsee, wenn auch in dem englischen Teil von Togo sowie in Xeu-Guinea den einzelnen Firmen einige ihrer deutschen Beamten gelassen wurden. Jn Samoa dagegen scheinen die kaufmännischen Geschäfte weiter zu arbeiten, und ebenso wurde in Südwestafrika nach Eroberung des Landes den Geschäften ihre Inbetriebnahme gestattet. Freilich verschob sich ihre Tätigkeit und damit wohl auch meist ihre Leistungsfähigkeit auch hier, und zwar dadurch, daß sie mit Absatz und Bezug ihrer Waren auf ihnen meist fremde und sogar feindliche Gebiete angewiesen waren. Wie weit Firmen neutraler und feindlicher Staaten den Handel der früheren deutschen Betriebe sich angeeignet haben, läßt sich nicht übersehen ; es wird aber zweifellos hiermit gerechnet werden müssen, und zwar besonders in den von den Franzosen und Japanern besetzten Gebieten, nämlich Ost-Togo, Kiautschou und Mikronesien, wo der deutsche Handel von ihnen völlig ausgeschaltet wurde. Von den Japanern wissen wir sogar, daß sie diese neu eroberten Gebiete geradezu mit Waren überschütten und sich auch nicht scheuten, die Ausbeutung der privaten Gesellschaften gehörenden Phosphatlager Mikronesiens zu usurpieren. Ob und wieweit in Kamerun sich trotz des dor- tigen Kriegszustandes wieder ein wirklicher Aus- und Einfuhrhandel entwickelt hat, wissen wir nicht; bedeutend kann er nicht sein, da sowohl Palm- und 1 'almkernhandel als auch der Kautschukhandel des Südens durch die Verödung der meisten Faktoreien schwer gelitten haben muß, der Kautschuk übrigens bei den bis vor kurzem herrschenden Preisen überhaupt kaum mehr zur Küste geschafft werden kann. Anders liegen die Verhältnisse für die 1 a n d w i r I schaftlichen Betriebe in den deutschen Ko lonien. Am wenigsten erfreulich ist die Lage der Ins zum Kriege so besonders hoffnungsvollen Plantagen in ECa merun; infolge des ruchlosen Fortschleppens der weißen Be- amten sind sicher manche dieser Pflanzungen zum völligen Still- stand gekommen, und was das bei dem so Feuchten Klima von Kamerun bedeutet, vermag nur zu beurteilen, wer die regnerischen Tropengebiete kennt; che meisten und bedeutendsten der Plantagen scheinen sich aber unter der Aufsicht von eingeborenen Beamten mit wenigen Arbeitern durchzuhalten, freilich, wie man wohl an- nehmen muß, notgedrungen unter Vernachlässigung der Reinigung der jüngeren Bestände. In Deutsch-Südwestafrika wurde den An- siedlern nach der Eroberung des Landes von Botha gestattet, ihre Farmen, die freilich größtenteils stark verwüstet und ihres Viehes beraubt worden sind, wieder zu bewirtschaften. Recht schwer dürfte es freilich vielen der Farmer werden, sich pekuniär aufrecht zu erhalten, namentlich denjenigen, und das wird wohl infolge des Viehraubes die Mehrzahl sein, die ihren Lebensunterhalt nicht durch den Verkauf ihrer Erzeugnisse zu decken vermögen. Manche von ihnen werden wohl freilich von denjenigen kaufmännischen Firmen, mit denen sie in Friedenszeiten in geschäftlicher Verbindung stan- den, auch während der Kriegszeit unterstützt werden, was den Firmen um so leichter fallen ward, da sie infolge der Unmöglichkeit, neue Waren zu beziehen, über beträchtliche Barmittel verfügen dürften. Das gleiche gilt auch für die Pflanzungen in Togo, denen einzelne ihrer Pflanzer gelassen worden sind. Von ihnen wissen wir, daß sie als Tochterunternehmungen der Deutschen Togo-Gesell- schaft genügend mit Barmitteln versorgt werden, um ihre infolge des Mangels an weißen Beamten und Arbeitern stark eingeschränk- ten Betriebe fortzusetzen. Die Plantagen der Südsee sind insofern am besten daran, als ihnen ihr weißes Personal gelassen wurde; auch sind sie größtenteils schon imstande, sich selbst mit Hilfe ihrer Erträge aufrecht zu erhalten; namentlich gilt dies für die vielen Plantagen der Neu-Guinea-Co., der Hamburgischen Südsec-Aktien- Gesellschaft, Hernsheim & Co. A. G., sowie der Deutschen Handels- u. Plantagen-Gesellschaft, während andere, von befreundeten kauf- männischen Firmen die zur Aufrechterhaltung der Pflanzungen be- nötigten Gelder erhalten dürften. Leider werden die finanziellen Ergebnisse der Pflanzungen sämtlicher von den Feinden besetzten Kolonien wohl dadurch ungünstig beeinflußt worden sein, daß es vielen von ihnen kaum möglich gewesen sein wird, die zum geord- neten Betrieb nötige Anzahl Arbeiter zu erhalten, besonders aber dadurch, daß die an der Küste (z. B. in Togo) oder in den Import- häfen (Australien) erzielten Preise, vor allem der Kopra, Palmnü und Palmöl, sehr niedrig sind; einzelne Pflanzungen zogen deshalb sogar vor, ihre Produkte lieber aufzustapeln, als sie zu so un- günstigen Preisen zu verkaufen. Eine besondere Kategorie bilden die Handels und i'tlan/.nn. Unternehmungen unserer so ruhmvoll verteidigten und bisher un- bezwungen gebliebenen ostafrikanischen Kolonie. Von den Handelshäusern bestehen die größeren sämtlich weiter, sie werden sich — 4 — aber, da von der Außenwelt abgeschlossen, mit langsamem Ausverkauf ihrer Waren begnügen müssen, soweit sie nicht Regierungsgeschäfte, Provianteinkäufe für das Heer, Transporte usw., zu übernehmen in der Lage sind. Die meisten kleinen Geschäfte werden wohl von den Eigentümern, die zu den Fahnen geeilt sind, geschlossen worden sein. Den größeren .Pflanzungen sind dagegen, soweit wir wissen, cMe zum Betrieb dringend nötigen Europäer gelassen worden, so daß sie haben weiter arbeiten können; auch dürften sie, soweit nötig, von den befreundeten Handelsfirmen, die ja, da sie keine Rimessen nach Europa schicken können, in Geld schwimmen müssen, viel- leicht auch teilweise von der Regierung, durch Darlehen der Be- triebsmittel unterstützt werden. Dies gilt jedenfalls für die größeren Sisal-, Kokos- und Kaffeepflanzungen. Ob auch die an sich durch die niedrigen Preise gefährdeten Kautschukplantagen und die großenteils sehr wackeligen Baumwollpflanzungen noch in Betrieb sind bzw. gehalten werden, dürfte fraglich sein, zumal die be- deutendsten Kautschukpflanzungen englischen Aktiengesellschaften gehören und die kleinen Privatpflanzer von Baumwolle und Kaut- schuk wohl meist zu den Waffen eingezogen sind. Jedenfalls sollen gewaltige Massen Sisalhanf auf den Plantagen aulgestapelt liegen, und das gleiche dürfte beim Kaffee der Fall sein, während die Kopra wohl eher drüben selbst Verwendung gefunden haben wird, da selbst billige sofortige Verwertung einem langwierigen Aufstapeln der Kopra vorzuziehen ist. Ob freilich die Sisalgesellschaften von den hohen gegenwärtigen Hanfpreisen noch nach Beendigung des Krieges werden Nutzen haben können, erscheint fraglich, da es ge- raume Zeit dauern wird, bis diese gesamten Ernten nach der Ivü-te halft und verfrachtet sein werden ; auch wird es nicht leicht sein, die Verschiffungsgelegenheit schnell zu erhalten, und dann jedenfalls nur zu bedeutend erhöhten Frachten. Der Kaffee wird gleichfalls, und zwar infolge der Uberf üllung des Marktes mit diesem Produkt, kaum hohe Preise erzielen. Was den Kautschuk betrifft, so wird der Preis davon abhängen, ob der Markt bei der Zunahme des Hevea- Plantagenkautschuks überhaupt noch auf den Manihotkautschuk Wert legt, und wenn so, ob er ihn als Spe/iahnarke zu einem höheren Preise aufnimmt, als ihm seiner generellen Kautschuknatur wegen zukäme. Wie sieh die Kopra und Baumwollpreise nach Beendigung des Krieges stellen werden, läßt sich noch nicht über sehen, doch isl die Wahrscheinlichkeit die, daß sie nicht niedrig sein werden. Aus den wenigen angeführten Tatsachen geht zur Genüge hervor, wie verschieden sich das Schicksal unserer Kolonien durch — 5 - die Zufälligkeiten des Krieges und besonders auch durch die Art der Besetzung gestaltet hat. Dem Grundsatz der Schonung des Privateigentums haben, wie es scheint, in vollem Maße nur Neu- seeland in Samoa und die afrikanische Union in Deutsch-Südwest- afrika entsprochen; Australien in Neu-Guinea und England in Togo haben durch teilweise Ausweisung der deutschen Zivilbevölkerung wenn nicht gegen den Wortlaut, so doch gegen den Sinn des ge nannten Grundsatzes gehandelt, die Franzosen in Togo, Engländer und Franzosen in Kamerun sowie die Japaner in Kiautschou und Mikronesien haben durch Entfernung sämtlicher Deutschen arg gegen dieses Prinzip verstoßen. Wie weit in den einzelnen Ge- bieten hiermit Zwangsliquidationen verbunden gewesen sind, ähn- lich wie in Hongkong, Singapore usw., in anderer Form auch in Französisch-Hinterindien sowie neuerdings auch in Ägypten, läßt sich noch nicht genau angeben. Ein sehr beträchtlicher Schaden ist zweifellos dem deutschen Besitz in Kiautschou und in Kamerun entstanden, während die deutschen privaten Interessen in Mikro- nesien und in dem jetzt französischen Okkupationsgebiet von Togo nicht allzu groß gewesen sind und mehr oder weniger gut auch durch farbige Unterbeamte wahrgenommen werden konnten. Daß diese Kriegsschäden bei einem Friedensschluß in Rechnung gesetzt werden, wird allseitig, besonders seitens der Berliner Handelskammer, der Deutschen Kolonialgescllschaft und des Ko- lonial-Wirtschaftlichen Komitees auf das energischste gefordert und kann wohl einem Zweifel nicht mehr unterliegen. Was aber ver mutlich nicht ersetzt werden wird, sind die großen Gewinne, die sich aus der jahrelangen und jetzt vernichteten Arbeit mit Sicherheit ergeben haben würden, da nach einer Erklärung maßgebender Stellen der Grundsatz zur Geltung gelangen wird, entgangenen Gewinn nicht zu vergüten ; um so mehr muß freilich dann verlangt werden, daß wenigstens eine angemessene Verzinsung der jahrelang brach liegenden Kapitalien gewährt wird, da ja auch die Unternehmung«!) ihrerseits während der Kriegszeit Zinsen und meist auch Gehälter bezahlen mußten. Ganz anders gestaltete sich das Schicksal der Kolonien der Neutralen und der E n tent e m ä chte sowie der selbständigen Staaten während des Krieges. I >i >r1 war der Aus- und Einfuhrhandel durch eigentliche kriegerische Handlungen kaum gestört, abgesehen von den ersten Monaten, wo noch deutsche Kreuzer die Schiffahrt nach und von feindlichen Ländern gefährdeten. So bedrohte der Kreuzer „Karlsruhe" monatelang die Schiffahrt der atlantischen Küste Amerikas, das — 6 - Kreuzergeschwader des Grafen Spee die Schiffahrt der pazi- fischen Küste dieses Festlandes. Besonders aber hinderten die Kreuzer „Emden" und ,, Königsberg" eine Zeitlang den Handel im Indischen Meere und vernichteten zahlreiche der dieses Meer passierenden Handelsschiffe. Namentlich der Juteexport Kalkuttas und die Reisausfuhr Burmas litten stark unter dieser Störung der Schiffahrt, zeitweilig auch die Verschiffung von Kautschuk von Singapore und Penang. Nachdem aber durch Vernichtung der deutschen Kreuzer die Meere wieder frei wurden, waren nur noch Fragen der Aufnahmefähigkeit des Marktes, der Preise der Waren und der Höhe der Frachten sowie der Kriegsversichcrung für den Aus- und Einfuhrhandel maßgebend. Als wichtigster Faktor der Veränderung des Handels ist die Ausschaltung der europäischen Mittelmächte anzusehen; gehören doch sowohl Deutschland als auch Öster- reich zu den stärksten Verbrauchern kolonialer Waren; dazu kommt noch, daß auch Rußland, wenn zwar nicht völlig, so doch beinahe vom Weltmarkt abgeschlossen war, und wenn es auch trotz seiner großen Bevölkerung für die Ein- fuhr kolonialer Waren nicht so sehr in Betracht kommt wie Deutsehland, so ist es doch in bezug auf manche Rohstoffe, wie z. B. Baumwolle, Seide und Tee, von sehr erheblicher Bedeu- tung für den Welthandel. Die Wichtigkeit Deutschlands läßt sich am besten daran ermessen, daß es in gewöhnlichen Zeiten von den meisten kolonialen Rohstoffen 10 Ins 15 c / der Weltproduktion auf- nimmt. Von einigen Waren führt es sogar noch größere Mengen ein, dies ist z. B. der Fall bei Kopra, Palmkernen, Kaffee, Waren, für die Hamburg den Hauptwcltmarkt bildet; ferner auch bei Kakao. Kautschuk, Wolle, Seide, deren Verbrauch in Deutschland sehr bedeutend ist. Die Einfuhr von Kopra in Deutschland beträgt sogar 30 ', . indem nämlich von der auf 480000 t geschätzten Welterzeugung des Jahres [9] 1 nicht weniger als 140000 t nach Deutschland gingen. Bei anderen Produkten, wie z. B. bei Tee, erreicht freilich der Import bei weitem nicht 10 c / der Weltproduktion, und beim Rohr- zucker fällt Deutschland, da es umgekehrt ein Exportland von Rübenzucker ist, so gut wie ganz aus. Nehmen wir an. daß < >Ster reich und Rußland zusammen, schlecht gerechnet, gleichfalls m', der Weltproduktion konsumieren, so fehlen dem Weltmarkt während des Krieges Absatzgebiete von mindestens 20 bis -'5', der er zeugten Waren. Daß ein solcher Ausfall nicht ohne Wirkung auf den kolonialen Ausfuhrhandel und die koloniale Produktion bleiben kann, ist selbstverständlich. — 7 — Trotzdem hat sich aber im großen ganzen die Störung der kolonialen Erzeugung und des kolonialen Handels in mäßigen Grenzen gehalten, wenigstens in allen den Gebieten, die einerseits nicht in so hervorragendem Maße in bezug auf den Handelsverkehr mit den abgeschnittenen Märkten verbunden waren, anderseits die plötzlichen Kreditentziehungen zu überstehen vermochten. Nicht ohne Bedeutung ist hierbei freilich, daß die wirtschaftliche Ab- schließung der Zentralmächte sich erst allmählich zu der Voll- kommenheit herausbildete, die sie jetzt zur Freude aller Entente- mächte erreicht hat. Große Mengen kolonialer Waren konnten in der ersten Zeit entweder direkt bezogen werden, oder sie fanden über neutrale Länder hin Einlaß. In der ersten Zeit wagte Eng- land nämlich noch nicht, den Begriff der Konterbande so weit zu fassen, daß auch die meisten derjenigen Waren, die mit dem Krieg an sich nichts zu tun hatten, darunter fielen, und als England dann später den Kreis der nicht verbotenen Waren immer enger zog, wehrten sich die neutralen Mächte noch eine geraume Zeit in der einen oder anderen Weise, teils offen, teils heimlich, indem sie sich den Forderungen Englands gegenüber taub stellten oder sie zu um- gehen verstanden. Nur ganz allmählich gelang es England, den Ring um die Zentralmächte fast hermetisch zu schließen, glücklicherweise erst dann, als diese ihre Wirtschaft schon in erheblichem Maße auf die Erzeugung von Ersatzstoffen eingestellt hatten. Erst im Laufe des Jahres 19 15 brachte es England, zuerst durch sanfte, dann durch sehr energische Drohungen fertig, fast sämtliche für die Durch- fuhr nach Deutschland in Betracht kommenden neutralen Länder in kommerzielle Knechtschaft zu bringen; es gestattete ihnen, nur soviel von den einzelnen Rohstoffen auszuführen, wie sie schon in den Jahren vorher ausgeführt hatten, und richtete eine scharfe Kontrolle darüber ein, indem sie sie zwang, unter der Aufsicht englischer Konsuln stehende Übersee-Trustgesellschaften zu bil- den, an die allein die betreffenden Waren konsigniert werden durften; nachdem sich diese Einrichtung im Sinne Englands in Holland bewährt hatte, wurden ähnliche auch in Dänemark und Norwegen, sowie nach längerem Sträuben auch in der Schweiz gebildet, und nur Schweden hat bisher den Lockungen und Drohun- gen Englands widerstanden, hat dies aber durch Schikanen jeder er- denklichen Art seitens Englands zu büßen ; nur weil Schweden in der Möglichkeit, die Durchfuhr nach Rußland zu verbieten, eine wir- kungsvolle Waffe besitzt, schreckt England davor zurück, äußersl Zwangsmaßregeln gegen dieses sich standhaft wehrende Land zu er -— ö greifen. In den Vereinigten Staaten vermochte zwar England noch nicht einen allgemeinen Trust durchzusetzen, wohl aber gelang es, große Industrien, wie z. B. die Kautschukinteressenten, zu solchen Vereini- gungen zu bringen ; im übrigen genügte es zur Erreichung seiner Zwecke, alle wichtigen Stoffe als Bannwaren zu erklären, da England ja die Möglichkeit hatte und es auch durchführte, jedes von Amerika nach Europa fahrende Schiff anzuhalten und zu untersuchen. Während zu Beginn des Krieges von Rohstoffen im wesent- lichen die Nahrungs- und Futterstoffe sowie die Metalle als Bann- ware erklärt wurden, folgten allmählich auch fast alle für- die Industrie in Betracht kommenden Rohstoffe, wie z. B. Kautschuk, alle Fette und öle, die Harze, Gerbstoffe, auch Hölzer. Infolge des Widerstandes der Vereinigten Staaten wagte England bis Mitte 1915 nicht, auch Baumwolle auf die Liste der Bannwaren zu setzen, erst im Juli entschloß es sich dazu, es doch zu tun, und zwar, wie es vor- gab, „wegen ihrer Eigenschaft, als Ausgangsstoff für die Sprengst« »ff- erzeugung zu dienen". Es kamen dann auch sämtliche Webstoffe sowie schließlich auch die Wolle auf die Liste der Bannwaren. Nur zu kleinen Konzessionen ließ sich England bei den Verhandlungen wegen der Uberseegcsellschaften herbei, so darf z. B. Holland seinen eigenen kolonialen Tabak und Kaffee sowie auch Cinchona (Chinin) - rinde wieder ausführen, Dänemark kann Frauenkleider, Tee usw. exportieren. In den Vereinigten Staaten entstand namentlich in den Süd- staaten bei den Interessenten der Baumwolle und der Xaval Stores ein großer Unwille, der zwar etwas abflaute, als die Befürchtungen wegen eines Preissturzes von Baumwolle und Terpentinöl sich als nicht begründet herausstellten, aber doch gerade jetzt während des Kongresses sich in energischer Weise Geltung verschafft. Wie neuerdings gemeldet wurde, sind die Senatoren der Baumwoll- staaten übereingekommen, von der Regierung völlige Neutralität und tatkräftiges E in seh reiten gegen die Störung des amerikanischen Handels durch England zu verlangen. Senator Hoke Smith aus Georgia wird besonders die Baumwollinteressenten am ersten Par- lamentstage vertreten, indem er hierfür einen starken Angrill gegen die englische Konterbandeerklärung der Baumwolle und der Unter- bindung deren Ausfuhr vorbereitel hat. Die Ausfuhr der kolonialen Überseeländer litt aber nicht nur unter der Absperrung der beiden Zentralmächte und Rußlands, »ondern auch unter der gänzlichen Ausschaltung Belgiens durch die Besetzung seitens Deutschlands und der Verminderung der Auf nahmefähigkeit Frankreichs. Es ist geradezu erstaunlich, wie stark — 9 — die Einfuhr Frankreichs fast in allen Rohstoffen der Industrie während des Krieges zurückgegangen ist. Es beruht dies einerseits darauf, daß Deutschland gerade die wichtigsten Industriezentren Frankreichs besetzt hält, anderseits ist aber die Kaufkraft Frank reich selbst bedeutend zurückgegangen, und die Industrie liegt, soweit sie nicht das Militär versorgt, auch schon infolge des Mangels an Arbeitern brach und bedarf daher nur weniger Rohstoffe. Genau dasselbe wiederholt sich seit dem Sommer des vergangenen Jahres in Italien, in dessen Haupthafen Genua sich umgekehrt im Jahre vor- her so viele Waren aufgestapelt hatten, daß es kaum möglich war, sie abzutransportieren. Daß sich auch die türkischen Häfen von Beginn der Sperre derselben seitens der Ententemächte an weder an Ein- noch Ausfuhr beteiligen konnten, ist von weniger großer Bedeutung, dagegen bildet die Abschließung Salonikis von ihren Landverbindungen eine neue nicht unwichtige Hemmung des Über- seehandels. Auch die Ausschaltung der so bedeutenden deutschen Handels- flotte aus dem Weltverkehr mußte ungünstig auf ihn wirken ; nament- lich in den Häfen, die ständig von den großen deutschen Dampfer- linien aufgesucht wurden, wozu vor allem auch Havre, Marseille, Genua, Neapel gehören, macht sich das Ausbleiben so vieler und großer Schiffe stark fühlbar. In der gleichen Richtung erfuhr auch die Verringerung der Handelsflotte der Welt durch Minen, Unter- seeboote und Havarien, sowie durch Beschlagnahme großer Teile derselben seitens der Ententemächte für Kriegszwecke; der Ersatz durch Neubauten war gering, da die Werften hauptsächlich dem Bau von Kriegsschiffen obliegen mußten. Ganz anders entwickelte sich der Seeverkehr Engl a u d s. England konnte nach wie vor von allen nicht feindlichen Linien auf- gesucht werden, dort fehlte es lange Zeit hindurch nicht an Ar- beitern im Transportwesen und in der Industrie, letztere versuchte sogar, wenn auch meist vergeblich, die von den Deutschen in Übersee eingenommene Stellung zu erobern. So stürzten sich denn eine Zeitlang alle Waren überseeischer Gebiete, die früher nach dem Kontinent gingen, auf England. Infolgedessen entstand daselbst alsbald eine starke Überfüllung der großen Hafenplätze; schließlich vermochten die Docks die riesigen Mengen von Getreide, Faser Stoffen (Wolle, Baumwolle, Jute) und Ölsaaten nicht mehr zu fassen, und es mußten sogar seitens der Regierung Maßnahmen getroffen werden, damit die Waren von den Häfen nach Hinnen platzen geschafft wurden; manche Stoffe, /.. B. die Ölsaaten, wurden sogar für englische Rechnung in französische Häfen eingelagerl — 10 — Anderseits bemühte man sich in England, neue Handelszentren zu entwickeln; so wurde Manchester als Stapelplatz für Wolle in Aus- sicht genommen, während für die bisher namentlich nach Hamburg verschifften Palmkerne Liverpool und Hüll als Einfuhrhäfen und Zcntralmärkte ausgestaltet wurden. Zu diesem Zweck ist sogar kürz- lich an Stelle des früheren Antwerpen — Kongo-Dampferverkchrs eine neue Dampferlinie Hüll — Kongo eingerichtet worden, mit der bekannten Firma Eider Dempster-Co. als Agenten. Auch Waren, die sonst wenig nach England gehen, vermehrten ihre Einfuhr nach England, so z. B. Kaffee, von dem Juli 1914 373000, Juli 1915 schon 466 000 Sack in England lagerten. Das Ausbleiben des kon- tinentalen Rübenzuckers in England veranlaßte eine gewaltige Zu- nahme der Einfuhr kolonialen Rohrzuckers, und an dieser beteiligten sich fast alle Zuckerrohr bauenden Länder, besonders aber Java, von welcher Insel sonst wenig Zucker nach England gelangte, und an zw r eiter Stelle Kuba, aber auch San Domingo, Brasilien, Argen- tinien, Mauritius und selbst die Vereinigten Staaten; die Zucker- einfuhr Englands konnte sich hierdurch im Jahre 19 14 genau auf der gleichen Höhe von etwa 40 Mill. Cwts. halten wie im Jahre vorher. Die Zunahme der Einfuhr, der keine entsprechend zunehmende Wiederausfuhr entgegenstand, findet auch in den dafür ausgegebenen Werten ihren Ausdruck, wenngleich ein sehr großer Teil derselben auf eingeführtes Kriegsmaterial, wie Kanonen, Pferde, Autos, Mu- nition, kommt. Die Gesamteinfuhr des Jahres 1915 betrug 853,8 Mill. £, was eine Zunahme von 22,5 % gegenüber der gleich- falls schon gestiegenen Einfuhr 19 14 bedeutet, während umgekehrt die Ausfuhr sogar nur 384,6 Mill. £, also 10,6 c / c weniger als im Vorjahre und einschließlich der Wiederausfuhr 483,4 Mill. £ be- trug, also nur 56% der Einfuhr darstellte. Zum Teil sind an dieser äußerst passiven Handelsbilanz auch die hohen Kriegspreise vieler Waren schuld, großenteils eine Folge der gewaltig gestiegenen Frachtraten; z. B. hat Weizen, eins der Haupteinfuhrprodukte Eng- lands, den unerhörten Preis von 310 M. die Tonne erreicht, gegen 170 M. vor dem Kriege, was nicht wundernimmt bei den nie da- gewesenen und immer noch steigenden Kraehtraten des letzten Jahres. Um so mehr i>t Deutschland zu beglückwünschen, daß es infolge der Absperrung von diesen Tributen verschont geblieben i>t . In geringem Maße vermehrte auch Holland seine Einfuhr kolonialer Produkte, namentlich solcher, für die es schon einen Markt besaß, wie Tabak, Kakao, Kaffee, Reis. Namentlich in der ersten Zeit hat es, wie übrigens auch Dänemark und Norwegen, außerordentlich gute Geschäfte gemacht, als Durchgangspforte vieler — II — damals noch unverbotener oder unkrontrollierter Waren nach Deutsch- land ; allmählich hörte dies aber infolge der englischen Drohungen auf, und jetzt ist es fast ausschließlich auf die Ausfuhr solcher Er- zeugnisse angewiesen, die es selbst hervorbringt, sowie der Fabri- kate, die es aus eingeführten Rohstoffen herstellt,- die ihm aber nur bis zur Höhe seiner früheren Ausfuhr zu exportieren gestattet ist. Nur wenige seiner eigenen kolonialen Erzeugnisse ist ihm erlaubt worden, auch weiterhin in beliebigen Mengen zu exportieren. Das gleiche gilt auch für Dänemark und Norwegen. Schlimmer ist die Schweiz daran, die ja, weil sie durch die Ententemächte völlig von der See abgeschlossen ist, auch bezüglich der Zufuhr von dem guten Willen der anliegenden Mächte Frank- reich und Italien in weit größerem Maße abhängig ist als Holland. Italien, welches bezüglich der Ausfuhr mancher seiner Erzeugnisse nach Deutschland, mit dem es ja nicht im Krieg liegt, der Ver- mittlung der Schweiz bedarf, dürfte daher zwar wohl auch geneigt sein, der Schweiz keine übergroßen Schwierigkeiten in den Weg zu legen; anders ist es aber bei Frankreich, das ebenso wie Eng- land den Aushungerungskrieg gegen Deutschland mit Energie be- treibt. Immerhin gelang es der Schweiz, wenn auch mit vieler Mühe, sich nicht nur mi.t Nahrungsmitteln genügend zu versorgen, sondern auch einen beträchtlichen Teil seiner Industrie aufrecht zu erhalten, ja selbst teilweise sogar noch für den Export zu arbeiten, und dies, ohne die Neutralität nach irgendeiner Seite zu verletzen. Daß die Schweiz dennoch sehr unter dem Krieg leidet, ist verständ- lich, wenn man bedenkt, daß sie zum Schutz ihrer drei Grenzen große Teile der Bevölkerung unter Waffen zu halten gezwungen ist und außerdem des Fremdenverkehrs, der Haupteinnahme des Länd- chens, so gut wie völlig beraubt ist. Der Mehrverdienst durch die hohen Weltpreise der Molkereiprodukte und mancher ihrer In- dustrieerzeugnisse, wie z. B. der Schokolade, ist nur ein schwacher Trost, um so mehr, da andere Industrien, namentlich solche, die Luxuswaren erzeugen, wie z. B. die Seiden-, Spitzen- und Uhren- industrie, notwendigerweise darniederliegen. Außerordentlich bedeutend gestiegen ist die direkte Versorgung der Vereinigten Staaten mit kolonialen Produkten aller Art. Namentlich wurden sie ein beliebter Zielpunkt der Erzeugnisse Südamerikas und Südostasiens, während sie für Mexiko, Zentral amerika und Westindien ja schon vorher das gegebene Einfuhrland gewesen waren. So vermehrte sich die- direkte Einfuhr) brasilianischen und südasiatischen Kautschuks, des Salpeters von Chile, der Kopra der Südseeinseln, des Manilahanfes der Philippinen bedeutend; ] 2 — Sydney verlor sogar einen Teil seiner Bedeutung als Sammelplatz für die Südseekorpra, indem Schiffe, die von der Westküste Nord- amerikas Holz nach Australien brachten, auf der Rückreise von den Südseeinseln Kopra nach San Franzisko nahmen, wo sich eine Öl- industrie daraufhin entwickelte. Sehr verschieden dagegen war das Schicksal der im wesentlichen auf Rohstoffausfuhr angewiesenen Gebiete, wozu ganz Südamerika, Afrika, Südasien und Australien gehört ; es ist daher interessant, aus diesen gewaltigen l'roduktionsgebieten, also den eigentlichen Kolonialländern, eine Auswahl einer näheren Betrachtung zu unterziehen. Ein gutes Beispiel für die Abnahme von Ein- und Ausfuhr sowie der Verschiebung derselben nach Herkunfts- und Bestimmungs- ländern bildet unter den tropischen unabhängigen Gebieten Y e n e - z u e 1 a. liier fiel, obgleich es sich nur um fünf Kriegsmonate handelte, die Einfuhr im Jahre 1913 zu 1914 von 136,3 Mill. kg im Werte von 93,4 Mill. Bolivar auf 114 Mill. kg im Werte von 72,4 Mill. Bolivar, die Ausfuhr von 285 Mill. kg im Werte von 152,7 Mill. Bolivar auf 188,3 Mill. kg im W 7 erte von 111,5 Mill. Bolivar. Die Ausfuhr litt also bedeutend mehr als die Einfuhr; und zwar ist es interessant, daß sie nicht nur nach Deutschland bedeutend abnahm, von 28,8 auf 9,9 Mill. kg, sondern auch Frankreich (31, 1 gegen 51,7), Großbritannien (7,3 gegen 11,3) und sogar Spanien (5,6 gegen 7,0) in Mitleidenschaft gezogen wurden; eine Zunahme ist für die Niederlande (4,7 gegen 3,6) und die Vereinigten Staaten (48,5 gegen 43,8) zu verzeichnen. Die gleiche Erscheinung zeigt sich auch bei der Einfuhr, nur weisen hier auch die Niederlande (7.5 gegen 8,2) und die Vereinigten Staaten (31,1 gegen 35,9) eine Abnahme auf. Ein ähnliches Land, Costarica, unterscheidet sich dadurch wesentlich von Venezuela, daß einer seiner beiden wichtigsten Aus- fuhrartikel, die Banane, zum bei weitem größten Teil nach den Vereinigten Staaten geht, und auch der Kaffee, der freilich sonst großenteils nach Hamburg ging, gleichfalls dori Absatz gefunden hat. So kommt es, daß die Ausfuhr von 22,2 Mill. colon im Jahre [913 auf _'3, 4 Mill. colon im Jahre 1914 stieg, während die Einfuhr in demselben Jahre freilich von [8,7 auf [6,2 Mill. colon gesunken ist. Während die Ausfuhr auch in der ersten Hälfte 1 < > 1 3 die gleiche blieb wie im Vorjahre, sank dagegen die Einfuhr in der gleichen Periode von 8,8 auf 4.0 Mill. colon, also um nicht weniger als 55 '- . Merkwürdig ist, daß auch die Einfuhr aus den Vereinigten Staaten um 43 ', sank, während die Einfuhr der .nnleren Länder sogar um — 13 — /O % abnahm ; freilich sind hieran die kriegführenden Länder mit 67,6 c /c beteiligt, und zwar haben auch hier nicht nur die Zentral- mächte gelitten, sondern auch England und Frankreich haben starke Einbußen zu verzeichnen. Weit mehr noch hat das benachbarte Nicaragua unter dem Kriege gelitten, die Ausfuhr sank von 32 im Jahre 1913 auf 21 Mill. M. im Jahre 1914; freilich waren an dem Ausfall nur Kaffee, Kautschuk und Farbhölzer be- teiligt, letztere mit noch nicht 100 000 M., Kautschuk mit 600000 AI., während Kaffee einen Ausfall von 11,4 Mill. M. hatte, indem statt 21 nur für 9,6 Mill. M. ausgeführt wurden. Bei Kautschuk ist nicht der Krieg, sondern die Weltlage des Wild- kautschuks die Ursache, beim Kaffee zum Teil die weniger gute Ernte. Zweifellos ist aber, daß der in den Händen von Deutschen liegende und nach Hamburg gerichtete Kaffeehandel sich dort nicht so schnell nach den Vereinigten Staaten einstellen ließ wie in Costa- rica mit seinem fast täglichen Schiffsverkehr dorthin. Seitdem dürfte aber auch hier die Umgruppierung des Handels beendet worden sein. Brasilien hat in der ersten Zeit sehr unter dem Krieg ge- litten, da die zusammen mit dem daniederliegenden Kautschuk wichtigsten Erzeugnisse, Kaffee und Tabak, hauptsächlich nach Deutschland ausgeführt wurden. Auch die Einfuhr litt gewaltig, einerseits durch die gestörten von Europa abhängigen finanziellen Verhältnisse Brasiliens, anderseits, weil die wichtige Lieferanten darstellenden Zentralmächte von der Einfuhr abgeschlossen waren. Hierdurch entstand sogar im Jahre 19 14 zum ersten Male eine aktive Handelsbilanz, indem der Wert der Ausfuhr den der Einfuhr übertraf, freilich auf einer viel niedrigeren Basis beider. Im Jahre 19 15 nahm sogar die Einfuhr noch weiter bedeutend ab, während sich die Aus- fuhr bereits wieder etwas steigerte. In den ersten zehn Monaten des Jahres 1913, 1914, 1915 betrug die Einfuhr 57, 32, 25, die Ausfuhr dagegen 51, 38, 42 Mill. £; die Handelsbilanz des Jahres 1915 ist daher in hohem Maße aktiv. Dieses sowie die ernstlichen Be- mühungen der Vereinigten Staaten, durch große Geldvorschüsse und Beteiligungen das brasilianische Wirtschaftsleben an sich zu ketten, werden wohl bald wieder günstige Zustände zur Folge haben. Xatürlich hat sich auch hier die Richtung des Exports be- deutend geändert, indem Kautschuk und Kaffee, die schon sonsl in erheblichen Mengen nach den Vereinigten Staaten gingen, jetzt in weit überwiegendem Maße dorthin gelangten, von Kaffee im Jahre 1914/15 45% der Ernte, von Kautschuk im Jahre [914 sogar 58V2 % g e g en 43.3 % im Vorjahre, Rohrzucker wurde dagegen weit — 14 — mehr als bisher nach England ausgeführt. Die Ausfuhr von Zucker ist hierdurch gewaltig gestiegen, dagegen hat die von Baumwolle und Tabak außerordentlich abgenommen, wohl weil für Tabak das (kutsche Absatzgebiet fehlte, während die Baumwolle wegen der abnehmenden Einfuhren in Garnen und Stoffen im Lande selbst ver- arbeitet wurde. Chile nimmt insofern eine besondere Stellung ein. als seine Ausfuhr im wesentlichen aus mineralischen Stoffen (Salpeter, Kupfer, Jod usw.) besteht; von den 391 Mill. Goldpesos der Ausfuhr des Jahres 19 13 kamen nicht weniger als 346 Millionen auf diese Pro- dukte, und zwar gingen von ihnen für 84 Mill. Goldpesos, darunter ein Drittel des Salpeters, nach Deutschland, für 27 Millionen nach Belgien. Daß hierin der Krieg eine große Verwirrung anrichten mußte, war natürlich, zumal die fast 30 c /o des Handelswertes be- tragende fiskalische Abgabe des Salpeters die wichtigste Stütze des Staatsbudgets bildet. Der Wechselkurs fiel stark, die Banken hatten eine schwere Zeit, ebenso sanken die Aus- und Einfuhrzölle, eine große Anzahl der Salpeterwerke (Officinas), darunter alle 14 deutschen, stellten den Betrieb ein, so daß im März 19 15 nur noch 36 arbeiteten, gegen 134 im Mai 1914. Auch viele Kupferminen stellten den Betrieb ein und der Kupferexport nahm bedeutend ab. Die Salpeter- ausfuhr das Jahres 1914/15 betrug nur 32 Mill. Zentner, 26 Mill. Zent- nerweniger als im Vorjahre, sie hatte also im ersten Kriegsjahr um 45 °f c abgenommen. Große Mengen Salpeter auf Lager mußten von der Regierung beliehen werden, damit die Werke ihre Arbeit weiter- zuführen vermochten, und die Vorschüsse, die freilich jetzt meist zurückgezahlt sind, betrugen im ganzen etwa 30 Mill. Pesos. Aber auch hier zeigt sich die wunderbare Anpassungsfähigkeit der kolo- nialen Länder. Im zweiten Vierteljahre [915 hatte sich der Export schon wieder auf 11 Mill. Zentner gehoben, nur 0,8 Mill. Zentner weniger als in dergleichen Periode des Jahres 1914, die ja noch in die Friedensära fiel. Die Hauptmenge des Exportes ging jetzt nach den Vereinigten Staaten, zur Herstellung von Kriegsmaterial der En- tentemächte, auch brachten englische Dampfer Salpeter für russi- sche Kriegszwecke nach Archangel und Wladiwostok. Die deut- schen Firmen, sonst die größten Exporteure Für Salpeter, mußten sich, aN sie das Geschäft wieder aufnahmen, mit dem geringen Export nach neutralen Ländern begnügen. Die Produktion war freilich noch sehr gering, da es an Unternehmungslust und Arbeitern fehlte, sie betrug im zweiten Vierteljahr [915 nur erst 6,9 Mill. Zentner gegen 17, 2 Mill. Zentner in der gleichen Zeit des Vorjahres; die .Arbeiter waren nach Schließung der Betriebe in die Landwirt- — 15 — schaft des Südens gegangen und fingen jetzt erst an, allmählich zu- rückzukehren. Auch einige deutsche Salpeterwerke sollten wieder geöffnet werden; freilich befürchtete man im Juli eine Steigerung der Arbeitslöhne und Abfluß von Arbeitern nach Argentinien als Ersatz für fehlende italienische Erntearbeiter. Auch die letzte Ge- treide- und Kartoffelernte Chiles war keine gute, wurde aber durch hohe Preise ausgeglichen. Da es an Barmitteln und Kredit fehlt, ist wenig Ware eingeführt worden, die Lager sind also klein und sowohl die Regierung wie die Privatleute zu großer Sparsamk.it gezwungen, was aber wiederum zur Überwindung der Krise beiträgt. Argentinien hat dem Kriege eine starke aktive Handels- bilanz zu danken, indem seine Ausfuhr gewaltig zugenommen hat, vor allem infolge der Kriegslieferungen an England und seine Ver- bündeten, während die Einfuhr beträchtlich abgenommen hat. In den ersten neun Monaten des Jahres 19 15 betrug die Ausfuhr 413,93 Mill. Goldpesos gegen 269,44 Millionen im Jahre vorher, die Einfuhr dagegen nur 159,83 Mill. gegen 227,25 Mill. Goldpesos im Vorjahre. Während also 19 14 die Handelsbilanz nur wenig aktiv war, betrug 1915 die Einfuhr nur 35 °/ G der Ausfuhr. Der Wechsel- kurs ist infolgedessen beträchtlich gestiegen, der Leihwert des Geldes dagegen bedeutend gesunken. Die Preise für wichtige Aus- fuhrstoffe sind gewaltig gestiegen, z. B. für Vieh, Wolle und Que- brachoholz, letzteres von 60 auf 200 Goldpesos die Tonne; jedoch ist der gesamte Ausfuhrwert der Viehzuchtprodukte infolge mehrerer für die Aufzucht ungünstiger Jahre sogar etwas gesunken. Dagegen ist der Weizenexport sehr bedeutend und vorteilhaft gewesen ; er bewegt sich größtenteils als Kriegslieferung nach England und Frankreich, als Ersatz der dort fehlenden Weizenbezüge aus Ruß- land und den Balkanstaaten. Auch die höchst bedeutende Leinsaat- ausfuhr geht vorwiegend dorthin, doch sind die Preise für Leinöl infolge des Abschlusses der sonst viel verbrauchenden Zentralmächte dermaßen gefallen, daß Argentinien das Leinsaatareal zugunsten des um 5,5 % erweiterten Weizenareals jetzt etwas eingeschränkt hat. Ob freilich die neue, äußerst günstig stehende Weizenernte, die auf 5 Mill. Tonnen geschätzt wird, von denen 3% Mill. Tonnen der Aus- fuhr zur Verfügung stehen würden, gleichfalls mit Nutzen nach Europa ausgeführt werden kann, hängt von den Verhältnissen des Frachtenmarktes ab. Die Frachten sind nämlich so enorm gestiegen, von 10 bis 15 M. die Tonne auf 120 bis neuerdings sogar 150 M., daß die Getreidekäufe augenblicklich fast ganz aufgehört haben Diese Zurückhaltung ist um so mehr berechtigt, als nach einem Friedensschluß die südrussischen und rumänischen Vorräte, ohne — i6 — einen solchen die näheren, in diesem Jahre gleichfalls gewaltigen Weizenüberschüssc Kanadas und der Vereinigten Staaten den Kntentemächten zur Verfügung stehen. Selbst wenn sich aber auch die Freude Argentiniens über den diesjährigen Erntesegen als ver- früht herausstellen sollte, und wenn auch der Handel des Landes infolge der verringerten Einfuhr nur schlecht beschäftigt ist und I nternehmungsgeist für industrielle Anlagen fehlt, so kann man doch nicht sagen, daß Argentinien durch den Krieg wirklich gelitten hat. Jedenfalls vermochte der Landbesitz einen großen Teil seiner Hypotheken abzustoßen, und auch das jahrelang darniederliegcnde Landgeschäft beginnt wieder sich zu heben. In Afrika muß man die unmittelbar vom Kriege betroffenen Kolonien von den anderen trennen, erstere wurden schon oben be- sprochen, in gewissem Grade gehören aber auch Nordafrika sowie das britische Südafrika dazu. Südafrika hat freilieh nur wenig von dem Krieg gelitten und brauchte auch keine neuen Ausfuhrwege zu suchen, da die Haupt- erzeugnisse, vor allem die Wolle, nach wie vor nach England ver- frachtet werden können. Stark gelitten hat die Ausfuhr von I Hamanten und Straußenfedern, dagegen hat die Goldgewinnung sogar bedeutend zugenommen ; der beträchtliche Rückgang der Straußenzucht in der letzten Zeit ist eine Folge der Dürre, hat also mit dem Krieg nichts zu tun. In Nordafrika hat Tripolis, seitdem Italien in den Krieg eingegriffen hat, natürlich sehr unter dem Aufstand der Ein- geborenen wirtschaftlich gelitten, auch in Marokko werden die durch den Krieg neu auflodernden Kämpfe der Eingeborenen nicht ohne Rückwirkung auf die wirtschaftliche Lage bleiben, während Algier und Tunis durch die militärischen Aushebungen einen beträchtlichen Teil der landwirtschaftlieh tätigen Bevölkerung zeit- weilig verloren haben; im übrigen hat das dort gebaute Getreide dazu dienen müssen, den Kriegsbedarf Frankreichs zu decken. Außerordentlich viel stärker isl die wirtschaftliche Lage Ä.gj p tens durch den Krieg beeinflußt worden; schon in den fünf Kriegs monaten des Jahres ioi | sank die Ausfuhr auf 7,3 gegen [6,7 Mil- lionen E E. in der gleichen Zeit des Vorjahres, und der Werl der Baumwollernte auf [8 gegen 32 Mill. EE. Die Baumwollausfuhr nahm auch der Menge nach ab, wenn auch nicht sehr bedeutend, sie ging in verstärktem Malle nach Amerika, das als Ersatz für die ausfallen den Zentralmächte diente. Das Jahre [915 brachte keine Besserung trotz des Geldzuflusses durch die Besatzungstruppen. Das Baum- wollareal wurde um ,^- ,i : _. ', eingeschränkt, dagegen wurden mehr — 17 — Nährstoffe, Weizen, Mais, Reis und Hülsenfrüchte, gebaut. Hier- durch wird zwar das Land selbständiger, aber für den Welthandel bedeutungsloser, zumal auch die Einfuhr unter den Kriegsverhält- nissen eine starke Einschränkung erfuhr. Der Handel der tropisch-afrik a n i s c h e n Koloni e n hat vor allem unter der Verminderung der Verfrachtungsmöglich- keit gelitten, da die deutschen Dampferlinien einen sehr wesentlichen Anteil an der afrikanischen Küstenschiffahrt nehmen; hierdurch werden vor allem Palmkerne und Palmöl, die Hauptstapelartikel Westafrikas sowie die Kopra Ostafrikas sehr betroffen, während die Kautschukausfuhr schon ohnehin, da die Anzapfung infolge der niedrigen Preise unrentabel wurde, zusammenschrumpft. Auch fallen gerade die Hauptmärkte dieser Waren, Hamburg und Antwerpen, für den Handel aus. Ferner litt auch die Holzausfuhr Westafrikas sehr, da sie hohe Frachtraten für die größtenteils nur billigen Quali- täten überhaupt nicht verträgt. Besser ging es dem wertvollen Elfenbein sowie einigen Spezialartikeln, z. B. der Piassava von Liberia, die schwer entbehrt werden kann. Auch der Kakao der Bucht von Guinea, besonders von San Thome und der Goldküste, litt nicht unter den hohen Frachtraten, da er gleichfalls im Welthandel nicht entbehrt werden kann und gerade im Kriege viel gebraucht und gut bezahlt wird. Die Goldküste vermochte sogar ihre Kakao- ausfuhr in dem Kriegsjahr gewaltig zu steigern, wurden doch in den ersten acht Monaten 1915 49000 Tonnen ausgeführt gegen 24 000 Tonnen in der gleichen Periode des Vorjahres. Selbst die geringen in Kamerun aufgestapelten Ernten wurden in England schlank aufgenommen, und auch noch neuerdings finden dort Auktionen von Kakao aus Kamerun statt. Die Ausmerzung der längs der ganzen tropisch afrikanischen Küste verbreiteten sehr rührigen deutschen Kaufleutc hat natürlich viele der kleineren Fak- toreien im Innern völlig brach gelegt, so daß wie die Sammlung der Eingeborenenprodukte, so auch der Verkauf europäischer Waren zweifellos sehr erhebliche Einbuße erlitten hat, am wenigsten wohl in den portugiesischen Kolonien und dem Teil des Kongos, wo kleine portugiesische Kaufleute den Detailhandel besorgen. Von den asiatischen Gebieten haben die meisten nicht allzuviel gelitten, da dort neben dem Ein- und Ausfuhrhandel auch ein verhältnismäßig bedeutender Binnenhandel vorhanden ist. Eine Ausnahme macht Britisch-Indien. Hier hatten vor allem die Baumwolle, die Jute und der Reis als Ausfuhrprodukte die Folgen des Krieges zu spüren. Namentlich für Baumwolle und Jute sind die Zentralmächte in hohem Malle Abnehmer gewesen, Tropenpflanzpr 1916. lieft 1. 2 — iS — und diese fielen mit Kriegsbeginn plötzlich aus. Die Preise für Jute sanken daher in Kalkutta alsbald bedeutend, zumal in der ersten Zeit infolge der Tätigkeit des deutsehen Kreuzers ,, Emden" die Ver- schiffung der Jute erheblich abnahm; später, als dies Hindernis fortfiel, gingen solche Mengen nach London, daß auch dort die Preise bedeutend sanken. Infolge dieser schlechten Marktlage wurde dann 1915 ein gegen 30 c / c kleineres Areal angebaut als im Vorjahre, und da noch Überschwemmungen die Jutepflanzen schädigten, nahm der Ertrag noch mehr ab. Hierdurch ist aber wieder der Markt ent- lastet und die Preise sind schließlich wieder normal geworden. Die Baumwolle litt in ähnlicher Weise, so daß der Anbau des Jahres [915 in den hauptsächlichsten das Produkt bauenden, zusammen /(>', der gesamten indischen Baumwolle liefernden Provinzen um 22', gegen das Vorjahr zurückging. Da ja auch Amerika und Ägypten in dem gleichen Jahre weit weniger Baumwolle produzierten als sonst, so haben sich auch die Baumwollpreise jetzt wieder bedeu- tend heben können. Auch der Reis Burmas fiel sofort bei Beginn des Krieges stark im Preise, was vor allem eine Eolge der Trans- portschwierigkeiten war; später erholte der Preis sich zwar, blieb aber doch noch auffallend niedrig. Noch mehr sank der Export der Erdnüsse von Burma infolge der gestörten Schiffahrt und den, wie für Kopra, so auch für diese Ölsaat zu hohen Frachtraten nach Europa; sind doch die Frachtraten schon von Bombay nach Europa von 16 bis 18 auf 100 sh die Tonne gestiegen. Daher wurden 1914/15 nur 7 c / c der Kopra des Vorjahres ausgeführt, da auch die Ausfuhr nach Hongkong, dem Hauptabsatzgebiet, ziemlich aufhörte. Man suchte sich dadurch zu helfen, daß man in Burma selbst öl daraus schlug: ein Teil der Ölkuchen, und zwar weit mehr als im Jahre vorher, ging übrigens doch nach England. Dorthin gingen auch weit mehr Bohnen als sonst, sowie ferner dreimal mehr Häute als gewöhnlich, während der Reis meist nach Amerika und Vorderindien verschifft wurde. Die Preise des besonders in Deutschland benutzten Gerb- materials Cutch fielen beträchtlich, die des hauptsächlich nach Vorderindien gehenden Teakholzes stiegen dagegen. Während dies kaum eine Folge des Krieges ist, so hängt die Preissteigerung von Indigo durchaus mit dem durch den Krieg verursachten Abschluß des deutschen synthetisch hergestellten Endigos zusammen. Eine Folge hiervon isl wiederum der bedeutend vermehrte Anbau der Indigo pflanzen; dieser war in den letzten 20 Jahren nämlich infolge des deutschen Wettbewerbes derart gesunken, daß die tndigoausfuhr 10 1 1 nur 1.5 Mill. M. betrug gegen 70 bis 80 Müll. M. im Jahre [895. Die erhöhten Frachtraten werden dadurch gekennzeichnet, daß die — 19 — Open Charter-Notierung- pro ton Reis, die im März 19 14 1 £ 2 sh betrug, und ungefähr ebensoviel in den drei Jahren vorher, schon im März 1915 auf 4 £ gestiegen war. Eine indirekte Folge der Störung des Ausfuhrhandels war auch die Abnahme der Kaufkraft Vorderindiens und das Danieder- liegen des Importgeschäftes, wobei freilich auch die Ausschaltung so wichtiger Lieferanten wie Deutschland und Österreich und das Schließen der zahlreichen bedeutenden deutschen Firlen eine große Rolle spielt. Namentlich geriet die Textilindustrie Indiens in große Not, besonders durch das Fehlen der deutschen Farbstoffe, wozu noch hinzukommt, daß gerade sie auch durch die Einfuhren billiger Stoffe aus Japan ernstlich bedroht ist. Anders liegen die Verhältnisse in Ceylon, da die dortigen Hauptausfuhrprodukte Tee und Kautschuk durch den Krieg nicht gelitten haben. Tee wird von den Zcntralmächten nur in unbedeu- tenden Mengen verbraucht und gelangte auch während des Krieges auf indirektem Wege dorthin, England nahm die gleichen Mengen auf, Frankreich und Rußland vermehrten ihre Importe; die Preise stiegen sogar um 25 %, weil der Konsum überhaupt der Erzeugung etwas vorauseilt. Kautschuk wird zwar auch von Deutschland in großer Menge aufgenommen, aber dieser Ausfall wurde durch den erheblich größeren Verbrauch Englands und der Vereinigten Staaten nicht nur mehr als gedeckt, sondern sogar auch die bedeutende Mehrproduktion wurde schlankweg aufgenommen. Dies gilt übrigens auch für das bei weitem wichtigste Kautschukproduktionsland; Asiens, die malaiische Halbinsel, die infolgedessen gleichfalls die Folgen des Krieges nur wenig gespürt hat, zumal die teuren Schills- frachten ja bei diesem wertvollen, und nicht viel Frachttonnen be- anspruchenden Produkt kaum in Betracht kommen. Denn der ge- samte Kulturkautschuk des Jahres 19 14 betrug immerhin erst 71 000 Tonnen und wird auch im Jahre 1915 100 000 Tonnen kaum erreicht oder doch nur wenig überstiegen haben. Trotz des gewalti gen Anschwellens des Kulturkautschuks von 48000 Tonnen im Jahre 1913 auf ungefähr das Doppelte im Jahre 19 15 vermochte der \ er brauch der Produktionsvermehrung selbst bei Ausschaltung der Zeil tralmächte, zu folgen, so daß die Preise, die sich lange auf 2 sh 6 d hielten, jetzt auf 4 sh 3 d gestiegen sind. Weit weniger günstig entwickelte sich das Ausfuhrgeschäft der Kopra, die in normalen Zeiten hauptsächlich nach Deutschland und Rußland und in großen Mengen auch nach Österreich und Belgien geht Wenn auch hierfür England und teilweise auch Dänemark eintrat. so vermochten diese Länder doch nicht die zur Verfügung stehende — 20 — Menge aufzunehmen, zumal gerade hier das Fehlen genügender Schiffe und der hohen Frachtraten hinderlich ist. In geringerem Maße ist das hei der geraspelten Kopra der Fall, von der England den Ausfall dieser Länder und auch Hollands durch Mehreinfuhr einigermaßen zu decken vermochte, während merkwürdigerweise, wohl wegen der hohen Frachten, hiervon auch die Vereinigten Staaten viel weniger bezogen als sonst. Die Preise der Kopra sowie auch der gleichfalls in Friedenszeiten hauptsächlich nach Deutschland gehenden Gewürze Zimt und Kardamom sanken in Ceylon in der ersten Zeit des Krieges beträchtlich, erholten sich dann aber wieder. Die südöstlichen Gebiete Asiens haben weniger unter dem Krieg gelitten als Vorderindien, da hier schon die Möglichkeit, nach Ostasien und Nordamerika zu verfrachten, helfend einsprang. So ging z. B. aus X i e d e r 1 ä n d i s c h - I n d i e n der Kautschuk teil- weise direkt nach Japan und den Vereinigten Staaten, Zucker ging viel nach Australien. Der Tee ging freilich wie bisher nach England und Holland, nach letzterem Land auch Tabak, Kaffee, Tapioka, Mais, Kapok. Die ölhaltigen Kapokkerne konnten freilich ebenso wie die Erdnüsse die teure Seefracht und Risikoversicherung nicht oder kaum ertragen, und auch Kopra wurde weit mehr als bisher in den Kolonien selbst zu öl verarbeitet. Ebenso wurde die Reis- ausfuhr nach Europa stark beeinträchtigt, und der Rotangexport hörte schließlich sogar ganz auf. Die P h i 1 i p p inen konzentrierten ihre Ausfuhr während des Kriegsjahres in noch höherem Maße als bisher auf Amerika. Wenn sich auch der Ausfall so bedeutender Abnehmer gerade philippini- scher Produkte wie Deutschland und Belgien empfindlich bemerkbar machte, so litt die Gesamtausfuhr doch nicht darunter, da die ver- mehrte Zuckerausfuhr nach den Vereinigten Staaten als Ersatz der europäischen Zuckerausfuhr dorthin den Ausfall des Export> nach Europa im Jahre 1914 ausglich. 75 c /o des Zuckers gingen dorthin, der Rest nach China und Japan. Die Ausfuhr von Manilahanf blieb 1 < > 1 4- ungefähr auf gleicher Höhe wie im Vorjahr und vermehrte sich sogar in der ersten Hälfte 1915 etwas. Während der Manilahanf- Export nach England in den drei Jahren 1913 bis 1915 ungefähr der gleiche blieb, nahm der nach den Vereinigten Staaten stetig zu und über- flügelte E915 zum ersten Male denjenigen nach England; immerhin vermehrte sich auch die Nachfrage dieses Landes, so daß schließlich die Preise recht fest lagen. Während die Ausfuhr von Kopra in der zweiten Hälfte des Jahres 1914 desorganisiert und stark gesunken war, dafür aber die Ausfuhr von Kokosöl sieh bedeutend vermehrte, erholte sie sieh in der ersten Hälfte 19 1 5 wieder und Überflügelte — 21 — sogar die der gleichen Zeit des Vorjahres bedeutend. Abgenommen hat dagegen durchweg die Ausfuhr von Rohtabak, beträchtlich auch die der Zigarren. Im allgemeinen hat also diese Inselgruppe kaum durch den Krieg gelitten. Die Gesamtausfuhr des Jahres 19 14 betrug 49 Mill. £ gegen 48 Mill. £ im Jahre vorher, in der ersten Hälfte 19 15 betrug sie 29,3 Mill. $ gegen 27,1 Mill. $ in der gleichen Periode 19 14. Australien hat weit mehr unter den Folgen der Dürre des Jahres 1914/15 gelitten als unter dem Krieg; starben doch nicht weniger als 20 Millionen Schafe, und war doch infolge der Trocken- heit die Weizenernte eine minimale. Daher nahm die Ausfuhr von Wolle, Fellen und Häuten sowie besonders von Weizen sehr bedeutend ab, während die erhebliche Zunahme des Exportes von Gefrierfleisch und Pferden als Folge des Kriegsbedarfes der Entente- mächte anzusprechen ist. Die bedeutend aktive Bilanz des Vor- jahres machte im Jahre 1914/ 15 wieder einer passiven Platz. Natür- lich änderte sich infolge des Krieges auch die Richtung der Aus- fuhr, indem England und Nordamerika an Stelle des europäischen Kontinentes traten. Von der Wolle gingen 1914/15 9 8 3 355 Ballen nach Großbritannien gegen 437350 im Jahre vorher, 234896 Ballen nach Nordamerika gegen 115 196 im Vorjahre, 81890 Ballen nach Japan, China und Indien gegen 20500 im Jahre 1913/14, dagegen fiel die Ausfuhr nach dem europäischen Kontinent von 1283 515 Ballen 1913/14 auf 142506 Ballen 1914/15. Die gute Ernte dieses Jahres dürfte Australien wieder einen gewaltigen Weizenexport ermöglichen; sie soll nämlich bei 4I/0 Mill. Tons die bisherige Rekordernte 1913/14 um 1,7 Mill. Tons übersteigen, so daß 3 bis 3I/0 Mill. Tons für die Ausfuhr zur Verfügung stehen dürften. Freilich erscheint es fast ausgeschlossen zu sein, die hier- für nötigen Schiffe aufzutreiben und die riesigen Frachten zu be- zahlen, zumal in diesem Jahre auch die guten Ernten Nord- und Süd- amerikas bei erheblich kürzeren Wegen für Westeuropa zur Ver- fügung stehen. Das Gesamtresultat dieser Betrachtung der verschiedenen Kolonialländer ist, daß sie fast sämtlich vom Krieg mehr oder weniger in Mitleidenschaft gezogen worden sind, aber daß es dann doch allen im Laufe der Zeit gelungen ist, /.um Teil durch Regierungsmaßregeln, vor allem aber durch die Umorientie- rung weniger der Produktion, als der Ausfuhrrichtung, die schlim men Einwirkungen des Krieges zu überwinden. Daß der Gesamtverbrauch überseeischer Rohstoffe während des Krieges erheblich gesunken ist, konnte natürlich nicht ausbleiben, — 22 — indem etwa 140 Millionen Deutsche, Österreicher, Belgier und Nördfranzosen völlig, sowie 220 Millionen Russen, Balkanvölker und Türken teilweise als Verbraucher ausgeschaltet worden sind, also zusammen etwa die Hälfte der für den Konsum haupt- sächlich in Betracht kommenden weißen Bevölkerung der Welt. Die für den Krieg in hohem Malle benötigten Stoffe, wie beispiels- weise Kautschuk, Kupfer und andere Metalle, haben aber dennoch eine Vermehrung im Verbrauch erfahren, während die notwendigen, aber für den Krieg wenig oder gar nicht in Betracht kommenden Stoffe eine geringe, die dem Luxus dienenden Stoffe, z. B. Edel- steine, Seide usw., dagegen eine bedeutende Verringerung des Ver- brauches aufweisen. So z. B. wird der Seidenverbrauch des Jahres [914/15 auf 20,6 Mill. kg geschätzt gegen 26,8 Mill. kg im Jahre vorher, während umgekehrt der Kautschukverbrauch von 108000 t im Jahre 1913 auf 120000 t im Jahre 1914 gestiegen ist und im Jahre [915 zweifellos noch viel größer gewesen sein wird. Auch der Verbrauch an Häuten hat wahrscheinlich zugenommen, während die ölrohstoffe, wie Kopra, Palmkerne usw., ebenso wie Reis, die besonders unter der Verfrachtungsschwierigkeit gelitten haben, wohl in ihrem Konsum zurückgegangen sind, was auch für Baum- wolle und Jute nicht unwahrscheinlich ist. Dies wäre wohl auch beim Weizen und Zucker der Fall gewesen, wenn nicht der drin- gende Bedarf der Westmächte infolge des Abschlusses der konti- nental-europäischen Länder die Zufuhren dieser Waren aus über- seeischen Gebieten selbst zu hohen Kosten erzwungen hätte. Dennoch ist es ein bewunderungswertes Zeichen der Ge- sundheit der kolonialen Rohstofferzeugung, daß die Wirkung dieser katastrophal auftretenden Weltwirtschaftshemmung nirgends ver- derbenbringend gewesen ist. Im Gegenteil, für viele koloniale Gebiete, die sich gar zu sehr auf geborgte Gelder verlassen hatten, wird der Krieg durch die erzwungene Sparsamkeit in- folge der Kreditentziehung sowie der Stockung der Einfuhr «•ine heilsame Wirkung ansüßen, und manche werden gerade dadurch in die Lage kommen, einen großen Teil ihrer Schulden abzuzahlen. Dadurch werden aber auch wieder Gelder flüssig, die für die wirtschaftlichen Herstellungsarbeiten nach beendetem Kriege benötigt weiden; auch Deutschland wird hiervon zweifellos Nutzen haben. Daß dieses Geld gleich verwendet werden muß, um die geleerten Lager wieder zu füllen, ist nicht richtig; denn viele Ladenhüter werden jetzt verschwunden sein, die keines Ersatzes bedürfen, und dann wird der teure Geldstand, die Geringfügigkeit der in Europa vorhandenen Waren sowie die spärlichen und teuren 2.3 Schiffsfrachten dafür sorgen, daß die Auffüllung der Lager ein lang- sames Tempo innehält. So wird also ein beträchtlicher Teil der frei gewordenen Summen längere Zeit hindurch für die heimische Wirt- schaft in Europa zur Verfügung stehen. Auch die Gefahr, daß nach dem Kriege Deutschland seine Plätze in Übersee von Amerikanern eingenommen finden wird, ist, wie übrigens zahlreiche Berichte von drüben bestätigen, eine ein- gebildete. Amerika hat weder die Menschen, noch die gleich guten und billigen Waren, noch die Geschäftskenntnisse, noch die Er- fahrung in der Behandlung der Bewohner der kolonialen Gebiete, um in wenigen Jahren die alteingesessenen, mit den Landesverhäit- nissen vertrauten und mit der Bevölkerung verwachsenen Firmen verdrängen zu können; nicht einmal in den eigenen Kolonien, wie Kuba und die Philippinen, ist es Amerika gelungen, ebensowenig bei den von Amerikanern überschwemmten Xachbargebieten, wie z. B. Mexiko; geschweige denn wird es in Südamerika gelingen, wo noch die Rivalität der spanischen Rasse gegen das Überwuchern des englisch sprechenden Amerikanismus hinzukommt. In Afrika und Südasien haben die Amerikaner nicht einmal den Versuch gemacht, besonderen Einfluß zu erringen, und von ihrem Standpunkt aus auch mit Recht ; denn sie handeln jedenfalls weit vernünftiger, wenn sie die jetzt für sie bereit liegenden Gewinnchancen der Kriegs- lieferungen und Kriegskonjunktur ausnutzen, als wenn sie schwieri- gen und ungewissen Zukunftsperspektiven nachgehen. Ebensowenig braucht man aber auch das Eindringen der Eng- länder in unsere kolonialen Arbeitsgebiete zu fürchten, die ja wegen der Inanspruchnahme ihrer Industrie es noch nicht einmal fertig bringen, ihre bisherigen Kunden zu befriedigen, wie die gewaltige und fortschreitende Abnahme ihrer Ausfuhr beweist. Auch müßten sie ihre Geschäftsmethoden von Grund aus ändern, wenn ihre Ver- suche, die Deutschen dauernd zu verdrängen, Aussicht auf Erfolg haben sollen. Natürlich sind sie sowohl wie die Franzosen in der Lage, uns von ihren eigenen Kolonien durch Vorzugszölle und Schikanen aller Art fern zu halten, daß dies aber nicht geschieht, dafür werden hoffentlich die durch unsere Waffen zu erkämpfenden Friedensbedingungen sorgen. Was nun die tropische Landwirtschaft als solche angeht, so ist sie ebenso unbesiegbar und unentbehrlich wie die heimische. Niemals ist die Wichtigkeit der Bodenbebauung so deutlich in Er scheinung getreten wie während des Krieges, niemals auch die Not- wendigkeit, im Landbau an erster Stelle für sich selbst zu sorgen, um das Land selbst so unabhängig wie möglich von allen Zufällig — 24 — keiten der Weltpolitik zu machen. Dies wird auch für die kolonialen Länder eine Lehre sein, es wird sie abhalten, gar zu sehr dem rein kommerziellen Ideal nachzustreben, nur das zu bauen, was am besten zahlt, sondern sie werden dazu übergehen, wenn es nötig ist auch durch die Zollgesetzgebung, mehr als bisher auf die Erfordernisse des eigenen Verbrauches zu achten. Für die Kolonien europäischer Staaten kommt noch die Forderung hinzu, daß die Bedürfnisse der Mutterländer vor allem und an erster Stelle berücksichtigt werden. Wir haben zwar während des Krieges gelernt, uns in bezug auf die Einfuhr kolonialer Rohstoffe zu bescheiden; anderseits ist es uns auch gelungen, zahlreiche Ersatzstoffe aufzufinden und uns nutzbar zu machen, an die man früher nicht gedacht hat. Wie weit wir in dieser Beziehung gekommen sind und welchen Einfluß dies auf die koloniale Landwirtschaft haben wird, das soll in einem zweiten Artikel untersucht werden. Das sei aber hier gleich vor- weg genommen: niemals wird ein Ersatz so vollständig sein können, um einen Austausch überflüssig zu machen, und niemals werden wir dauernd die kolonialen Rohstoffe entbehren wollen. Der Welt- verkehr und Welthandel werden weitergehen und sich auch nach dem Krieg weiter entwickeln, unabhängig von seinem schließlichen, wenn auch schon jetzt übersehbaren Ausgang. Ebenso wie Deutschland niemals zu einem geschlossenen, sich selbst genügenden Wirtschafts- staat werden wird, so wird auch niemals ein Zustand eintreten, bei dem die tropische Landwirtschaft nur für sich selbst zu arbeiten genötigt sein wird, sondern stets wird ein großer Teil ihrer Erzeug- nisse den Welthandel zu nähren berufen sein. Die Förderung der kolonialen Landwirtschaft wird also nach wie vor von der größten Bedeutung auch für das Wirtschaftsleben Deutschlands bleiben. Über das Afrikanderrind. Von Dr. Kurt Sommerfeld. Regierungstierarzt in Togo. (Mit 4 photogr. Abbildungen.) Infolge eines Auftrages des Reichs-Kolonialamts hatte ich während eines dreiwöchigen Aufenthalts Gelegenheit, einen Einblick in die Tierzuchtverhältnisse Deutsch-Südwestafrikas in der Umgebung von Windhuk zu gewinnen und später gelegentlich einer privaten Bereisung >\rv Südafrikanischen Union in gleicher Weise Erfahrungen ZU sammeln. In den Vordergrund des allgemeinen Interesses in Süd- wie in Südwestafrika ist neuerdings eine Rinderrassc getreten, die nach- 25 — weislich im Lande schon seit über hun- dert Jahren rein gezü eiltet wird, das Afrikanderrind. Alex Holm, der jetzige Sekretär im Landwirtschafts-De- partement in Pre- toria, hat sie in einer Abhandlung im ,,Agricultural Journal" Nr. 5 vom November 19 12 ein- gehendbeschrieben. In dieser Veröffent- lichung sind auch die Grundsätze enthal- ten und ein Punktie- rungssystem, nach dem die neugebildete Herdbuchgesellschaft für Afrikandervieh mit dem Sitz in Potchefstroom die Tiere ihrer Mitglieder ankört. Diese Gesellschaft hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Afrikanderrasse rein weiterzuzüchten, nachdem diese infolge des Burenkrieges, der Rinderpest und auch der Aufkreuzung mit europäischen Rindern in Gefahr schien auszusterben. Die Leitsätze für die Anhörung sollen hier zur allgemeinen Beschreibung der Afrikanderrasse dienen. Die Bonitierungs-Skala der Zuchtgenossenschaft für Afri- kandervieh zu Potchefstroom ist folgende: Abbild. 1. Afnkander-Bulle, l'/^ jährig. Kopf: Ziemlich lang und hager, Stirn mächtig, voll und breit zwischen den Augen, oberer Stirnrand darf nicht breit und flach sein, sondern ist zwischen den Hornträgern ziemlich schmal und bildet eine Art ,, Höcker", d. h. ist abgerundet, etwas erhöht und genügend behaart; Nase fein: Schnauze breit, aber glatt abgeschnitten, nicht rauh, mit weiten Nasenlöchern; Kiefer tief und lang; Auge groß, voll und ruhig; Ohren ziemlich schmal, länglich und spitz. Hörner: Lang und weit auseinandergespreizt, von der Wurzel aus etwas nach unten und rückwärts, dann gefällig nach oben und beim ausgewachsenen Rinde die Spitzen ein wenig nach hinten gebogen; ovaler Horndurchschnitt ist vorzuziehen; Farbe Horns weiß oder gelblich mit bräunlichen, wächsern aussehend« n Spitzen. Punkte bei Bulle Kuh 10 10 I I >< r t rag - i — 26 — Punkte bei Bulle Kuh Übertrag 20 16 Hals: Kurz und kräftig, tief an der Kehle, am Schulteransatz voll, deutlich erkennbarer Höcker dicht und harmonisch über der Schulter angesetzt: Die große, lose Wamme beginnt dicht an der Unterlippe und geht unter dem Schlünde her bis zum Brustbein durch. Lose Haut und lockerer Nabel erwünscht. 6 6 Brust: Tief und breit zwischen den Schultern; Brustbein tief und hervorragend. 4 4 Schultern: Tief und stark; Schulterblatter breit, gut überwachsen, mit harmonischem Übergang nach dem Widerrist und den Rippen. 5 5 Widerrist: Breit, gut überwachsen, nur wenig höher als der höchste Punkt des Kopfes und der Hüften. 3 3 Rücken und Lenden: Breit und stark mit leichter Senkung hinter dem Widerrist, die ein Rassezeichen und durch die Höhe des Widerrists und Höckers verursacht ist. S 8 Rippen und Flanken: Rippen gut abstehend vom Rückgrat, ab- gerundet und tief herabreichend; von der letzten Rippe bis zur Hüfte kurz; vordere und hintere Flanken tief und voll. 6 6 Hinterviertel: Gute Hüftenbreite, Hüften leicht abgerundet und gut überwachsen; lang und vom Hüftenknochen zum Oberschenkel leicht abfallend, mit einem Grübchen auf der Kruppe; vom Ober- schenkel zum Unterschenkel hin etwas abgerundet: Rumpf und Schenkel voll muskulös; Oberschenkelknochen weit auseinander, nicht hervorstehend und gut bewachsen. 1 - 12 Schwanz: Sckwanzwurzelansatz niedrig, darf nicht grob oder erhöht sein; Rute, dünn und nach unten zu feiner werdend, endet in eine gut ausgebildete Schwanzquaste. 3 3 Beine: Knie und Hacken breit und stark; Beine unterhalb des Knies kurz; Knochen flach und rein; Hufe mittelgroß, rund und tief, Klauen gut geformt, nicht auseinanderstehend. 6 6 Euter und Zitzen: Gut entwickeltes Euter; Zitzen weit vonein- ander angewachsen, letztere von mittlerer Länge und Dicke, nicht spitz werdend, braune Färbung erwünscht. 6 llodensack und Hoden gut entwickelt. 2 Haut und Haar: Haut lose, glatt und geschmeidig, mitteldick: Haare kurz und weich. 5 5 Farbe: Rot, glänzend und gleichmäßig über den ganzen Körper, ein klein wenig weiß am Euter, Nabel, unterm Bauch und Brust und weiße Haare in der Schwanzspitze sind zulässig; Küßc bernstein- farben bis hellbraun; schwarze Schnauze, schwarze Augenhöhlen, schwarze Füße und schwarze Haare an irgendeinem Teile des Körpers gelten als Fehler. 10 10 Allgemein-Erscheinung: Reinblütiges Aussehen; symmetrischer, lebhafter, kühner und eleganter Gesamteindruck; Gang: in ge- rader Haltung mit freiem und leichtem, aber festem Schritt: Bulle ausgesprochen männlich und kraftstrotzend; Kühe mit weiblicher l ; ächeinun to 10 Summa Punkte: [00 [00 Abbild. 2. Afrikander-Bulle, 4jährig. Das Afrikanderrind ist ein genügsames, har- tes, ziemlich spätreifes, temperamentvolles, da- bei gutartiges, intelli- gentes Tier mit Lei- stungen nach allen Nut- zungsrichtungen. In be- zug auf Zugleistung, besonders auf Geräu- migkeit des Schrittes dürfte ihm bei gleicher Schwere kaum eine Rasse überlegen sein. Da ge- nau durchgeführte ver- gleichende Milchunter- suchungen nicht beste- hen, ist es schwer, ein Urteil über die Milch- giebigkeit der Rasse zu lallen. Die Angaben schwanken in den ver- schiedenen Gegenden zwischen 4 und ioLitern. Gerühmt wurde überall die Menge des Butterfettes im Vergleich zu den europäischen Rassen. Jedenfalls spielt in bezug auf die Milchmenge die Güte des Bodens die Hauptrolle und die Höhe der Zucht. Das gleiche gilt über den Eintritt der Geschlechtsreife der Färsen. Die An- gaben schwanken zwischen dem 2. und 3. Jahre. DieFleisch- leistung ist eine gute, wenn man die kargen Weide Verhältnisse des Freistaates und der Mitte von Deutsch - Südwest- afrika in Erwägung zieht. An Güte des Futterzustandes Ka- men den Afrikan- dern während der Trockenzeit nur die aus ihnen gezüch- Abbild. Afrikandcr-Kuh. — 28 — teten Halbbluttiere gleich. Die Afrikanderkuh laßt sich nur in Gegenwart ihres Kalbes melken. Der Wechsel der Schneidezähne vollzieht sich schneller als beim europäischen Rind. Wie hoch die Meinung über das Afrikanderrind für extensiven Wirtschaftsbetrieb in Südafrika ist, geht daraus hervor, daß für erstklassige Bullen höhere Preise gezahlt werden als für Bullen europäischer Rassen. Durch das Entgegenkommen der Herren des Landwirtschaftlichen Instituts Potchefstroom, des Leiters der Liebiggesellschaft in D.S.W.A., Tierarztes Dr. Hartig, der Farmer Voigts und Mayer-Ongombo war es mir möglich, einige Messungen von Afrikanderrindern vor- zunehmen und in D.S.W.A. auch von Halbblut- und Vollbluttieren, die unter den gleichen Bedingungen wie die Afrikander gehalten wurden. In D.S.W.A. wurden sie mit dem Lvdtinschen Meß- stock ausgeführt. Die Höhenmessungen wurden dabei beeinflußt durch den unebenen Boden der Kraals und die Wildheit der Tiere. In Potchefstroom stand mir ein ebener Zementboden zur Verfügung, jedoch nur ein englisches Bandmaß. Brettchen mußten die Schenkel des Meßstocks ersetzen. Die englische Maßeinheit wurde später in Zentimeter umgerechnet. Leider erlaubte die Kürze der zur Ver- fügung stehenden Zeit nicht, die Messungen auf eine größere Anzahl von Rindern auszudehnen. (Siehe Tabelle.) Über den Ursprung des Afrikanderrindes herrscht Unklarheit. Holm ist geneigt, den Haupteinfluß den portugiesischen Rindern zuzuschreiben, die vor 2 Jahrhunderten nach Südafrika eingeführt worden sind. Noch heute soll sich in einigen Gegenden Portugals eine dem Afrikander ähnliche Rasse vorfinden. Die gleichartige Durchzüchtung des Afrikanders rechnet er den Buren zu, die ihren Stolz darein setzten, möglichst gängige und gleichmäßige Zugrinder für ihre Wagen zu besitzen. Holm ist nicht der Meinung anderer Autoren, daß das Afrikanderrind aus dem Norden mit wandernden Negerstämmen heruntergekommen ist. Ich möchte hier kurz das Afrikanderrind mit den mir bekannten Kinderrassen Zentralafrikas, dem Ostküstenzebu und dem Rind des Zwischenseengebiets vergleichen und verweise dabei auf meine be- züglichen Abhandlungen ,, Pflanzer" 1910 No. 6 und ,, Tropenpflanzer" (18. Jahrg. 19 14 No. 4). Das Rind des Zwischenseengebiets unterscheidet sich vom Afrikander durch die schmalere Stirn, das gleichmäßige ebene Gesicht, die runden Hörner und den geraden Rücken. Gleichartig sind Höhe, Lagerung des Buckels, Ohren und Kruppe. I )as Zebu hingegen hat den breiten Schädel, die seitwärts ge- richteten Hörner von ovalem Querschnitt, den trockenen leinen — 29 — Gesichtsteil, das abgesetzte Flotzmaul wie das Afrikanderrind; nur liegt der Buckel weiter schwanzwärts, nämlich auf dem Widerrist, der Rücken ist gerade, der Kopf ist etwas kürzer, und das Ohr hat eine lanzettartige Form mit feinem, langem Ansatz. Sehr ähnlich dagegen sind dem Afrikander die Rinder am oberen Nil und um den Kiogasee (Ostuganda). Diese Rasse habe ich in dem oben er- wähnten Bericht nilotisches Rind genannt und als eine Kreuzung des Zwischenseenrindes und des ostafrikanischen Zebu aufgefaßt, die wegen ihrer Ausgeglicbenheit vor vielen Jahrhunderten erfolgt sein muß. Das nilotische Rind besitzt die Höhe, den weichen 1^ //" \&r iiiAifil TBnraM ^B^B^^B^BbHL^^*»"^^^»! t^' ~~* Wh-***- V Bf . ■ 1 ■ Abbild. 4. Afrikander-Kuh. Rücken, den Kopf, die Kruppe und die typische Lagerung des Buckels des Afrikanders. Die Hürner haben ebenfalls ovalen Quer- schnitt und streben seitlich aus dem Schädel heraus. Nur sind sie zumeist halbkreisförmig nach oben gerichtet. Sehr ähnlich ist diesem Rind wieder das Usinsarind im Südosten des Viktoria-Nyansa, von dem bekannt ist, daß es vor etwa fünfhundert Jahren aus der Kreuzung des Zebu der dort wohnenden Bantu mit dem Rind des Zwischen- seengebietes hervorgegangen ist, welches die Watutzi auf ihrem Eroberungszuge mitbrachten. Da nachgewiesen ist, daß verschiedene südafrikanische Volks- stämme, z. B. die Herero, aus der Gegend des Viktoria-Nyansa stammen, ist es doch naheliegend, daß den Haupteinfluß auf die ;o Meßtafel von Afrikanderrindern, aufgenommen in Deutsch-Südwest- Höhen Brust ■ - S u _c s £ >■* 'S c •0 N ü N T3 s Vi c Vi 3 -^ .3 3 o ppe in d dungslini fthückeis S S 3 13 VI c « N a M M c o *3 M C tß e der Bru rtenlage itumfang rtenlage (3 C * £ -§1 £° te der B en den enken i? a ? .5 :3 ■7 — — 0> ■f. 3 tu c^ g C§ !<§ • — C Brei seil gel er-Bulle, 2 Jahre, 135,6 130,6 134,4 135,6 135,6 130,6 106,4 201,6 itet in Potchef- Ler-Kuh, Potchef- 134,5 129.4 133,2 134-5 135.6 ^33, 2 118,9 190,3 _ , 6 Kälber. cr-Kuli. 10 jährig, 142.5 143.0 144.0 145-5 147 141 108 72 41 42 -Ongombo. Shorthorn-Kuh, 1385 141 142 143 144 140,5 — 70 — 39,5 39-5 ), desselben Be- n \'olll)lut-Kuh, 140 141 142 142 143 5 141 90 107 74-5 4i,5 43,5 ire, aus Argen- importicrt, des- Besitzers. Kuh. 6 Kälber. 116 114 115 "7 121 116 85 108 62 — 34 36 )en Besitzers. er. 3 ; 4 Jahr, 130 132 134 135 136.5 131 — — 68,5 — — ), Votgts-Farm. r Halbblut-Färse, 140 141 142 144 149,5 150 — 68,5 — 42 46 d, Alter nicht zu ;ln, desselben Be- 1 I >rciviertelblut, 132 135 137 136 138 117 67 44.5 4' b. 4 jährig, des- Besitzers r Reinblut, in [40 1.1' 142 144 149,5 150 — — 68,5 — 42 46 geboren,.y/ 4 Jalir, haler Halbblut, 131,5 132,5 135 136 137 135 — 1 12 70 — 46 )cr. Voigtshof. halcr Afrikander 137 137 140 140,5 I46 143 88 1 [2 70 — 44,5 40 irtelblut, 1 Kall), >en Besitzers. er-Kuh, 2 Kälber, 137 ■36 138 138,5 ' M 138,5 94 106 69,5 — 38 36 -1 .um, Otjiwesu. er-Kuh, 3 Kälbei , I .| 2 137.5 ' !> 145.5 149 '43 96 120 71-5 — 43 »en Besitzers. er-Kuh, des- '37 135 '37 1 lo,5 143 137 94 1 [9 67 — 40.5 36,5 Besitzers. er-Kuh, 3 Kälber, 135,5 i.V'ö 132 '35 138 137 93 1 . »3 68 — 45 35 >en B( itzers. I — Europäischen und Halbbluttieren, afrika und der Union von Südafrika. Becken :3 tu _o ~, f- I c s -A - E o 0) _ 4) ■-< tu == ^ 5 9 W £ fl] w . — — ho.Jj sl 33 tL» ^ zeiche — 3? — Afrikanderrasse das afrikanische Blut hat; in zweiter Linie die plan- mäßige Weiterzüchtung durch die Buren, welche die Eignung dazu aus ihrem Ursprungslande mitbrachten und vielleicht auch eine Ein- mischung des Blutes portugiesischer Rinder. Der Einfluß des portu- giesischen Rindes auf die Gestaltung des Afrikanders kann nicht so groß sein, weil allgemein europäische Rinder unter den Bedingungen des afrikanischen Weidebetriebes schon nach wenigen Generationen degenerieren. Außerdem ist es fraglich, ob man damals im Gegen- satz zur Gegenwart gerade eine einzige bestimmte Rasse aus Portugal eingeführt hat. '& v Die Bedeutung des Afrikanderrindes für unsere Kolonien. In Südwestafrika ist man dem Beispiel Südafrikas gefolgt und an eine Sammlung der vorhandenen Afrikanderrinder gegangen, nachdem man zunächst viel mit verschiedenem europäischen Blut, sogar mit Halbblut gekreuzt hat. Die Afrikander auf den erwähnten Farmen waren denen des Freistaates sehr ähnlich, nur fiel oft eine schärfere und mehr abschüssige Kruppe auf. Der nächste Schritt wird die Konstituierung einer Herdbuchgesellschaft sein, die zweck- mäßig die Statuten der Südafrikanischen und ihr Punktierungssystem annimmt, um Ankauf und Verkauf zu erleichtern. Daneben könnten Messungen, Bestimmungen des Schlachtgewichts, der Milchmengen und der Zugleistungen einhergehen. Wenn das reinblütige Afrikanderrind für den extensiven Betrieb Südafrikas das Ideal eines Weiderindes mit verschiedenen Nutzungs- richtungen darstellt, so ist es anderseits auch eine hervorragende Grundlage für Aufkreuzungen an Orten, wo die wirtschaftliche Lage eine einseitige Leistung auf Fleisch oder Milch und eine größere frühreife erfordert. Die Halbblutsimmenthaler, Pinzgauer, Herford, Shorthorn, welche ich in Deutsch-Südwestafrika sah, verbanden die aus- gezeichnete Konstitution der Mütter mit den Eigenschaften der Väter. .Auch die zweite Kreuzung machte im allgemeinen einen guten Eindruck. Eine weitere Hochzüchtung jedoch erscheint bei reinem Weidebetrieb ohne Zufütterung in Südafrika und Südwestafrika un- z weckmäßig. Vollbluttiere hoben sich von den Afrikandern und Halbbluttieren in der Trockenzeit ab durch schlechten Futterzustand und schlaffes Wesen. Auffallig war auch der unregelmäßige und oft unvollkommene Wechsel der Schneidezähne der im Lande ge- züchteten oder eingeführten Rinder europäischer Rassen. Holm ist nach privater Mitteilung der Meinung, daß man in extensiven Betrieben schon die Halbblutfärsen wieder mit Afrikandern zurück- kreuzen sollte. 33 In Südafrika treibt man Hochzucht zumeist rein aus importierten Elterntieren und nur dort, wo man wenigstens während des afrika- nischen Winters den Tieren Zufütterung von Luzerne oder Mais- preserve geben kann. Milchtiere werden sehr oft aufgestallt. Für die tropischen Kolonien ist das Beispiel Südafrikas insofern lehrreich, als es zeigt, wie vorsichtig man mit der Verallgemeinerung von Aufkreuzungen mit europäischem Blut vorgehen soll. Ehe man an die Aufkreuzung der Urrassen geht, sollte man diese und die Möglichkeiten ihrer Verbesserung eingehend studieren, sollte sich dabei hüten, an Weiderinder, die zeitweise den schlech- testen Wasser- und Futterverhältnissen unterworfen sind, den Maßstab heimischer Hochzuchten zu legen. Wo wirklich eine völlige Degeneration der Rasse vorliegt und die Leistungen im Vergleich zur Scholle zu niedrig sind, sollte in Tropenkolonien versucht werden, mit dem Afrikander zu kreuzen, da er infolge seiner Durchzüchtung große Durchschlagskraft besitzt, ein reines Weiderind ist und als solches härter und anspruchsloser als die meisten europäischen Rassen, die ihre Formen zum großen Teil der intensiven Ernährung verdanken. Aus demselben Grunde wird sich auch in den Tropen, aus denen er wohl stammt, der Afrikander als Reinzucht bewähren und wenig von seinen Eigenschaften verlieren. Die Afrikanderkuh bringt außerdem eine Eigenschaft mit, die für tropische Betriebe, in denen das Melkgeschäft dem Eingeborenen überlassen werden muß, von hohem Wert ist: sie läßt sich nur in Gegenwart ihres Kalbes melken. Damit ist eine ausreichende Er- nährung der Nachzucht unabhängig vom Melker gewährleistet. V-i7?* - 36 - Von dem Pflanzungsleiter, Herrn Meinhardt, ist am 8. .März v. J. eine einzige Nachricht hier eingetroffen, aus welcher hervorgeht, daß er mit den meisten Angestellten zur Schutztruppe eingezogen worden ist. Einige Be- triebsmittel zur beschränkten Aufrechterhaltung des Betriebes haben wir von der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft in Tanga erhalten. Wir wissen nicht, üb sich der Betrieb darauf beschränkt, die vorhandenen Pflan- zungen zu unterhalten oder ob Hanf produziert wird; letzteres ist wohl nicht anzunehmen, da es an der Möglichkeit fehlt, das Produkt zu verwerten. Wir dürfen hoffen, daß es Herrn Dr. Hindorf mit den zurückgebliebenen Beamten gelingt, die nicht sehr empfindlichen Sisalpflanzungen vor dem Ver- kommen zu bewahren, und die Fabrik in gutem Zustande zu erhalten. Die späteren bis Juni reichenden Nachrichten von Dr. Hindorf siehe „Tropen- pflanzer" 1915, S. 617. Bei Ausbruch des Krieges waren die folgenden Sendungen unterwegs: A u s g e h e n d : Mit Dampfer „General" Feldbahnlokomotive mit Zu- behör und Verschiedenem, ohne Berücksichtigung der Versicherung, im Werte von 12923,25 M. Diese Sendung wurde in Konstantinopel für die Zwecke der deut- schen Marine beschlagnahmt und die Vergütung dafür ist bereits beantragt. Dampfer „Adolph Woermann" zwei Kisten mit Feldbahnwag« n teilen und Rohren für Ballenpresse 304,25 M. Der Dampfer liegt in Rotterdam. E i n g e h e n d : Dampfer „Emir" mit Hanf und Kautschuk im Werte von 35 974 M. Der Dampfer wurde bei Gibraltar von den Engländern gekapert. Zusammen 49201,50 M. Wir werden dahin arbeiten, daß uns der Schaden einst voll ersetzt wird. Da der briefliche Verkehr zwischen uns und unserer Pflanzung seit Mitte 1914 vollständig abgeschnitten ist, haben wir seit dieser Zeit auch keinerlei Abrechnungen mehr erhalten. Unter diesen Umständen ist es nicht möglich, ein klares Bild von den für die Aufstellung der Bilanz 1914 in Betracht kommenden Verhältnissen zu geben. Die Verwaltung hat sich daher genötigt gesehen, auf Grund der Verordnung des Bundesrats vom 25. Februar 1915 beim Minister für Handel und Gewerbe die Befreiung von der Verpflichtung zu beantragen, für das hr 191. 1 dir Bilanz, die Gewinn- und Verlustrechnung und den häftsberichl aufzustellen und dem Aufsichtsraf und der Generalversamm- lung vorzulegen, sowie die im § 23 unserer Satzung vorgesehene ordentliche Generalversammlung abzuhalten. Diesem Antrage wurde am 4. Mai v. .1. Stattgegeben, und zwar die ordentliche Generalversammlung betreffend. SO '.'.>it >i< dii Genehmigung der Jahresbilanz zum Gegenstand der Verhand- lung hat. Eine Dividende tut 1914 kann daher nicht in Frage kommen. Kamerun-Kautschuk-Compagnie A.-G. Berichl dei Verwaltung an die Aktionäre: Durch da- Vorgehen der verbündeten feindlichen Mächte sind leider auch die deutschen Schutzgebiete mit in den Weltkrieg hineingezogen \\"i (bn. Schon Aman« Augusl drangen von der Landseite Franzosen und länder an verschiedenen Stellen in Kamerun ein, wurden aber überall — 57 — erfolgreich zurückgeschlagen. Mit mehr Erfolg dagegen unternahmen die feindlichen Kriegsschiffe und Truppen Angriffe auf die offenen Küstenplätze der Kolonie. Am 27. September v. J. fiel Duala dem Feinde in die Hände, während Victoria am 14. November und Buea am 16. November übergeben wurden. Der Gouverneur hatte sich vorher mit der Schutztruppe, die durch eine Anzahl eingezogener weißer Reservisten verstärkt worden war, ins Innere des Landes zurückgezogen. Die deutsche Zivilbevölkerung Kameruns wurde von den immer weiter vordringenden Engländern gefangen genommen und in drei Transporten nach England geschafft, wo die Männer interniert wurden. Das Zentralgebiet von Kamerun wird von der Schutztruppe erfolg- reich verteidigt und gehalten. Pflanzung Mukonje, Von unserer Pflanzung wurden nach Ausbruch des Krieges eine Anzahl Beamte zur Schutztruppe eingezogen. Der Pflanzungsbetrieb wurde indessen aufrechterhalten; der Stand der Pflanzung war gut und die Kakaoernte in vollem Gange. Am 21. November 1914 wurde der Rest unserer Pflanzungsbeamten in Mukonje, darunter auch unser Pflanzungsdirektor Summermann, von den Engländern gefangen genommen, die Bücher beschlagnahmt und der Betrieb unterbrochen. Die Pflanzung blieb unter der Bewachung von einigen vertrauenswürdigen farbigen Auf- sehern, und die Häuptlinge der benachbarten Dörfer Mukonje und Mambanda versprachen gegen Belohnung, auf das Inventar und auf die Produkte acht zu geben. An diesem Tage war auf der Pflanzung ein Ernteertrag von ins- gesamt 2080 Sack Kakao vorrätig im Werte von ungefähr 130000 M. Schwimmende Produkte und Sendungen im Werte von 12073,16 M. befinden sich seit Ausbruch des Krieges in neutralen Häfen. Seither haben wir über das weitere Schicksal unserer Pflanzung nichts mehr gehört und keinerlei Abrechnungen erhalten; wir wissen nicht, was aus den Vorräten geworden ist, wieviel die Pflanzung durch Verunkrautung ge- litten hat, oder ob sie durch Diebstahl oder militärische Requisitionen ge- schädigt worden ist. Wir hoffen aber, daß uns der Schaden einst voll ersetzt werden wird. Unter diesen Umständen war es nicht möglich, ein klares Bild von den für die Aufstellung der Bilanz 1914 in Frage kommenden Ver- hältnissen zu geben. Die Verwaltung sah sich daher genötigt, mit Bezug- nahme auf die Verordnung des Bundesrats vom 25. Februar 1915 beim Minister für Handel und Gewerbe die Befreiung von der Verpflichtung, für das Geschäftsjahr 1914 die Bilanz, die Gewinn- und Verlustrcchnung und den Geschäftsbericht aufzustellen und dem Aufsichtsrat und der General- versammlung vorzulegen, sowie die im § 23 unserer Satzung vorgesehene ordentliche Generalversammlung abzuhalten, zu beantragen. Diesem An- trage wurde am 30. April d. J. stattgegeben, und zwar die ordentliche General- versammlung betreffend, soweit sie die Genehmigung der Jahresbilanz zum Gegenstand der Verhandlung hat. Eine Dividende für 1914 kann daher nichl in Frage kommen. Die nächste Bilanz wird auf den 31, Dezember 191S au1 gestellt werden. Das Vorstandsmitglied, Herr Dr. R. Hindorf, befinde! sich zui noch auf der Pflanzung Gomba in Deutsch-Ostal'rika. Zum Schluß sei hier die Übersicht über die Pflanzung Mukonje für d Halbjahr 1914 wiedergegeben: 1. Größe der Pflanzung in Hektaren (auf 100 abgerundet) 2S00 ha. 2. In Kultur befindlich ein>chließlich der Flächen für Gebäude und VVi (auf 10 abgerundet) 2480 ha. 38 - 3. Bepflanzt 2450 ha, davon Reinkulturen 718,6 ha, nämlich Kakao 14, Kautschuk 248,1, ölpalmen 450, Kola 6,5 ha. Mischkulturen (Kakao und Kautschuk) 1730,9 ha. 4. Geerntet wurden im ersten Halbjahr 1914: Kakao in Säcken ä 50 kg 3150 Säcke, Kautschuk 1750 kg, Planten 268 109 kg. 5. Arbeiterbestand im Durchschnitt 990. 6. Europäische Angestellte einschl. der Pflanzungsleiter 10. 7. Schmalspurbahnen in Kilometern 11. 8. Inventar: 1 Lokomobile, 1 Horizontalsägegatter nebst Hilfsmaschinen, 2 Kautschukwringmaschinen, 1 hydraulische Widderanlage, 1 Motor- schleppboot nebst Zubehör. Carl Bödiker & Co. Kommanditgesellschaft auf Aktien in Hamburg. In der am 23. November abgehaltenen Generalversammlung unter Vorsitz des Herrn E. Th. Lind wurde die beantragte Kapitalserhöhung um f% Mil- lionen Mark auf 4 Mill. Mark und die Änderung des § 4 der Statuten ein- stimmig genehmigt. Die neuen, vom 1. Juli 1915 ab dividendenberechtigten Aktien sind von einem Konsortium zum Preise von 125 % übernommen wor- den, mit der Verpflichtung, 1 Million Mark Aktien den bisherigen Aktionären zum Kurse von 130 % im Verhältnis von 5 : 2 zum Bezüge anzubieten. Die restlichen % Million Mark neuen Aktien bleiben zur freien Verfügung des Konsortiums. Der Vorsitzende teilte sodann mit, daß die Ausdehnung des Geschäftes die Vermehrung des Kapitals bedingt habe; nach der ganzen Entwicklung des Betriebes glaube die Verwaltung, daß sie auch in Friedens- jahren eine befriedigende Verzinsung des Kapitals erzielen werde. Der Ge- schäftsgang sei zurzeit außerordentlich zufriedenstellend; für das laufende Jahr könne eine Dividende von mindestens 15 % (wie im Vorjahr) in Aus- sicht gestellt werden. In der Versammlung war ein Kapital von 1 327000 M . Aktien vertreten. Deutsche Gesellschaft iür Bergbau und Industrie im Auslande in Liqu. Kol.-Ges. in Berlin. Die Generalversammlung genehmigte die Liquidationsrechnungen für 1913/U. für [914/15 und für die Zeil vom 1. April bis 30. September 1915 und erteilte die Entlastung. Die Gesellschaft, die mit einem Kapital von [680000 M. gegründet war, hatte eine Konzession für Bergbaubetrieb in der chinesischen Provinz Schantung erworben, die sie aber später wiedei an die chinesische Provinzialregierung für 890800 M. verkaufte. Dieser Kaufpreis wird in monatlichen Ratenzahlungen abgetragen. In 1913/14 wie dei Liquidator mitteilt, nicht, die pünktlichen Ratenzahlungen zu bekommen. Die letzte Ratenzahlung ist jetzt eingegangen, so daß die Provinzialregierung ihre vertragsmäßigen Verpflichtungen erfüllt hat. Die mit dem 31. März [Q14 abgeschlossene Liquidationsrechnung weist bei einer Einnahme von 34768 M. aus Zinsen einen Gewinn von 2996] M. aus. um den sich die aus den Vorjahren übernommene Unterbilanz auf 070047 M. ermäßigt. Für das am 31. März [915 endigende Geschäftsjahi ergab sich — 39 — bei einer Einnahme von 9605 M. ein Gewinn von 5829 M., um den die Unter- bilanz auf 864217 M. zurückging, und endlich für die Zeit vom 1. April bis 30. September 1915 ergibt sich bei einer Einnahme von 3602 M. ein Verlust von 1105 AI., um den sich die Unterbilanz wieder auf 865322 M. erhöht. Auf das ursprüngliche Kapital von 1 680000 M. sind die 130000 M. Vorzugs- anteile voll zurückgezahlt und auf die Stammanteile in fünf Raten bis jetzt 600 000 M. Slljlll] Aus deutschen Kolonien. |[^gggÜj Nachrichten aus Deutsch-Ostafrika. Während im Deutsch-Ostafrikanischen Schutzgebiet Silbergeld als kleine Münze in genügender Menge in Umlauf ist, hat sich dort ein Mangel an höherwertigem Geld eingestellt. Es befinden sich dort zwar erhebliche Mengen von Noten der Deutsch-Ostafrikanischen Bank im Umlauf, doch werden diese, da sie leicht auf- zubewahren sind, in höherem Betrage als in gewöhnlichen Zeiten von den Be- sitzern zurückbehalten. Um dieser Bargeldknappheit zu begegnen, hat die Deutsch- Ostafrikanische Bank im Rahmen des ihr vom Reichskanzler verliehenen Rechtes Interimsnoten im Einzelbetrage von 20 Rupien fi Rupie = 1.33 M.) in Umlauf gesetzt. Diese natürlich nur in sehr einfacher Weise bedruckten Noten, für die der volle Gegenwert als Sicherheit beim Kaiserlichen Gouvernement in Tabora hinterlegt wurde, sollen nach Beendigung des Krieges wieder eingezogen be- ziehungsweise gegen in Deutschland hergestellte Banknoten ausgetauscht werden. Interessant ist auch, daß die Regierung auch dort zur Einführung von Höchst- preisen geschritten ist. So z. B. sind für den Bezirk Moschi folgende Höchst- preise festgesezt worden: für den Zentner Roggenmehl 20 Rupien, für den Zentner europäische Bohnen 20 Rupien, für den Zentner Mais 4,5 Rupien, für 20 Liter europäische Kartoffeln 1 Rupie, für 20 Liter zerlassene Butter 20 Rupien, für 1 Kilo gereinigten Honig 75 Heller (== 1 M ), für das Pfund Rohrzucker 28 Heller, für ein Huhn afrikanischer Rasse 50 Heller, für ein Ei 3 Heller, für einen Liter Reis aus dem Paregebirge 15 Heller (= 20 Pf.), ebensoviel für ein Liter Chiroko- (Phaseolus mungo) oder Kunde-(Vigna sinensis)-Bohnen. Die Bedeutung" der deutschen Südseekolonien als Kopralieferanten. In einer kürzlich unter den Kreisen der Südsce- Interessenten breiteten Denkschrift wird auf den hervorragenden Werl unserer Süd kolonien als Kopralieferanten hingewiesen und gleichzeitig die Wichtigkeit der Kokospalmenkultur für Deutschland ausführlich erörtert. Hei der Be- deutung dieser Frage für das deutsche Wirtschaftsleben, die gerade jetzt durch die fast unerschwinglich hohen Fettpreise jedem klar werden muß, dürft« von Interesse sein, die diese Frage beleuchtenden Ausführungen der Denk- schrift hier wiederzugeben. — 40 — Die Kokospalmenkultur in ihrer Bedeutung für Deutschland. Nach Beendigung des Krieges ist mit aller Wahrscheinlichkeit damit zu rechnen, daß Großbritannien zur schärfsten Schutzzollpolitik übergehen und im engen Verein mit allen seinen Kolonien ein großes Wirtschaftsreich, ohne Zollschranken untereinander und nur mit solchen gegen das Ausland, zu bilden bestrebt sein wird. Auch andere Staaten werden alsdann notgedrungen diesem Beispiele folgen müssen. Der Besitz von Kolonien, von denen aus das .Mutterland mit Rohstoffen und Gütern möglichst unabhängig versorgt werden kann, wird daher von ganz besonderer Bedeutung werden. Zu den wichtigsten Nahrungsmitteln und Rohstoffen, die die deutsche Landwirtschaft durch Eigenproduktion schon seit langem nicht mehr nach Bedürfnis im eigenen Lande herstellen kann, gehören die Fette und öle. Als wertvollste aller ülgebenden Pflanzen i > t die Kokospalme anzusehen, die den höchsten ölgehalt unter allen Ölfrüchten besitzt. Das wichtigste Erzeugnis der Kokospalme ist das getrocknete Fruchtfleisch, das als Kopra in den Handel kommt und aus dem das Kokosöl gepreßt wird. Dieses dient zur Herstellung von Seite und Lichten und zu anderen gewerblichen und in- dustriellen Zwecken, hat aber neuerdings die größte Bedeutung gewonnen als Grundstoff für die Herstellung ausgezeichneter und billiger Speisefette (Palmin. Kunerol, Palmona, Margarine usw.), die eine ungemein rasch steigende Verwendung gefunden haben und im vollen Sinne des Wortes zur Volksnahrung geworden sind. Die Preßrückstände der Kopra werden von der Landwirtschaft -- auch und insbesondere von der deutschen ■- als Futter- kuchen für Vieh gebraucht. Die allgemeine Verwendung solcher Futter- kuchen hat die Viehzucht in Deutschland wesentlich gefördert. Man geht nicht zu weit, wenn man die Preßkuchen als ein für die Landwirtschaft unentbehrliches Futtermittel bezeichnet. Aus der folgenden Statistik geht hervor, daß Deutschland und Frankreich, die Verbraucher fast der ganzen Welternte an Kopra, bis vor kurzem darauf angewiesen waren, fast ihren amten Bedarf in Gebieten, die unter fremder Herrschaft stehen, zu decken. Darin liegt für Deutschlands zwar junge, aber außerordentlich wichtige < >1 und Speisefett-Industrie die große Gefahr, daß bei dem Zustandekommen von Weltwirtschaftsverbänden oder Weltwirtschaftsreichen, denen Deutschland nicht angeht >rt. eine Sperrung oder zum mindesten eine die Fabrikation sehr be- einträchtigende Verteuerung der Rohstoffe eintreten kann. Es ist daher eine Lebensfrage für diese Industrie sowie für die deutsche Volks- und Land- wirtschaft, Kopra erzeugende Kolonien zu besitzen, auf die sie sich im Falle der Sperrung odei Verteuerung stützen können. Wie ferner die Auf- stellung ergibt, besitzt Deutschland solche Kolonien, und zwar in erster Linie in der Sud-ee. Ihr Besitz ist um 50 wertvoller, als bisher Kopra. wie die stet« Preissteigerung auf dem Weltmärkte seil der Aufnahme der Speise- fettfabrikation zeigt, meistens in geringeren Mengen produzier! worden ist, als Bedarf vorhanden war. mil anderen Worten: die Nachfrage war seit einer Reihe von Jahren größer als das Angebot. Ein< Behinderung der Zufuhr durch Zollschranken würde dahei für Deutschlands blühende Speisefett industrie von besonders unheilvollei Wirkung sein. Der Verlust der Südsee- kolonien würde nach alledem D bland ein unersetzlicher sein, der durch .11 anderen Landerwerb ausgeglichen werden kennt.. 41 Kopra-Weltkonsum. Es bezogen an Kopra 1911: Frankreich .... 150 000 Tonnen. Deutschland . 148 000 Holland 10 000 Rußland 40 000 England 35 000 Dänemark, Österreich. Belgien. Italien zu- sammen 80 000 Verschiedene kleine Staaten 6 000 40" u von den Philippinen, 29% Nieder- ländisch-Indien. 18% Britische Kolonien. I 3% eigene Kolonien und verschiedene fremde. 48 °/ englischer, 38 % niederländischer, 11% deutsch-kolonialer und 3% ver- schiedener Herkunft. Niederländisch-Indien. Herkunft unbekannt, wahrscheinlichdurch deutsche Vermittlung via Hamburg Frei- hafen. Britische Kolonien. verschiedener Herkunft. 4o ü /o 469 000 Tonnen. Kopra-Gesamteinfuhr in Deutschland. Tonnen Mark Zunahme 1907 49 785 = 23 491 000 1908 83 668 = 30 203 000 1909 112 159 = 46507000 1910 155988 = 82506000 191 1 148066 = 74167000 1912 183285 = 91 812 000 1913 wurde Kopra bereits im Werte von 121 Millionen Mark ein- geführt, was einer Menge von etwa 242 000 Tonnen entspricht (Zunahme 32 ü ). Fast der ganze Zuwachs entfällt auf die mächtig sich entfaltende Speise- fettfabrikation und dient daher dem Konsum des deutschen Volkes. Herkunftsländer der in Deutschland eingeführten Kopra. 34% 39% Stillstand o 1 2 4 1911 Tonnen Tonnen Britische Kolonien: Ceylon 36000 ,. Indien 20 000 „ ,, Straits Settlements . 7 000 1910 Tonnen Tonnen 31 OOO 27 OOO 9 000 Niederländisch-Ostindien Amerika, Philippinen Englisch- Australische Südsee-Kolonien Französische Südsee-Kolonien . . Deutsche ,, ... 8 000 1 000 [6 000 63 OOO 56 OOO I OOO 67 OOO 67 OOO 9 000 1 000 i) 000 25 OOO I c/ OOO 1 ^8 000 1 55 ' — 42 — In den deutschen Südseekolonien waren nach der Plantagenstatistik von 1912 unter 42966 bepflanzten Hektaren nicht weniger als 34 130 ha mit Kokos- palmen bestanden gegen 8178 ha in Ostafrika unter 106292 bepflanzten Hektaren und 659 ha in Togo unter 1343 bepflanzten Hektaren. Die Ausfuhr an Kopra aus den deutschen Südseebesitzungen betrug 1912 bereits 29000 t, was einem Wert von 14% Millionen Mark gleich- kommt. Über die von den Eingeborenen bepflanzten Flächen stehen sichere Angaben nicht zu Gebote. Man wird aber nicht fehlgehen in der Annahme, daß in etwa zehn Jahren, in Erfüllung der den Ansiedlern und Eingeborenen auferlegten Pflanzverpflichtungen, die bezeichneten Kolonien der deutschen Volkswirtschaft jährlich weit mehr als 90000 t Kopra werden liefern können. Der deutsche Verbrauch an diesem Rohstoffe bezifferte sich 1913 auf rund 240000 t, bei einer Weltproduktion von über 500000 Jahres- tonnen. Der Wert der Inseln liegt nun nicht allein in den in absehbarer Zeit zu liefernden 90000 t, sondern ebensosehr in der Möglichkeit, noch unbegrenzte Flächen geeigneten Landes diesem Anbau zuzuführen, so daß der gesamte künftige Bedarf Deutschlands an Kopra mit Sicherheit in der deutschen Südsee gewonnen werden kann. Diese Möglichkeit gewinnt noch eine besondere Bedeutung durch den Umstand, daß das gute Gedeihen der Kokospalmen von besonderen Bedingungen abhängig ist, die nur verhältnis- mäßig kleine Küstengebiete zwischen den Wendekreisen zu bieten vermögen. gg] Aus fremden Produktionsgebieten. [®) Die Entwicklung" des afrikanischen Holzgeschäftes. In einem Bericht über den derzeitigen Stand des deutschen Übersee- handels an Holz mit den außerdeutschen, speziell französischen und englischen Kolonien in West- und Zentral-Afrika behandelt die Hamburger Holzrirma J. F. Müller & Sohn die Bedeutung der afrikanischen Hölzer für den Handel und die Industrie. Über die Entwicklung dieses Handels schreibt die Firma: „Der Wert dieser forstlichen Reichtümer und ihre Bedeutung für die europäische Wirtschaft wurden schon frühzeitig erkannt. Führende Männer, darunter die Leiter der großen Schiffahrtsgesellschaftcn, in Hamburg die Firma Woermann, in Liverpool der verstorbene Sir Alfred Jones von der Eider Dempster Gesellschaft, scheuten keine Opfer, um derartige Hölzer immer wieder auf ihren Märkten den Verbrauchern vorzuführen, die sich in den ersten Jahren fast gänzlich ablehnend verhielten. Erst allmählich gelang es, den Üblichen Widerstand gegen alles Neue zu überwinden, zum Teil durch die große Wohlfeilheit, die großen Dimensionen und vor- zuglichen Eigenschaften dieser Hölzer, zum Teil auch durch die großen Fortschritte, die inzwischen in der Herstellung von Holz- bearbeitungsmaschinen gemacht worden wann. Welche Bedeutung heute du 51 westafrikanischen Hölzei für uns haben, n lullt am besten daraus, wenn man di< Itnportziffern der letzten Jahre vergleicht mit den bescheidenen Zahlen, die die Zufuhren aus dein dureb Raubbau seit 1V2 Jahrhunderten völlig erschöpften und räumlich nur wenig ausgedehnten Gebiete in W'est- indien und Zentralamerika aufweisen: 43 — Schon jetzt ist das Holz nach den Palmkernen der an Gewicht be deutendste afrikanische Importartikel Deutschlands, der aber in noch schnellerer Steigerung begriffen ist wie der der Palmkerne, wie aus folgender Tabelle ersichtlich ist." 7„A,t, ; „ h-™»,,™ 7 t , • ■ > . Zulunr in Hamburg Zufuhr in Hamburg Im Durchschnitl von Mahagoni und mahagoniähnlichen von Mahagoni und Zedern von Zufuhr in Hamburg der Jahre Hölzern von Westafrika Westindien und Zentral-Amerika von Palmkcrnen aus Westafrika tons tons tons I83I — 1S40 .... etwa 1 200 — 1841 — 1850 — „ 2 000 — 1851 — [860 — „ 4 700 — l86l — [870 — „ 7 000 — 1871 — [880 — „ 9 100 — l88l — [890 etwa 400 „ 7 000 — 189I — [900 „ 2 200 8 300 — 190I „ 4 500 „ 8 100 etwa 132 000 I902 2 500 4 300 „ 159000 I903 7 000 „ 3 200 „ 151 000 1904 „ ri 800 8 700 „ 160000 I905 „ 11 800 9 300 „ 157000 1906 ., 26 000 „ 8 100 „ 156000 I907 41 500 ,, 8 000 ,• 188000 I908 49 500 8 500 „ 192 000 1909 „ 36 000 8 800 „ 235 000 1910 „ 54 000 ,, 8 600 „ 257 000 I9II 96 500 7 600 „ 280 000 1912 „ 96 000 „ 10 300 ,. 296 000 1913 „ 155000 „ 6 200 „ 255 000 In einem „Ausblicke und Wünsche" betitelten Schlußwort macht die sehr sachverständige Firma folgende aktuelle Bemerkungen: „Aus den vorstehenden Ausführungen geht hervor, daß der größte der auf der Welt vorhandenen Reservoire an für industrielle Zwecke brauch- baren tropischen Nutzhölzern durch den sich über West- und Zentralafrika erstreckenden Urwaldgürtel gebildet wird. Aus diesem Gebiet findet bereits eine nicht unerhebliche Handelsbewegung mit dem Deutschen Reiche durch Ausfuhr von Holz statt. Diese Bewegung befindet sich trotz stattlicher Ziffern erst in ihrem Anfangsstadium. Nur wenige Prozent der überhaupt vorhandenen Holzsorten gelangen zur Ausfuhr, und zwar nur solche, die von leichter oder mittelschwerer Struktur sind und nach ihrem spezifischen Ge- wicht geflößt werden können, davon wieder nur solche, die meist nicht weit« 1 als wenige hundert Meter von brauchbaren Wasserläufen entfernl stehen. Alles andere ist völlig unberührt, darunter alle schweren Hölzer, von denen viele für konstruktive Zwecke, im Schiffs-, Brücken- und Hafenbau, für Holz- pflaster usw. ein ausgezeichnetes Material abgeben. Die Ausnutzung kann aber schon in allernächster Zeit erfolgen, wenn die Zahl der drüben existieren den Sägewerke vermehrt wird, die alsdann einen Transport di< hweren Sorten, nach Ausschluß allen Abfalls und dementsprcchender Verringerung der Seefracht, nach Europa ermöglichen, wodurch wir gleichzeitig von den bisherigen Bezugsquellen derartiger Konstruktionshölzer, Australien und Hinterindien, unabhängig werden. — 44 — Auch ohne besondere Prophetengabe kann man daher die Perspektiven, auch diejenigen, die sich für unseren Exporthandel bieten, als ungeheuer be- zeichnen. Hieran wäre der Wunsch zu knüpfen, daß diese — ganz abgesehen von etwaigen Gebietsverschiebungen in Afrika — wünschenswerte Weiter- entwicklung in einer für das deutsche Interesse geeigneten Weise erfolgt. Bei irgendwelchen Verhandlungen nach dem Friedensschluß wäre zu berück- sichtigen, daß der bisherigen natürlichen Entfaltung keine Hindernisse be- reitet werden, daß vielmehr der Bezug von Holz überall offen bleibt, ferner daß für den Exporthandel keinerlei Beschränkungen durch Vorzugszölle oder andere tarifarische Maßnahmen erfolgen. Endlich, daß unsere Schiffahrt überall gleichgestellt ist und ein offenes Feld zu ihrem weiteren Ausbau vor sich findet. Schon in früheren Handelsepochen galt der Satz, daß im Austausch der • aiter dasjenige Volk im Vorteil sei, das über die „materia prima" verfügte. Dieser Satz ist auch in unserem heutigen Zeitalter der Wirtschaft.-- und Handelskriege unverändert und gilt ganz besonders für ein auf der Welt nur in ganz beschränkten Mengen vorkommendes, auch in Jahrhunderten nicht wieder zu ersetzendes Naturprodukt wie Holz. Möge es unserem Vaterland nie an einem ungestörten Bezüge dieses Materials fehlen, das mehr als irgend- ein anderes das Sein oder Nichtsein unserer industriellen Großmachtstellung bestimmen wird." Die Kakaokultur in Südnigeria. Im Gegensatz zur Goldküste entwickelt sich die Kakaokultur in Süd- nigeria nur langsam und ist sogar zum zeitweiligen Stillstand gekommen, jedoch rechnet man auf Grund der Neupflanzungen auf eine bedeutende Zunahme der Ausfuhr in einigen Jahren. Die in den 8oer Jahren des vorigen Jahrhunderts aus Fernando Po eingeführten Kakaosämlinge legten die Grund- lage zu flieser Kultur, und die damals gepflanzten ersten Bäume kann man noch in Oron bei Calabar sehen; die 1887 in Lagos angelegte botanische Station befaßte sich viel mit der Verbreitung der Kultur, ebenso die 1893 eingerichtete botanische Station in Calabar. Im Jahre 1891 begann die erste Kakaoausfuhr, jedoch betrug sie im Jahre 1900 erst 205 t im Werte von 172500 M. Sie stieg dann schnell, und zwar wurden ausgeführt: I [905 1906 1907 [908 Tonnen 539 454 735 '»17 I.VSN Wert M. 377 500 33 8 ^"" 5 ) 1 000 957 000 1 012 000 1909 1910 1911 1912 MOS Wert M. 1 438 500 2 023 500 3 293 5oo 2 611 000 3 150 000 n den Händen der Hin- Tonnen 2276 2978 147i 3463 3600 Der Anbau des Kakao-, lieg! fast lediglich .reuen und die Kultur ist ziemlich ludet lieh. Als Zwischenkultur werden Mais und Maniok gebaut, ferner auch zuweilen Kokospalmen, die dann gleichzeitig als Schattenbäume dienen. Viele der in den Saatbeeten zu dicht äten Bohnen geben schwache, beim Auspflanzen leicht eingehende Pflanzen; da- Auspflanzen geschieht in unregelmäßigen und oft zu kleinen Abständen. Eigentliche Schattenbäume und Windbrecher werden nichl ge pflanzt, so daß bei größerer Trockenperiode viele Bäume eingehen. Auch — 45 — das Jäten wird in unregelmäßigen Zwischenzeiten betrieben, und Düngung kennen die Neger überhaupt nicht; das Beschneiden beschränkt sich auf die Entfernung abgestorbener Zweige und schädlicher Seitentriebe. Das Fermentieren dauert zu lange Zeit, in manchen Distrikten hat es sich über- haupt noch nicht eingebürgert; hierbei werden die Bohnen, auf Matten, Bananenblättern oder Holzfluren aufgeschichtet und mit Matten oder Bananenblättern zugedeckt, drei Tage belassen, ohne durchgeschaufelt zu werden; die Gärung ist daher auch eine sehr ungleichmäßige. Darauf werden die Bohnen in dünnen Schichten an der Sonne, auf Matten oder Holzfluren liegend, getrocknet. Neuerdings bemüht sich die Regierung, einfache Trocken- maschinen für Handbetrieb einzuführen, die mit Kohlen oder Holz geheizt werden und die Bohnen in 15 Minuten trocknen. Viele unreife, halb trockene und geschrumpfte Bohnen finden sich in der fertigen, sehr ungleichmäßig aussehenden Ware. Trotzdem wird sie von den eingeborenen Aufkäufern der europäischen Firmen für einen Einheitspreis aufgekauft; daher geben sich denn auch die Eingeborenen keine Mühe, ein besseres Produkt herzu- stellen. Australiens Außenhandel während des Krieges. Bis zum Jahre 1911/12 hatte Australien einen aktiven Außenhandel, der Ausfuhrüberschuß betrug 1906/07 noch 12,8 Mill. £, sank aber dann in den folgenden 4 Jahren auf zwischen 4 und 9 Mill. £ liegende Beträge; in den Jahren 1911/12 und 1912/13 übertraf die Einfuhr sogar die Ausfuhr beträcht- lich, um 4,7 und 7,2 Mill. £. Das Jahr 1913/14 war bei einer Ausfuhr von 81,2 Mill. £ (12,7 Mill. £ mehr als im Vorjahre) ein Rekordjahr und wies daher auch wieder einen Ausfuhrüberschuß von 2,8 Mill. £ auf. Das Jahr 1914/15 hatte dagegen infolge der Dürre und der dadurch verursachten schlechten Getreideernte, geringen Schafschur und eingeschränkten Butter- erzeugung sowie der Störungen der Schiffahrt infolge des Krieges nur eine relativ geringe Ausfuhr von nur 58,2 Mill. £ gegenüber einer Einfuhr von 63,2 Mill. £, also eine Mehreinfuhr von 5,0 Mill. £. Auf die einzelnen Pro- dukte verteilt sich die Ausfuhr folgendermaßen: 1913/14 1914/15 Zu- bzw. Abnahme £ £ £ Wolle 27730106 22 081 731 5 64S 375 Gefrierfleisch Rindfleisch 3315656 4990054 1774398 Hammelfleisch .... 2927212 3413848 48663b Anderes Fleisch . . . 517930 547322 29392 Dosenfleisch 1 185877 1 85] 111 665231 Häute und Felle .... 5601957 351939 1 2082566 Talg 2303774 1569 92 1 — 733 853 Pferde 152223 795297 "71 Weizen und Mehl . . . 13230663 1367875 —11 862 788 Butter 3136496 2666694 469802 Bauholz 1 147 495 806 836 340 659 Metalle usw n 620538 (»513269 5407269 Aus der Tabelle geht hervor, daß eine Zunahme der lusfuhi nur das Gefrierfleisch und die Pferde zeigen, was beides eine unmittelbare Folg« - 4 6 - Krieges ist; andererseits steht der fast völlig zusammengeschrumpften Aus- fuhr von Weizen und Mehl ein ungefähr gleich großer Import dieser Artikel gegenüber, während im Vorjahre fast nur eine kleine Menge Mais eingeführt zu werden brauchte. Trotz dieses Rückganges hat sich der Wechselkurs zwischen London und Australien auf ungefährer Parität erhalten, da Australien noch von der vorigen großen Ernte her bedeutende Guthaben in England besaß und außerdem die in England zugunsten Australiens auf- genommenen Anleihen sowie die australische in der Bank von England deponierte Goldreserve dem Wechselkurs zugute kamen, wogegen freilich andererseits Australien jährlich etwa 13 Mill. £ an Zinsen nach England zu überführen hat. Die diesjährige Ernte verspricht bei einer vergrößerten Anbaufläche eine gute zu werden, der Butterexport wird freilich durch die ungünstige Aufzucht von Milchvieh im letzten Jahre leiden; die geringe Wollschur wird dagegen durch die höheren Preise wohl teilweise ausgeglichen werden. h £33 033 Vermischtes. Das Imperial Institute in London. Dieses im Jahre 1893 gelegentlich des Regierungsjubiläums der Königin Viktoria gegründete Institut beschränkte sich ursprünglich darauf, Handel und Gewerbe des britischen Weltreichs durch zusammenfassende Aus- stellungen von Naturprodukten, besonders aus Indien und den Kolonien, zu fördern und für ihre Untersuchung und Abschätzung, wie auch für die Sammlung und Verbreitung der einschlägigen wissenschaftlichen, tech- nischen und Handelsnachrichten zu sorgen. Die Idee der Gründung war also ungefähr die gleiche wie die des Kolonial-Wirtschaftlichen Komitees, nur daß es infolge seiner bedeutenden Geldmittel und der ihm zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten gleichzeitig ein großes koloniales Museum sowie eigene Laboratorien einzurichten und zu unterhalten in der Lage war. Später wurde das Institut im Einklang mit seiner sich immer erweiternden Tätigkeit verstaatlicht, indem es nach einem Parlamentsbeschluß vom Juli 1902 vom 1. Januar 1903 an der Handelskammer (Board of Trade) unter- stellt wurde, und ihm gleichzeitig ein besonderer Ausschuß vorgesetzt wurde, dem außer Vertretern der Handelskammer auch solche der Land- W-irtschaftskammer (Board of Agriculture) sowie des Staatssekretariats für und dir Regierungen Indiens und der Kolonien angehören. Das Institut. dem Prof. Wyndham Dunstan vorsteht, der als technischer Sachverständiger für gewerbliche Rohstoffe und tropische Landwirtschaft bekannt ist, hat eine naturwissen chaftliche und technische Abteilung, ein Hauptamt für Veröffentlichungen und Untersuchungen und für wirtschaftliche Sammlungen aus Indien und den Kolonien, ferner eine Bücherei, Lesezimmer, Sitzungs- räume usw. Bekanntlich hat auch der internationale Kongreß für tropische Landwirtschaft im Jahre [914, dem Prof. Dunstan präsidierte, in den Räumen Institut tattgefunden. Das Institut beschäftigt jetzt 35- 40 wissen- tliche Beamte, teilweise in Übersee. Die Ausstellungshallen des In- stituts wurden 1914 von 185660 Personen besucht, an die 11 916 Druck- schriften verteilt wurden. Das vierteljährlich erscheinende „Bulletin of the Imperial Institute" enthält Berichte über die vom Institut angestellten Forschungen und größere Aufsätze über die neuere Entwicklung der tropischen Landwirtschaft, die Nutzbarmachung von Rohstoffen und ähnliches; dagegen werden die allgemeinen Handelsnachrichten und Aus- künfte über Statistik, Tarife usw., die früher zu den Arbeiten des Instituts gehörten, von dem „Commercial Intelligence Brauch" der Handelskammer besorgt, mit dem das Institut ebenso in Verbindung steht wie auch mit der amtlichen Auskunftsstelle für Auswanderer. Während des Krieges ist nun auch eine Auskunftstelle dem Imperial Institute angegliedert, die den Zweck hat, die Produzenten in den Kolonien mit den Fabrikanten und anderen Rohstoffabnehmern in Verbindung zu bringen, während sich die Auskunftstelle des Royal Colonial Institute mehr mit der Bearbeitung der Rohstofffragen als solchen beschäftigt. Es ist natürlich nicht immer durchführbar, die Tätigkeit, besonders der genannten drei Auskunft- stellen, scharf voneinander zu sondern. Die Kriegstätigkeit des Instituts befaßte sich einerseits damit, für die durch den Abschluß der Zentralmächte frei werdenden kolonialen Rohstoffe Absatzgebiete innerhalb des britischen Reiches zu finden, anderseits für den abgeschnittenen Bezug von Rohstoffen aus der Türkei neue Bezugsquellen ausfindig zu machen. Wie weit das geglückt ist, läßt sich nur von Fall zu Fall entscheiden; es wird sich vor allem erst lange nach Beendigung des Krieges herausstellen, ob diese neuen Verwendungen in England und die neuen kolonialen Bezugsquellen sich auch in dem regelmäßigen Wettbewerb im Frieden werden halten können. Vermutlich wird es auch hier heißen: Qui trop embrasse mal etreint. Rosenöl. Da viele ätherische öle, die der Parfümerie dienen, uns durch den Ab- schluß der feindlichen und überseeischen Länder allmählich knapp geworden sind oder ganz zu fehlen beginnen, finden diejenigen, die bei uns hergestellt werden oder aus befreundeten Ländern stammen, eine um so größere Be- achtung. Hierzu gehören außer den synthetisch gewonnenen Riechstoffen vor allem Maiglöckchen-, Veilchen-, Hyazinthen-, Pfefferminz- und Thy- mianöl, besonders aber Rosenöl, das sowohl in Deutschland angebaut sowie synthetisch hergestellt wird als auch von den befreundeten Ländern Bul- garien und Türkei eingeführt werden kann. Die Rosenernte Bulgariens ist ungefähr sechsmal so groß wie die Klein- asiens, erstere betrug z. B. 1914 etwa 750000, letztere nur 130000 Miskal (Muskai oder Metikal ä 4,811 g). Im Jahre 1915 wurden in Bulgarien sogar 810 154 Muskai (= 3888 kg) Rosenöl gewonnen. Der Durchschnittsertrag dieses Jahres an Rosenblättern betrug in dem Hauptbezirk ECazanlik 15 kg. in dem Bezirk Stara Zagora sogar 20 — 25 kg weißer Rosenblnthr auf 'Ich Ar. In Kazanlik ergaben etwa 18 kg, in Stara Zagora schon 12 — 14 kg Blumen- blätter 1 Muskai öl. In Bulgarien findet schon durch die Bauern eine bedeutende \ er- fälschung des Rosenöls statt, die namentlich in den letzten Jahren aul ordentlichen Umfang angenommen hat; infolged hon im - 4 8 - Jahre 1913 das anatolische (kleinasiatische) Rosenöl weit bessere Preise als das bulgarische. Während letzteres mit 1600 — 2500 M. bezahlt wurde, kostete ersteres bis zu 3000 M. Freilich gingen diese auf Preistreibereien der Spekulanten beruhenden Preise bald zurück bis auf 1200 M. für das Kilo- gramm. Diese Rosenöle werden noch größtenteils in primitiver Weise durch Destillation gewonnen, wobei die Blütenblätter der weißen Rosa moschata mit denen der roten Rosa damascena gemischt werden; erstere ist zwar weniger ölreich, gedeiht aber noch an Orten, die für die letztere nicht mehr genügen. Das hierbei gleichzeitig gewonnene Destillationswasser wird als Kosenwasser von Konditoren, Likörfabrikanten, Parfümfabrikanten und Her- stellern von kosmetischen Mitteln viel verwandt. Das bei diesem alten Ver- fahren gewonnene öl enthält nur einen Teil des eigentlichen Rosenduftes, ein anderer, nämlich die im Wasser löslichen Stoffe, verbleiben im Rosen- wasser, so daß eigentlich letzteres wieder hinzugesetzt weiden muß, um echten Rosenduft zu erhalten. Mit diesem unvollständigen Rosenöl begnügt man sich meist nur bei kosmetischen Präparaten, wie Cold - Cream, Glyzerin - Honig - Gelee usw.; sonst ergänzt man meist das Rosenöl durch ähnliche aus anderen ölen gewonnene Stoffe. Oft dienen diese auch als vollkommener Ersatz, jeden- falls aber als Mittel, das kostbare Produkt zu verbilligen. Besonders kommen hierfür das Geraniol und das Zitronellol in Betracht, zwei Alkohole, die frei oder zum kleinen Teil verestert, mit 75 bzw. 20% im Rosenöl enthalten sind: außerdem enthalten die Rosenblätter noch den sehr flüchtigen Phenyläthyl- alkohol, der bei der Destillation fast völlig in das Wasser übergeht. Geraniol ist gleichzeitig der Hauptbestandteil des französischen und indischen Geraniumöles, findet sich aber auch im Citronella-, Lemongras-, Lavendcl- und Ylang-Ylangöl. Mit Rosenblüten zusammen destilliert, ergibt dieser Stoff das wohlduftende Rosengeraniol, mit Zitronellol versetzt wird es be- sonders bei Rosenseifen als Ersatz von Rosenöl verwendet. Das feinste Rosenöl wird durch den Enfleurageprozeß gewonnen, indem mau den Duft der Rosenblätter in tierischem Fetl auffängt. Der alkoholische Auszug dieser sog. Rosenpomade gibt die feinsten Rosen-Extrakte, wie sie besonders in Grasse hergestellt werden. Neuerdings wendet man auch andere Extraktionsverfahren an, von denen das mit Petroläther das älteste ist; auch Phenyläthylalkohol oder Geraniol stellen gute Extraktionsmittel für Rosen- blätter dar, wenn man dabei auf <«> 7<> C. erwärmt und die ausgezogenen Blätter wiederholl durch neue ersetzt. Als Zusatz werden noch Linalool, Linalylazetat, Kumarin und etwa- Moschus gebraucht. JH(?33G13| Auszüge und Mitteilungen. |ßgD(gg Su r i n a m - A u ß e n h a n d e 1. Ausfuhr und Einfuhr hielten sich im Jahre i<)i,i mit 6,4 Mill. Fl. ungefähr die Wage. Her Anteil der Niederlande daran stieg von 1,6 im Vorjahi auf 3,5 Mill. tl., während derjenige der Ver einigten Staaten ungefähr in dem gleichen Verhältnis von 3,] auf 1,6 Mill. Fiel; eine Abnahme zeigt sich auch bei Großbritannien von 310000 auf 100 Fl., sowie bei Frankreich von J75000 auf tiooo Fl. — 49 — Die Haupterzeugnisse der Kolonie und ihre Mengen waren 1914 folgende: Zucker 15021700 kg, Rum 1623700 1, Melasse 45100 1, Kakao 1457400 kg, Kaffee 481000 kg, Bananen 344400 Büschel, Bakoven 310 610 Büschel, Mais 877700 kg, Reis 3 135 700 kg, Kokosnüsse 876003 Stück, Erdnüsse 1 517 500 kg, Balata 1 018 525 kg, Gold 918595 g, Holz 1903 cbm, Letterholz 104 009 kg. Von diesen Erzeugnissen kamen zur Ausfuhr (Preis der Einheit in Gulden in Klammern): Zucker (1. Produkt) 1206359 kg (0,19)- Zucker (Nachprodukt) 556870 kg (0,16), Rum und Dram von 50 v. H. 1 199 724 1 (0,14), Kakao 1893449 kg (o,57), Kaffee 373 520 kg (0,75), Gold (roh) 527508 g (1,40), Balata oder Bolletreemilch 675654 kg (2,50), Bakoven (frische) 73 161 Büschel (0,36), Bakoven (getrocknet) 45 210 kg (0,25), Holz 1903 cbm (20,—), Letterholz 104009 kg (0,20). Anbauflächen in Argentinien. Während der Weizenanbau sich im Jahre 1915/16 um 5,5% gehoben hat, von 6261000 auf 6608000 ha, ist das Haferareal um 9.5 °/ zurückgegangen, von 1 161 000 auf 1 065 000 ha. Auch der Leinsaatanbau hat abgenommen um 4,9%, von 1 723000 auf 1 643000 ha. Die Ernteaussichten sind bisher im allgemeinen günstig; besonders in den Getreidebau- gebieten hat es genug geregnet. Der Außenhandel Nigerias. Im Jahre 1913 belief sich die Ein- fuhr auf 5 701 000 £ gegen 5467000 £ im Vorjahr, die Ausfuhr auf 7097000 £ gegen 5772000 £ im Vorjahr. Die Vermehrung der Ausfuhr ist vor allem eine Folge der verbesserten Verkehrsmittel, wie Eisenbahnen, Flüsse, Straßen. Die Hauptausfuhrartikel sind in Süd-Nigeria Palmkerne, Palmöl, Baumwolle, Kakao, Mahagoni, in Nord-Nigeria Erdnüsse, Häute und Felle, Wolle, Zinn. Der Export der letzten drei Jahre ergibt sich aus folgender Tabelle. Süd-Nigeria Baumwolle, tti u Kakao t lachs 2 238 000 lb 9 859 000 lb zu 66 935 £ zu 164 664 £ 4 373 000 lb 7 594 000 lb zu 102 932 £ zu 130 542 £ 6 361 000 lb 8 112 000 lb zu 159 223 £ zu 157 480 £ Nord-Nigeria Erdnüsse Häute und Felle Wolle Zinn 191 1 für 10 377 £ 37 809 £ 40 496 £ 181 759 £ 1912 ,. 18930,, 68832,, 57407,, 336530,, 1913 „ 174 716,, 197 214 „ 74 471 „ 568428,, Liquidation deutscher Firmen in Indochina. Nach dem Journal officiel sind nicht weniger als 94 deutsche oder österreichisch-ungarische Handelshäuser, industrielle und landwirtschaftliche Unternehmungen unter staat- liche Verwaltung gestellt. In 76 Fällen ordnete der Gerichtshof in Saigon die Sequestrierung an; alle Warenlager, selbst persönliches Eigentum der Deutschen, darunter auch viele nicht verderbliche Artikel, werden verkauft oder vielmehr verschleudert; die sog. »mesure conservatoirc« ist nicht um ein Haar besser als die in den englischen Plätzen von Singapore, Penang, Hongkong usw. beliebte Zwangsliquidation. Die Regierung will eben, gehetzt von der lokalen Presse, alle 1911 1912 1913 Palmkerne 176 000 t zu 2 574 405 £ 185 000 t zu 2 797 411 £ 175 000 t zu 3 109 918 £ Palmöl 79 000 t zu 1 696875 £ 77 000 t zu 1 654 933 £ 83 000 t zu 1 854 384 £ Mahagoniholz 13675 Logs zu 55 575 £ 15 565 Logs zu 78 007 £ 19 152 Logs zu 105 440 £ Tropenpflanzer 1916, Heft 1. -r- 50 — Unternehmungen der Feinde spurlos vertilgen: selbst die beiden deutschen Reis- mühlen in Cholon. obgleich unter französischem Gesetz stehende Aktiengesell- schaften, verfielen der gerichtlichen Auflösung. Zunahme des Getreidebaues in Turkestan. Die Ausdehnung' des Ackerbaues in den etwa 2 Millionen Dessjätinen umfassenden Waldgebieten Turkestans macht erfreuliche Fortschritte. Während vor 20 Jahren erst 50 000 bis 60000 Dessjätinen mit Getreide bestellt wurden, ist jetzt fast der vierte Teil alles bewässerten Landes unter Kultur. Auf vielen Farmen (Waldgütern) von Fergana, auf denen früher nur 20 bis 25 °/ oder weniger mit Getreide bestellt waren, sind es jetzt 60 bis 85 °/ . Während die Bruttoeinnahme des bewässerten Gebietes von Fergana früher 21,7 Millionen Rubel betrug, beträgt sie jetzt 105 Millionen Rubel. Rumäniens Ernte. Die Ernte des Jahres 191 5 ergab 31 Millionen Hektoliter Weizen gegen 17 Millionen im Vorjahre, rund 15 Millionen Hektoliter der diesjährigen Ernte sind für die Ausfuhr verfügbar. Die entsprechenden Zahlen für Roggen sind 1 Million gegen 700000 im Vorjahre, so daß 500000 zur Verfügung stehen; an Gerste wurden 10 Millionen Hektoliter gegen 9 Millionen im Vorjahre geerntet, davon sind 5 Millionen Ausfuhrüberschuß; nahezu die gleichen Zahlen gelten für Hafer. Die Maisernte des Jahres 191 5 wird auf 33 Millionen Hekto- liter geschätzt, von denen 22 Millionen ausgeführt werden können. Außerdem liegen noch sehr erhebliche Mengen vom vorigen Jahre zur Ausfuhr bereit, so z. B. allein 6000 Waggons Bohnen. Neuerdings ist ja nach langwierigen Verhandlungen der Ankauf von 50 000 Waggons Getreide seitens der Zentralmächte zustande ge- kommen, von denen 20000 aus Weizen, 10 000 aus Mais, 7500 aus Gerste, 5000 aus Hafer und 2500 aus Roggen bestehen; immerhin ist dies nur ein kleiner Teil der zur Ausfuhr bereitliegenden Getreidemengen. Ungünstig ist der Ernteertrag der Ölsaaten, die aber in Rumänien keine große Rolle spielen. Raps wurde ge- erntet 300000 gegen 600000 Hektoliter im Vorjahre, Leinsaat 47000 gegen 58 000 Hektoliter im Vorjahre. Kali in Spanien. Nach neueren Nachrichten scheinen die katalonischen Kalifunde doch von größerer Bedeutung zu sein, als man zuerst annahm. Man hat an den im Tertiärbecken des Ebro bei Barcelona befindlichen Fundstellen Karnalitschichten von 22 nv und Sylvinitschichten von 8 m Gesamtmächtigkeit fest- gestellt; auch das Streichen der Schichten kennt man, aber natürlich noch nicht die Ausdehnung des Kaligebiets. Neben dem Kalisyndikat und spanischen Inter- essenten hat auch der amerikanische Düngertrust sich schon Felder in diesem Gebiel gesichert. Fords billiger Motor pflüg. Eine aufsehenerregende Mitteilung hat Ford, der größte Automobilfabrikant der Welt, auf seiner Friedensfahrt den Berichterstattern in Christiania gemacht. Er habe sich in den letzten Jahren mit der Konstruktion eines Motorpfluges beschäftigt, den er vier Jahre lang auf einer Farm erprobt habe; jetzt sei er ausgeprobt. Er koste nicht mehr als ein Pferd und arbeite füi se» bs Pferde; auch könne er überall gebrau« hl « erden. Ford will eine halbe Million Pflüge jährli« h herstellen, im übrigen aber ihn allen Munitions- fabriken kostenlos zur Verfügung stellen, damit sie statt Kanonen und Granaten sich mit der Herstellung von Pflügen befassen können. Sollten sich diese Motor- pflüge auch in warmen Gegenden bewähren, SO würden sich der dortigen Land- wirtschalt unübersehbare Perspektiven eröffnen, indem sie den Ackerbau von der durch Tsetse und Futtermangel dort vielfa« h erst bwerten Viehhaltung unab- — 3 hängig machen würden, ganz abgesehen von der durch die Leistungen dieser Motorpflüge erzielten Ersparnis an Zeit und Arbeitskräften. Nährwert des Heidekrautes. Schon Fütterungsversuche von Müller aus dem Jahre 1904 mit Milchkühen und Schafen ergaben das Resultat, daß Heidekraut bei Rindvieh als Strohersatz in Notzeiten in Betracht kommt, bei Schafen dem Halmfruchtstroh gleich zu setzen sei. Nach neueren Untersuchungen Schmögers enthält Heidekraut neben 19,5 u Rohfaser 7 % Roheiweiß, 8,7% Roh- fett und 50 bis 56 % stickstofffreie Extraktstoffe. Am günstigsten ist die Zusammen- setzung natürlich bei den Blättern, während die groben Stengel den geringsten Nährwert haben. Es sollen bei der Vermahlung des Heidekrautes zu Futter, die jetzt im großen Maßstabe geschehen wird, auch nur die feineren Teile verarbeitet werden. Die Kaffee vorräte. Die Weltbestände an Kaffee waren nach der Duuringschen Statistik Ende November 1915 10 429 000 Sack gegen 10 117 000 Sack um die gleiche Zeit im Vorjahre, also um 312 000 Sack größer. Während sie im November 1914 um 95 000 Sack zurückgingen, nahmen sie in diesem November um 47 000 Sack zu. Da sie am 1. Juli 1915 nur 7 538000 Ballen betrugen, haben sie seit dem um fast 3 Millionen Ballen zugenommen. Dagegen haben sich die europäischen Vorräte während des Monats November von 3 550 000 Sack auf 3 512 000 Sack vermindert, in dem gleichen Monat 1914 .-on 5 437 000 auf 4 772 000 Sack. Die weit größeren Kaffeevorräte Ende 1914 in Europa beruhten auf den damals noch großen Lagern in Hamburg. Bremen und Antwerpen, deren sehr bedeutende Abnahme durch die Mehreinlagerungen in London, den Nieder- landen und Marseille nur teilweise ersetzt sind. Es lagerten im November: 1913 1914 1915 Sack Sack Sack Antwerpen . . 980 000 1 018 000 J ) 100 000 Hamburg . 1 728 000 818 000 : ) 200 000 ') Bremen 133 000 65 000 10 000 England . 194 000 290 000 561 000 Niederlande 593 000 234 000 336000 Havre . . 2 540 000 2 163 000 2 041 000 Marseille . 136 000 90000 166 000 Bordeaux . 46 000 39 000 48 000 Kopenhagen 72 000 28 000 50 000 Triest . . 281 000 27 000 ') — Brombeerblätter als Tee-Ersatz. Da bei längerer Dauer des Krieges ein Teemangel bei den Zentralmächten eintreten könnte, macht man verschiedentlich darauf aufmerksam, daß die jungen Triebe der Brom- beere, ja sogar die älteren Blätter einen Ersatz bilden könnten, wie sie auch jetzt schon häufig zur Fälschung des Tees benutzt werden. Über die B< reitung dieses Tees schreibt die Drogistenzeitung: Nach E. Fraule werden die Erstlingstriebe der zarten Pflanze und deren Ausläufer gesammelt, mit einer schwachen Abkochung von Eichenrinde Übergossen und in geeigneter Weise in dünner Schicht ausgebreitet und ge- trocknet. Die Blätter rollen sich von selbst zusammen und sind in Aus- sehen und Geschmack von echten Teeblättern kaum zu unterscheiden. Durch Zusatz einer geringen Menge Pekkoblütcn wird dieser Ersatz vervollkommnet. *) Geschätzt. Es sind Versuche angestellt worden, die Brombeerblätter einer Gärung zu unterziehen, was bis jetzt jedoch noch mißglückt ist. Die Blätter wurden schwarz, unansehnlich und schimmlig. Bessere Erfolge wurden mit dem Rösten der Blätter ohne vorherige Gärung erzielt. Man sammelt die Blätter bei trockenem Wetter und röstet dieselben bei gelindem Feuer auf einem Siebe oder einer Eiscnplatte unter beständigem Schütteln respektive Wenden und Rühren. Man reibt die Blätter nun durch ein weitmaschiges Sieb, wodurch sie eine dem Tee ähn- liche Form erhalten und gleichzeitig einen angenehmen Geruch entwickeln. Sie liefern einen Tee, der dem echten in Farbe und Geschmack ähnlich ist, und geben mit Zucker und Rum oder Kognak ein schmackhaftes Getränk. Ernte von Ölsaaten in B r i t i s c h - I n d i e n. Von der auf 6524200 acres geschätzten Anbaufläche der Raps-, Rübsen- und Senfsaaten wurden 1208200 tons Saat, von der auf 3328900 acres geschätzten Anbau- fläche von Lein 394800 tons Saat erwartet. Neue Gesellschaft zur Verwertung der Kokosnüsse. Unter dem Namen Philippine Cocoannt Products Cie. hat sich in Augusta in Maine, Vereinigte Staaten, eine Gesellschaft mit 3 Mill. $ Kapital gebildet behufs Anbau von Kokospalmen und Verarbeitung von Kokosnüssen in den Philippinen. Ferner hat sich in Liverpool eine Ge- sellschaft mit 1V2 Mill. ,$ gebildet, die in Brasilien eine Kokospalmen- pflanzung von angeblich 25000 acres gekauft hat; außerdem soll sie Ländereien in Brasilien in einer Ausdehnung von 320000 acres (?) erworben haben. Außer der Verarbeitung von Kopra will sie auch Faserfabriken errichten, sowie Geschäfte in Kaffee, Kakao, Tabak und ölen betreiben. Nordische ölfabriken. Die Leinölfabrik Aktieselskabet Lilleborg Fabriker in Kristiania will ihre Kokosnußfabrik so erweitern, daß sie den ganzen norwegischen Bedarf zu decken vermag; außerdem will sie eine Erd- nußölfabrik errichten, die gleichfalls groß genug ist, um den Inlandbedarf zu versorgen. In Karlshamn in Schweden hat der schwedische Spritring Beymersholms Gamla Spritförödlings Aktiebolag in Stockholm neuerdings eine ölfabrik errichtet, die erste ihrer Art in Schweden. Sic wird besonders Erdnüsse vom Senegal verarbeiten, die als Rückfracht gegen schwedisches Holz von einer demnächst ihren monatlichen Betrieb beginnenden Fracht- linie nach Dakar eingeführt werden sollen. Sojabohnen, Palmkerne, am usw. sollen übrigens gleichfalls in der Fabrik verarbeitet werden. T r a u 1) e nkemö 1. Die im letzten Jahre viel zur ölgewinnung be- nutzten, vdii den getrockneten Trestern getrennten Traubenkerne enthalten 9 — 10% öl, und es kann ein dem Provenceröl an Güte gleichkommendes ( '1 an- ihnen gewonnen werden. Da auf 1000 1 Wein etwa 50 kg Kerne kommen, so könnten bei 2,3 Mill. hl deutschen Weines etwa 11 500 t Traubenkerne am öl verarbeitet werden, die gegen 'Hin t Traubenkernöl liefern würden. Bei einem Handelswert von 200 M. pro Tonne Kerne in Friedenszeiten würden die 11 500 t Kerne einen Werl von 2,3 Mill. M. darstellen. Die von den Kernen befreiten Trester bilden außerdem ein KUtes Yiehfutter. Fetthärtung. Nach dem Vergleich im Patentstreit zwischen den Germaniawerken zu Emmerich a. Rh. und den Bremen-Besigheimer ölfabriken befassen sich letztere vorwiegend mit der Härtung der Speiseöle, die als Brebesol aufgeführt werden, ersten mit derjenigen der Wal- und Fischtrane — :>.:> — sowie der verschiedensten anderen Öle behufs technischer Verwendung, wie Linolith aus Leinöl, Krutolin usw. Die Kerzenfabrikation verbraucht nur hochschmelzendes Material, im Jahre 1912 etwa 5000 Tonnen, die Speisefett- industrie, deren Verbrauch von 80 000 Tonnen im Jahre 1900 auf 200 000 Tonnen im Jahre 1912 angewachsen ist, wenigstens mäßig feste Fette, nur die Seifen- fabrikation, die mit 350000 Tonnen im Jahre 1912 (150000 Tonnen im Jahre 1900) an der Spitze steht, konsumiert auch erhebliche Mengen flüssiger Fette. Von den hergestellten Seifen bestehen 10 % aus Toiletteseifen, 45 % aus harten Haushaltseifen, 30% aus Schmierseifen und 15% aus Seifenpulver. Der bisherige Mangel harter Fette hatte zur Folge, daß die bekannte Oranien- burger Seife, die vor 10 Jahren noch 75% Palmkernöl enthielt, jetzt nur 20% davon enthält. Farbstoffmangel in Amerika. Bis zum August 1914 lieferte Deutschland fast 95 % der in den Vereinigten Staaten verbrauchten Farb- stoffe, seitdem hat sich in zunehmendem Maße Mangel an Farbstoffen da- selbst gezeigt, obgleich namentlich im ersten Kriegsjahre doch noch große Mengen Farbstoffe von Deutschland nach Amerika hin gelangten. Die sehr erheblichen Preiserhöhungen der in Amerika befindlichen Farbstoffe ver- teuerten allmählich auch die fertigen Waren bedeutend, so sollen im No- vember 1915 billigere Seidenstoffe um 40 Pfg., bessere um 1 M. für den Meter im Preise gestiegen sein. Auch die Strumpffabrikation, die gerade infolge des Krieges in Amerika eine sehr günstige Konjunktur haben könnte, leidet sehr unter dem Farbstoffmangel, ja es ist für sie sogar eine geradezu be- drohliche Lage entstanden. Während die Ausfuhr amerikanischer Wirk- waren im Kriegsjahre von 2V2 Müll. $ auf 13 Mill. $ gestiegen ist, haben jetzt zahlreiche Fabriken aus Mangel an Farbstoffen und Kunstseide schließen müssen; auch sind die Arbeitslöhne gestiegen wegen der lohnenderen Be- schäftigung in Munitionsfabriken. Es wird deshalb schon empfohlen, die amerikanische Damenwelt möge .-ich auf weiße Kleidung oder vielmehr ungefärbte Ware beschränken, doch befürchtet man dann einen starken Rückgang der Nachfrage. Eine andere Möglichkeit ist die, sich wieder mehr als bisher den Naturfarbstoffen zu- zuwenden. Die blauen und dunklen Farbtöne von Wolle und Baumwolle lassen sich durch Blauholzextrakte erreichen, auch für Rot- und Braun- färbung wollener Sachen, Teppichen, Filzstoffen usw. ließen sich leidlich ausreichende Vorräte aus pflanzlichen Farbstoffen schaffen; desgleichen würden Gelbhölzer genügend gelbe Farbe liefern. Aber mit der Heran- schaffung so gewaltiger Mengen, wie benötigt werden, wird natürlich viel Zeit verloren gehen, wozu dann noch die Zeit der Extraktion sowie der Färbereiprozesse hinzutreten. Kochenille könnte sich nur in sehr geringen Mengen augenblicklich beschaffen lassen, und die auf dem Weltmarkt zu beziehenden Mengen von Krapp und Pflanzenindigo dürften bei weitem nicht genügen; auch die Vermehrung des Anbaues dieser beiden Pflanzen lalii sich gleichfalls nicht so schnell und stark beschleunigen. So bleibt schließlich kaum etwas anderes übrig als die Entwicklung der Kohlenteer-Farbstoffindustrie in Amerika. Eine in der letzten September woche 1915 im Grand Central Palace in Newyork abgehaltene Ausstellung der in Amerika hergestellten chemischen IndustrieerzeiiKnissc sucht gerade auch diese Bestrebungen zu fördern, indem in einer besonders sorgfältig bearbeiteten Abteilung Chemikalien, Erze, Metalle, Farbstoffe, Drogen, — 54 — Tuche usw., die hierfür in Betracht kommen, ausgestellt wurden; eine weitere Abteilung zeigte in Amerika hergestellte Apparate und Laborato- riumsgegenstände, die bisher meist aus Deutschland kamen; eine dritte Gruppe brachte die Maschinen und Ausrüstungsgegenstände für chemische Fabriken zur Anschauung. Auch das Großkapital hat sich der Sache bemächtigt, und zur Förderung dieser Bestrebungen hat das Handelsamt der Bundesregierung in Newyork ein besonderes Bureau eingerichtet unter Leitung des früheren Chemnitzer Generalkonsuls Thomas H. Norton. An der im November unter den Ge- setzen von Delaware mit einem Aktienkapital von 15 Mill. $ eingetragenen Federal Dyestuff & Chemical Co. sollen sich auch Standard-Oil- und Du Pont- Kapitalien beteiligt haben. In Elisabeth, N. Y., werden die Midvale Chemical Works von St. Louis, Mo., große Farbwerke errichten; die Frick Coke Co. gedenkt die Grubenwasser ihrer in Mount Pleasant, Pa., gelegenen Kohlenreviere zur Farbenfabrikation zu verwerten; sie hat große Maschinen aufgestellt, um mit Hilfe von Separatoren die für die Farbenfabriken ge- eigneten Rohstoffe abzuscheiden. In Argentinien, wo beispielsweise der schwarze Farbstoff von 2 auf 23 Pesos gestiegen ist und schließlich überhaupt nicht mehr käuflich war, und wo zahlreiche Unternehmen, namentlich Strumpffabriken, ihren Be- trieb deshalb einstellen mußten, ist in Sta. Fe eine große Fabrik der Sociedad Argentina de Productos Quimicos im Bau, die mit einem Kapital von 1 Mill. Pesos (Gold) und unterstützt von der Regierung die Herstellung der Farben mit Hilfe deutscher Chemiker selbst in die Hand nehmen will. Die maschinelle Anlage kostet allein 300 000 Pesos, und man hofft im Februar die ersten fertigen Farbstoffe liefern und im ersten Jahre bis 4000 Tonnen herstellen zu können, wogegen freilich allein aus den Vereinigten Staaten Auf- träge auf 10 000 Tonnen Farbstoffe vorliegen sollen. 1 ) Wie weit diese gigantischen Fabriken auch in Friedenszeiten imstande sein werden, den Bezug deutscher Farbstoffe fernzuhalten, kann nur die Zu- kunft lehren. In Amerika dürften wohl wegen der hohen Löhne große Schutzzölle nötig sein, die aber dann die Ware wieder so verteuern würden. daß die Ausfuhr der gefärbten Stoffe dadurch sehr behindert wird. Außer- dem fehlen den Fabriken die langjährigen Avissenschaftlichen Erfahrungen der Farbchemiker Deutschlands, und es dürfte ihnen nicht leicht werden, sich einen geeigneten Stab gleichwertiger Chemiker zu schaffen, wenngleich man bei der Internationalitat der Wissenschaft sich hierbei keinen Illu- sionen hingeben soll. Indigokultur in Indien. Infolge des durch den Krieg hervor- gebrachten Farbstoffmangels hat diese Kultur wieder etwas an Bedeutung gewonnen. Infolge der günstigen Resultate, die van Lookheren Campagnc *) Auch in Japan ist man nicht untätig; das dortige Handelsministerium hat beschlossen, eine mit vorläufig 5 Mill. Yen Kapital ZU errichtende Gi seilschaff behufs Herstellung von Farbstoffen dadurch zu unterstützen, daß sie ihr eine Dividende von 8% für die Dauer von 10 Jahren garantiert und ihr jährlich 2400 Tonnen Benzol aus den staatlichen Werken zum G( stehungspreis abläßt. Daß auch in England in dei liritish Dyes Ltd. die gleichen Bestrebungen sieh in Wirklichkeit umgesetzt haben, haben wir schon Tropenpflanzer 1915 S. (>.)(> berichtet. 3 — durch sein Verfahren mit Natal-Indigo (Indigofera arrccta) auf Java erzielte, hat man sich auch in Britisch-Indien mit dieser Kultur be- schäftigt und es wurde hierzu von der Pflanzer-Vereinigung Bihar's eine Versuchsstation errichtet; 1909 bis 1910 übertraf in Bihar die Anpflanzung dieser Art sogar die der sonst in Britisch-Indien bevorzugten Art (I n - digofera sumatrana); dann ging aber deren Kultur infolge schlechten Wachsens des Natal-Indigos schnell zurück, und 1913 wurde die Station aufgelöst, indem die britisch-indische Regierung in dem Agricultural Re- search Institute zu Pusa die Versuche fortzusetzen versprach. In den Bulle- tins 51 und 54 dieses Jahres beschäftigt sich letztere mit der Ursache des Zurückgehens und mit der Sortenauswahl; als erstere werden Fehler in der Kultur erkannt, hauptsächlich andauernde Feuchtigkeit im Boden. Es wird empfohlen, diesen Indigo erst Mitte August, wenn der größte Teil der Regenzeit vorbei ist, auf hoch gelegenen, gut dränierten fruchtbaren Böden in zwei Fuß auseinanderstehenden Reihen auszusäen und den Boden zwischen den Reihen gut zu bearbeiten. Der Selektion steht im Wege, daß die Blüten auf Fremdbestäubung angewiesen sind, man muß also die vorteilhaften Varianten isolieren. Auch auf die Entwicklung der Wurzelknollen durch gute Bodenbearbeitung und nicht zu tiefes Abkappen beim ersten Schnitt wird besonderer Wert gelegt, da die Wurzelknollen für die Indikanbildung der Blätter von Bedeutung sind. Gerb- und Farbstoff werke W. Renner u. Co. Diese in Hamburg ansässige Aktiengesellschaft hat ihre Interessengemeinschaft mit der Forestal Land Timber and Railway Co. in London, die sich hauptsäch- lich mit der Verwertung des argentinischen Quebrachoholzes beschäftigt, nach einstimmigem Beschluß der außerordentlichen Generalversammlung vom 20. Dezember gelöst. Im Verlaufe des Krieges sei, wie Direktor Renner sowie der Vorsitzende Geheimer Baurat Professor Frentzen erklärten, das Verhältnis zu dieser englischen Gesellchaft unhaltbar geworden; auch seien seit Ausbruch des Krieges die beiden Vertreter von Renner im Auf- sichtsrat der Forestal nicht mehr befragt und die Verkaufsagentur der Forestal in Hamburg aufgehoben worden. Es sei auch keine Aussicht vor- handen, daß nach Beendigung des Krieges der frühere Zustand wiederkehren werde. Im übrigen ginge das Geschäft gut, und es werde mit vollem Betrieb gearbeitet, so daß man eine befriedigende Dividende erwarten dürfe. (1913 wurden 19%, 1914 10% verteilt.) Häuteausfuhr aus dem peruanischen Bezirke Paita im Jahre 1914. Während vor dem Kriege die Ziegenfelle des genannten Bezirkes größtenteils nach den europäischen Zentralstaaten und Rußland, die Ochsenhäutc fast sämtlich nach Deutschland gingen, sucht die Ausfuhr jetzt ihren Abfluß fast ausschließlich nach Nordamerika, für Ochsenhäut. auch nach Großbritannien. In Nordamerika sind aber die Preise für die Ziegenfelle seit Beginn des Krieges bedeutend gefallen, und die Ochsenhäute waren mehrere Monate hindurch wegen der großen dort lagernden Vori fast unverkäuflich. Vermehrte A b h a r z 11 n g d e r d e u t s c h e 11 W ä 1 d e r. Diese i-t neuerdings in Angriff genommen, und man erwartet, daß schon im Januar (.der Februar das sogenannte Scharharz der deutschen Fichtenwälder an den Markt kommt. Für später i^t die 1 [arzgewinnung bei den alten Waldbeständen in Au- - 56 - sieht genommen, da bei ihnen Bedenken der Forstverwaltung nicht in Frage kommen. Auch wird der Kriegsausschuß durch Verarbeitung der großen in Russisch-Polen gewonnenen Mengen Kienöls ziemlich erhebliche Posten an raffiniertem Kienöl zur Verfügung stellen können. In den besetzten polnischen Gebieten hat die österreichische Verwaltung nicht nur große Harzmengen vorgefunden, sondern auch die Harznutzung mit Erfolg ein- geführt. Während das in Xiederösterreich gewonnene, sog. Wiener Neu- städter Terpentinöl durch Destillation des Rohharzes der Schwarzföhre gewonnen wird, wird das russische Kienöl von Luck usw. durch Destillation der Wurzelstöcke der Kiefern gewonnen. Lage des Terpentin- und Harzmarktes in Nord- amerika. Während früher gerade die Kreise der sog. Naval-Stores- Industrie nebst den Baumwollproduzenten am heftigsten gegen den Ab- schluß der zentral-europäischen Mächte durch England eiferten, hat die steigende Konjunktur wie der Baumwolle, so auch des Terpentinöls und der Harze, die Stimmen dieser Vertreter des freien Handels zum Schweigen gebracht. Während der niedrigste Stand des Terpentinöls Anfang Oktober in Newyork etwa 3iV 2 cts., in Savannah 38V2 cts. betrug, sind die Preise Mitte November schon auf 57 bzw. 55 cts. gestiegen; in ähnlicher Weise haben -ich die Preise in Jacksonville und Neworleans entwickelt. Neben der Auf- speicherung größerer Mengen seitens des Großhandels, um beim Friedens- schluß gerüstet zu sein, ist die Preissteigerung, und zwar vor allem, auf den gewaltigen Verbrauch für Herstellung von Munition zurückzuführen. Lackrohstoffe. Trotz der Bemühungen Englands, Deutschland auch die zur Lackbereitung nötigen Rohstoffe vorzuenthalten, reicht das Angebot doch aus, um den Bedarf noch für lange Zeiten zu decken, wenn auch höhere Preise dafür angelegt werden müssen. Die sehr schwankenden Preise für amerikanisches Harz belaufen sich auf 270 bis 295 M. für 100 kg frei Hamburg; für Schellack, das aber wenig begehrt wird, auf 250 bis 340 M. ab Lieferstation. Von Kopalen wurden besonders harte Sorten gesucht, von billigeren Kongosorten wurden größere Mengen gehandelt. In Sprit lösliche Harze fanden, da in Holland zu hohe Preise gefordert wurden, wenig Käufer; Asphaltlack wurde von Antwerpen aus angeboten, auch Stearinpech und Archangel-Kronpech konnte geliefert werden, ebenso japa- nisches Wachs, während das im Inland gewonnene Montanwachs vielfach dann benutzt wird, wenn die ausländischen Materialien fehlen. Also auch hierbei ge- langt die englische Aushungerungspolitik nicht zum Ziel. Kautschuk- Ein- und Ausfuhr Großbritanniens. Eine vor- treffliche Illustration des Ersatzes des Wildkautschuks durch Plantagenkautschuk liefert die Einfuhrbewegung Großbritanniens. Es wurden eingeführt: Von den Hauptländern des Plantagenkautschuks 1912 1913 1914 Cwts(äioolbs) £ Cwts £ Cwts £ Straits Settlements . 239 038 5 380 827 338 313 5 296 206 473 599 5 248 734 Malayische Staaten 142338 3247451 221304 3532173 219991 2512500 Ceylon .... 91006 2 101 622 150 1S2 2309324 209693 2328024 Von den Hauptländern des Wildkautschuk- Brasilien .... 339907 6791666 363595 5 94" 7™ 277433 2433581 Peru 359.v s 7'" 474 29133 445681 15523 186078 Französ. Westafrika 33764 11.1640 22 610 2s. 1 808 6290 59731 Goldküste, . . . C7 553 '9' 383 1 4 935 il7"'< s 5644 45 988 57 Von anderen Ländern 332964 2701268 434 367 2568029 306585 2025671 Bei der Wiederausfuhr steigerte sich der Export nach Rußland und Nord- amerika, während der nach Deutschland sank. Es wurden exportiert nach 1912 19 13 19 M Cwts (ä 100 lbs) £ Cwts £ Cwts £ Vereinigte Staaten . 330 183 6 595 285 398510 5417 127 54i 615 5912899 Rußland .... 80872 1 646 915 142 326 2 205 205 168 156 1 860 362 Deutschland . . . 191 865 3 685 073 217944 3 342 715 158428 1 691 885 Frankreich . . . 117 961 2544252 118 908 1 876 506 "0573 1 294 656 anderen Ländern . 92 227 1 815 806 130 581 1 995051 120485 1 360 864 Guttapercha-Einfuhr: 57456 220863 in 240 288728 52342 620225 Auffallend sind die Schwankungen im Guttaperchahandel, die große Menge des Jahres 1913. der hohe Preis des Jahres 1914: exportiert wurden nur 6089 Cwts im Jahre 1912, 8877 Cwts im Jahre 1913, 8856 Cwts im Jahre 1914. Kautschukimport der Vereinigten Staaten. Von Interesse ist die Entwicklung des nordamerikanischen Kautschukimportes der letzten drei Jahre, d. h. die starke Zunahme an Menge und die Abnahme oder sehr geringe Zunahme an Wert. Bemerkenswert ist ferner die auffallende Tatsache, daß die Einfuhr von Guayule nach dem gewaltigen Sturz 1913/14 sich wieder auf die Hälfte erholt hat, während dagegen Gutta Jelutong weiter an Bedeutung verliert. Die Einfuhr betrug 1912/13 Pounds $ 191 Pounds 3/i4 $ 1914/15 Pounds | Kautschuk . Kautschuk- scrap und Abfall . . . Guttapercha Balata .... ( iuayule . . . Guttajelutong 113 384 359 43 385 456 480 853 1 318 598 10 218 191 45 345 338 90 170 316 3 709 238 167 313 766 772 4 345 088 2 174 441 131 995 752 25958 261 1 846 109 1 533024 1 475 804 24926571 71 219851 2 063 198 323 567 793 126 607 076 1 155402 172 068 428 11 006 928 1 618 214 2472 224 5 in 849 14 851 264 83 030 269 726914 230 750 963 384 1 44i 367 73i 995 101 333 168 — 76 162 220 — 87 124679 Exportiert wurden an Rohmateri- alien nur . 4 622 562 2 557 372 3S01 741, An dem Export nahm Gutta Jelutong gar nicht. Guayule und Scrap kaum teil; stark und zunehmend beteiligt ist dagegen Balata an der Ausfuhr. Baum wollschätzungen. Das Ackerbaubureau in Washington schätz! die Baumwollernte der Vereinigten Staaten ausschließlich Linters für das Jahr 1915 auf 11 616000 Ballen, gegen die definitive Ernte des Vorjahres von 15966000 Ballen, was also 72,7% derselben sein würde; die Baumwoll- expertin Miß Giles schätzt die Ernte sogar noch etwas geringer, auf 11 315000 Ballen. Die Baumwollernte Ägyptens im Jahre 1915 beträgt nach der amt- lichen Schätzung (entkernt; 2 184849 dz, gegen 3144960 dz im Vorjahre, also nur 69,5° derselben. Der Wert derselben wird aber in London auf 24 Millionen £ - 5« - geschätzt gegen 18 Millionen £ der weit größeren Ernte des Vorjahres. In Indien sind bis zum i. Oktober 1915 nur etwa 6577264 ha mit Baumwolle bestanden, gegen S 964 471 ha, also nur 73,4 u /o derselben. Der Grund soll in den niedrigen Preisen der letzten Ernte liegen, in einigen Gegenden ist auch die Unregelmäßigkeit der Monsunregen die Ursache; bis auf die nordwestlichen Ge- biete und Burma, wo Trockenheit herrscht, wird der Stand als ziemlich gut oder gut angesehen. In Rußland soll die letzte Baumwollernte die vorjährige um etwa 15% übertreffen. Indische Baum Wollindustrie. Durch den Krieg hat die indische Baumwollindustrie außerordentlich gelitten, da einerseits die allgemeine Handels- stockung den Absatz der Stoffe in Indien bedeutend verringerte, andererseits auch der Export infolge der erschwerten und verteuerten Schififsbeförderung sehr litt. Ferner wurde der Mangel an Farbstoffen während des Krieges mehr und mehr fühlbar. Während der vom 12. bis 14. August 1915 in Bombay abgehaltenen Zwangsauktionen von Beständen der Farbenfabriken Bayer & Co. brachte schon am ersten Tage das Pfund 13 Rupies, das ist das 26 fache der vor dem Kriege üblichen Preisnotierung, der Höchstpreis auf der Auktion stieg sogar bis 20 1 /, Rs. : Madras Rot, dessen Normalpreis 1 Rupie für das Pfund beträgt, brachte 23 Rs.; dabei herrschte stürmischer Zudrang, da infolge der kleinen Portionen, bis l j 2 Pfd., auch kleinere Händler mitbieten konnten. Schließlich macht sich auch die japanische Konkurrenz in Indien in steigendem Maße geltend, selbst in indischem grauen Drell, ferner in Satin und Kaliko, während sie auch in China die indischen Stoße mehr und mehr verdrängt. Hierüber und über die verhängnisvollen Folgen dieser Lage wurde schon im Dezemberheft des Tropenpflanzer (191 5 S. 650) Näheres mitgeteilt, es sei hier nur noch erwähnt, daß allein in den vier Monaten April bis Juli 1915 die Einfuhr japanischer grey piecegoods von 0,658 im Jahre 1914 auf 12,68 Mill. Rs. gestiegen ist; überhaupt hat die Einfuhr Japans in Indien sicher um 200 bis 300 v. H. zugenommen. Türkische Baumwollproduktion. Bis zu der hoffentlich nicht fernen Zeit, wo der Landweg nach Ägypten wieder in türkischen Händen sein wird, ist Kleinasien das einzige Land, dessen Baumwolle in unbeschränkter Menge dem Verbrauch der Zentralmächte offensteht. Freilich läßt das Hauptgebiet da- selbst, nämlich die cilicische Ebene, erst nach Vollendung des Tunnels durch den Taurus einen billigen Transport zu, während sie jetzt noch etwa 100 Kilo- meter über das Gebirge auf einer Chaussee zu transportieren ist. Im Jahre 1914 betrug die Baumwollerzeugung des cilicischen Gebietes Adana — Mersina etwa [20000 Hallen (ä etwa 190 kg), während das zweitwichtigste Produktionsgebiet der Türkei, das Vilajet Smyrna, etwa 60000 Ballen lieferte; die Ernte des Jahres 1 91 5 dürfte infolge der Heuschrecken, des Arbeitermangels durch die Einziehung zum Militär sowie der Austreibung der Armenier bedeutend geringer ausfallen. Die Kultur ist noch sehr ausbreitungsfähig, besonders auch längs der Bagdad- bahn sowie bei Smyrna. auch ließe sich bei systematischer Züchtung eine weit ie Qualität erzielen. Schon die Einführung von Turkestan-Saat, von der 1914 2000 Oka unter den bedeutenderen Produzenten verteilt wurden, hat recht gute Resultate ergeben. I j i * ■ aus der Gegend von Smyrna stammende, im Handel als Soburdjec bekannt, liainnwolle ist etwas besser als die cilicische unter der Be- zeichnung Daghmali« in den Handel kommende, beide sind aber im Verhältnis zu den amerikanischen Sorten minderwertig und gliedern -ich eher den indischen an. Man unterscheidet nach der Beschaffenheit drei Grade, von denen in der überschwenglichen Arl der dortigen meist griechischen 1 hindier Extra die ge- — 59 — wohnliche, Extrissima die mittlere, Superior oder Primissima die beste Qualität bezeichnet. Adana besitzt sogar eine Baumwollbörse, wo die Baumwolle pro Batmän = 4 Oka (1 dz = 42,85 Oka) gehandelt wird. In Friedenszeiten geht die Ausfuhr hauptsächlich in die Mittelmeerländer, z. B. nach Saloniki, Piräus, Italien, besonders aber nach Spanien und Frankreich, während nach Österreich und Deutschland nur geringere Mengen gelangen; während des ersten Teiles der Kriegs- zeit, d. h. bis zur Kriegserklärung Italiens, wurden noch beträchtliche Mengen nach oder über Italien verkauft, große Mengen liegen aber noch unverkauft oder in Zwischenhänden in Smyrna und Cilicien, desgleichen die neue Ernte; einige tausend Ballen wurden in Smyrna von der Militärbehörde requiriert und in einer dortigen Spinnerei verarbeitet. Ein städtisches Lagerhaus für Baumwolle in New Orleans. Diese lange Zeit etwas rückständig gebliebene Handelsstadt bemüht sich jetzt energisch, einer der wichtigsten Häfen zu werden. Neben den Bemühungen, den Sisalmarkt an sich zu ziehen, hat sie auch einen großen Getreideelevator gebaut, und ist jetzt im Begriff, ein riesiges Baum- woll-Lagerhaus zu errichten. Drei Gebäude sind schon fertig und seit Mitte August in Benutzung, desgleichen ist die Baumwollpresse in Betrieb. Die Gesamtanlage wird bis zum 1. April bestimmt fertig; direkt verladen kann bisher noch nicht werden, jedoch kann die Baumwolle schon in dem Lager- haus gepreßt und lombardiert werden, und die Spesen, Beförderung zu den Verschiffungsstellen durch die Hafenbahn (30 cts. pro Ballen) trägt bis zur Fertigstellung der Dock Board. Jute und Flachs. Der Jutemarkt in Dundee lag bis vor kurzem ziemlich flau, obgleich die Angebote von Rohjute aus Kalkutta infolge der schwierigen Verschiffung gering sind. Aber einerseits waren die Lager in Dundee noch reichlich gefüllt, anderseits war der Bedarf infolge des Mangels an Arbeitskräften ein geringer. Erst gegen Ende des Jahres machte sich die verminderte Zufuhr durch Befestigung des Marktes geltend. Flachs geht dagegen ständig in die Höhe, trotz der guten russischen Ernte des Jahres 1915, da infolge der gestörten Schiffahrt nur wenig an den Markt kommt, außerdem Belgien und Nordfrankreich als Flachslieferanten ganz ausscheiden. Infolge der verminderten Einfuhr irischer Leinenwaren nach Amerika imitiei M man sie dort ziemlich genau durch amerikanische Baumwollwaren; es ist zu befürchten, daß diese Imitationen, die natürlich erheblich billiger sind. sie dort dauernd verdrängen werden. Flachsernte Rußlands. Während in Westeuropa, besonder* in Deutschland, bis zum Kriegsjahr der Flachsanbau stark zurückging, gewann er in Rußland in den letzten 30 bis 40 Jahren immer mehr an Ausdehnung; er versorgt schon mehr als 80% des Weltbedarfs. Dieser betrug 19" schon 642000 Tonnen im Werte von 500 Mill. M„ Deutschland allein importiert davon 94000 Tonnen, von denen 50000 Tonnen im Lande verbleiben. Die russische Flachsernte des Jahres 191S wird auf nahezu 28000000 Pud schätzt, von denen 6000000 Pud von der Bevölkerung für eigenen Gebrauch und Versand von Leinwand an die Armee und an ihre Dorfangehörigen verwendet werden, so daß 22000000 Pud verkauft werden, aus denen 18000000 Pud gehechelter Flachs und 4000000 Pud Hede gewonnen werden. Die Ernte erreicht, wenn man die geringere Anbaufläche infolge der okku- pierten Provinzen in Betracht zieht, ungefähr die Ernte von i» 1910/11 . . . in 500 ,, 1905/06 . '. 74 600 ») 1911/12 . . • 131 400 190607 . 81 500 •? 1912/13 . . 121 200 „ 1907/08 . 94 500 >> 1913/14 . . 100 600 ,, I 908/09 . 108 600 V 1914/15 • . 81 000 „ Erholung des Rohseidenmarktes im Jahre 1915. Während Ende des Jahres 1914 der Seidenmarkt sehr darniederlag, da die Stimmung in der Seidenweberei infolge des Krieges so gedrückt war, daß man nur so wenig wie möglich kaufte, hat sich das Geschäft im Jahre 1915 völlig erholt. Die Preise sind jetzt so hoch gestiegen, daß sie sich mit den für die daraus be- reiteten Stapelartikeln zu erzielenden Erlösen fast nicht mehr in Einklang bringen lassen. In Italien wünschten die Seidenwarenfabrikantcn sogar ein Ver- bot der Ausfuhr der Rohseide, was aber der Ministerrat nicht bewilligtet. Wie in Mailand, Krefeld und Zürich, so sind auch in Neuyork und Yokohama die Preise der Rohseide bedeutend gestiegen, und es besteht anhaltende Kauflust. Ausfuhr italienischer Rohseide. Trotz des Widerstand* -s dei italienischen Seidenwarenindustrie hat die Regierung doch die Ausfuhr von Roh- seide gestattet; schon 1914 hatte sich die Rohseideausfuhr Italiens von 4 3 / 4 auf 3V2 Millionen kg vermindert; die Abnahme im Jahre 1915 wird abermals be- deutend sein. Im Jahre 1912 verbrauchte Deutschland allein 3% Millionen. < ist 1 reich 794000 kg Rohseide, und viele Spinner sind auf Mailändische Seide geradezu angewiesen. Auch die Schweiz ist ein bedeutender Konsument und bezog im — 62 — Jahre 1914 aus Italien nicht weniger als für 11 255000 Frcs. Gregen, 47736000 In 5. Organsin und für 24 1 27 000 Frcs. Trame. Straußensterben in Südafrika. Nach der Weekly Cape Times vom 29. Oktober werden die Gesamtverluste an Straußen in Süd- afrika infolge der Dürre auf etwa zwei Drittel des Bestandes geschätzt; man hält diese Schätzung sogar für noch zu niedrig. So hat ein Farmer im Graaf- keinet- Bezirk von 1300 Straußen 900 verloren, einem anderen sind von 600 nur 7 geblieben, wieder einem anderen sind sämtliche 400 Strauße gestorben, ein vierter hat von der gleichen Zahl 40 behalten. Da der Absatz an Federn infolge des Krieges stockt, bemüht sich nur ein Teil der Farmer, die Vögel trotz der Dürre durchzuhalten. .Mahagonimarkt in England. Die Nachfrage für' Honduras- Mahagoni ist in England seit einiger Zeit sehr bedeutend und die Preise sind sehr hoch; auch ist der größte Teil der Reserven in den öffentlichen Verkäufen schnell geräumt worden; auch den afrikanischen Mahagonis wandte sich die Kauflust zu, und es wurden namentlich in Kap Lopez Waren Umsätze gemacht. Die Docks sind ziemlich geräumt bis auf Lagerbestände geringer Qualitäten und die Zufuhr ist sehr gering, namentlich ist die Zufuhr von Okume fast ausgeschlossen. Wolhyniens Laubholz. Die Wälder Wolhyniens, die jetzt teilweise von den Verbündeten okkupiert sind, spielen im Holzhandel eine bedeutende Rolle, man bewertet die jährliche Holzgewinnung daselbst auf etwa 20 Mill. Rubel. Vor allem werden hochwertige, für die Fabrikation der Zigarrenkisten beliebte Erlen sowie als Starkholz verwendete Eichen von dort dem Holzhandel zugeführt: sie werden teils über Kiew nach Odessa, teils durch die Kanäle nach dem Weichsel- Gebiet transportiert und gehen in Friedenszeiten nach Deutschland, Belgien, Eng- land und Italien. Es befinden sich in Wolhynien auch einige von Deutschen betriebene Sägemühlen. Während der Kriegszeit ist natürlich eine in Betracht kommende Ausfuhr dieser Hölzer, auch nach Deutschland, ausgeschlossen, und daher muß man als Ersatz bei billigen Zigarrensorten seine Zuflucht zu deutschem Buchen- und Pappelholz nehmen, während für feine Zigarren noch etwas Okume- oder andere, namentlich afrikanische Nutzhölzer auf den Lägern gefunden werden. s GSSGg) Neue Literatur. ßg)gi3 Methodische E i n f ü h r u n g in d i e a 1 1 g e m eine Wirtschafts- ographie. Von Prof. Dr. K. l>ove, Freiburg i. Br. 8°. 50 S. Jena [914. Verlag von Gustav Fischer. Diese kleine Schrift will keine allgemeine Wirtschaftsgeographie sein, sondern vielmehr die großen Wi on Eckert, Friedrich, Hasserl u. a. ergänzen und ihrer wichtigen Benutzung neue Anhänger werben. Sie will die Hörer an der Universität, an der Handelsschule und namentlich auch den im Leben stellenden Kaufmann in die Benutzung der stets und überall auf ihn eindringenden statistischen Zahlenreihen einführen und ihn zum Nachdenken über die Grundfragen des Ver- kehrs und des Handel- bewegen. Statt der zahlreichen Tabellen der größeren Wirke begnügl der Verfasset sich daher mit einzelnen Beispielen aus dem Gebiet der Wirtschaftsgeographie - 6 3 - Diese Arbeit ist dem Kolonial-Wirtschaftlichen Komitee zugeeignet. Der Ver- fasser schreibt hierüber in dem Vorwort: »Das Kolonial-Wirtschaftliche Komitee hat von dem ersten Jahre seines Bestehens an der Wissenschaft jederzeit große Dienste geleistet, wie ja auch seine eigenen Arbeiten und Untersuchungen sich durch echt wissenschaftliche Sorgfalt und Methode auszeichnen. So scheint es mir wohl angebracht, daß ihm dafür auch von wissenschaftlicher Seite die längst- verdiente Anerkennung mehr als bisher zuteil wird, Gleichzeitig aber möchteich auch persönlich durch diese Widmung dem Komitee, dessen Vorstande ich vom ersten Tage an angehört habe, meinen Dank für die mannigfache Anregung abstatten, die es mir geboten, indem ich gerade dies, wie ich hoffe, auch dem Kaufmann und Techniker nützliche Werkchen ihm und dem großen Stabe seiner Mitarbeiter zueigne.« Die erste Abschrift legt die Wirtschaftsgeographie als besondere Disziplin in ihrem Unterschied von der Nationalökonomie fest und behandelt ihre Arbeitsweise. Der zweite Abschnitt bespricht die Geographie der Gütererzeugung und die Be- einflussung des Handels durch geographische Wirkungen. Der dritte Abschnitt beschäftigt sich mit der Geographie des Verkehrs, einerseits noch mit den Geo- graphischen Grundlagen des Verkehrs zu Lande und auf den Gewässern des Binnenlandes mit einem Abschnitt über die Leistungsfähigkeit von Wegen, ander- seits mit dem See- und Luftverkehr, woran sich noch kurze Besprechungen des Post- und Lokalverkehrs anschließen. Der Verfasser erfüllt das, was er sich vorgenommen hat, durchaus, die Schrift kann allen denen, die sich ernst mit solchen Fragen befassen wollen, nur warm empfohlen werden. Das illustrierte Jahrbuch mit Kalender für die gesamte B a u m w o 1 1 - I n d u s t r i e. 36. Jahrgang 191 5- Leipzig. H. A. Ludwig Degener, 12 in Leinen 3 M., in Leder 5 M. Der Text dieses Kalenders behandelt auf 458 Seiten die Geschichte der Baumwollindustrie, die Kultur, die Handelssorten, die Statistik, den Handel und die Verarbeitung, nämlich das Verspinnen, das Zwirnen und die Weberei. Daran schließen sich Kapitel über die Anlage der Fabriken, die Numerierung der Garne und die Eigenschaften der Gespinste, Vergleichs- und Gewichts- tabellen für Garne, Gewebekalkulation, die Bezeichnungen der Garne und Gewebe, Maß-, Gewichts- und Münztabellen, sowie ein Kapitel „Verschie- denes", das Rezepte, Abkürzungen im Geschäftsverkehr, Textil-Fachschulen und Ärztehilfe bei Unglücksfällen behandelt. Die zahlreichen Abbildungen verdeutlichen vor allem die Kapitel über die Verarbeitung. In der Ein- leitung wird darauf hingewiesen, daß die Erfahrungen des Krieges uns ver- anlassen sollten, uns auch in bezug auf die Baumwoll-Feinspinnerri und den Bezug von Maschinen von England unabhängig zu machen, was durch- aus erreichbar sein dürfte, da die Leistungen unserer Feinspinnereien und Maschinenfabriken denen der englischen durchaus nicht nachstehen. Süsserotts Illustrierter Kolonialkalender, Kriegsausgabe 1915/1916. 8°, 260 S. Verlag von W. Süsscrott. Dieser für die Jahre 1915 und 1916 bestimmte Kalender i-t bis auf ein kleines, dem „Kladderadatsch" entnommenes, „Den Tapferen in Südwi gewidmetes Gedicht nur dadurch als Kriegsausgabe kenntlich, daß ihm - 6 4 - Einleitung eine kurze Übersicht über den Krieg in den Kolonien vorgeheftet wurde. Im übrigen nimmt der Text, der offenbar schon vor Ausbruch des Krieges fertiggestellt wurde, keine Rücksicht auf ihn, selbst ein infolge des Krieges natürlich gänzlich hinfälliges Kapitel über die Postverbindungen nach den Schutzgebieten ist nicht ausgemerzt worden, ebenso berührt eine Anleitung für Auswanderer und Stellensuchende in den deutschen Kolonien in gerade diesem Kalender mindestens etwas eigenartig. Im übrigen sind manche Artikel recht lesenswert und hübsch illustriert, zum Teil sind sie freilich anderen Veröffentlichungen des Verlages entnommene Kapitel, wie z. B. Hermanns „Viehzucht und Bodenkultur in Deutsch-Südwestafrika". Loens „Afrikanisches", Deekens „Die Landwirtschaft in den deutschen Kolonien", Elisabeth Krämer-Bannows „Bei kunstsinnigen Kannibalen". Bemerkenswert sind noch „Ein afrikanisches Zukunftsland" von Dr. P. Rohr- bach, das Angola behandelt, „Der Kaiser als Farmer, seine Besitzungen Dickdorn und Kosis in Deutsch-Südwestafrika" von R. S. Griffenfeld, „Die Seekabel in Politik und Weltwirtschaft" von C. Neubauer, „Verpaffte .Millionen", eine statistische Plauderei über Tabak von Karl Figdor. Preiskataloge, Prospekte, Anerkennungsschreiben, Kostenanschläge, Bestellformulare und Tele- graphenschlüssel auf Wunsch zur Verfügung. Carl Budiker & Co. Kommanditgesellschaft :: auf Aktien :: Hamburg, Tsingtau, Hong- kong,Canton,Swakopmund Lüderitzbucht, Windhuk, Karibib, Keetmanshoop. Brügge, Ostende, Ichteghem, Athies, Rethel, Sedan, Vouziers. Proviant, Getränke aller Art,Zigarren,Zigaretten, Tabak usw. unverzollt aus unsern rreihafenlägern, ferner ganze Messe-Ausrüstungen, Konfektion, Maschinen, Mobiliar, Utensilien sowie sämtliche Be- darfsartikel für Reisende, An- siedler und Farmer. Haage & Schmidt Erfurt, Deutschland Gärtnerei, Samenbau, Samenhandlung empfehlen sich für den Bezug aller Arten von Sämereien (Ge- müse-, landwirtschaftlichen, Blumensamen, Gehölzsamen, Palmen- samen), von Pflanzen, Blumenzwiebeln und Knollen. Hauptpreisverzeichnis (mil 262 Seiten, illustriert durch viele Abbildungen) und Herbstverzeichnis erscheinen alljährlich Anfang Januar b/.w. August, 3E ! Warnholtz & Gossler I Telegr.- Adresse: I — I q *-|-| U* j | f«fY Teleph.: Gruppe3 WARNGOSSEL 1 IdlllUUlii 2996,2997 n.2998. Hamburg Grosse Reichenstr. 25/33 (Afrika-Haus). Export und Import, Kommission. T Verkauf von Produkten aus den deutschen Kolonien und andern überseeischen Ländern. 3 i — i i =" = f Fr, Haake, Berlin NW21 g*#£3 Kolonial-Maschinenbau. s*#£9 Maschinen und Anlagen zur Gewinnung von Palmöl und Palmkernen preisgekrönt infolge öffentlichen Preisausschreibens vom Kolonial -Wirt schaftlichen Komitee. Neues Trockenschälverfahren für die Ölpalmfrüchte, ermöglicht bei erheblicher Verein- fachung der Anlage und Abkürzung des Arbeitsprozesses die Erzielung fettsäurearmen Palmöls, für Speisezwecke geeignet. Patentiert in allen interessierten Ländern. Kokosnuß-Entfaserungs- und Spaltmaschinen. Kopra-Trockenanlagen (Kanalsystem mit autom. Trockenluftzirkulation). Erdnuß-Enthülsungs- und Separiermaschinen, Enthäutungsmaschinen. Schrot- und Feinmühlen, Maisbrecher, Reisschälmaschinen. Baumwollgins mit Walzen und Sägen. Kapok-Entkörnungsmaschinen. Hanigewinnungsmaschinen, Raspadoren u. automat. arb. ,, Roland". Ballenpressen, hydraulische und mechanische, für Hand- und Kraftbetrieb. Chemisches Laboratorium für Handel und Industrie Dr. Rob Hennques Nachf. Inh.: Dr. Eduard Marckwald und Dr. Fritz Frank = Vereidigter Sachverständiger bei den Gerichten Berlins, = öffentlich angestellt bei den Handelskammern Berlin und Potsdam. BERLIN W35. ♦ Lützowstraße 96. Fernsprech-Anschluß Amt LStzow, 9203. Telegramm-Adresse: Framark. Abteilung A. Untersuchung, Begutachtung, chemische und technische Beratung in allen die Kautschuk- gewinnung, andel und Gewerbe fördert das Kolonial-Wirtschaftliche Komitee die Kolonialwirtschaft und damit die beimische "Volkswirtschaft. Die Unternehmungen des Komitees erstreben insbesondere: 1. Die Deckung des Bedarfs Deutschlands an kolonialen Rohstoffen und Produkten aus den eigenen Kolonien zur Schaffung einer breiteren und gesicherteren Grundlage für den heimischen Gewerbefleiss. 2. Die Gntwicklung unserer Kolonien als neue sichere Absatzgebiete für den deutschen ftandel und die deutsche Industrie und im Zu- sammenhange damit die Ginfübrung neuer Maschinenindustrie- zweige, z. ß. für die tropische Landwirtschaft, in Deutschland. 3. Den Husbau des Terkebrs mit und in den Kolonien, insbesondere eines kolonialen Gisenbahnnetzes, sowie die Schaffung einer ratio- nellen Wasserwirtschaft in den Kolonien. 4. 6tnc deutsche Siedlung in den Kolonien. Das Kolonial-Wirtschaftliche Komitee ist am 18. jfuni 1896 begründet und besitzt die Rechte einer juristischen person. Das Kolonial -Wirtschaftliche Komitee unterhält eine Zentralstelle in Berlin und eineßauptstelle und technische Stellen inDeutscb-Ostafrika. •pur das Baumwollversucbswesen besteht seit 1906 die „Baumwollbau- Kommission", für kolonial-technische -prägen seit 1910 die „Kolonial- Cecbniscbe Kommission", zur -porderung der Kautschuk- und Gutta- pereba-produhtion in den Kolonien seit 1911 die „Kautschuk-Kommission", zur -porderung der Ölrobftoffproduktion feit 1913 die „Olrohftoff- Kommirfion" und zur Klärung der Kriegskonterbandefragen seit 1914 die „Deutsche Kommission für Kriegskonterbande". Die Unternehmungen des Komitees werden durch die Reichsregierung, durch die der Deutschen Kolonialgesellscbaft zur "Verfügung stehenden Mittel, durch Randeiskammern, Städte, Banken, kaufmännische und industrielle Körperschaften und "Vereine, Missionen, koloniale Gesell- echaften und Xnstitute tatkräftig gefordert. Die Mitgliedschaft des Kolonial- Wirtschaftlichen Komitees, Berlin ]NW., pariser platz 7 (Mindestbeitrag M «5»- P™ jlahr), berechtigt a) zu Sitz und Stimme in der Mitgliederversammlung; b) zum Bezug der Zeitschrift „Der Cropenpflanzer" mit wissenschaftlichen und prak- tischen Beiheften; cj zum Bezug der „Verhandlungen des Kolonial- Wirtschaftlichen Komitees"; d) zum Bezug des „Wirtscbafts-Htlas der Deutschen Kolonien" zum "Vorzugspreise von M 4>5<>; e ) zum B«-ug der Kolonialen Tolksschriften; f) zur freien Benutzung des Kolonial- Wirtschaftlichen Hrcbivs. Geschäftsstelle des Kolonial »Wirtschaftlichen Komitees, Berlin flW., Pariser Plat: 7. 632<* B Fnserseioinnunss-Maschinen „NEU-CORONA" SSK für Agaven, Aloe, Musa, Sanseviera u. andere faserhaltige Pflanzen. Über 65 Neu-Corona-Maschinen geliefert Ausstellung Allahabad (Brit. Indien) 1911: Goldene Medaille. Ausstellung Soerabaya (Niederländ. Indien) 1911: Diplom für ausgezeichnete Bauart, Leistung und Güte des Erzeugnisses. Vorquetscher, Bürstmaschinen, Faserschwingen. Ballenpressen. Zuckerrohr -Walzwerke. Kaffee-Schäl- u. Poliermaschinen. Maschinen und vollständige Einrichtungen zur Ölgewinnung Maschinen und vollständ. Anlagen zur Gewinnung von Rohgummi Krane- und Verlade- Einrichtungen Ölmühle für Kleinbetrieb FRIED. KRUPP A.-G. GRUSQNWERK MAGDEBURG- BUCKAU ^. .j IQ. Jahrgang. Nr. 2. Februar 1916. DER TROPENPFLANZER Zeitschrift für Tropische Landwirtschaft. Organ des Kolonial -Wirtschaftlichen Komitees Wirtschaftlicher Ausschuß der Deutschen Kolonialgesellschaft. Herausgegeben O. Warburg Berlin. von F. Wohltmann Halle a. Saale. Inhaltsverzeichnis. Professor O. Warburg, Der kontinentale Wirtschaftsblock und die koloniale Landwirtschaft. S. 65. Karl Fricke, Die Sisalkultur auf den Fidschi-Inseln. S. 88. Koloniale Gesellschaften, S. 95: Samoa-Kautschuk-Compagnir — Safata-Samoa-Gesellschaft. Aus deutschen Kolonien, S. 97: Nachrichten über Südwestafrika. Aus fremden Produktionsgebieten, S. 100: Argentiniens Wirt- schaftslage während des Krieges. — Seidenbau Italiens im Jahre 1914. — Kautschukproduktion in Britisch-Malaya. Vermischtes, S. 105: Kultur der Brennessel als Faserpflanze. Auszüge und Mitteilungen, S. 108. -■ Neue Literatur, S. 125. Dieser Nummer liegt Beiheft zum „Tropenpflanzer", Bd. XVI, Nr. 1 2, 1916 hei. Nachdruck und Übersetzung nur mii Quellenangabe gestattet. Erscheint monatlich. Bezugspreis für Deutschland, Österreich -Ungarn und die Deutschen Kolonien jährlich 12 Mark, für das Ausland 15 Mark einschließlich der „Wissenschaftlichen und praktischen Beihefte". Geschäftsstelle der Zeitschrift „Der Tropenpflanzer" Berlin NW., Pariser Platz 7. Im Verlage des Kolonial CülrtschaEtHchen Komitees Berlin NW., Pariser Platz 7 erscheinen fortlaufend: Der Tropenpflanzer, Zeitschrift für tropische Landwirtschaft mit wissenschaft- lichen und praktischen Beiheften, monatlich. 1916. XIX. Jahrgang. Preis M. 12,— pro Jahr für Deutschland, Österreich -Ungarn und die deutschen Kolonien, M. 15, — für das Ausland. Berichte über Deutsch koloniale Baumwoll-Unternehmungen: Baumwoll-Exnedition nach Togo 1900. (Vergriffen.) Deutsch-koloniale Baumwoll-Unternehmungen. Bericht I —XVII, Karl Supf. Verhandlungen des Vorstandes des Kolonial -Wirtschaftlichen Komitees. Verhandlungen der Baumwollbau-Kommission. Verhandlungen der Kolonial -Technischen Kommission. Verhandlungen der Kautschuk- Kommission. Verhandlungen der Ölrohstoff- Kommission. Sonstige Veröffentlichungen des Kolonial -Wirtschaftlichen Komitees: Wirtschafts-Atlas der Deutschen Kolonien. Zweite, verb. Aufl. Preis M. 5,—. Kunene-Zambesi- Expedition, H.Baum. Preis M. 7,50. Samoa- Erkundung, Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. Wohltmann. Preis M. 2,25. Fischfluß- Expedition, Ingenieur Alexander Kuhn. Preis M. 2, — . Wirtschaftliche Eisenbahn-Erkundungen im mittleren und nördlichen Deutsch-Ostafrika, Paul Fuchs. Preis M. 4, — . Die Wirtschaftliche Erkundung einer ostafrikanischen Südbahn, Paul Fuchs. Preis M. 3, — . Die Baumw'ollfrage, ein weltwirtschaftliches Problem, Prof. Dr. Helfferich, Wirkl. Legationsrat a. D. Preis M. 1, — . Die wirtschaftliche Bedeutung der Baumwolle auf dem Weltmarkte, Eberhard von Schkopp. Preis M. 1,50. Die Baumwolle in den Vereinigten Staaten von Nordamerika, Moritz Schanz. Preis M. 1,50. Die Baumwolle in Ägypten und im englisch-ägyptischen Sudan, Moritz Schanz. Preis M. 5, — . Die Baumwolle in Ostindien, Moritz Schanz. Preis M. 3,—. Die Baumwolle in Russisch-Asien, Moritz Schanz. Preis M. 4, — . Baumwoll-Anbau, -Handel und -Industrie in den Vereinigten Staaten von Nordamerika, Moritz Schanz. Preis M. 3, — . Plantagenkulturen auf Sainoa, Prof. Dr. Preuß. Preis M. 1,50. Deutsche Kolonial-Baumwolle, Berichte 1900—1908, Karl Supf. Preis M. 4,—. Unsere Kolonialwirtschaft in ihrer Bedeutung für Industrie, Handel und Landwirtschaft. Preis M. 2,—. Aussichten für den Bergbau in den deutschen Kolonien. Eine Aufforderung .an deutsche Prospektoren zur Betätigung in unsern Kolonien. Preis 75 Pf. Die Ölpalme. Ein Beitrag zu ihrer Kultur. Im Auftrage des Kolonial- Wirtschaftlichen Komitees verfaßt von Dr. Soskin. Preis M. 2, — . Koloniale Produkte, Erläuterungen zu der Schulsammlung. Preis 75 Pf. Anleitung für die Baumwollkultur in den Deutschen Kolonien, Prof. Dr. Zimmermann. Preis M. 2, — . Auszug aus der Anleitung für die Baumwcllkultur, Deutsch-Ostafrika, Prof. Dr. Zimmermann. Preis M. 1, — . Die Guttapercha- und Kautschuk-Expedition des Kolonial-Wirtschaftlichen Komitees nach Kaiser Wilhelmsland 1907 1909, Dr. R. Schlechter. Preis M. 5,—. Wirtschaftliches über Togo, John Booth. Preis M. 2, — . Der Faserbau in Holländisch-Indien und auf den Philippinen, Dr. W. F. Brück. Preis M. 5,—. Praktische Anleitung zur Kultur der Sisalagave in Deutsch -Ostafrika, Prof. Dr. W. F. Brück. Preis M. 1,-. Kriegskonterbande und überseeische Rohstoffe, Dr. Fr. Benj. Schaeffer. Preis mit Weltrohstoffkarten M. 4,50, ohne Karten M. 3,50. Sämtlich zu beziehen durch die Geschäftsstelle des Kolonial-Wirtschaftlichen Komitees, Berlin NW., Pariser Platz 7. DER TROPENPFLANZER m sä ZEITSCHRIFT FÜR eza ea TROPISCHE LANDWIRTSCHAFT. 19. Jahrgang. Berlin, Februar 1916. Nr. 2. Der kontinentale Wirtschaftsblock und die koloniale Land- wirtschaft. Von Professor O. Warburg. Lord Rosebery sagte kürzlich in einer Rede in Edinburgh: nach dem Kriege wird der Handel mit den Mittelmächten so ein- geschränkt werden, daß er ganz unbedeutend sein wird; Deutsch- land werde zwischen der undurchdringlichen Mauer von Briten und Franzosen im Westen und dem unabsehbaren Strom von Russen im Osten zermalmt werden. Wenn diese Redeblüte nun auch ebenso- wenig tragisch zu nehmen ist wie die frühere englisch-ministerielle Bemerkung, daß die Türkei nach dem Kriege zu verschwinden habe, so zeigen beide Aussprüche doch den Geist, der England durch- weht. Daß dieser aber das ganze Volk bis in die höchsten und ihrem Beruf nach ruhigsten, kritischsten und auch durch Alter ge- reiften Kreise erfüllt, zeigt jenes am 21. Dezember 191 5 ergangene Urteil des Appellhofes beim Supreme Court of Iudicature, das sich mit Auflösung eines Vertrages zwischen einer englischen Gesellschaft und einem deutschen Handelshaus befaßt. Dieser Vertrag bestimmt, daß gewisse Abmachungen für den Fall höherer Gewalt, wie einen solchen der Krieg darstellt, zwar außer Kraft treten, nachher aber wieder in Geltung treten sollen. Während das deutsche Reichsgericht nun wiederholt jeden Versuch, ähnliche Verträge als unverbindlich an- zusehen, nachdrücklich zurückgewiesen hat, entschied der englische Appellhof im umgekehrten Sinne, und zwar mit der Begründung, daß sonst ja das deutsche Handelshaus in der Lage sein würde, nach dem Kriege seinen Betrieb so schnell und umfangreich wie möglich wieder aufzunehmen. , .Damit würden aber die Wirkungen des Krieges auf die kommerzielle Blüte des feindlichen Landes ab- geschwächt, deren Zerstörung das Ziel unseres Landes während des Krieges sei. Einen solchen Vcr- Tropenpflanzer 1916, Heft 2. 5 — 66 — trag anzuerkennen, hieße : das Ziel dieses Landes, die Lähmung des feindlichen Handels, vereiteln. " Diese wenigen Beispiele zeigen deutlich, um was es sich handelt: Vernichtung des deutschen Außenhandels durch Abschluß Deutsch- lands von jedem Überseeverkehr. Das ist der Wille des ganzen englischen Volkes; an dieser Festste. lung ist nicht zu rütteln. So- lange solche Ansichten herrschen, fehlt es für eine Verständigung mit England an der allerersten Grundlage, darüber müssen wir uns klar sein. Wie sich der Krieg weiter gestalten wird, wissen wir nicht; wir glauben zwar annehmen zu können, daß Deutschland auf der ganzen Linie siegreich aus dem Kample hervorgehen wird, wir dürfen uns aber nicht verhehlen, daß wir vorläufig nur auf dem Land- kriegsscha upiatze zweifellos erfolgreich gewesen sind, während um- gekehrt der Abschluß Deutschlands von den überseeischen Gebieten im Laufe des Krieges ein immer vollständigerer geworden ist. Durch die britische Flotte sind wir so ziemlich von allen kolonialen Gebieten abgeschnitten und werden es bleiben, solange die Vor- machtstellung Englands zur See ungebrochen sein wird. Wenn die alten Bahnen unserer Wirtschaft nach dem Kriege wie vorher die gleichen bleiben werden, so würde ein Sieg der Entente- mächte oder doch ein unvollständiger Sieg unsererseits, der das Meer uns verschlösse, tatsächlich das Ende unserer wirtschaftlichen Existenz bedeuten. Wir wären darauf angewiesen, nur solche Rohstoffe zu be- ziehen und nur solchelndustrieerzeugnisse ausführen zu können, welche die Gnade oder vielleicht auch die Laune Englands zulassen würde; daß uns unter der Kontrolle einer so selbstsüchtigen Herrschaft, als welche sich die englische in der Geschichte genugsam erwiesen hat, nur das eben zum Leben Genügende gelassen würde, ist selbst- verständlich; Indien und Ägypten sind hierfür krasse Beispiele. Wir wären tatsächlich nichts anderes als die Heloten Englands. Nicht nur unsere koloniale Zukunft hätte dann aufgehört, sondern jeder Verkehr mit Übersee, es sei denn durch Vermittlung unserer eng- lischen Herren. Hier gibt es nur einen Ausweg. Wir müssen uns unabhängig machen von Ein- und Ausfuhr nach Übersee, und somit von jeder Kontrolle seitens der Briten. Wir haben unsere Wirt- schaft und unsern Haushalt auf die Erzeugnisse des uns ohne See- verkehr zugänglichen Kontinentalgebietes einzustellen, und zwar auf unbestimmte Zeit, da wir nicht wissen können, wann wir den unbe- schränkten Verkehr zur See wiedererlangt haben werden; denn daß ein solcher Zustand des wirtschaftlichen Abschlusses von etwa 200 Millionen der leistungsfähigsten und verbrauchskräftigsten Menschen kein dauernder sein kann, ist selbstverständlich. Früher - 6 7 - oder später, wenn nicht durch Waffengewalt gezwungen, so doch durch eigenen Schaden belehrt, wird England schon zu der Erkenntnis gelangen, daß die ganze Idee des Handelsraubes als Kriegsziel eine verfehlte gewesen ist; es wird auch in England die Partei der Be- sonnenen und Vernünftigen, die dort übrigens nie aufgehört hat zu existieren, die nur augenblicklich in der Zeit der Aufregung und Erbitterung sich durch die Furcht vor dem leidenschaftlichen Volks- willen hat mundtot machen lassen, wieder zur Geltung kommen, eine Partei, die den Segen eines freien Wettbewerbes und das Unheil- volle einer Unterdrückungspolitik klar erkennt. Wenn bis vor kurzem zu diesem uns zur Verfügung stehenden geschlossenen Wirtschaftsgebiet nur die europäischen Mittelmächte gehörten, so ist jetzt durch die Zertrümmerung Serbiens auch der größte Teil der Balkanhalbinsel sowie der ganze vordere Orient ihm angeschlossen. Ob wir auch bald in geregelten Landverkehr mit Griechenland werden treten können, hängt von den Erfolgen der Truppen und den bevorstehenden Entschließungen Griechenlands ab, und das gleiche gilt für Albanien, das freilich wirtschaftlich ohne Bedeutung ist. Was dagegen den Orient betrifft, so steht uns fürs erste zweifellos nur Kleinasien als Wirtschaftsgebiet zur Verfügung, und auch dieses Land nicht einmal völlig, da die Häfen des Schwarzen Meeres noch immer von den russischen Kriegsschiffen bedroht sind, und daher der Bezug der Produkte der Küstenstrecke dieses Meeres und namentlich Armeniens recht erschwert ist; auch das fruchtbare, namentlich an Baumwolle reiche Zilizien ist gleichfalls noch ziem- lich abgeschlossen, da der Taurustunnel noch nicht vollendet ist und die einzige jetzt zu einer guten Verbindung umgestaltete Paßstraße wohl für die nächsteZeit noch durch militärischeTransporte in Anspruch genommen sein wird. Noch schwieriger sind natürlich die gleichfalls auf diesen einen Weg angewiesenen, aber außerdem noch durch den Amanusübergang und eine lange eingleisige Bahn erschwerten langen Warentransporte von und nach Syrien, und bis auf wenige wertvolle oder absolut nötige Produkte noch fast unmöglich ist die wirtschaft- liche Verbindung mit Mesopotamien und Persien. Immerhin dürfen wir für die nähere Zukunft auch mit diesen Gebieten rechnen, denn es liegt durchaus in unserer Gewalt, durch Ausbau des Taurus- und Amanustunnels, durch Beschleunigung der Vollendung der Bagdad- bahn sowie durch Vermehrung der Gleise der syrischen und Bagdad- bahn diese Gebiete unserem Wirtschaftssystem völlig anzuschließen. Eine wahrscheinlich unmittelbare Folge dieser gleichzeitig mili- tärischen Zwecken dienenden Aufschließungsarbeiten wird es dann sein, auch Ägypten unter die Herrschaft dieses verbündeten Wirt- 3 — 68 — Schaftsblocks zu bringen, wodurch dann indirekt auch ein absolut sicherer, wenn auch weiter und kostspieliger Verbindungsweg mit dem tropischen Afrika hergestellt sein würde. Eine zweite Verbin- dung mit diesen tropischen Gebieten ließe sich vielleicht von Arabien her erzwingen, am besten von Südarabien aus über die Eritrea nach Abessinien und dem Sudan, aber dazu müßte erst die Hedjasbahn viel weiter nach Süden verlängert werden, was jedenfalls jahrelanger Arbeit bedürfen würde. Ein noch weiter ausgreifender Zukunfts- gedanke ist die Verlängerung der Bagdadbahn östlich über Persien nach Afghanistan, wodurch dann auf dem Landweg auch Indien, sei es durch militärischen Zwang, sei es auf friedlichem Wege, wirt- schaftlich mit Europa in Verbindung gesetzt werden könnte. Vorläufig kommt also nach dem Gesagten nur der vorderste Orient in Betracht, und wir wollen in folgendem versuchen, eine kurze Darstellung der Art und Weise zu geben, wie sich die europäische Wirtschaft bei Abschließung sämtlicher überseeischer Gebiete gestalten kann; wir wollen uns aber hierbei nur auf die- jenigen Waren beschränken, die uns bisher durch die Land- und Forstwirtschaft der überseeischen Länder geliefert wurden, also auf die Produkte pflanzlicher und tierischer Natur, während die Erze und Mineralien, abgesehen von Düngemitteln, sowie alle Industrieprodukte, da sie nicht in das Arbeitsgebiet unserer Zeitschrift gehören, hier nicht besprochen werden sollen. Nur soviel sei im allgemeinen bemerkt, daß der kontinentale Wirtschaftsblock in bezug auf die Erzeugnisse der Industrie so gut wie unabhängig von überseeischer Einfuhr ist oder Leicht werden kann, und daß nur sehr wenige und meist auch leicht entbehrliche Mineralien nicht im Bereich des kontinentalen Wirtschaftsblocks vorkommen; es wird zwar nicht leicht sein, auf die großen Einfuhren von Kupfer und Zinn zu verzichten, auch Nickel, Antimon, < dber und manche edle oder seltene Metalle sowie Erden und Edelsteine werden nur ungern entbehrt werden; immerhin hat man es verstanden, den Bedarf genügend einzuschränken oder durch andere Metalle oder Mineralien zu u, so daß man mit den vorhandenen und neu gewonnenen Vorräten auskommt, zumal <\^ es gelang, die meisten der wichtigeren Metalle auch .ms ihren I. giei ingen nach der Benutzung wieder- zugewinnen, was besonders hei dem Zum von großer Wichtigkeit ist. Wie bei den Mineralien so wir auch hei den pflanzlichen und tierischen Erzeugnissen die wissenschaftliche methodische Forschung von größter Bedeutung für die Bestrebungen, den Wirtschaftsblock v«>n Übersee unabhängig zu machen, einerseits durch synthetische Herstellung der betreffenden Stoffe "der durch Beschaffung geeigneter - 6 9 Ersatzstoffe, anderseits durch Ermöglichung weitester Ausnutzung aller Produkte und Abfälle sowie durch die Regenerierung der ver- brauchten Stoffe. Aber auch die schnelle Einstellung unserer Industrie auf die Erzeugung dieser Produkte sowie die Verarbeitung der neuen Ersatzstoffe und Regenerate ist im höchsten Grade bewundernswert; sie ist eine der interessantesten Nebenerscheinungen des Kriegs- zustandes und wird auch wohl nach Wiederkehr des normalen Wirtschaftslebens großenteils weiter in Wirksamkeit bleiben. Wie weit hierdurch die Weltwirtschaft dauernd beeinflusst werden wird, läßt sich natürlich noch nicht beurteilen, manche Errungenschaften, wie z.B. die modernen Herstellungsmethoden von Ammoniak, Hefeeiweiß, Kampfer, Kautschuk, Teeröl sowie die Ersatzmittel für Schießbaum- wolle, Gerbstoffe, Terpentin, Harze, Jute, werden aber wohl dauernd von Bedeutung bleiben. Die eigentlichen Nährstoffe des Menschen werden vermutlich, wenigstens für die nähere Zukunft, noch wenig von der Herstellung von Ersatzstoffen berührt werden, wenngleich sich noch nicht übersehen läßt, ob wir nicht doch von der Hefe als Eiweißlieferant einen ernsten Wettbewerb für anderes pflanzliches Eiweiß zu erwarten haben. Gelingt es wirklich, im großen und genügend billig eine auch dem Menschen schmackhafte Hefe herzustellen, so ist vorauszusehen, daß ein Gemisch von Hefe mit stärkehaltigen Nahrungsmitteln, wie beispielsweise Kartoffelmehl, in vielen Beziehungen das Getreide ersetzen oder wenigstens als Zusatz zum Getreidemehl beim Brot- backen Verwendung finden wird. Doch für die nächsten Jahre werden wir hiermit wohl noch kaum rechnen können. Der Bedarf Deutschlands an ausländischem Brotgetreide ist übrigens dank unserer vorgeschrittenen und stets ergiebiger werdenden Land- wirtschaft keineswegs so bedeutend, daß selbst ein dauernder Ab- schluß vom Seeverkehr etwas Beunruhigendes haben könnte. Gegen- über einer Ernte von 17,3 Mill. Tonnen Weizen und Roggen im Jahre 191 3 steht nur eine Mehreinfuhr von noch nicht einer Million Tonnen, indem nämlich von der Weizenmehreinfuhr von 2 Mill. Tonnen die Roggenmehrausfuhr von 0,6 Mill. Tonnen sowie die Mehrausfuhr von Mehl, Graupen, Grieß, Grütze von 0,5 Mill. Tonnen abzuziehen ist. Die fehlende Million Tonnen läßt sich aber leicht aus unseren öst- lichen Nachbarlanden beziehen, sei es aus den großen Weizengebieten Wolhyniens, Podoliens undBeßarabiens, sei es aus Rumänien, Bulgarien und der Türkei. Die Getreidemehrausfuhr Bulgariens ohne Mais beträgt allein 1 Mill. Tonnen, und Rumänien bringt jährlich 1,3 Mill. Tonnen Weizen sowieO, 5 Mill. Tonnen Roggen zur Ausfuhr. Deutschland ist daher von den großen überseeischen Weizenausfuhrgebieten wie — 70 — Canada, Argentinien, Indien völlig unabhängig und könnte auch, wie wir sehen, der Einfuhr aus dem heutigen Rußland entraten. Da die übrigen Länder des kontinentalen Wirtschaftsblocks sich entweder ergänzen, wie Österreich-Ungarn, oder sogar Getreide-Ausfuhrländer sind, wie die Balkanstaaten und die asiatische Türkei, so können wir bezüglich des Getreides, der Grundlage unserer Ernährung, völlig beruhigt der Zukunft entgegensehen. Anders verhält es sich nun mit dem Reis, der aber durchaus kein notwendiges Nahrungsmittel darstellt, und dessen Verbrauch erst in den letzten Jahren in Deutschland stärker zugenommen hat; die Mehreinfuhr betrug in den Jahren 1902 bis 1905 durch- schnittlich erst 200 000, im Jahre 191 3 300 ouo Tonnen, und stellte einen Wert von über 60 Mill. M. dar. Reis ist durch andere Stoffe kaum wirklich zu ersetzen, wohl aber ließe sich in Gebieten, die ohne Meerestransporte zu erreichen sind, die von uns benutzte Menge ohne Schwierigkeit anbauen. Ist doch früher selbst in Süd- europa der Reisbau weit bedeutender gewesen als jetzt, und ist er doch noch heute in der Poebene so groß, daß Italien z. B. während des letzten Jahres sehr unter dem Fortfall der sonst über 20 Mill. M. einbringenden Reisausfuhr gelitten hat. Auch auf der Balkanhalbinsel wird noch Reis gebaut, z.B. im Maritzatal, ebenso in manchen Gebieten Kleinasiens, besonders gut gedeiht aber der Reis in den bewässerten Gebieten Syriens und Zentralasiens; namentlich in Mesopotamien ließe sich unschwer ein gewaltiges Reisgebiet schaffen, mindestens von der gleichen Bedeutung wie in Ägypten, das ja noch heute ein wichtiges Anbaugebiet für Reis darstellt und bevor die Baumwolle alles andere zurückgedrängt hat, weit mehr Reis hervorgebracht hat als heute, wo nur noch geringe Mengen (1912 für S 1 /, Mill. M.) ausgeführt werden. Die als eiweißhaltige Nahrungsmittel sehr wichtigen Hülsen- früchte sind gleichfalls nur schwer durch Ersatzstoffe entbehrlich zu machen, wenngleich eiweißhaltige liefe mit Kohlehydrate zu- sammen die gleichen Nährwerte liefert. Deutschland hat übrigens nur eine Mehreinfuhr von kaum 200 000 Tonnen im Werte von 37 Mill. M. und konnte bei vermehrtem Anbau dieses Zuschusses sicher leicht entraten. Auch bezieht Deutsehland den größten Teil der fehlenden Hülsenfrüchte, aus den ("istlichen Nachbarländern. Gerade jetzt ist ja der Ankaui von 2500 Waggons Erbsen und 5000 Waggons Bohnen aus Rumänien zustande gekommen, der schon allnn fast die Hälfte unserer Jahreseinfuhr deckt. Die Sperrung des Überseeverkehrs würde also auf diesen Bedarf ebne Einfluß sein. Auch bezüglich des Zuckers ist der Wirtschaftsblock völlig — 7i — unabhängig, erzeugt doch Deutschland in normalen Jahren 2'/ 2 Mill. Tonnen Zucker, von denen beispielsweise im Jahre 1913 !,i Mill. Tonnen im Werte von 262 Mill. M. ausgeführt wurden. Selbst die Ernte des absichtlich stark verkleinerten Zuckerrübenareals im ver- flossenen Jahre (191 5) ergab schätzungsweise noch über 1,8 Mill. Tonnen Zucker, also noch immer bedeutend mehr als der Verbrauch in Friedensjahren, welche Menge aber doch wohl infolge des ver- mehrten Verbrauchs zur Herstellung von Fruchtmus sowie alsFutter und zur Nahrung ebenso wie die große vorjährige Ernte volle Verwendung im Lande finden wird. Die Bestrebungen, den Zuckerinteressenten durch Verbot des Sacharins zu Hilfe zu kommen, haben deshalb auch keine innere Berechtigung; im Gegenteil wird energisch erstrebt, in diesem Jahre den Zuckerrübenanbau wieder auszudehnen. Übrigens ist bekanntlich Sacharin nur in beschränktem Sinne ein Zuckerersatzstoff, nämlich nur als Süßungsmittel, nicht jedoch in bezug auf den erheblichen, der Stärke gleichkommenden Nährwert des Zuckers. Auch Österreich erzeugt weit mehr Zucker, als es verbraucht, und versorgte schon in Friedenszeiten den Balkan und die Türkei fast ganz mit diesem Genußmittel. Von dem Hauptlieferanten der Kohlehydrate der menschlichen Nahrung bei uns, der Kartoffel , findet, wenn man die Kartoffel- stärke dazu rechnet, überhaupt keine Einfuhr statt, und das gleiche ist auch bei unseren Bundesgenossen der Fall. In den Balkanländern und in der Türkei spielt übrigens die Kartoffel bei weitem keine so große Rolle wie bei uns. In Deutschland bildet bekanntlich die Kartoffel die große Nährstoffreserve. Von der Durchschnittsernte von 50 Mill. Tonnen — im letzten Jahre waren es sogar 55 Mill. — werden nur gegen 12 Mill. Tonnen zur direkten menschlichen Nah- rung benutzt, weit mehr als Viehfutter, der Rest für Spiritusbrennerei und Stärkeläbrikation. Fehlt es an andern Nahrungsstoffen, so bleibt der Ausweg, zuerst an der technischen Verwendung der Kartoffeln zu sparen und vor allem die Brennerei stark einzuschränken, weitere Ersparnisse zugunsten direkter Ernährung lassen sich durch Ver- minderung des Viehstandes machen, da bei diesem Umweg zu Nahrungs- mitteln über die Hälfte der Nährstoffe verloren gehen. Neuere Unter- suchungen haben ergeben, daß die Kartoffel ohne Schädigung einen weit größeren Teil der menschlichen Nahrung bilden kann, als man bisher annahm, ja, daß körperlich nicht stark arbeitende Leute sich fast ganz von dieser Knolle zu ernähren vermögen. Die bisher leider nicht sehr zahlreichen anderen Knollengewächse Deutschlands, vor allem verschiedene Arten Rüben, sind gegenüber der Kartoffel als menschliche Nahrung von geringer Bedeutung und — 72 — werden auch in ihren Verbrauch deckender Menge in Deutschland angebaut; das gleiche gilt für die südlichen Knollengewächse Türkisch- Asiens wie Süßkartoffel und Taro. Ganz anders liegen die Verhältnisse bei den hauptsächlichsten Futterstoffen. Die Hafereinfuhr Deutschlands ist zwar im allgemeinen keine allzu bedeutende, im Durchschnitt der Jahre k;07/io betrug sie sogar nur 7000 Tonnen, 191 1 freilich 332 OOO Tonnen, während dagegen 1913 1 57 OOO Tonnen Hafer mehr aus- als eingeführt wurden. Anders liegt der Fall aber bei der Futtergerste, von der Deutschland im Jahre 1913 nicht weniger als 3,1 Mill. Tonnen im Werte von 365 Mill. AI. mehr ein- als aus- führte. Diese 3,1 Millionen Tonnen Futtergerste, ferner 0,9 Mill. Tonnen Futtermais, 1,4 Mill. Tonnen Kleie, etwa 1,5 Mill. Tonnen Ölkuchen und 0,4 Mill. Tonnen Rückstände (Treber, Malzkeime, Schlempe) und Abfall von Reis usw., zusammen also etwa 7,3 Mill. Tonnen, bilden einen recht erheblichen Teil der Viehnahrung Deutschlands. Da diese Futterstoffe einen Gesamtwert von ungefähr einer Milliarde Mark ausmachen, so ist es natürlich von der aller- größten Bedeutung für Deutschland, sich soweit wie irgend möglich von der Einfuhr dieser Futterstoffe unabhängig zu machen. Daß dies durch verstärkten Anbau von Futtergewächsen allein sich nicht er- möglichen lassen wird, ist klar, denn diese könnte nur auf Kosten des Getreidebaues vor sich gehen. Futterrüben liefern zwar, auf die gleiche Fläche Boden berechnet, ungefähr den dreifachen Nähr- wert in Stärkewerten ausgedrückt, aber dafür eine geringere Kiweiß- menge. Um so mehr ist dahin zu streben, die vielen bisher nicht oder nur schwach erschlossenen Futterquellen besser auszunutzen. Hierzu gehört vor allem das Stroh, aus dem man durch Kochen mit Natronlauge unter Druck etwa 45 °/ eines fast restlos verdaulichen und selbst von Schweinen ausnutzbaren Strohstoffs gewinnen kann, der, mit 20°,, Melisse getrocknet, als Strohkraftfutter angesehen werden kann. Für gewisse Zwecke, namentlich zusammen mit flüssigen Nährstoffen, kann auch das einlach mechanisch pulverisierte Stroh- mehl mit Vorteil verwendet werden; auch der Torf soll, richtig auf- geschlossen, einen gewissen Nährwert haben. Ferner dürfte das stärke- haltige Winterholz in genügender mechanischer und chemischer Aufschließung dafür in Betracht kommen; ebenso wird schon jetzt Mehl aus Heidekraut hergestellt. Auch der Seetang könnte weit mehr als bisher .ils vorzügliches Futtermittel Verwendung finden. Besonders große Hoffnungen setzt man aber auf die als Kraftfutter gepriesene Eiweißhefe, für deren Gewinnung im großen jetzt mehrere Fabriken im Bau sind. Auch aus Blul und ganz neuerdings auch - 73 - aus Knochen wird eiweißreiches Kraftfutter hergestellt. Immerhin dürfte es einer langen Zeit benötigen, bis sich Deutschland in bezug auf Viehfutter wirklich vom Auslande unabhängig machen könnte. Aber auch bis dahin können wir mit Hilfe unserer Verbündeten und kontinentalen Nachbarländer ganz gut auf jede Zufuhr aus Übersee verzichten. Denn zwei Drittel der benötigten Stoffe, nämlich den größten Teil der Futtergerste, der Kleie, der Rück- stände und Abfälle, sowie einen Teil des Mais und der Ölkuchen bezogen wir schon bisher aus unseren östlichen Nachbarländern, also aus Ländern, deren Zugang uns nicht durch England verwehrt werden kann, und wo sich der Futterbau schnell stark vermehren läßt. Nur der Mais und die Ölkuchen gebenden Rohstoffe kommen vorwiegend von Übersee, der Mais aus Amerika, größtenteils von den Vereinigten Staaten und Argentinien, die Ölkuchen liefernden Rohstoffe im wesentlichen aus den Tropen, hauptsächlich aus Westafrika (Palm- kerne, Erdnüsse), Südsee und Südostasien (Kopra), Indien (Sesam, Raps, Rübsen, Lein, Rizinus), ein großer Teil der Leinsaat freilich auch aus Argentinien, die Sojabohnen auf dem Seewege aus Ostasien und die Baumwollsaat gleichfalls über See aus Amerika, Ägypten und Indien. Auch die deutschen Kolonien liefern übrigens schon beträchtliche Mengen dieser Ölsaaten, bilden doch Kopra und Palmkerne bei weitem die wichtigsten Ausfuhrwaren unserer Südsee- und west- afrikanischen Kolonien. Recht schwer zu entbehren und nur teilweise durch andere Stoffe ersetzbar sind freilich diese Ölsaaten als Lieferanten der pflanz- lichen fetten Öle. Zwar lassen sich als Schmieröle vor allem Mineral- und die neuerdings dafür verarbeiteten Teeröle an Stelle von Pflanzenölen brauchen, ebenso kann sich die Kerzenindustrie mit Paraffin und gehärteten tierischen Fetten, Tran usw. behelfen, die Seife kann zur Not durch saponinhaltige Stoffe ersetzt werden und als Beleuch- tungsmaterial sind die Öle ohnehin schon fast ganz durch andere Stoffe, Petroleum und Leuchtgas sowie durch die Elektrizität, verdrängt worden. Dagegen haben sich die pflanzlichen Fette neuerdings neben Butter derart als Speisefette eingebürgert, besonders in der Form von Margarine, daß das Fehlen doch schwer empfunden wird. Es wird zwar jetzt, zur Zeit des allgemeinen Fettmangels, von namhaften Physiologen darauf hingewiesen, daß wir zur Ernährung durchaus nicht die in Friedenszeiten übliche Menge von IOO g Fett pro Kopf und Tag brauchen, sondern daß 30 g genügen, ja man führt Tier- versuche an, nach denen Hunde sogar ohne jede Fettzufuhr gedeihen, aber dennoch wird es schwer sein, den Menschen in normalen Zeiten von dem gesunden und angenehmen Fett-Luxuskonsum abzuhalten. — 74 — Wir müssen daher auf die Vermehrung der Fettproduktion bedacht sein. Da nun unsere heimischen Ölpflanzen Raps und Rübsen, Öl- rettich und Leindotter, Mohn und Sonnenblumen lauter einjährige Pflanzen sind, so läßt sich ihr Anbau sehr leicht und schnell ausdehnen; vermehrter Anbau von Flachs und Hanf vermag vor allem den Mangel an schnell trocknenden Ölen für Firnis und Farben zu mildern. Da diese Selbstgewinnung von Pflanzenölen aber schwerlich genügen wird, so wird man eben dieselben Ölsaaten auch aus den östlichen Nachbarländern beziehen, wozu vor allem noch Baumwollsaatund Sesam im vorderen Orient, z. B. schon in Kleinasien, mehr noch in Syrien hinzukommen, ebenso auch die Erdnuß, deren Anbau sich in der asiatischen Türkei stark ausdehnen ließe. Auch das besonders für die Flugzeuge so wichtige Rizinusöl läßt sich durch Kultur der Rizinus- pflanze in Syrien in beliebiger Menge gewinnen. Nehmen wir dazu noch das im Balkangebiet und in der asiatischen Türkei so viel gewonnene Olivenöl, Ausbeuten wilder Ölsaaten aller Art und die Traubenkerne, Mandeln, Nüsse und Obstsamen sowie die neu ent- deckte Fetthefe, deren Kultur im großen sich freilich jetzt noch im ersten Versuchsstadium befindet, und schließlich die vielerlei tierischen Fette, von denen manche übelriechende und wenig appetitliche durch Härtung ganz gut zu Speisezwecken brauchbar gemacht werden können, so haben wir die Gewißheit, uns auch bezüglich der Fette von der Zufuhr über See gänzlich unabhängig machen zu können. Nur nebenher mag die Möglichkeit erwähnt werden, den bis über g°/ Q steigenden Fettgehalt des Holzes mancher Bäume, wie L;nde, Birke, Kiefer im Herbst, dermaleinst ausnutzen zu können. Übrigens ist es seltsam, daß es der Chemie noch immer nicht gelungen ist, Fette in billiger und einfacher Weise aus Kohlehydraten herzustellen, ein Prozeß, in dem die pflanzliche und tierische Zelle Meister ist, in dem sich diese Umwandlung dort in den verschiedensten Lebenslagen anscheinend mit größter Leichtigkeit vollzieht. Es ist nicht undenk- bar, daß clie Chemie uns mit einem Schlag von allen Fettsorgen befreien wird, und zwar möglicherweise durch ein ganz einfaches Verfahren. Keinerlei vollwertige Ersatzstoffe gibt es naturgemäß für Gemüse und Obst. Von der jetzt 2 bis 300000 Tonnen im Werte von 30 bis 50 Mill. M. betragenden Gemüseeinfuhr konnten wir uns wohl bei einiger Anstrengung größtenteils unabhängig machen, namentlich soweit es aus den übrigens nicht absperrbaren Nachbarländern, wie Holland und Belgien, eingeführt wird. Anders I die Sache bei dem mehr als Luxus dienenden Frühgemüse, onders den Frühkartoffeln. Diese könnten wir aber bei geeigneter — 75 — Organisation ganz wohl von südlichen Nachbargebieten beziehen, ohne gerade auf die Seefahrt angewiesen zu sein; schon jetzt kommt das meiste von Südfrankreich und Italien, ein Teil freilich von Malta und Algier; ebensogut könnten wir es aber von der Balkanhalbinsel undVor- derasien beziehen, wenn während der wenigen Monate Schnellverbin- dungen für Gemüsetransport mit billigen Tarifen eingerichtet würden. Was das Obst betrifft, so könnten wir durch Förderung des Anbaues in Deutschland großenteils von der Einfuhr unabhängig werden. Dies gilt freilich nur für diejenigen Sorten von Obst, die auch in Deutschland gedeihen, vor allem Äpfel und Pflaumen, von denen wir aber immerhin etwa 560000 Tonnen im Werte von iüO Mill. AI. einführen. Dagegen wird die Einfuhr von Südfrüchten, 382 COO Tonnen im Werte von 129 Mill. M., sich auch in Zukunft zweifellos ständig vermehren und unsere Sorge kann nur die sein, so weit möglich die befreundeten benachbarten Staaten hierbei zu bevorzugen. Daß die eingeführten Pflaumen übrigens größtenteils von Serbien kommen, also einem auf dem Landweg erreichbaren Lande, mag nur nebenher erwähnt werden; ebenso daß Anatolien prächtige Äpfel hervorbringt, die sehr gut die amerikanischen ersetzen könnten. Für Südfrüchte kommt die asiatische Türkei als wichtiges Bezugsgebiet in hervorragendem Maße in Betracht, spielen doch jetzt schon Feigen und Rosinen von Smyrna, Apfelsinen und Man- deln von Jaffa, Datteln von Basra eine große Rolle auf dem Weltmarkt. Ungefähr das gleiche gilt auch für den We i n, von dem wir trotz unserer bedeutenden Eigenproduktion 1 2 50 OOO Tonnen im Werte von 56 Mill. M. mehr ein- als auszuführen gezwungen sind. Schon jetzt gelangt Wein, besonders vom Libanon sowie von Palästina, in nicht unbedeutenden Mengen und teilweise auch von recht guten Qualitäten zur Ausfuhr, vor allem erfreuen sich die palästinischen Südweine, wie übrigens auch die von Samos, eines vorzüglichen Rufes. Aber auch der Balkan und Kleinasien könnten Wein in beliebiger Menge zur Ausfuhr bringen, wenn man den Weinbau dort mehr entwickeln würde als bisher. Für die Genuß mittel gibt es zwar zahlreiche Ersatzstoffe, sie sind aber wohl sämtlich minderwertig und daher nicht imstande, einen vollgültigen Ersatz zu liefern. Dies gilt sowohl für die künst- lichen Kaffees, meist Stoffe, die aus Bohnen, Erdnüssen, Malz usw. hergestellt werden und die demgemäß auch völlig koffern frei sind, als auch für die vielen an Stelle von Tee benutzten Blätter, von denen der Brombeerblattee noch nicht einmal der schlechteste ist; für Kakao gibt es überhaupt bisher kein einziges irgendwie in Be- tracht kommendes Surrogat. Bei all diesen Genußmitteln sind wir - 7 6 - bisher durchaus auf überseeische Einfuhr angewiesen, doch ließe sich wohl der Kaffeebau in Arabien sowie in Abessinien bedeutend ver- mehren, freilich erst allmählich im Verlauf vieler Jahre. Auch zeigt der gute Erfolg der Teepllanzungen im Kaukasus, daß die feuchten Gebiete der Küsten des Schwarzen Meeres für den Teebau in Betracht kommen; vielleicht finden sich auch an der kleinasiatischen Küste dieses Meeres hierfür passende Gebiete. Übrigens erträgt der chinesische Tee hohe Frachten, so daß der Import quer durch Asien selbst dann nicht unmöglich ist, wenn die sibirische Eisenbahn hier- für nicht zur Verfügung stehen sollte. Nur die Einfuhr von Kakao kann noch auf lange Zeit, nämlich bis zur Vollendung des Ausbaues der innerafrikanischen Eisenbahnen, des Seetransportes nicht ent- behren. Es ist dies um so mehr zu bedauern, als wir gerade in Kamerun Landstrecken besitzen, die in bezug auf Kakaokultur den ganzen Bedarf Deutschlands zu decken imstande sind, wie sich anderseits manche Teile Deutsch-Ostafrikas klimatisch für die Kaffee- kultur sowie den Teebau gut eignen. Da es sich bei diesen Genuß- mitteln um verhältnismäßig hochwertige Stoffe handelt, würde ein langer Eisenbahntransport durch Afrika und Vorderasien nach Deutschland an sich den Verbrauch wohl noch nicht stark ver- mindern. Daß es sich übrigens bei der Versorgung Deutschlands mit Genußmitteln um nicht unbedeutende Werte handelt, geht daraus hervor, daß die Mehreinfuhr im Jahre 191 3 betrug: für Kaffee 168000 Tonnen im Werte von 219 Mill. M., für Kakao- bohnen 53 500 Tonnen im Werte von 67 Mill. M., für Tee gegen 4300 Tonnen im Werte von 8 Mill. M. Nur in bezug auf T a b a k könnten wir uns, wenn es sein müßte, von jeder See-Einfuhr unabhängig machen durch Vermehrung des in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangenen Tabakbaues in Deutsch- land (1914 10355 ha, 1915 9030 ha) sowie durch vermehrte Ein- fuhr, hauptsächlich freilich von Zigaretten- und Pfeifentabak, aus den Balkanstaaten sowie derTürkei. Der guteZigarrentabak kommt dagegen gegenwärtig so gut wie ausschließlich aus überseeischen Gebieten, wie Nordamerika, Westindien, Brasilien, Sundainseln, Philippinen. Auch das tropische Afrika, darunter unsere dortigen Kolonien, wie z. B. Kamerun, könnte guten Tabak liefern, der sich sogar für Deck- blatt eignet, jedoch ist es fraglich, ob das Produkt von dort den teuren Eisenbahntransport durch Afrika und über Vorderasien vertragen könnte. Ersatzstoffe für Tabak gibt es zwar in großer Zahl, doch könnten sie erst bei großem Mangel an Tabak ernstlich in Betracht gezogen werden; ein solcher .Mangel ist aber kaum ZU erwarten, da, bevor ein solcher eintritt, genügende Mengen dieser einjährigen — 77 — Pflanze in Deutschland und den andern Kontinentalstaaten gebaut werden dürften. Die Mehreinfuhr Deutschlands betrug im Jahre 19 13 81 600 Tonnen im Werte von 140 Mill. M. Auch die Gewürze sind auf dem Landwege nicht in ge- nügender Menge zu beschaffen, wenngleich z. B. die Umbelliferen- gewürze, Kümmel, Dill, Anis usw., bei uns und in den Nachbar- ländern gedeihen, ebenso wächst der Paprikapfeffer vorzüglich in den südöstlichen Nachbarländern, Ungarn, Balkanstaaten, Levante. Auch ließen sich bei dem relativ hohen Wert der meisten Gewürze im Notfalle manche der indischen und chinesischen Gewürze, wie z. B. Ingwer, Zimt, Nelken, Muskat, Kardamom, durch Asien auf dem Landwege einführen, was ja zum Teil auch schon vor der Ent- deckung des Seeweges nach Indien geschah. Auch in den auf dem Landwege später zugänglichen Gebieten des tropischen Afrikas, be- sonders auch in unseren Kolonien, dürfte die Mehrzahl der Gewürze gut gedeihen, und es würde dann nur eine Frage der Eisenbahn- und Zolltarife sein, den Gewürzanbau in ihnen zu beleben. Daß es sich nicht um unbedeutende Werte handelt, zeigt z. B. der Pfeffer, dessen Einfuhr im Jahre 191 3 5300 Tonnen im Werte von 6 Mill. M. betrug. Unsere Fleischeinfuhr ist infolge der eigenen bedeutenden Viehzucht und der sie unterstützenden Gesetzgebung verhältnismäßig unbedeutend, 191 3 sind etwa 50000 Tonnen im Werte von 68 Mill. M. an Fleisch mehr ein- als ausgeführt worden. Bedeutend ist dagegen die Einfuhr lebender Tiere, die 1913 534000 Tonnen im Werte von 221 Mill. M. betrug; 1 10 Mill. M., also über die Hälfte des Wertes, kommen auf Pferdr auf Schweine nur 25 Mill. M., der Rest auf Rinder. Diese sehr erheblichen Einfuhrposten mehr und mehr zu verringern, dürfte wohl im Bereich der Möglichkeit liegen. Übrigens stammt fast die ganze Einfuhr aus den zu Lande erreichbaren Nachbarländern, ist also durch Seeabsperrung nicht gefährdet. Auch ist die Mehreinfuhr von Geflügel und Eiern mit 234000 Tonnen im Werte von 259 Mill. M. noch bedauerlich groß, und es ist nicht wahrscheinlich, daß sich in Zukunft daran viel ändern wird; freilich «tammt auch diese fast ganz aus zu Lande erreichbaren Nachbarländern. Daß es für all diese tierischen Produkte keinerlei Surro- gate gibt, und daß der während der Kriegszeit häufig benutzte so- genannte Eiersatz nur manche physikalische Eigenschaften mit den Eibestandteilen gemeinsam hat, im übrigen aber eher als Eivor- spiegelung angesehen werden kann, braucht kaum erwähnt zu werden. Von sonstigen tierischen Stoffen kommen vor allem Milch, Käse, Butter, Talg, Schmalz, Wachs in Betracht, ge- - 7 8 - waltige Einfuhrartikel mit zusammen einer Mehreinfuhr von 224 OOO Tonnen im Werte von 279 Mill. M. im Jahre 1913; ferner Knochen, Hörn er, Haare, Borsten, Därme, Federn mit einer Mehreinfuhr von 50 OOO Tonnen im Werte von 96 Mill. M., sowie Felle, Häute, Leder mit einer Mehreinfuhr von 186 OOO Tonnen im Werte von 409 Mill. M. Bei manchen von ihnen wird sich durch Ersatzstoffe wenig erreichen lassen, wohl aber bezüglich des Leders, für welches schon zahlreiche Ersatzmittel aufgetaucht sind, die aber in der Zeit des Friedens meist schnell wieder von der Bildfläche verschwanden oder doch nur in beschränktem Maße An- wendung fanden; nicht einmal während des Krieges scheinen solche Ersatzstoffe sich wirklich haben einbürgern können. Auch für die Milch ist kein nur einigermaßen vollwertiger Ersatz aufgefunden worden, und die aus Mandeln, Sojabohnen oder Erdnüssen herge- stellten Surrogate dürften nur bei großem Mangel an Milch wirklich in Frage kommen. Dagegen hat man für Hörn und Knochen aller- hand Ersatzstoffe gefunden, die teilweise die verlangten Nutzzwecke völlig erfüllen, ebenso für Haare, z. B. als Kissenstopfmaterial. Bei verstärkter Viehzucht ließen sich die meisten dieser tierischen Einfuhrstoffe in genügender Menge in Deutschland her- stellen, aber dieses würde wieder bedeutend vermehrten Anbau, Herstellung oder Bezug von Futtermitteln erfordern, worauf doch auch bei dem größten Optimismus im Falle eines Seeabschlusses nicht zu rechnen sein wird. Auf Einfuhr über das Meer ist Deutschland glück- licherweise nicht gerade angewiesen, wenn auch zu Friedenszeiten gewaltige Massen von Häuten, Fellen und Hörnern sowie auch das meiste Wachs, ebenso Straußen-, Reiher- und andere Schmuckfedern aus Amerika, Afrika sowie Süd- und Ostasien bezogen werden, ferner Talg und Schmalz aus Amerika, Borsten aus China, während die eigentlichen Meiereiprodukte Milch, Butter und Käse meist aus den Nachbarländern eingeführt werden, Butter freilich in zunehmender Menge auch aus dem gleichfalls auf dem Landwege zugänglichen Sibirien. In Vorderasien ließe sich die Viehzucht zwar bedeutend vermehren, aber doch nicht so, daB unsere Bedürfnisse hierdurch allein gedeckt werden könnten. Für manche der aufgezählten Stoffe käme eventuell auch der afrikanische Kontinent und dort unter anderen unsere Kolonien in Betracht, so z. B. für Felle, Knochen, Hörner, Därme, Wachs, aber die meisten der Stoffe werden den teuren Eisenbahn- transport durch Afrika und über Vorderasien nicht vertragen können. Es bleibt also für manche dieser Stoffe kaum etwas anderes übrig, als tatsächlich eine gewisse BcschränkunL;, die aber nicht allzu schwer zu ertragen sein wird. — 79 — Sehr wichtige tierische Einfuhrprodukte sind auch Wolle und Seide, erstere mit einer Meereinfuhr Deutschlands im Jahre 1913 von 186000 Tonnen im Werte von 369 Mill. M., letztere von 6300 Tonnen im Werte von 173 Mill. M. Als Ersatzstoffe für Wolle dient einerseits die viel verwendete, von Deutschland mehr aus- als eingeführte Kunstwolle, anderseits sind während des Krieges zahl- reiche gut brauchbare Wollstoffe hergestellt, die nur zur Hälfte aus Wolle, zur andern Hälfte aus Ersatzfasern verschiedener Natur be- stehen; man erwartet, daß die Bedeutung dieser Ersatzstoffe auch nach dem Kriege weiter zunehmen wird. Dies ist um so erfreulicher, als es nicht sehr wahrscheinlich ist, daß die Zahl der Wollschafe, die jetzt in Deutschland auf 5 , / 2 , in Österreich-Ungarn auf J 1 ^ Mill. Stück gesunken ist, sich in Zukunft wieder stark heben wird. Von auf dem Landwege erreichbaren Wollproduktionsländern, besonders von Vorder- und Zentralasien, wo sich die Schafzucht noch sehr aus- dehnen läßt, wird Deutschland freilich jederzeit große Wollmengen erhalten können, es ist aber kaum fraglich, daß diese Mengen ohne Zu- hilfenahme von Ersatzstoffen den Bedarf nicht werden decken können. Der größte Teil der Wolle des Welthandels stammt bekanntlich aus über- seeischen Gebieten, besonders aus Australien, Argentinien und Süd- afrika. Im tropischen Afrika eignen sich nur wenige Gebiete für Wollschafzucht, besonders die Hochländer Ostafrikas, von denen wir vielleicht in weiterer Zukunft größere Mengen Wolle auf dem Land- wege werden beziehen können. Auch die Seide wird jetzt für viele Zwecke durch Kunstseide ersetzt, doch vermag diese, was Reißfestigkeit und Haltbarkeit be- trifft, durchaus nicht den Wettbewerb mit echter Seide aufzunehmen. Der Seidenbau Deutschlands hat, wie bekannt, gänzlich aufgehört, und erst jetzt, während des Krieges, werden wieder Versuche ge- macht, ihn in Deutschland zu beleben. Man glaubt, daß gerade Kriegsbeschädigte sich diesem Erwerbszweig zuwenden werden, einen dauernden Erfolg verspricht man sich aber im allgemeinen nur dann von dem Seidenbau, wenn Deutschland entw T eder durch Feinde oder durch Zölle vor der Einfuhr fremder Seiden bewahrt bleibt; an die Möglichkeit des Wettbewerbs Deutschlands ohne starken Schutz mit der billigen Produktion namentlich Ostasiens glauben die meisten Sachverständigen nicht. Von den auf dem Landwege zugäng- lichen Ländern besitzt zwar Italien, Frankreich und Österreich- Ungarn eigenen Seidenbau, doch genügt er in letzteren beiden Ländern nicht einmal zur Deckung des eigenen Verbrauchs und gestattet in Italien nur in guten Jahren eine größere Ausfuhr; auch die Levante könnte bei ihrer jetzigen Produktion noch nicht den halben Bedarf Deutsch- — 8o — lands decken, dagegen ist der Seidenbau sowohl in Kleinasien als auch in Syrien noch sehr ausdehnungsfähig. So ist denn Deutschland vorläufig noch auf die Seide Japans und Chinas mehr oder weniger ange- wiesen; bei Absperrung des Seeverkehrs würde aber dieses wertvolle Produkt recht wohl auch einen Landtransport, bei Absperrung der sibiri- schen Eisenbahn sogar auf dem Karawanenwege durch Zentralasien, auf den alten Seidenstraßen, vertragen können. Schappseide würde übrigens auch das tropische Afrika zu liefern imstande sein durch die dort vielfach häufigen Familiennester wilder Seidenraupen, die schon jetzt hier und da gesammelt und nach Europa gesandt werden. Im übrigen wäre die Einschränkung und Benutzung von Seide an sich kein großes Unglück. Von den pflanzlichen Faserstoffen ist die B a u m - wolle vorläufig noch so gut wie unentbehrlich, was um so bedauer- licher ist, als es derjenige Rohstoff ist, für den Deutschland die bei weiten größten Summen an das Ausland bezahlt. Während die Mehr- einfuhr der nächstbedeutenden Rohstoffe, Wolle, Gerste und Weizen, im Jahre 191 3 369, 365 und 330 Mill. AI. betrug, zahlte Deutschland für die 480000 Tonnen Baumwolle und deren Abfälle nicht weniger als 579MÜI.M. Von dieser Baumwolle kamen allein aus Amerika 369000 Ton- nen, aus Britisch-Indien kamen 58000, ausÄgypten 4 1 OOoTonnen, sämt- lich auf dem Seewege; selbst dieganze Ernte Ziliziens, etwa 2 5 OOO Tennen, die in Friedenszeiten über Mersina zur Verschiffung nach Europa gelangt, könnte nach Vollendung des Taurustunnels, ebenso wie die nur halb so große Ernte der Umgebung von Smyrna, auch auf dem Landwege nach Europa geschafft werden. Leider ist die Aus- sicht äußerst gering, einen die Baumwolle einigermaßen ersetzenden Stoff in Deutschland oder den Nachbarländern aufzufinden oder her- zustellen; es dürfte, im Falle starken Baumwollmangels, kaum etwas anderes übrig bleiben, als sich wieder, wie in alten Zeiten, mehr der Leinewand und der Wolle, vielleicht auch der neuerdings wieder empfohlenen Nesselfaser zuzuwenden. Auch hat man auf die aus Papier oder Papiergarnen hergestellten Stoffe verwiesen, wie solche in Ostasien vielfach in Gebrauch sind. Zweifellos wird das Fehlen der Baumwolle in der ersten Zeit eine der unangenehmsten Begleit- erscheinungen einer langen Isolierung des kontinentalen Wirtschafts blocks darstellen, und es wird großer Energie und wohl auch Zwangs- maßregeln der Regierung bedürfen, um in einem solchen Falle die Er- satzkulturen wie Flachs, Nessel usw. schnell auszudehnen. Außerdem wird aber der Verbrauch sehr stark eingeschränkt werden müssen, was aber auch durchaus im Bereich der Möglichkeit liegt, für manche Nebenzwecke kann man schon jetzt der Baumwolle sehr gut entraten, /.. B. läßt sich die Watte als Verbandstoff vielfach — 8i — durch Torfmoose ersetzen, Schießbaumwolle ist schon jetzt durch nitrierte gereinigte Holzzellulose in Deutschland völlig verdrängt worden. Anderseits läßt sich auch der Baumwollbau in Vorder- asien bei ernstem Wollen und starker finanzieller Unterstützung gewaltig ausdehnen, und es ist durchaus nicht unmöglich, in nicht zu ferner Zeit, den gesamten Bedarf der Zentralmächte dort zu er- zeugen. Geht uns doch Rußland insofern mit gutem Beispiel voran, als es schon jetzt über die Hälfte seines schnell gestiegenen Baum- wollbedarfs aus Zentralasien bezieht; die dortige Baumwollerzeugung von 1 1 Mill. Pud übertrifft sogar den Bedarf Rußlands vor 20 Jahren schon um mehr als die Hälfte, wenngleich sie an den jetzigen fast verdreifachten Konsum bei weitem nicht heranreicht. Sollte erst Ägypten mit seiner Ernte von 330 OOO Tonnen Baumwolle gleichfalls durch Eisenbahnen an Mitteleuropa angeschlossen sein, so wird Deutschland überhaupt schon sehr bald der Seeeinfuhr dieses wich- tigen Rohstoffes entbehren können. Ebenso ist der Baumwollbau im tropischen Afrika in einer sichtlichen Entwicklung begriffen und auch von dort ließen sich, wenn es die Tarife erlauben werden, später wohl größere Mengen Baumwolle auf dem Landwege nach Europa befördern, namentlich aus dem Sudan, dessen Baumwollbau eine große Zukunft hat. Als guter Baumwollersatz wird die Flachsfaser empfohlen, die zu diesem Zwecke keiner so sorgfältigen Bearbeitung bedarf wie bei dej* Autbereitung der Faser für die Leinenindustrie. Vorläufig sind wir freilich bezüglich des Flachses in erheblichem Maße auf die Einfuhr angewiesen; im Jahre 191 3 betrug die Mehreinfuhr 35 000 Tonnen im Werte von 40 Mill. M.; aber der auch wegen der ölhaltigen Leinsaat wichtige Flachsbau läßt sich leicht wieder in Deutschland ausdehnen, und man macht hierfür schon jetzt lebhafte und erfolg- reiche Anstrengungen. Übrigens bezieht Deutschland den Flachs, den es benötigt, von den unmittelbaren Nachbarländern, hauptsächlich von Rußland, das 80 °/ des Weltbedarfs an dieser Faser liefert. Leichter läßt sich die zweitwichtigste Pflanzenfaser, die Jute, durch andere Stoffe ersetzen, wie sich während des Krieges gezeigt hat; das ist insofern von großer Bedeutung, als Deutschland allein im Jahre 19-13 eine Mehreinfuhr von Jute von 154 OOO Tonnen im Werte von 90 Mill. M. hatte. Diese ganze Summe geht nach Britisch- Ostindien, also in das jetzt feindliche Ausland, während die Ersatz- stoffe hauptsächlich aus Papier und Holz gemacht werden, also aus uns zur Verfügung stehenden Materialien. Man könnte zwar auch bei uns ähnliche Faserpflanzen wie Jute anbauen, aber es würde wahr- scheinlich die Faser viel zu teuer werden, denn bei der Herstellung von Tropenpflanzer 1916, lieft 2. 6 — 82 — Säcken und groben Jutestoffen ist weniger die Güte und Haltbarkeit, als der billige Preis von Bedeutung. Daher ist es auch ziemlich ausgeschlossen, Jute oder ähnliche billige Fasern aufweiten Eisenbahn- transporten, z. B. aus Innerafrika oder Mesopotamien, nach Deutschland zu schaffen. Die Einfuhr von Hanf und ähnlichen meist zu Bindezwecken verwendeten Fasern ist gleichfalls nicht unbedeutend. 1913 betrug die Mehreinfuhr 53 oOO Tonnen im Werte von 36 Mill. M. Der bei weitem größte Teil besteht aus Weichhanf, besonders dem echten Hanf, der im wesentlichen aus Italien und Rußland bezogen wird, also aus Ländern, die uns nicht durch Meerabsperrung zu verschließen sind. Übrigens läßt sich auch unser Hanfanbau im Notfall so weit ausdehnen, daß er uns genügend versorgt, und man hat schon während des Kriegsjahres bedeutende Fortschritte in dieser Richtung gemacht. Außerdem hat man in der hauptsächlich aus Papier bereiteten Textilose einen recht brauchbaren Ersatzstoff für Bindfaden gefunden, der schon im großen Maßstabe hergestellt wird. Zum Getreidebinden kann man, wie in früheren Zeiten, Stroh benutzen, an Stelle von Schiffs- tauen kommen Stahltrossen immer mehr auf, so daß auch die tro- pischen Fasern wie Manila- und Sisalhanf entbehrt werden können. Sisal ließe sich übrigens vielleicht in einigen Gebieten Syriens an- bauen, z. B. in der Depression des Toten Meeres, wie ja diese Agave auch in Ägypten, z. B. an den Eisenbahndämmen, gut gedeiht. Ein Landtransport aus Tropisch-Afrika erscheint dagegen wegen der Frachtkosten ausgeschlossen zu sein. Die Einfuhr von Kapok als Kissenstopfmaterial ist noch ziem- lich unbedeutend; auch läßt sich dieser aus den Tropen zu Schiff kommende, übrigens erst seit wenigen Jahren in Aufnahme ge- kommene Stoff leicht durch heimische Materialien ersetzen, z.B. Federn. Roßhaare, Seegras usw.; das gleiche ist der Fall für das sogenannte vegetabilische Pferde haar, die zerschnittenen Blattfiedern der Zwergpalme. Weite Landtransporte verträgt dieser Stoff nicht. Sehr bedeutende Summen zahlt Deutschland in Friedenszeiten für ausländische Gerbstoffe, wie Quebracho, Dividivi, Katechu, Gambir, Myrobalanen, Mangrove, Valonen, Knoppern, Sumach usw., die fast alle auf dem Seewege hereinkommen. Anderseits hat sich die Chromgerberei in den letzten Jahren stark entwickelt, deren Rohstoff, das Chromerz, gerade in Kleinasien in großen Mengen ge- wonnen wird. Daß wir ohne die überseeischen Produkte auskommen können, zeigt der Krieg. Unsere heimischen Gerbstoffe, besonders Eichen- und Kastanienrinde, neuerdings auch Nußbaumrinde, Kastanien- und Eichenholz, sind wieder zur Geltung gekommen, - 83 - und man vermochte ihre Produktion durch rationelle, von Jahreszeit und Witterung unabhängige Gewinnungsmethoden sowie die Mit- verwertung von Abfall und dünnen Ästen dermaßen zu steigern, daß eine Gerbstoffnot nicht eintrat. Nicht weniger als 440 (XX) ha, das sind drei Prozent der gesamten Forste Deutschlands, sollen für Gerbstoffgewinnung herangezogen werden können. Infolge der Ver- ringerung der Schnellgerberei und der künstlichen Beschwerung soll sich die Qualität des Leders sogar während des Krieges verbessert haben. Übrigens können Valonen, Knoppern, Sumach, alles Produkte des Mittelmeergebietes, bei billigen Frachten auch auf dem Landwege aus der asiatischen Türkei bezogen werden. Ferner hat die Her- stellung künstlicher Gerbstoffe und Gerbstoffersatzmittel gerade in der letzten Zeit eine große Anzahl brauchbarer Stoffe geliefert. Was die Farbstoffe betrifft, so ist in Friedenszeiten die Einfuhr verschiedener Farbhölzer, wie Fustik, Fernambuk und Cam- pecheholz, nicht unbedeutend. Infolge unserer hervorragend aus- gebildeten chemischen Farbindustrie läßt sich aber jede Einfuhr leicht entbehren, da Farben von gleicher Schönheit und Haltbarkeit, sowie von denselben Nuancen sich auch künstlich herstellen lassen, höchstens vielleicht etwas teurer. Die Harze, von denen ein großer Teil aus Übersee bezogen wird, so die tropischen Kopale und Dammarsorten, sowie das meist aus Nordamerika stammende Kolophonium, ferner auch Terpentinöl, waren gleichfalls nur eine kurze Zeit lang knapp, bis sich die deutsche Industrie durch Herstellung künstlicher Ersatzstoffe sowie die Vermehrung der eigenen Produktion darauf eingestellt hatte. Auch konnte Terpentinöl für viele Zwecke durch andere Stoffe er- setzt werden. Daß die deutschen und österreichischen Nadelholz- wälder bei richtiger Anzapfung schon allein genügen würden, um unseren Harzbedarf zu decken, steht fest; große Mengen lassen sich aber auch vom Balkan und Kleinasien schaffen, sowie aus den russischen Wäldern, von denen schon jetzt die in Polen zugunsten des deutschen Verbrauchs wieder ausgebeutet werden. Außerdem hat man in der Herstellung von künstlichem Harze aus Destillations- produkten von Holz und Kohlen während des Krieges so bedeutende Fortschritte gemacht, daß es w r ohl möglich erscheint, daß Deutschland sich mit der Zeit in ein Ausfuhrland für Harze umwandeln wird. Besondere Schwierigkeit hat die Versorgung mit Kautschuk und verwandter Stoffe gemacht, da nicht nur der Verbrauch Deutsch- lands ein sehr bedeutender ist, sondern unsere blühende Kautschuk- industrie auch einen großen Teil der Welt mit den aus den Roh- stoffen verfertigten Industrieerzeugnissen versorgt hat. Die Mehreinfuhr - 8 4 - dieser Rohstoffe betrug 1 91 3 etwa 19000 Tonnen im Wert von 114 Mill. M. Kautschuk läßt sich weder bei uns noch in den ver- bündeten Staaten des kontinentalen Wirtschaftsblocks gewinnen, wenngleich einige hier wachsende Pflanzen minimale Mengen Kaut- schuk in ihrem Milchsaft enthalten; auch für die Aufzucht von Kautschukpflanzen eignet sich das europäische und vorderasiatische Klima nicht, noch weniger für Balata- und Guttapercha liefernde Pflanzen. So blieb denn nichts übrig, als nach Ersatzstoffen zu suchen oder die künstliche Herstellung zu versuchen. Als Ersatz- stoffe kommen für Guttapercha verschiedene künstlich hergestellte Materialien in Betracht, als Balataersatz fürTreibriemen Leder, für Kaut- schuk als Hartgummi zahlreiche künstlich hergestellte Stoffe, während Weichgummi sich nur unvollständig durch Verbindungen von Papier oder Holzmasse mit Eisen oder durch Eisenkonstruktionen ersetzen läßt. Dagegen ist es gerade in allerletzter Zeit gelungen, künst- lichen Kautschuk selbst herzustellen, der den Hartgummi völlig ersetzt und den Weichgummi wenigstens so weit, daß man sich ganz gut auch dauernd ohne Kautschukzufuhr wird behelfen können. Außerdem hat man die Re^enerierunL! von Altkautschuk bis zu einer solchen Höhe gebracht, daß überhaupt der Bedarf an neuem Kaut- schuk bei genügender Sparsamkeit und sorgsamem Aul bewahren der abgenutzten Ware ein sehr viel geringerer geworden ist. Relativ leicht ist es für die Zentralmächte, auf überseeische Holzeinfuhr zu verzichten, besonders dann, wenn die Holz- schätze des besetzten Gebietes im Osten zur Verfügung stehen und der Verkehr mit Schweden über die Ostsee ungestört bleibt. Das Fehlen tropischer Furnierhölzer, wie Mahagoni, Jdcaranda usw. läßt sich verschmerzen, für Bleistifte, Zigarrenkisten usw. wird man sich mit heimischen Weichhölzern begnügen können, statt amerikanischen Nußbaum wird man mehr kleinasiatischen nehmen, statt Tiek zum Schiffsbau mehr Eiche, auch die amerikanischen Grubenhölzer lassen sich durch nordische Nadelhölzer leicht ersetzen. Auch in bezug auf Drogen steht Deutschland ziemlich un- abhängig da. Man kann sogar sagen, daß bis auf wenige, wie be- sonders Morphium, Chinin und Kokain, Deutschland vollwertige Ersatzstoffe, meist auf chemischem Wege, herzustellen vermag. Morphium wird aber aus dem für uns auf dem Landwege erreich- baren Opium hergestellt, und Chinin ist schließlich in unserer ziem- lich malariafreien Zone einigermaßen zu entbehren, beziehungs- weise als Tonikum durch andere Stoffe zu ersetzen; desgleichen wird man auf Kokain im Notfälle verzichten können. Kampfer hat man dagegen jetzt wahrend des Krieges synthetisch herzustellen gelernt, ohne den bisherigen Grundstoff, das Terpentinöl, hierfür - 85 - zu verwenden, und zwar ist das Produkt billiger und besser als der natürliche und der aus Terpentinöl hergestellte Kampfer. Auch zahlreiche minder wichtige Arzneistoffe, wie z. B. Strophanthin, Strychnin, lassen sich gut entbehren, andere, namentlich die äthe- rischen öle, und manche Alkaloide, lassen sich synthetisch herstellen oder ersetzen, so z. B. auch Perubalsam und Koffein, wieder andere sind auch bei uns kultivierbar, so z. B. Rhabarber und Menthol liefernde Minze. Bei den Drogen handelt es sich übrigens häufig um so kleine Mengen, daß sie selbst bei Meeresabschluß doch ziemlich leicht hereinzukommen vermögen und auch wegen der verhältnis- mäßig hohen Preise lange Landwege ertragen können; auch lassen sich leicht für lange Zeit ausreichende Mengen aufstapeln. Selbst in diesem Krieg hat übrigens das Hauptproduktionsland der Chinin liefernden Rinden, Holland, die Erlaubnis freier Einfuhr seitens Englands durchgesetzt. Zum Schluß mag nur noch darauf hingewiesen werden, daß wir auch bezüglich der Düngestoffe fast unabhängig dastehen. Für Kali sind wir bisher das einzige in Betracht kommende Pro- duktionsland, Phosphate erzeugen wir in der Thomasschlacke wenigstens in für uns selbst genügender Menge, im Jahre 19 13 214 Millionen Tonnen ; außerdem erzeugten wir in demselben Jahre 1,8 Millionen Tonnen Superphosphat. Stickstoff bezog Deutschland bisher großenteils in Form von Chilesalpeter aus Chile, nämlich 750 000 Tonnen im Werte von 180 Millionen M., ein Drittel der Gesamtproduktion. Durch die Vergrößerung der Fabriken von Kalkstickstoff und von schwefelsaurem Ammoniak, letzteres infolge neuer Erfindungen, ist Deutschland nicht nur imstande, seinen Munitionsbedarf zu decken, sowie auf die Salpetereinfuhr zu verzichten, sondern es wird auch in die Lage kommen, die Nähr- stoffe für die Eiweißhefebereitung zu liefern und vielleicht sogar noch Ammoniaksalze auszuführen. Hat doch vor kurzem der Prä- sident der Bremer Handelskammer, Lohmann, in einer Ansprache im Bremer Kaufmannskonvent verkündet, daß unsere Fabriken be- reits so weit gediehen sind, daß sie mit dem kommenden Frühjahr die gesamten Bedürfnisse an Stickstoff auch für die Landwirtschaft decken werden und sogar Stickstoff zu exportieren in der Lage sein werden, falls der Krieg noch länger dauern wird. Das Gesamtresultat dieser Betrachtung können wir dahin formulieren, daß Deutschland unter einer dauernden Ab- sperrung des Seeverkehrs zwar zu leiden haben würde, aber wohl imstande sein dürfte, sich ebenso wie bisher in gutem Ernährungs- zustände zu erhalten sowie seiner Industrie alle nötigen Materialien zu liefern. Schon in der kurzen Spanne Zeit, die der Krieg dauerte, — 86 — konnte Deutschland gewaltige Fortschritte in der Selbstversorgung machen, und es unterliegt keinem Zweifel, daß das wenige, was noch zu einer völligen Unabhängigmachung fehlt, bald auch zur Verfügung stehen wird. Die geldlichen Vorteile, die Deutschland hierdurch erlangt, daß es in Zukunft nicht nötig hat, Rohstoffe von außerhalb zu beziehen, lassen sich vorläufig noch nicht übersehen, es ist aber sicher nicht zu viel behauptet, wenn man sagt, daß sie in die Milliarden gehen. Die Feinde wollten Deutschland finanziell ruinieren, es ist sehr wohl möglich, daß sie, entgegen ihren Wün- schen, dazu beigetragen haben, den Reichtum Deutschlands auf ungeahnte Weise zu vermehren. Freilich ist aber die Verringerung der Einnahmen durch die bei einem Meeresabschluß eintretende Beschränkung des Export- gebietes gleichfalls sehr bedeutend und findet nur zum kleinen Teile in der starken Vermehrung des Handels nach dem vorderen Orient einen Ausgleich. Ein wünschenswerter Zustand für die Dauer ist daher die Abschließung vom Welthandel keineswegs. Auch ist nicht zu leugnen, daß, wenn auch manche Rohstoffe dauernd ihren Ersatz in heimischen Produkten finden werden, wie z. B. Salpeter, vielleicht auch Jute, sowie manche Futterstoffe und Harze, die Eigenerzeugung doch für die meisten Stoffe nur ein unvollkommener oder wenigstens teurer Ersatz ist. Sobald die See wieder offen steht, wird die Ersatzstoffwirtschaft großenteils hinfällig werden. Warum sollte auch Deutschland auf Reis verzichten, warum sich mit Woll- und Baumwollersatzstoffen behelfen, wenn die Zufuhr über See erst wieder offen steht, warum soll es Mahagoni und Eben- holz entbehren, warum Quebracho und andere tropische Gerbstoffe zugunsten teurerer heimischer Produkte nicht begehren, warum sich erstklassigen Kautschuks nicht bedienen, wenn das künstliche Er- zeugnis weniger gut ist, ganz abgesehen von Genußmitteln wie Kaffee, Kakao, Tee, auf die gewiß niemand dauernd zugunsten von Ersatzstoffen verzichten wird. Auch überseeische Luxusstoffe wie Strauß-, Reiher- und Paradiesvogelfedern, Perlen, Perlmutter, Diamanten und andere Edelsteine werden nach wie vor Liebhaber in Deutsch- land finden. Wenn erst wieder normale Zustände eingetreten sein werden und daß dies früher oder später geschehen wird, darauf kann man sicher rechnen - — , wird auch der Welthandel über See wieder aufblühen, mit Aus- und Einfuhr wie bisher; es mag sein, daß der deutsehe Mandel die Uberseegebietc der feindlichen Länder vorerst meiden wird, denn wer hat Lust, Geschäfte mit Ländern wieder anzuknüpfen, die in so brutaler Weise das Privateigentum während des Krieges vergewaltigt und unseren stolzen Mandel daselbst durch 8 7 - rohe Zwangsliquidationen zerschmettert haben. Darum werden wir, wenn möglich, auf die Jute Bengalens, auf die Baumwolle Indiens, auf den Reis Burmas und Anams, auf den Kautschuk Malayas ver- zichten; aber der deutsche Welthandel an sich wird dennoch auf- leben und sich noch gewaltiger als bisher entwickeln. Amerika, China, die holländischen Kolonien, und namentlich unsere eigenen, hoffentlich dann stark vergrößerten Schutzgebiete werden uns die Möglichkeit gewähren, unseren Bedarf an kolonialen Rohstoffen zu befriedigen und heimische Industrieerzeugnisse in steigendem Maße auszuführen. Und so werden wir auch nach wie vor die koloniale Landwirtschaft pflegen und uns ihre schnelle Entwicklung wie bis- her angelegen sein lassen. Es ist gut, sich alle diese Möglichkeiten klar zu machen; um so hoffnungsfreudiger sieht man der Zukunft entgegen, wenn man weiß, daß man beliebig lange in dem Weltringen auszuhalten ver- mag. Handelt es sich doch, wie der sozialdemokratische Reichstags- abgeordnete Dr. L. Quessel sehr richtig ausführt, bei diesem Krieg im wesentlichen um einen Kolonialkrieg, d. h. um das Bestreben der Ententemächte, ihrem schon in hohem Maße bestehenden Kolonialmonopol durch Vernichtung der geringen Kolonialwirt- schaft Deutschlands die Krone aufzusetzen, indem sie es dadurch zu einem absoluten machen. Es verbirgt sich also hinter diesem Kolonialmonopol „die größte Ausbeutungsmaschinerie, die die Menschheit jemals in Deutschland gesehen hat". Mit Recht sagt auch Professor Sartorius v. Waltershausen in den Finanz wirtschaftlichen Zeitfragen : „Wenn wir jetzt auf unsere ökonomische internationale Stellung Verzicht leisten sollten, so würden wir freiwillig das geben, was England mit der Gewalt der Waffen uns hat abringen wollen. Wenn wir auf einen geschlossenen Handels- und Finanzstaat zu- steuern wollten, so wäre es am besten, so schnell wie möglich Frieden zu schließen, Belgien herauszugeben und die Kolonien hinterherzuwerfen." Wir sind uns völlig klar darüber, daß dieSelbstversorgung des konti- nentalenWirtscbaftsblocks nur als Notbehelf angesehen. werden muß, der sobald wie möglich normalen Zuständen weichen sollte. Dennoch gibt es für uns, im Vollbewußtsein, daß wir auch wirtschaftlich durchhalten können, und je länger der Krieg dauert um so leichter, nur die eine Pa- role: Weiter kämpfen, bis der Ring unserer Feinde dauernd gebrochen und die Seegeltung für alle Zukunft errungen ist, nicht nur für uns, son- dern für alle Völker. DiesesKolonialmonopol unserer Hauptfeinde, Eng- land und Frankreich, zu brechen, ist nicht nur Pflicht der Selbsterhal- tung, sondern ein Ehrendienst für die gesamte Menschheit. — 88 — Die Sisalkultur auf den Fidschi-Inseln. Von Karl Fricke. (Mit 4 Abbildungen.! Obwohl die britische Kolonie Fidschi zur Hauptsache Zucker, Kopra und die Banane ausführt, sind doch schon seit 1907 auf der Regierungs- Versuchsplantage Na sin u auf der Hauptinsel Viti Levu Sisalagaven gepflanzt, um eine weitere aussichtsvolle Kultur in Fidschi einzubürgern. Nachdem nun vor einigen Jahren die von der Abbild. 1. Lautoka. Versuchsplantage. Sisalagaven 1 ' 3 Jahr alt. Regierung ausgesetzte Prämie von 500 £ für die ersten aus Fidschi ausgeführten zehn Tons marktfähigen Sisalhanf durch einen Privat- pflanzer verdient wurde, tritt Fidschi in die Reihe der Sisalhanf produzierenden Länder ein. Der mit großem Erfolge in dieser Südseekolonie wirkende Land wirtschaftliche Sachverständige ('. II. Knowles berichtet 1 ), daß Sisal- agaven früher schon in wenigen Exemplaren im Botanischen Garten ZU Suva und auf einigen Kopraplantagen auf verschiedenen Inseln der Gruppe verstreut existierten. Von diesen Pflanzen wurden am der Regierungs Versuchsstation Bulbillen und die unterirdischen Aus- Sisal Hemp in Fiji. Dept. of Agriculture. Fiji. Bulletin Nr. 1. Suva, 191 1. - 8 9 läufer, Wurzelschößlinge (suckers), zur Fortpflanzung benutzt. Einige wenige Bulbillen wurden weiter aus Honolulu und aus Queensland bezogen. In allen Fällen handelte es sich um den Anbau der Agave rigida var. sisalana. Den Pflanzern wurde empfohlen, unter bezug auf die Erfahrungen über die Sisalkultur auf den Bahama-Inseln 2 ) nur mit Wurzelschößlingen weiterzupflanzen, wie auch für den Anbau der Agave sisalana (Perrine) sich nach den Ausführungen von A. J. Boyd über den Queensland-Sisalhanf") zu richten. Nachdem die Wurzelschößlinge 12 bis 15 englische Zoll lang waren, wurden sie im April 1907 in Nasinu in Reihen, 8 zu 8 Fuß entfernt, angepflanzt, d. h. 681 Agaven pro Acre. Die Versuchs- plantage lag inmitten einer hügeligen Landschaft, etwa 9 englische Meilen von der Hauptstadt Suva entfernt, auf der Wetterseite der Insel in der „feuchten" Zone des Archipels. Der 1 Fuß tiefe rote, schwere Lehmboden lag auf einer 10 Fuß messenden Tonschicht, unter der sich Felsgestein (Speckstein) befand. Der Boden war gut durchlässig. Besondere Schwierigkeiten machte zuerst das unvermutet starke Überwuchern der Pflanzen durch die örtlich ,,mile-a-minute" genannte Micania scandens. Im Oktober 1910 konnte man zuerst von 321 Pflanzen ernten, obgleich ein Wirbelsturm im März des selben Jahres die jungen Sisalagaven sehr beschädigt hatte. Das erste Ernteergebnis war folgendes: Blatte r Zahl Gewicht lbs Hanf lbs ai Gesunde bl Sturmbeschädigte. . . . 8488 4586 14,263 7,060 376 178 mithin Zahl der Gewicht t> • Ilanfgewicht Hanf ertrag Blätter pro , jeden „ ln f ' pro pro Acre Agave Blattes tlanI 1000 Blätter 681 Agaven lbs «/ lbs lbs a) Gesunde . . . bl Sturmbeschädigte 40.: i i,7 1,5 2,6 2,5 44.3 79S Der Regenfall auf dieser Plantage betrug jahrlich durchschnittlich 132,68 englische Zoll für die Jahre 1907 bis 1910. Der erwähnte Zyklon hatte 40 bis 45 °/ der größeren Blätter so beschädigt, daß -) Dr. Daniels Morris in Colonial Reports, Miscellaneous Nr. 5, 1896. : l A. J. Boyd: „Sisal Fibre industry in Queensland". 1906. — 90 — es unmöglich war. aus ihnen reinen Hanf zu gewinnen. Durch das Zusammenschlagen der Blätter wurden diese auf der dem Sturme ausgesetzten Seite nach vier Tagen zuerst braun, dann schwarz bis in die Blattspitzen; die Blätter trockneten und schrumpften ein. Ohne diese Beschädigung wären sonst 1,228 lbs reinen Hanfes pro Acre geerntet worden. Auf Grund der Erfahrungen von F. E. Conter in Hawaii in regenarmen Distrikten 4 ) wurden gleichzeitig Sisal-Kulturversuche auf Abbild. 2. Lautoka. Links 3'/., Jahre alte stark geschnittene, rechts 2 Jahre alte Sisalagaven. der Leeseite der Insel Viti Levu bei dem Hafenplatze Lautoka unternommen. Der jährliche Regenfall betrug hier während der Jahre 1 907 bis 1910 nur 69,42 englische Zoll durchschnittlich. In dieser „trockenen" Zone wurden Versuchsanpflanzungen auf den Abhängen eines niedrigen Hügels im Juni 1907 angelegt. Unter dem tief braunen S« bis iü Zoll gründigen Boden lag eine größtenteils desintegrierte Sandsteinschicht. Man hatte vorher gut gepflügt und drainiert. Dieselbe Pflanzweite von 8 zu 8 Fufi wurde auch hier *) F. E. Conter: Ihr Cultivation ol Sisal in Hawaii. Bulletin of the Hawaii Agric ultural Experimenl Station, 1906 — 9' beibehalten. Nach zwei Jahren zehn Monaten waren die ersten sechs Reihen schnittreif, die jedoch einzeln, in gewissen Zeitabschnitten, vorgenommen wurden, um herauszufinden, ob das völlige Ausreifen der Blätter an der Pflanze ein besseres Ergebnis bei der Faser- gewinnung lieferte. Das Resultat war folgendes: Blätter Zahl der Datuni des Gewicht des Reihe Pflanzen Schnittes 7ahl ' Gevvicnt Hanfes Abfalls Nr. Ibs lbs lbs 1910. i 32 23- 4- 1,423 1,984 46 15 2 3i 2. 5- 1.403 1,864 49 16 3 3i 20. TO. l nicht 2,367 66 iS 4 3i 4. II. 191 1 . / gezählt 3,180 75 5 32 18. I. nicht gezählt 2,607 69,5 19 6 a 32 24 I. 1,926 3.289 87 — 6b 32 24. I. 443 961 27 — Der in Nasinu fühlbare Zyklon im März 1910 war in Lautoka nicht bemerkbar gewesen. Bei der ersten Ernte schnitt man die Blätter nur bis zu einem Winkel von 45 , soweit die Reihen 1 bis 5 in Frage kamen. Alle Blätter, die weniger als 3 englische Fuß lang waren, vernichtete die Versuchsstation. Um die Folgen eines forcierten Schnitts zu erforschen, wurden in Reihe 6 a) die Blätter bis zu 45 geschnitten, darüber hinaus aber b) so viele Blätter abgeerntet, daß nur acht zentrale Blätter stehenblieben. Knowles berechnet diese Ernte in dem bereits angeführten Bulletin 5 ) in folgender Tabelle: Hanf- Abfall pro- Zahl der Durchschnitts- gewichtpro Hanfertrag zentual zum Reihe Blätter pro gewicht pro Hanf 1000 pro Acre Gewicht des Agave Agavenblatt Blätter 681 Agaven Hanfes Nr. lbs 0; lbs lbs °/o 1 44,4 i,4 2,3 32,3 978 32,6 2 45,3 i.3 2,6 34.9 1,076 32,7 3 — — 2,8 — 1.450 27,3 4 — — 2,4 — 1,64s — 5 — — 2.7 — 1,479 27,3 6a 60 i,7 2.7 45,2 1,851.', | zus. — 6b '3,* 2,2 2,8 61,0 574I 1 2426 Wie ersichtlich, nahm mit der längeren Wachstumsdauer nicht nur die Zahl der reifen Blätter (in neun Monaten von 44 auf r, i Sisal Hemp in Fiji. Dept. of Agriculture. Fiji. Bulletin Nr. 1. Suva, 1911. — 9 2 — 6o pro Agave), sondern auch der Hantertrag zu. Die zur Ent- faserung benutzte Maschine war für den Handbetrieb von der Firma Death & Ellwood, Leicester, England, geliefert worden. * Diese zwei regierungsseitig unternommenen Versuche des An- baues der Agave sisalana ergaben, daß in Fidschi in geeigneten Gegenden, die sonst aber für die Erzeugung der Hauptprodukte m .. j. Vk ■■■■ Abbild. 3. Sisalagaven in Fidschi, Veisari-Plantage auf Viti Levu. Zucker, Kopra und Bananen nicht durch ihre hügelige Beschaffenheit oder Bodenverhältnisse in Frage kamen, die Sisalkultur noch rentabel 3ein würde. In Lautoka und bei Suva, in der trockenen und in der feuchten Zone der Hauptinsel Viti Levu, sind nun Sisalplantagen aui Anregung der Regierung angelegt worden. Der Verfasser bat die an der Suvabucht gelegene Plantage besichtigt. Sie liegt im Tale des Veisari-Flusses 1 Stunde von der Hauptstadt auf dem vor- züglichen Wege nach Navua entfernt. Der reiche Alluvialboden — 93 diente früher zur Kultur der Banane. Auf dem hügeligen und flachen Lande sind seit 1909 im ganzen 150 Acres mit der Agave sisalana (8 zu 8 Fuß) bepflanzt. Ende 1912 konnte der Besitzer dieser kleinen Plantage bereits ö^Tons und im Frühjahr 191 3 weitere 5 Tons Sisalhanf nach Australien verschil- fen. Damit gewann er die von der Regierung aus- gesetzte Prämie von 50o£ für die ersten von Fidschi ausgeführten 10 Tons Hanf. Eine Vergröße- rung der Anpflanzung auf rund 900 Acres war in Aussicht genommen. In Saatbeeten auf einem Areal von 50 Acres wur- den die Wurzelschößlinge zum Auspflanzen ent- sprechend gepflegt. Eine Maschine mit zwei Ras- padoren und den nötigen Nebenanlagen war zweck- mäßig eingerichtet. Die Arbeiterfrage macht den Sisalplantagen wie auch den übrigen agrikulturellen und in- dustriellen Betrieben in Fidschi keine Sorge, da sie durch Einfuhr von Kulis aus Indien in be- liebiger Zahl und zu bil- ligen Löhnen längst ge- löst ist 6 ). Aus dem Verkaufsergebnis der ersten beiden Sisalhanf- Ver- schiffungen ist zu ersehen, daß in Australien stets für kleinere Ab- 6 ) Die Arbeiterfrage in Fidschi. Von demselben Verfasser. Grenzboten, 1913. Nr. 49. c N U e 3 (Ö C a> C o 0) C S ~ 0-* f-H -) Ü ._ u-, > « 3 Ä « C hß * 2 o) c ii cd "O ■ 4> 03 .* CO o > H .c o T3 3 ■n C/3 32 < — 94 — ladungen einer vorzüglichen Qualität Fidschi -Sisalhanf Nachfrage sein wird. In der Tat erzielten die ersten nach Melbourne gesandten 2 Tons je 25 £; die nächste Verschiffung von 4 1 /, Tons wurde im offenen Markte dort zu 32 £ per Tonne abgerechnet. Die dritte Verschiffung von 5 Tons wurde in Sydney zu 35 £ vor einigen Monaten verkauft, nachdem sich auch Neuseeland um diese kleine Abladung bemüht hatte. Die Herstellungskosten auf der Veisari- Plantage wurden dem Verfasser mit 7 £ pro Tonne angegeben. Diese hohen Preise wurden erzielt erstens infolge der Absicht der austra- lischen Seilindustrie, die Sisalkultur in Fidschi tatkräftig zu unter- stützen, zweitens aber auch auf Grund der hervorragenden Qualität dieses Hanfes, von dem der Direktor des Imperial Institute, London, in einem Gutachten sagte, daß ,,das vorgelegte, in Suva (mit einem Regenfall von 107 Zoll [Durchschnitt der letzten 26 Jahre 1 ) hergestellte Muster Sisalhanf vollständig reine und fast weiße Fasern mit sehr gutem Glänze und gleichem Durchschnitt aufwies. Die Faser war sehr stark und genügend lang (4 bis 5 englische Fuß) zur Ver- arbeitung in der Seilindustrie". Bei der Inspektion der Plantage durch den Verfasser war eine kleine Seilerei auf derselben im Bau, in der Tauwerk für den lokalen Bedarf hergestellt werden soll. Die Regierung hat in Aussicht ge- stellt, den Schutzzoll für solches Tauwerk von 1 /.> d auf I d pro englisches Pfund zu erhöhen. Fidschi und das benachbarte Samoa importieren jährlich etwa 150 Tons Tau- und Seilwerk, so daß für diese Seilerei ein lokaler Absatz gesichert ist, zumal die Rentabilität derselben verlockend erscheint. 7 ) Die Plantage selbst war vorzüglich ausgelegt und gut bewässert, wie die eingefügten Abbildungen, die auch in Neuseeland in einer Farmerzeitschrift*) veröffentlicht wurden, beweisen. Fidschi hat somit die Kultur der Sisalagave erfolgreich aufge- nommen. Das legt unseren deutschen Südseekolonien, insbesondere dem nahegelegenen Samoa, die Pflicht auf, diese Kultur in Fidschi wachsam zu verfolgen, um die Nutzanwendungen daraus zu ziehen, zumal z. B. in Samoa die Kokospalmenbestände und Kakaobäume durch Schädlinge bzw. Krankheiten heimgesucht werden. 7 [ooo kg Schifistau werden in Sydney mit t 56 t8o verkauft. l>i<- l nullt l>i- Suva in Fidschi kostet . . i: 2100 per 1000 kg. Kür Zoll wird auf Tauwerk in Fidschi. . £ u 120 per i ooo kg erhoben. Einstandspreis . . . £ 69 per 1000 kg. "1 The New Zealand Farmer Stock and Station Journal, Dezember 1912. 95 — g [23031 Koloniale Gesellschaften. RS) RS] 3 Samoa-Kautsehuk-Compagnie. Bericht der Verwaltung über die Pflanzung Saluaf ata : Von unserem Pflanzungsleiter haben wir seit Ausbruch des Krieges keinerlei schriftliche Nachrichten erhalten. Von einem kürzlich aus Samoa zurückgekehrten Herrn, der als Angehöriger eines neutralen Staates von Samoa nach Europa reisen durfte, wissen wir, daß die Pflanzung Saluafata weiter arbeitet. Die Produktion war schon vor Ausbruch des Krieges der- artig gestiegen, und die Betriebskosten im vorigen Jahre so stark vermindert, daß sich die Pflanzung auch in normalen Zeiten ohne weitere Zuschüsse von hier aus dem Erlös für die Ernten hätte erhalten können. Bei Ausbruch des Krieges waren die folgenden Kautschuksendungen auf dem Wege nach Europa: in Sydney 3958 kg in Colombo 4 243 ,, in Port Said 2918 ,, zusammen 11 119 kg, • welche, das Kilo Kautschuk zu 6,50 M. berechnet, einen Wert von 72273.50 M. darstellen. Außerdem befand sich eine ausgehende Sendung in Brisbane im Werte von 2017,55 M. Alle diese schwimmenden Sendungen wurden von den Engländern be- schlagnahmt bzw. gekapert, so daß unser Schaden in runder Summe 75000 M. beträgt, der, wie wir zuversichtlich hoffen, uns einst voll ersetzt werden wird. Unter diesen Umständen war es nicht möglich, ein klares Bild von den für die Aufstellung der Bilanz 1914 in Frage kommenden Verhältnissen zu geben. Die Verwaltung sah sich daher genötigt, mit Bezugnahme auf die Verordnung des Bundesrats vom 25. Februar 1915 beim Minister für Handel und Gewerbe die Befreiung von der Verpflichtung zu beantragen, für das Geschäftsjahr 1914 die Bilanz, die Gewinn- und Verlustrechnung und den Geschäftsbericht aufzustellen und dem Aufsichtsrat und der Generalversamm- lung vorzulegen, sowie die im § 23 unserer Satzung vorgesehene ordentliche Generalversammlung abzuhalten. Diesem Antrage wurde am 4. Mai v. J. stattgegeben, und zwar die ordentliche Generalversammlung betreffend, so- weit sie die Genehmigung der Jahresbilanz zum Gegenstand der Verhandlung hat. Laut richterlicher Entscheidung in letzter Instanz vom 3. Juni v. J. sind die Bauzinsen für das erste Halbjahr 1913 nicht zu zahlen. Safata-Samoa-Gesellschaft. Bericht der Verwaltung an die Gesellschafter: Am 29. August 1914 ist Apia von der in Neu-Seeland ausgerüsteten britischen Expedition besetzt worden und damit kam auch das gänzlich wehrlose übrige Samoa unter britische Militärgewalt. Der deutsche Gouver- neur kam mit den höheren Gouvernementsbeamten als Kriegsgefangene nach - 9 6 - Neu-Seeland, während die übrigen Deutschen unter gewissen Bedingungen auf Samoa bleiben und ihrem Berufe nachgehen konnten. Strengste Zensur und Androhung drakonischer Strafen (Zuchthausstrafen) für Übertretungen ermöglichten es den Briten, Samoa von der übrigen Welt — Neu-Seeland und Australien ausgenommen ■ — gänzlich abzuschließen. Alle Bemühungen, über das neutrale Ausland mit Samoa in Verbindung zu kommen, sind bisher gescheitert. Gegen Anfang Februar vorigen Jahres sickerten jedoch immerhin einige Nachrichten durch. Zeitungen aus Samoa und Australien und Privatnach- richten gelangten nach Deutschland, und es ist jetzt möglich, mit entsprechen- dem Vorbehalt das Folgende zu berichten: Der britische Befehlshaber in Apia hat eine Reihe von Proklamationen erlassen, aus denen hervorgeht, daß unter gewissen Beschränkungen alle im Schutzgebiet ansässigen Personen ohne Rücksicht auf ihre Nationalität innerhalb der Inselgruppe und mit Neu- Seeland und Australien Geschäfte treiben können. Die Deutschen können sich auf ihren Pflanzungen oder in der Stadt tagsüber frei bewegen, müssen sich aber von abends 10 Uhr bis morgens 5 Uhr in der Wohnung aufhalten. Als Beisitzer beim Gericht sind Deutsche nicht zugelassen. Die Urteile des Gerichts sind endgültig und eine Berufung ist daher ausgeschlossen. Die Verträge mit den chinesischen Arbeitern wurden bis 1. August 1915 verlängert. Die produzierenden Pflanzungen waren demnach imstande, ihre Betriebe aufrecht zu erhalten; sie verkaufen ihre Produkte in Apia oder* in Australien und kaufen und tauschen für den Erlös ihre Bedarfsartikel ein. Allerdings kann aus diesem Handel dem Mutterlande nichts zufließen, aber die Möglichkeit ist doch gegeben, auf diese Weise die Pflanzungen vor dem Verkommen zu retten. Bericht der Verwaltung der Safata-Samoa-Gesellschaft über die Pflanzungen Tuanaimato und Falelauniu: Im September 1914 wurde der Pflanzungslciter, Herr B. B o r c h c r d t , als Kriegsgefangener nach Neu-Seeland gebracht. Über die Gründe seiner Ge- fangennahme ist nichts Zuverlässiges bekannt geworden. An seine Stelle trat als Pflanzungsleiter Herr Dr. Meineking, welcher, ohne Pflanzer zu sein, seit längerer Zeit die Besorgungen für die Gesellschaft in Apia machte und mit den Verhältnissen der Gesellschaft hinlänglich vertraut ist. Die Ge- schäftsführung ist, wie Herr Borcherdt unterm 9. April 1915 schreibt, in den Händen des Herrn Administrators W. Vogel von der uns be- freundeten Samoa-Kautschuk-Compagnie A.-G. Die übrigen Beamten und Arbeiter befinden sich noch auf den Pflanzungen. Die Arbeiten auf den Pflanzungen nehmen ihren gewohnten Fortgang, und der wieder aufgetretene Kakaokrebs wird anscheinend sachgemäß bekämpft. Die nötigen Betriebs- mittel werden durch den Verkauf der Kakaoernte an eine befreundete Firma in Apia aufgebracht. Bei Ausbruch des Krieges waren die folgenden inzwischen beschlag- nahmten — Kakaosendungen aul dem Wege nach Europa: in Sydney 10740 kg in Colombo 23 760 ,, in Port Said 16 140 ,. zusammen 50 640 kg, • welche, das Kilogramm mit i,50 M. berechnet, einen Wert von 75960, — M. darstell' n. Dazu kommt noch ein Betrag von 770,35 M. für eine Aussendung, — 97 — welche in Antwerpen beschlagnahmt wurde, so daß sich der Verlust an ge- kaperten oder beschlagnahmten Sendungen auf rund 77000 M. beziffert. Wir werden dahin arbeiten, daß uns dieser Schaden einst voll ersetzt werden wird. Der briefliche Verkehr zwischen uns und unserer Pflanzung ist seit Mitte vorigen Jahres vollständig abgeschnitten und wir haben seit dieser Zeit auch keinerlei Abrechnungen mehr erhalten. Unter diesen Umständen ist es nicht möglich, ein klares Bild von den für die Aufstellung der Bilanz 1914 in Betracht kommenden Verhältnissen zu geben. Die Verwaltung hat sich daher genötigt gesehen, auf Grund der Verordnung des Bundesrats vom 25. Februar 1915 beim Reichs-Kolonialamt die Befreiung von der Ver- pflichtung zu beantragen, für das Geschäftsjahr 1914 die Bilanz, die Gewinn- und Verlustrechnung und den Geschäftsbericht aufzustellen und dem Auf- sichtsrat und der Hauptversammlung vorzulegen, sowie die ordentliche Hauptversammlung abzuhalten. Diesem Antrage wurde am 7. Mai v. J. stattgegeben. H EI3G13 Aus deutschen Kolonien. RS) RS] R Nachrichten über Südwestafrika. Es liegen jetzt zahlreiche Mitteilungen verschiedener Blätter über die Zustände des Landes infolge des Krieges vor, die ein trauriges Licht auf das Benehmen der südafrikanischen Truppen werfen. Freilich muß zugegeben werden, daß sich die Unionstruppen in Windhuk selbst tadellos betragen haben; dort hatte Botha nach Aussage eines englischen Offiziers fast 1000 ausgesucht anständige Leute zurückgelassen. Anderseits wurden aber die Farmer des Bezirks Windhuk durch das Einholen des Mutterviehes von den Farmen und Kleinsiedelungen aufs härteste betroffen, da es bald keine Kindermilch mehr gab. Das zusammengeholte, übrigens auch nicht bezahlte Vieh wurde in den jede Nacht gehenden Zügen nach Wal- fischbai überführt und von dort nach Kapstadt verschifft. Der in den Hauptmagazinen für die Zivilverwaltung verbliebene Proviant wurde beschlagnahmt, und auch die Kriegsunterstützungen der Familien, deren Versorger im Felde standen oder gefangen waren, hörten aus Mangel an Mitteln bald auf, so daß viele ein trauriges Hunger- leben führen mußten. Dieses war um so schmerzlicher, als 4000 Frauen und Kinder nach Windhuk geflüchtet waren. Auch die von der Truppe oder aus der Gefangenschaft entlassenen mittel- losen Deutschen führten ein schweres Dasein, da sie keine Arbeit bei den Engländern fanden und auch nicht gut verpflegt wurden. Viele der Frauen so- wie die nicht mehr wehrfähigen Männer wären gerne nach Deutschland zurück- gekehrt, wenn sie nicht die schlechte Behandlung während der Reise gefürchtet hätten. Die in Gefangenschaft nach Südafrika übergeführten Offiziere und Mann- schaften sind wieder nach Südwestafrika zurückgebracht worden, und zwar sind die dem aktiven Heere Angehörenden nach Okahandja und Aus geschickt, während die dem Beurlaubtenstande Angehörenden innerhalb des Schutzgebietec entla wurden. Auch die während des Krieges aus Lüderitzbucht und anderen Orten in Konzentrationslager Gebrachten durften ihre früheren Wohnsitze wieder aufsuchen. Über das Räuberleben der aus dem Süden heraufziehenden feindlichen Armee berichteten die Korrespondenten amerikanischer, holländischer und deutscher Tropenpflanzer 1916, Heft 2. 7 - 98 - Blätter aus Kapstadt, daß einige Orte dem Erdboden gleich gemacht, im übrigen systematisch geraubt und geplündert worden sei, wo sich Gelegenheit dazu bot, besonders in den kleineren Orten und allein stehenden Farmen. Die Farmen, Häuser und Eingeborenenwerften, die leer vorgefunden wurden, wurden gänzlich zerstört oder verbrannt, aber auch die bewohnten häufig schwerbeschädigt, ebenso auch andere Anlagen und die Felder. Viele Eingeborene, die sich wider- setzten, wurden erschossen; aber auch die deutschen Frauen und Kinder sowie die wenigen zurückgebliebenen Männer wurden mit der größten Härte behandelt. Neben großen Herden geraubten Viehs wurden auch ganze Züge und Wagen- kolonnen mit Hausgerät nach der Kapkolonie gebracht. Nicht nur Möbel, sondern auch Ausstattungsgegenstände, ja sogar die Unterwäsche von Frauen wurden auf diese Weise »erbeutet« und nach Kapstadt gesandt, wo die Frauen der Räuber sie sich gegenseitig und ihren Freunden zeigten und sich mit der schönen Aus- stattung der Einzelstücke, an denen noch die Monogramme der früheren Be- sitzerinnen eingestickt waren, brüsteten und stolz taten. Ebenso wurden sämtliche Waren einer Filiale der Weltfirma Rudolf Hertzog in Berlin gestohlen, während das Geschäftshaus dieser Firma bis auf den Grund niedergebrannt wurde. Ein Besitzer von zwei großen Hotels mußte sich zum eigenen Gebrauch ein Bett leihen, ein Lehrer, der alles eingebüßt hatte, um Almosen bitten; er und sein Weib stehen jetzt völlig mittellos da. Not, Elend, Jammer und Hunger sind überall zu finden. Die Zusammensetzung der „siegreich« n königlichen südafrikanischen Armee" schildert ein afrikanischer Mitarbeiter der Kölnischen Volkszeitung folgendermaßen. Es waren i. englische Strolche, Raufbolde, Rowdies; 2. aus den englischen und süd- afrikanischen Gefängnissen entlassene Mörder, Räuber, Raubmörder, Brandstifter. Auch im Offizier- und Unteroffizierkorps waren wenige, die früher noch keine Strafe erlitten hatten; 3. angeworbene Bauern, natürlich die schlechtesten Kerle: 4. kleinere Abteilungen Buschleute, die im Spurenlesen sehr geübt und findig waren: 5. burische Zwangsmitkämpfer, die ausnahmslos deutschfreundlich und anständige Leute waren. Auch der New York Times wird übrigens von einem Buren aus Kapstadt geschrieben, daß die Buren der Verteidigungsarmee gezwungen wurden, gegen Deutsch-Südwest in Krieg zu ziehen; es war nichts anderes als Dienst- pflicht. Diese anständigen Buren lebten mit den Briten und dem Gesindel im denkbar gespanntesten Verhältnis, wurden von ihnen verhöhnt und von den Vor- gesetzten unaufhörlich gequält, wobei es oft zu blutigen Zusammenstößen kam, wobei natürlich die Buren den kürzeren zogen und schwer mit Zuchthaus oder dem Tode bestraft wurden; viele von ihnen liefen auch zu den Deutschen über; wenn die Übermacht der Engländer nicht zu groß gewesen wäre, so hätten die 10 000 burischen Zwangskämpfer sicherlich die Waffen gegen die Engländer ge- kehrt und wären sämtlich zu den Deutschen übergegangen. Die Disziplinlosigkeit der Truppen zeigte sich nicht nur in den schon be- sprochenen Plünderungen, die trotz, der schweren Strafen, die Botha darauf an- gedroht hatte, überall geschahen, sondern auch in den vielen Widersetzlichkeiten gegen die Vorgesetzten, die sogar in tätliche Angriffe ausarteten, besonders widerwärtig waren aber die wüsten Orgien, die in den besetzten Ortschaften und Lagern mit Hottentotten-, llerero- und Buselim.ini iweibern , die man durch Lockungen oder Gewalt ins Lager gebracht hatte, gefeiert wurden Schnaps oder geraubte Getränke, ja sogai Gewall wurde angewendet, um sie willfährig zu machen, und selbst englische Offiziere verschmähten diese schwarzen Weiber nicht, und manche wurden sogar während des ganzen Feldzuges mitgeführt, — 99 — teilweise in eleganter europäischer Kleidung, in gestohlenen Kleidern und Hüten mit echten Straußenfedern. Daß hierdurch die Geschlechtskrankheiten in er- schreckender Weise um sich griffen, ist nicht zu verwundern. Seit Beendigung des Krieges herrscht Ruhe im Lande, und der Gesundheits- zustand ist im allgemeinen wieder ein guter; Seuchen treten nur selten auf, und auch die gefürchtete Typhusepidemie konnte, wohl infolge der Impfungen, nicht weiter um sich greifen. Auch erlassen die Engländer, wie in ihren eigenen Kolonien, zahlreiche Sanitätsverordnungen, die sie freilich selbst am allerwenigsten befolgen. Schwerer ist es, die wirtschaftlichen Schäden zu heilen; die in verschiedenen Bezirken aufgetretenen Viehseuchen bedrohen die Farmer mit weiteren großen Verlusten. Es ist den Engländern noch nicht gelungen, diese wirksam zu be- kämpfen. In Amboland soll sogar Hungersnot herrschen, ohne daß die Engländer, die doch sonst die Eingeborenen verhätscheln, Abhilfe dagegen getroffen hätten. Die Bemühungen der Engländer, die Wirtschaft des Landes wieder zu heben, scheint sich hauptsächlich auf die Interessen der südafrikanischen Kaufleute zu erstrecken, die an den größeren Plätzen die Erlaubnis erhalten haben, Nieder- lassungen zu errichten. Auch die Nationalbank von Südafrika sowie die Standard- bank haben in Südwest Zweigniederlassungen errichtet; sie nehmen übrigens während des Krieges ausgegebene Schutzgebietskassenscheine gar nicht, deutsche Banknoten nur mit 25% Disagio in Zahlung, während die kapitalkräftigeren deutschen Firmen beide Noten noch immer zum Parikurse annehmen. Auch zollpolitisch ist Südwest jetzt der Union angeschlossen. Die Wiederaufnahme des Betriebes der Diamantgesellschaften Südwest- afrikas wird von der Regierung der Union verlangt, da man sich mit Recht davon, unter Beibehaltung der bisherigen Abgaben an den Fiskus, große Einnahmen für die Regierung verspricht. Übrigens sollen die Rechte der Gesellschaften und Anteilseigner nicht geschmälert werden. Die Bergwerksanlagen der Otavi-Minen- und Eisenbahngesellschaft haben, wie die Verwaltung mitteilt, bis Mitte Oktober 1915 nicht gelitten und sind auch betriebsfähig erhalten worden. Nach privaten Meldungen sollen die Erze bis zum Friedensschluß angesammelt werden und während der Kriegszeit nicht zum Verkauf kommen. Die auf dem Rückzuge der Deutschen an verschiedenen Stellen zerstörten Bahnen sind, teilweise schon während des Krieges, von den Engländern wieder hergestellt, die gesprengten Brücken durch Behelfsbauten ersetzt, die zerstörten Wasserversorgungsanlagen durch Bohrungen und Aufstellung neuer Wasserbehälter wieder instand gesetzt. Sie sind jetzt sämtlich, einschließlich der Otavi-Eisenbahn, von der südafrikanischen Union wieder in Betrieb gesetzt worden. Auch ist die schon während des Krieges in Angriff genommene Verbindungsbahn nach der Kap- kolonie, die Prieska über Upington am Oranje-Fluß mit Kalkfontcin, dem süd- lichen Endpunkt der Nord-Südbahn Südwestafrikas, verbindet, jetzt fertiggestellt. Die von den Deutschen zerstörte drahtlose Station in Windhuk konnte da- gegen bisher nicht wieder in Betrieb gesetzt werden, da einige wichtige Teile entfernt oder vernichtet sind, welche die Engländer nicht ersetzen können; sie müssen daher eine Neuanlage nach eigenem System errichten, wobei sie freilich die stehengebliebenen Türme benutzen können. 7* IOO — Aus fremden Produktionsgebieten. [©) Argentiniens Wirtschaftslage während des Krieges. Der Einfluß des Krieges auf die Wirtschaftslage Argentiniens äußert sich an erster Stelle in der Verschiebung des Verhältnisses von Export zu Import. Während in der ersten Hälfte des Jahres 1914 einem Export von 214 Mill. $ ein Import von 171 Mill. $ gegenüberstand, was einen Export- überschuß von 43 Mill. $ ergibt, betrug in derselben Periode 1915 der Export 311 Mill. $, der Import nur iooMill. $, so daß der Exportüberschuß 211 Mill. $ betrug. Der höchste Exportüberschuß der letzten 10 Jahre, im Jahre 1909, betrug iii Mill. ,$, also etwas über die Hälfte, der niedrigste. (191 1) betrug 19 Mill. $. Die gewaltige Exportzunahme im Jahre 191 5 beruht fast ganz auf dem Getreide, einerseits auf der Menge, indem im Jahre vorher nament- lich der Mais durch Spätregen sehr gelitten hatte, anderseits auf den bedeutend höheren Getreidepreisen. Der hierdurch entstandene Geldüber- fluß der Landwirte wurde teils zur Ablösung von Hypotheken verwendet, teils thesauriert, neuerdings ist auch wieder eine regere Nachfrage nach ländlichen] Grundbesitz entstanden, da die Estancias zur Zeit die beste Geld- anlage in Argentinien darstellen. Hierdurch sind auch schon die ländlichen Bodenpreise gestiegen. Der städtische Grundbesitz ist dagegen infolge früherer Spekulation auch heute noch stark verschuldet. Für Neu- investierungen und Begründung neuer industrieller Unternehmungen fehlt es den Eingeborenen an dem nötigen Mut. Auch liegt der Goldbetrag des erwähnten Überschusses infolge der seinerzeit getroffenen Bestimmung, daß die nach Argentinien geschuldeten Goldbeträge zu Order der argentini- schen Gesandtschaften im Auslande erlegt werden sollen, größtenteils in Europa, besonders in London, ohne, wegen des Risikos, herübergeschafft werden zu können; so entgehen dem inneren Verkehr Argentiniens jetzt schon 75 Mill. Goldpesos, welche Summe mit den Wollverschiffungen schnell steigt und sich, wenn erst die bedeutende Getreideausfuhr diese- Jahres erledigt sein wird, mindestens verdoppelt haben dürfte. Der Wechselkurs ist beträchtlich gestiegen, von seiner normalen Höhe zwischen 4.06 und 4,10 auf 460, ja sogar zeitweilig auf 4,75: auch ist der Leihwert des Geldes in- folge des Eingreifens > ini^er Banken von 6V2— 8y 2 auf etwa 5% % gesunken, im für Argentinien ganz ungewohnt niedriger Preis, von dem man be fürchtet, daß er später den starken Spekulationstrieb Areal der Neupflanzungen noch weiter abgenommen. Die in dem Jahresbericht vor zwei Jahren aufgestellte Behauptung, daß sich Kautschuk für [od p. Ib. fob bersteilen läßt, ist jetzt bei älteren, gut gelegenen Pflanzungen zur Wahrheil geworden. Die Haupthandelsmarken sind Standard crepe und Standard smoked sheet. — 105 — Q (33(33 Vermischtes. ßg)g§] Kultur der Brennessel als Faserpflanze. Vor der Einführung der Baumwolle hat man die Brennessel, besonders die große bis 2 Meter hohe Urtica d i o i c a , zur Gewinnung von Spinn- fasern benutzt und daraus die sogen. Nesseltuche hergestellt. Vor einigen Jahren ist diese durch die Einführung der Baumwolle dann gänzlich ver- drängte Kultur wieder in Österreich probeweise aufgenommen worden und hat jetzt infolge der Baumwollknappheit wieder besondere Beachtung ge- funden, da es sich um eine gesellig wachsende, unserem Klima glänzend angepaßte Pflanze handelt. Prof. Arthur Weiß von der Handelsschule in München berichtet hierüber in den „Münchener Neuesten Nachrichten": Zu ihrer Gewinnung wird sie zweimal des Jahres mittels besonderer Mäh- maschinen eingeerntet, auf dem Felde zwecks Trocknung zwei bis drei Tage belassen, um sodann mittels Kämmen von den Seitenästen und Blättern befreit zu werden. Ein darauf folgendes Kochen der Stengel mit 8 %iger Natronlauge ungefähr eine halbe Stunde lang in einem gewöhnlichen Kessel bewirkt, daß sich der Bast leicht mittels einer Bürstenwalzmaschine vom Stengel abschälen läßt. Der gewonnene Bast wird dann in einem Auto- klaven noch zweimal gekocht. Zwischen diesen beiden Kochungen wird ein gründliches Waschen mit gewöhnlichem Wasser eingeschaltet. Der somit bereits eingeleitete, von zwei Österreichern 1907 erfundene Degummierungs- prozeß findet seine Beendigung in einem 1V2 bis 2 stündigen Liegen der rein- gespülten Fasern in einer verdünnten Lösung von Kalziumbisulfit. Nun muß die Faser durch mehrstündiges Verweilen in sehr verdünnter Natronlauge neutralisiert werden, oder es folgt sofort der Bleichprozeß, der darin besteht, daß man die Ware zunächst mit einer schwachen Kaliumpermanganatlösung und sodann mit schwefeliger Säure behandelt. Ein sich noch anschließendes Waschen und Trocknen beschließt den Arbeitsprozeß. Die reine Nesselfaser besteht fast vollständig aus Zellulose und ist unter allen Bastfasern die am wenigsten verholzte. Die Enden der 20 bis 30 Millimeter langen und etwa V100 Millimeter breiten Faserelemente sind rund oder abgeschrägt, die Faser- querschnitte oval bis platt, deutlich geschichtet und häufig radial gestreift. Die Faser zeichnet sich durch seidigen Glanz, Geschmeidigkeit, Weich- heit und einer zuweilen sogar die des russischen Hanfes übertreffende Festigkeit aus, die besonders mit der aus einer verwandten Pflanze stammen- den Ramiefaser verglichen werden kann. Man kann sie mit dieser zu feinen Geweben verarbeiten, besonders auch zu Wirkwaren, Möbelstoffen und Posamenten. Eine neuerdings in Holstein errichtete, nach einem von Besen- bruck angegebenen Verfahren arbeitende Nesselfaserfabrik bringt Ersatz von Leinenzwirnen und -garnen für Gardinen und Spitzen in den Handel. Durch künstliche Kräuselung kann man der Faser auch ein wollartiges Aussehen geben; sicherlich läßt sich auch Papier aus der Faser bereiten. Wichtig ist, daß auch die Blätter verwendet werden können als Viehfutter, ja sie liefern sogar ein wohlschmeckendes Gemüse. Gegenüber den anderen heimischen Fasern kommt in Betracht, daß bei dem oben erwähnten Ge- winnungsverfahren der Fasern das Brechen, Schwingen und Hecheln weg- — io6 — fällt, wodurch Kosten und Zeit gespart werden. Gegenüber allen anderen in Betracht kommenden heimischen Fasern außer Hanf und Leinen, wie z. B. ('.inster, Hopfen, Weidenrinden, scheint die Brennessel die aussichtreichste Faserkultur zu sein. Schon mehrere Spinnereien haben sich für den Ankauf zur Verfügung gestellt, unter anderen die Erste Deutsche Fein-Jute-Garnspinnerei-Aktien- ' i< ,-cllschaft, Brandenburg a. H. Die Abnahmestellen zahlen für den Zentner wurzelfreier, frisch entblätterter, gut gebündelter Nessclstengel einen Preis von 1,50 M. Über die Ernte und Aufbereitung berichtet ein Merkblatt: „Es kommen nur Brennesselstengel in Frage, die eine Länge von min- destens 40 cm haben. Die Pflanze darf nicht ausgerissen, sondern muß unmittelbar über der Wurzel abgeschnitten werden. Es geschieht dies am besten mit einer Sichel oder einem einfachen Küchenmesser. Wo groüe Bestände vorhanden sind, wird sich auch das Abmähen mit Sensen empfehlen. Ein Zerbrechen oder Zerreißen der Stengel ist unter allen Umständen zu vermeiden. Von den geernteten Stengeln sind die Blätter abzustreifen, wofür die Anwendung von Handschuhen aus irgendwelchen Stoffen zu empfehlen ist. Die so zubereiteten Stengel sind nach vorherigem Trocknen an der Luft ähnlich den Roggengarben gut zu bündeln und mehrfach zusammenzubinden. Grün gebündelte Stengel müssen sofort zur Ablieferung gelangen, da dieselben sonst in kurzer Zeit unter Wärmeentwicklung zu faulen beginnen und für die Fasergewinnung unbrauchbar werden." Einen sehr interessanten Vortrag über den Gegenstand hat unlängst der Wiener Universitäts-Professor Dr. Oswald Richter gehalten, dem es gelungen ist, eine sehr einfache Methode zu erfinden, um aus der Nessel wie aus anderen Gewächsen, z. B. auch der Ramie, für die Textiltechnik ver- wendbare Fasern zu gewinnen und spinnbar zu machen. Wir entnehmen hierüber der Zeitschrift für die gesamte Textil-Industrie das Folgende: Bei dem feuchten Material kann man durch Hecheln in sehr kurzer Zeit die Faser gewinnen; der Vortragende führte den Prozeß den Zuhörern \<>r, wo bei er in weniger als einer halben Stunde die 12 cm langen, weißen und festen Nesselfasern auf den Tisch legen konnte. Des billigen Transportes wegen und nin Fäulnis zu verhüten, wird man aber häufig die Stengel vorher trocknen und sie ersl anfeuchten, wenn man Rinde und Hol/, durch Brechen voneinander trennen will. Aus der Rinde gewinnt man liir gröbere Game g< eignete Fasern auf rein mechanischem Wege durch Riffeln oder Reihen und Hecheln, für feinere Garne muß das Fasermaterial noch in ein Seifenbad gebracht werden. Früher pflegte man die Fasern durch Rotten zu isolieren, doch traten hierbei vielfach neben den die Zellulose trennenden Bakterien auch solche auf, die sie zerstörten, wodurch die Kutte einen hohen Grad von Unsicher- heit erhielt; man kann jedoch, worauf der Redner hinwies, dies« schäd- lichen Bakterien dadurch zurückdrängen, daß man den zu etwa 8°/ in der Kinde befindlichen Zucker vorher durch kalt - Wasser auslaugt. Die neueren Verfahren beruhen auf Lösung der Fasern durch konzentrierte Losungen von Alkalien oder starke Säuren unter sehr hohem I )ruck. Der Vortragende bildete dann das Ammoniakverfahren aus, wobei er von k zentrierten zu immer mehr verdünnten Lösungen überging, bis er schließlich /.eigen konnte. schon Wassei allein in Verbindung mit mechanischer Behandlung ZU1 — 10/ — Freilegung der Fasern genügt, und zwar werden die Fasern noch viel weicher, wenn man sie in einem Seifenbad von 0,5 — 2 % kocht. Die gleiche Methode bewährt sich auch bei den Fasern von Hopfen, der Seidenpflanze, des Besen- ginsters, des Hanfes, Leins, Oleanders, der Verwandten der Brennessel, wie z. B. der Ramie, sowie auch bei den Faserbündeln der Monokotylen, wie Sanseviera. Neuseeländischer Hanf usw., wie Richter im Frühling 1914. also schon vor Ausbruch des Krieges, festzustellen vermochte. Während des Krieges interressierte sich das österreichische Kriegs- ministerium sehr für die Frage und ermöglichte das Sammeln der wilden Brennesseln in großem Maßstabe, auch durch Kriegsgefangene. Heute ist schon eine Anzahl Fabriken mit der Aufarbeitung dieses Materials beschäftigt. Die erzielten Erzeugnisse gelangen in folgender Weise zur Verwendung, Nach Leinenmanier: Reinnesselgarne: Tow Garn Nr. 6 (Nessellinegarn Nr. 12), Nesselmischgarne a) Tow Garn Nr. 10 und 12 (Nessel: Leinenabfällen 70 : 30), b) Tow Garn bis Nr. 20 (Nessel: Leinenabfällen 50:50), Nesselgewebe, Piachen-, Sack-, Zwillichhosenstoffe bei Verwendung des Nesselgarnes als Schuß allein oder mit Schuß und Kette. Nach Baumwollmanier: Nesselmischgarne Nr. 1 und iV 2 (Nesselfaser zu Baumwolle — 80:20). Nr. 16 (Nesselfaser zu Baumwolle — 95 : 5). Baumwollgewebe aus Nr. 16 = Garn. Man kann auch ohne Seifenabkochung maschinell arbeiten, dabei wird das durch die Feuchtigkeit der Luft gequollene Material in die gebräuchliche Knickmaschine gegeben, wird dreimal kardiert und über die Strecke und das Vorgarn zur nassen Verspinnung gebracht. Drei Stunden nach Herein- geben der Pflanzen in die Knicken ist das Garn fertig. Für das gesicherte Laufen der Maschinen bei Herstellung feiner Nesselgarnnummern nach Leinenmanier ist aber vorläufig noch ein Zusatz von Leinenabfällen nicht zu umgehen. Auch bei den Baumwollmaschinen sind Verzugsänderungen durchzuführen und der Zusatz geringer Baumwollmengen wegen der Herab- setzung des speziellen Gewichtes des von der Karde kommenden Materials derzeit noch nötig. Bei Anwendung des Seifenbades wird aber die Elemen- tarfaser von allen anhängenden Grundgcwebezellen befreit, und so für die feinsten Nummern allein spinnbar. Auch die Bleichung der Garne ist bereits geglückt. Für die Technik wichtig ist an dem Verfahren des Verfassers die Tatsache, daß das Wasser das denkbar billigste Mittel darstellt und die Seile stets zurückgewonnen werden kann. Und wenn einmal der Fruchtzuckei der Rinde gewonnen werden wird, wird er ein wichtiges Nebenprodukt dar stellen. Auch das Chlorophyll, die gespeicherten Nitrate der Pflanze und etliche andere Stoffe werden später noch für die Verbilligung der Ne industrie von Bedeutung sein. Heute steht schon fest, daß die Blätter auch in Pulverform und die unter die Knickmaschinen fallenden Holzstückclun vom Vieh ganz außerordentlich begehrte Abfallprodukte der neuen Industrie darstellen. Der derzeitige Gang der Nesselverarbeitung stellt sich wie folgt: Die geernteten Nesselstengel werden in mit Knickmaschinen versehend Leinenfabriken dirigiert, oder den mit Steinreiben ausgestatteten Hau) fabriken zugeführt. Resultat: I. Schwungnessel, 2. Schwungnessel', Abfall, — 108 — 3. kardiertes, 4. mehrfach kardiertes Material und 5. Kardenabfälle, 6. Nessel- garne und 7. Gewebe nach Leinenmanier. 1 bis 4 und 6 können in Leinen- fabriken abgeschoben werden, die Knickmaschinen nicht besitzen. 5 wird den Baumwoll- und Streichgarnindustrien zugeführt, die dann ihrerseits dieses Material mit Seife gekocht oder ungekocht verarbeiten können. Die Abfälle aller Industrien lassen sich zu Schießnessel verarbeiten. Über die Geschichte der Verwertung der Nessel berichtete der Vor- tragendr: Die Nessel wird, geschichtlich nachgewiesen, zum erstenmal im Jahre 1800 erwähnt, wo in Leipzig eine Manufaktur mit sieben Gesellen Brennesselgarne herstellte. In der Hausindustrie hat die Nessel auch später noch eine Rolle gespielt. Für die Verarbeitung im Großen kam sie aber später gegenüber der Baumwolle wegen der Unsicherheit ihrer Rotte nicht in Betracht Daran änderte auch nichts das Bestreben der deutschen Nessel- k< Immission in den Jahren 1870 bis 1884 und die von der deutschen Re- gierung ausgeschriebenen Preise von 1000 Mark. Auch neueste Verfahren, welche sehr hohe Konzentration von Alkalien, starken Säuren unter sehr hohem Druck anwendeten, lösten das Problem nicht. Das österreichische Kriegsministerium hat sich daher entschlossen, nach der Methodik des Vor- tragenden die Nesselverarbeitung vornehmen zu lassen. Auch stellt das Eisenbahnministerium die Eisenbahndämme zum Anbau von Brennesseln zur Verfügung. Vom landwirtschaftlichen Standpunkt ist es noch inter- nt, daß nach Bouches Erfahrungen ein Brennesselfeld 10 Jahre nicht gedüngt werden braucht, ohne daß sein Erträgnis geschädigt wird. Daß für die künftige Friedenszeit auch das Problem der Ramie, der indischen Nessel, gelöst ist, nur nebenbei. Es werden also jetzt nicht mehr jene großen Mengen Holz beim Transport der Pflanze mit nach Europa geschleppt werden müssen, was die Ramieproduktion so verteuerte, daß von allen mit ihr >-ich beschäftigenden Fabriken nur die in Emmendingen sich halten konnte, weil sie sich auf die Auerstrumpferzeugung allein verlegte. Die indische Regierung hat seinerzeit für die Lösung des Ramieproblems einen Preis von 100 000 Mark ausgesetzt, der ebensowenig gewonnen wurde wie der 1000-Markpreis für die Nessel. Überblickt man diese Ergebnisse und bedenkt, daß uns mit der Fasergewinnung aus der Brennessel, dem Hopfen, der Seidenpflanze und all den andern, oben genannten heimischen Gewächsen eine ganze Anzahl neuer Textilrohstoffquellen erschlossen worden sind, so können wir auch auf diesem Gebiete und in der jetzigen Zeit erhoffen, den von unseren Gegnern inszenierten Abschluß vom Nachschub von Textil- rohstoffen zu überstehen und bis zum Schlüsse durchzuhalten. Auszüge und Mitteilungen. [gD]RS5] Der Einfluß des Kr i e g e 9 auf die Weise n a u g f u h r. Eine enüberstellung der Ausfuhrzinern der Weizenausfuhr der riauptproduktions- länder in den Jahren [913 14 und [914 i.s zeigt deutlich, welche gewaltige Um- gestaltung der Weizenmarkt erlitten bat Die Ausfuhr betrug nach Price Current Grain Reporter in Busheis | ,v>' . h 109 — Amerika. . Rußland Balkanländer Indien . . Argentinien Australien . Verschiedene Länder 1913/14 238 680 000 1 73 704 000 61072 000 29 608 000 44 088 000 66 032 000 7 040 000 1914/15 389 955 000 12 064 000 2 475 000 1 7 06 1 000 68 534 000 8 568 000 6212 000 Zusammen . . 620 224 000 504 869 000 Nur die Ausfuhr Amerikas und Argentiniens hat zugenommen, nicht nur die Rußlands und der Balkanländer hat fast ganz aufgehört wegen der Absperrung der Dardanellen, sondern auch die Australiens infolge der Mißernte, und auch die Indiens ist stark gesunken, wohl teilweise wegen der hohen Frachten. Der Außenhandel Ugandas. Der Gesamtaußenhandel Ugandas im Jahre 1913/14 betrug I 628 508 £ und war 322 318 £ größer als im Vorjahre. Davon kamen 1 021 255 £ auf die Einfuhr, 526 159 £ auf die Ausfuhr. Die Einfuhr stieg um 241 309 £, von denen allein 184287 £ auf Manufakturwaren kamen, außerdem nahm vor allem die Einfuhr von Nahrungsmitteln wie Proviant, Reis, Zucker, Mehl, Salz zu, ferner Spirituosen sowie Tabak und Zigaretten, außerdem Holz (6543 £). sowie öle und Fette (9524 £), während die Einfuhr von Eisenbahn- und Wagenmaterial, Schiffen und Elfenbein ab- nahm. Die Ausfuhr, abzüglich der Wiederausfuhr, betrug 5ii079£, das sind 74 777 £ mehr als im Vorjahre, davon fallen auf die Baumwolle allein 65 472 £, auf Häute 7072 £, Elfenbein 4836 £, Kautschuk 2100 £, Kalbfelle 1263 £. Ziegenfelle wiesen eine Zunahme im Werte, eine beträchtliche Ab- nahme in der Menge auf. An Baumwolle wurden 27980 Ballen exportiert im Werte von 317687 £, gegen 6488 Ballen im Werte von 59 594 £ im Jahre 1909/10. Die Kaffeeausfuhr hat sich von 956 cwts. im Werte von 892 £ im Jahre 1902/03 auf 12252 cwts. im Werte von 23169 £ im Jahre 1913/14 gehoben. Außenhandel der Philippinen. Auch das erste Halbjahr 1915 zeigt, wie das vorhergehende (s. Tropenpflanzer 1915 S. 704), daß die Aus- fuhr der Philippinen durch den Krieg nicht gelitten hat; der Wert der- selben ist sogar gegenüber der gleichen Zeit im Vorjahre von 27,1 Mill. auf 29,3 Mill. $ gestiegen. Im einzelnen betrug er in 1000 $ im 1. Halbjahr 1915 (und 1914): Hanf 13230 (11 741). Kopra 7463 (2943), Zucker 5113 (6460), Kokos- nußöl 1270 (1152), Zigarren 1050 (1262), Rohtabak 767 (1001), Magucy 231 (289), Holz 122 (173), Hüte 120 (168), geknüpfter Hanf 102 (449). Muschel- schalen 91 (129), Perlmutterknöpfe 36 (30), Zigaretten 21 (21), Pilinüsse (13). Im Einfuhrhandel ist dagegen ein Rückgang von 27,9 auf 23,8 Mill. $ in der gleichen Periode der beiden Jahre, also von über 4 Mill. $ eingetreten, von denen 3 Mill. $ allein auf Eisen- und Stahlwarcn fallen, offenbar weil die Zentralmächte abgeschnitten waren und Amerika durch andere Lieferungen hinreichend in Anspruch genommen war. Ernte in Kleinasien. Die letzte G etr ei d e er nte ist in den meisten Vilajets Anatoliens, der Kornkammer der Türkei, trotz des Mangels an Arbeits- kräften befriedigend ausgefallen und als gute Mittelernte zu bezeichnen; dadurch ist auch die Versorgung der Reichshauptstadt Konstantinopel mit Getreide für den Winter sichergestellt, wenngleich die jetzt in den Händen der Militärbehörde — I 10 befindliche anatolische Eisenbahn, die in erster Linie die militärischen Bedürfnisse befriedigen muß. sich bezüglich der Getreidetransporte Einschränkungen auf- erlegen muß. Die namentlich vom anatolischen Hochland kommende Wolle wird großenteils von den militärischen Behörden für Kriegszwecke requiriert, aber auch die freigegebene Wolle konnte bisher nur schwer zur Ausfuhr gelangen, da Rumänien große Mengen der schon Ende 1914 abgesandten Wolle aus Mangel an Beförderungsmitteln zurückgehalten hat, und da im letzten Jahre der Verkauf von einer Vereinigung der Zünfte monopolisiert wurde, die, gegründet um Zwischen- händlergewinne auszuschließen, selbst die Preise auf das Doppelte steigert, freilich teilweise zugunsten der Hinterbliebenenfürsorge. Umgekehrt haben die Seidenkokons einen sehr niedrigen Preis, denn eine Ausfuhr findet nicht statt und die Verarbeitungsmöglichkeit im Lande selbst stockt, weil große, meist in französischen Händen befindliche Seidenspinnereien in Brussa ihren Betrieb haben einstellen müssen. Infolge hiervon lagen alle Speicher voll von Kokons. Große Nachfrage herrscht dagegen nach Feigen und Rosinen, be- sonders in Smyrna; letztere erzielen infolge der schlechten Sultaninenernte Griechenlands hohe Preise, auch soll die Krnte recht groß sein. Auch auf einen ausgiebigen Ertrag von Olivenöl rechnet man. Persiens Ausfuhr. Die Ausfuhr Persiens im Jahre 1013/14 betrug 455839635 Kran (ä 0,45126 Frank) gegen 436333271 Kran im Vorjahre; sie wird von der Einfuhr, 647 164 841 Kran 1913/14. 567575639 Kran 1912/13, weit übertroffen. Die Hauptausfuhrartikel sind ihrem Werte nach geordnet folgende: 1913 14 1912/13 Kran Kran Rohbaumwolle, gereinigt . . 81288000 89056000 Wollene Teppiche undDecken 53377000 60392000 Opium 37714000 34916000 ( geschält 36580000 31 297000 b l ungeschält 5617000 11 012 000 Traubenrosinen 30341000 24 197000 Mandeln und Pistazien. . . 26 115 000 11 347 000 Silbermünzen ...... 1692000 27409000 Kokonseide 13449000 11 786000 Persischer Gummi .... 12949000 13902000 Rohwolle 12408000 11300000 Bagdadhäute 1226s 000 11359000 Andere roh« Häute .... 7387000 5763000 Gegerbte usw. Häute . 934000 761000 übte usw. Häute . . 5330000 4 581 > Pelzwerk, teilweise bearbeitet 1719000 1571000 Sonstige Ausfuhrartikel sind Vieh, besonders Schaft- und Ziegen (5617000), weniger Kinder, Kühe usw. 1. frische und gesalzene he (4947000), konservierte Fische, einschließlich Kaviar (2938000). Hühnereier (1364000), echte Perlen (1323000), Weizen (2453000). Gersti (814000), Datteln (2805000), unbearbeiteter Tabak in Blättern (2797000). foetida (918000), andere Drogen (2943000), Henna (1715000), ferner Gewebe, Kunstgegenstände, Pflanzen und Pflanzenstoffe. — r 1 1 — Landwirtschaftliche Produkte von Tengyüch in Süd- Yünnan. Wie die „Nachrichtenstelle für den Orient" in ihrem Korre- spondenzblatt mitteilt, produziert dieser Distrikt in zunehmendem Maße Reis, der trotz des chinesischen Reisausfuhrverbots in erheblichen Mengen nach dem benachbarten Birma gelangt. Auch die dort gezogene Seide ist schon auf den indischen Markt gebracht; dagegen hat die qualitativ minder- wertige Baumwolle dieses Distriktes vorläufig nur geringe Exportaussichten. Die Seiden- und Baumwollkulturen dehnen sich dort an Stelle der ver- botenen Opiumkultur aus, besonders erstere wird von der Regierung ge- fördert. Tropen-Genesungsheim in Tübingen. Wie das Deutsche Institut für ärztliche Mission in Stuttgart berichtet, erlitt der Bau, dessen Grundstein am Himmelfahrtstage 1914 gelegt worden war, durch den Kriegs- ausbruch eine zeitweilige Unterbrechung; die Verhältnisse zwangen aber bald zu einer Wiederaufnahme. Ende August wurde der Rohbau fertig, am 11. Sep- tember konnte das Dach aufgeschlagen werden. Die Lage ist vortrefflich, namentlich die oberen Räume bieten eine prachtvolle Fernsicht von Zollern bis zum Neuffen und weiter hinaus. Ein bequemer Aufstieg zum Institut ist im wesentlichen fertig, ein anderer soll angelegt werden. Wieweit während des Krieges an dem Innenbau gearbeitet werden kann, hängt davon ab, ob die Materialien zu beschaffen sind. Auch fehlt zur Vollendung und Einrichtung noch die Summe von wenigstens 50000 M., an deren Beschaffung eifrigst gearbeitet wird. Gerade im Hinblick auf die vielen jetzt in Gefangenschaft in Indien und Afrika schmachtenden Missionsangehörigen, die sicher nach Freilassung einer Erholung dringend bedürfen werden, ist die baldige Vollendung des stattlichen Baues sehr zu erhoffen. Seetang als Futterstoff. Der Seetang enthält bekanntlich große Mengen assimilierbarer Stoffe und nur sehr wenig Holzfaser; nach dem Trocknen ist er sehr spröde und läßt sich leicht zu Mehl vermählen. Nach Untersuchungen von Professor Beckmann läßt sich ein bekömmliches, des unangenehmen Tang- geruches entbehrendes, sowohl Geflügel als auch Säugetieren bekömmliches Vieh- futter bereiten, indem man das Tangmehl mit der doppelten Menge eines Ge- misches von Weizen, Roggen und Kartoffeln vermengt und damit einen Sauerteig ansetzt, der wie gewöhnliches Brot verbacken wird. Die genaueren Versuche wurden an Enten angestellt; von zwei Enten von gleicher Rasse und annähernd gleichem Gewicht wurde der einen bei dem täglichen Futter, bestehend aus 20 g Fischmehl, 100 g Körnern (Mais. Gerste, Kleie), 200 g Kartoffeln, einem Eßlöffel Futterkalk, die Hälfte der Kartoffeln und der Futterkalk durch 150 g Ostseetang ersetzt. Das Resultat war überraschend, die mit Tang gefütterte Ente blieb während der fünf- wöchigen Dauer des Versuches schwerer als das andere Tier, und das Fleisch zeigte in keiner Zubereitung den Seetanggeschmack. Bei Schweinen betrug die Gewichtszunahme bei einer ähnlichen Anordnung 16,4 Pfund bei mit Seetang ge- fütterten Tieren, 12,5 Pfund in der gleichen Zeit bei den Vergleichstieren, Auch macht sein hoher Kalkgehalt ihn zur Kierer/.eugun^ und Knochenbildung hervor- ragend geeignet. Besonders wichtig ist er aber als Viehfutter für Zeiten der Dürre, da die Entwicklung des Seetangs ja unter trockenen Zeilen nicht leidet, im Gegenteil das schnelle Trocknen ohne Fäulnis gerade in Dürrezeiten begünstigt wird. Bisher wird ja Seetang an einzelnen Orten zur Gewinnung von Jod und Kalisalzen aus der Asche benutzt, auch wird in Nordamerika und Ostasien der Seetang als Düngemittel in großem .Maßstal) verwendet. Da die deutschen Meeresküsten ge- — 112 — waltige Massen von Seetang liefern, würde gerade in der jetzigen Zeit des Vieh- futtermangels die Ausnutzung dieses offen zutage liegenden Materials sehr zu beachten sein. Limettekultur in Westindien. Wie Schimmel & Co. nach einem Artikel von W. P. Dunlop im Bulletin des Imperial Instituts 13 (1915) S. 66 mit- teilen, gedeiht dieser Baum am besten auf flachem oder schwach hügeligem Ge- lände an geschützten Stellen, und zwar bis zu etwa 250 m hoher Lage mit einer jähr- lichen Regenhöhe von 2000 bis 4000 mm. In Westindien, wo er vortrefflich ge- deiht, beträgt die mittlere Jahrestemperatur 27 C. Die Sämlinge werden in 46 m Abstand gesetzt. Schädlinge sind wenig störend. Narh fünf Jahren wird zum ersten Male geerntet, nach 8 bis 10 Jahren ist der Ertrag am größten, der Baum trägt etwa 40 Jahre. Die Frucht braucht sechs Monate zur Entwicklung, die Haupternte findet auf Dominica und St. Lucia von Juni oder Juli bis November oder Dezember statt. Pro acre (etwa 40,47 ar) werden etwa 24000 lbs Frucht geerntet. Die zu Limettsaft. Kalziumzitrat und ätherischem Öl zu verarbeitenden Früchte läßt man hängen bis sie abfallen. Das ätherische Öl wird zuerst gewonnen, durch Ecuelles ä piquer genannte hohle, innen mit aufrechtstehenden Messingnadeln besetzte Schüsseln mit Griff, oder durch Auspressen mittels der Hand: ein minderwertiges Öl erhält man bei der Konzentration des Limettsaftcs. Die Limette ist saft- und säurereicher, aber ärmer an ätherischem Öl als die Zitrone. Weinernte in Frankreich. Die Weinernte Frankreichs im Jahre 1915 ist geradezu kläglich gewesen, sie betrug nur 18 Mill. Hektoliter gegen 56 Mill. im Jahre 191 4, obgleich auch dieses schon 5 Monate, und gerade während der Erntezeit, unter dem Einfluß des Krieges stand; da noch 7 Mill. Hektoliter aus dem vorigen Jahr übrig sein sollen, so steht eine Gesamtmenge von 25 Mill. Hektolitern zur Verfügung; hierbei sind natürlich die von Deutschen besetzten Gebiete nicht mitgerechnet. Daß einzelne Departements hierdurch geradezu wirt- schaftlich ruiniert sind, geht aus folgenden Zahlen der weinreicheren Departe ments in den zwei letzten Jahren hervor. Aude lieferte 2.6 gegen 6.8 Mill. Hekto- liter. Bouches du Rhone 0,1 gegen 1,3, Charente 0,3 gegen 1,1, Charente Interieure 0.4 gegen 2,2. Dordogne 0,3 gegen 0,9, Gard 0,7 gegen 3,9, Gers 0,3 gegen 0,8, Gironde 1.1 gegen 5,2, Herault 5,2 gegen 15,4. Indre et Loire 0,2 gegen 1.3, Loire et Cher 0,5 gegen 1,2, Maine et Loire 0,03 gegen 1.1. I'yreiiees Orientales 1.1 gegen 3,0, \'ar 0.1 gegen 1.9. W e i n e r nte i n R u m ä n i e n. Im Gegensatz zu der Weinernte Frankreichs ist die Rumäniens im Jahre 1915 glänzend ausgefallen, besonders in der Moldau, wo die reichsten Weingebiete Rumäniens liegen. Von «1er auf 2.2 Mill Hektoliter geschätzten Ernte -ollen nach dem Vorschlag einer von dem Ackcrbauministcrium etzten Kommission ein Drittel, etwa 0.7 Hektoliter, zur Ausfuhr gelangen Dieses würde freilich ungefähr 10 000 Waggonladungen erfordern, wahrend dei Preis dafür auf etwa 30 Mill. Lei geschätzt wird Marmelade. Das Wort Marmelade«, das seil dem 1 8. Jahrhundert, von Frankreii b ausgehend, als Sammelname der vers< hiedensten Arten Fru< htmus ver- wendet wird. Mammi au- dem Griechischen, wo es als Melimelon (Honigapfel die Quitte bezeichnete; es ging dann als Mermello, Marmelo ins Spanische und Portugiesische über, wo es dann das noch heute so -ein beliebte Quittenmufl be- zeichnete. Auch da- Wort (.tun mint übrigens aus dem Griechischen und wird von Kydonia, einer Stadt aul Kreta, abgeleitet Si.i g c ruiiK d e r K a kaopn 1 - 1 w a h 1 e n d d e s K rieg e s. Die gewaltig« Steigerung der Preise gehl aus folgender Tabelle hervor, welche — H3 — die Hauptkonsumsorten Akra II, Arriba I, Bahia II, Thome I und Trinidad umfaßt. Zugrunde gelegt sind die Hamburger Marktpreise unverzollt für 50 kg. 1914 August 5i— 6 9 Mk. September 62 — 94 „ Oktober 88—112 „ April 137—148 Mk. Mai 132—146 „ Juni 128 — 146 „ Juli 134—150 „ November 140—149 „ August 148—168 Dezember 115— 138 „ 1915 Januar 120— 130 Mk. Februar 125 — 142 „ Dezember 240 — 270 März 138—148 „ September 151 — 168 Oktober 163 — 210 November 215 — 240 Aus der Tabelle geht hervor, daß die Preise in den ersten vier Kriegs- monaten auf das 2y 2 fache stiegen, im Dezember wieder abnahmen, um sich dann während der ersten Hälfte dieses Jahres einigermaßen auf gleicher Höhe zu halten. Dann stiegen die Preise vier Monate hindurch langsam, um in den letzten beiden Monaten des Jahres eine unglaubliche Höhe zu erklimmen. Der Gordian bringt diese plötzliche Erhöhung in den letzten Monaten mit dem Aufkauf von 32000 Sack Kakao (= 40000 Ztr.) durch die Zentral-Einkaufsgesellschaft zu einem Preise von 135 bis 140 M. in Verbindung, die dann den größten Teil wieder zu Preisen von 185 bis 195 M. verkaufte. Daß aber der Kakao am freien Markt noch um 60 bis 70 M. höher stieg, ist wohl doch nur durch die jetzt immer mehr fühlbar werdende Knappheit an Rohkakao zu erklären. Die bedeutende Steigerung der Kakaopreise in Deutschland ist eine Folge der Absperrung der Zufuhren seitens England. Auf dem Weltmarkt sind die Kakaopreise zwar auch gegenüber denen der Friedenszeit gestiegen, aber nicht halb so viel wie in Deutschland. Beispielsweise sind die Oktober- preise in England 70 bis 80 M., die Novemberpreise in Newyork 105 bis 115 M. pro 50 kg gegen 215 bis 240 M. in Hamburg für die angeführten Sorten. Die Londoner Preise vom 27. November lagen zwischen 88 und 95 sh gegen 58 und 71 sh am gleichen Datum des Vorjahres. Infolge der Nötigung durch England hat Holland am 4. November 1914 die Ausfuhr von Rohkakao verboten. Während es 1913 13 212 Tonnen und 1914 sogar 17 531 Tonnen Kakaobohnen ausführte, betrug der Export in den ersten 10 Monaten 1915 nur noch 528 Tonnen; es hat zwar an Stelle dessen die Ausfuhr seiner Kakaoerzeugnisse im Jahre 1915 erheblich zu- genommen, doch deckt diese Zunahme nicht ganz die Minderausfuhr an Roh- kakao, indem die Mehrausfuhr an Kakaobutter, Kakaopulver und Schokolade in den ersten 10 Monaten zusammen nur 11 600 Tonnen gegen- über der gleichen Periode 1914 betragen dürfte. Da infolge eines Überein- kommens mit England Holland seit kurzem auch die Ausfuhr von Kakao- butter verboten hat als eines wenigstens indirekt zu Speisefett verwendbaren Produktes, so wird für die Folgezeit auch dieser sehr erhebliche Posten fort- fallen. Absolut genommen fällt der größte Anteil auf Kakaopulver, nämlich 19 312 Tonnen, gegen 8141 Tonnen Kakaobutter und nur 3521 Tonnen Schokolade. Die jetzige Lage ist also die, daß Deutschland nur für einen Teil der Tropenpflaozer 1916, Heft 2. ° — H4 — ausbleibenden Kakaobohnen in der vermehrten Einfuhr von Kakaopulver und Schokolade aus Holland Deckung findet, und das gleiche gilt auch für die Schweiz; England sorgt nämlich dafür, daß diesen Staaten keine zu große Ausfuhr hiervon erlaubt ist. Deutschland wird sich also in Zukunft genötigt sehen, und dies wird auch schon durch die hohen Preise erzwungen, sich in seinem Kakaoverbrauch mehr als bisher eine gewisse Beschränkung aufzu- erlegen. Es wird dies Deutschland nicht allzu schwer fallen, und die deutschen Frauen und Kinder werden freudig bereit sein, das kleine Opfer des Verzichtes auf diesen Genuß zugunsten der im Felde Stehenden zu bringen. Für die deutsche Volkswirtschaft hat dies aber noch den Vorteil, daß Deutschland erheblich weniger Geld für Kakaobohnen ins Ausland zu schicken hat. Kaffeekrankheiten auf Porto Rico. Nach G. L. F a w c e t t (bull 17. of the Porto Rico Agricultural experiment Station, Mayaguez) kommt auch auf Porto Rico, hauptsächlich in tiefer gelegenen Pflanzungen, die namentlich in Südasien verbreitete Silberdrahtkrankheit vor, die von dem Pilz Pellicularia koleroga verursacht wird; sie läßt sich durch Bordeauxbrühe, zum besseren Haften mit der doppelten Menge Kalk ange- rührt, bekämpfen. Als Ursachen der Blattfleckenkrankheiten werden die Pilze Stilbella flava und Cercospora coffeicola aufgeführt, ersterer ist auf Amerika beschränkt, letzterer tritt auch auf Java auf, ist aber nicht so schädlich wie Hemileia; er greift auch die Kaffee-Früchte an, bei denen dann das Fleisch eintrocknet; er tritt sowohl in beschatteten als unbe- schatteten Pflanzungen auf. Als Wurzelkrankheiten treten weiße und schwarze Wurzelschimmel auf, deren Ausbreitung man durch Gräben er- folgreich verhindert, während man die infizierte Erde durch ungelöschten Kalk (0,5 kg auf den Quadratmeter), zuweilen unter Zufügung von Schwefel, desinfiziert. Auch Wurzel-Älchen wurden hier und da angetroffen, es ist aber zweifelhaft, ob sie wirklich schaden. Zunahme der Teepflanzungen der Eingeborenen auf Java. In den Preanger Regentschaften auf Java legt sich die Bevölkerung immer mehr auf den Anbau von Tee, indem die Blätter bei den dort in großer Zahl vorhandenen Teeplantagen Absatz finden. Ende 1914 gab es dort schon ungefähr 20765 bouws Teepflanzungen von Eingeborenen, nämlich in der Abteilung Soekaboemi 13 942, in Garoet 3276, in Tjandjoer 161 2 und in Pasimalaja 93.5 bouws. Die Regierung unterstützt diesen Anbau durch Erleichterung der Zahlungsbe- dingungen für die Teesaat, sowie den Erlaß der Landrente und der Personal- dienste für das erste Jahr; die Landbanken geben Vorschüsse und die europäischen Teeplantagen der Nachbarschaft liefern die Saat Nach Ausbruch des Krieges fielen zwar die Preise für die gelieferten nassen Teeblätter von 5 bis 6 auf 2'/$ bis 3 cts per Kati, stiegen dann aber Ende [914 wieder auf den alten Preis. Auch die Kokos- und Kapokkultur breitet sich in Java immer mehr aus. Mate in P a r a n a. Nach dem Bericht des Kaiserlichen Konsulates in Curitiba bat sich die Mateindustrie dieses brasilischen Staates seit der süd- amerikanischen Krisis des Jahns [913 bis Oktober 1915 noch nicht erholt, wenn auch der Krieg direkt nur einen geringen Einfluß auf den Handel dieses GcnulJ- mittels ausgeübt hat; der Hauptabnehmer ist nämlich Argentinien, und hier be- ginnen die wirtschaftlichen Verhältnisse sich erst jetzt infolge des grollen Weizen-, Fleisch- und PI portS ZU heben. Die Mateernte des Jahres 1914 betrug nur — "5 — 36000 t gegen 44000 t im Jahre 1913. Hiervon gingen nach Argentinien 25000, nach Uruguay 10 000, nach Chile 600, nach Europa nur 200 t. Die ausgeführte Mate hat einen Wert von 16 200000 Milreis gegen 24 769 401 Milreis im Jahre 1913. Kolonialtabak in Holland. Von der Tabakernte Sumatras im Jahre 1913 wurden in Holland im Jahre 1914 251 688 Packen zu einem Durch- schnittspreise von 127 cts und einem Gesamtwert von 48,8 Mill. fl. verkauft, davon in Amsterdam 225892 Packen im Werte von 44,135 Mill. fl., in Rotterdam 25 796 Packen im Werte von 4.655 Mill. fl. Das endgültige Ergebnis der Sumatra- ernte stand nur 9 °/ unter dem des Vorjahres, gestaltete sich also besser, als die Pflanzer erwartet hatten. Auch weniger helle Tabake wurden gut bezahlt, da es an hellen gleichmäßigen Deckfarben fehlte. An Javatabak wurden 522 117 Packen für 21,6 Mill. fl. verkauft; die Ernte erreichte nicht einmal die des Vorjahres, obgleich diese die niedrigste der letzten zehn Jahre war; auch war das Verhältnis hellen für Deckblatt geeigneten Tabaks zu dunklem äußerst ungünstig. Auch die Borneoernte war die niedrigste seit vielen Jahren, es wurden nur 14026 Packen zu durchschnittlich 67 cts verkauft, wofür 1,365 Mill. fl. erzielt wurden. Anbau von Ölpflanzen als Sommerfrucht. Da selbst durch Erschließung des Orients unserem Fettmangel nicht gesteuert werden kann, so ist es wichtig, daß der Anbau von Ölpflanzen als Sommerfrucht im Früh- ling möglichst stark ausgedehnt werde. Wenn der Anbau infolge der Ein- fuhren billigerer ausländischer Ölsaaten in den letzten Jahren stark einge- schränkt wurde, so läßt sich doch bei den jetzigenPreisen fast mit Bestimmtheit erwarten, daß der Anbau der heimischen Ölfrüchte wieder mindestens ebenso lohnend sein wird, wie der von Getreide. Die Höchstpreise, wie sie nach der Bundesratsverordnung vom 15. Juli 1915 für die Übernahme der Öle und Fette durch den Kriegsausschuß festgesetzt sind, betragen für sämtliche zum Anbau in Deutschland in Betracht kommenden öle 250 M. für den Doppelzentner; auch für Maisöl, Sojabohnenöl, Baumwollsamenöl, Erd- nußöl, Sesamöl, Nußöl, Illipeöl, Schieöl, Mauraöl, Nigeröl, sowie raffinier- bares Olivenöl gilt der gleiche Preis, für Palmöl und Holzöl ist der Preis auf 260 M., für Rizinusöl auf 270 — 280 M., für Kokosöl und Palmkernöl auf 300 M. festgesetzt worden. Neben Lein und Hanf, deren vermehrter Anbau auch schon wegen der Fasern an erster Stelle erwünscht sein muß, kommen in Betracht Sommerraps, Sommerrübsen, ölrettich, Leindotter, Mohn und Sonnenblume. Letztere kommt besonders als Gartenpflanze in Betracht und im Gemisch mit Hackfrüchten in Gegenden, wo der Kleinbetrieb vorherrscht; namentlich brachliegende Ländereien sollten durch den Anbau von Sonnen- blumen nutzbar gemacht werden, wie dies schon im verflossenen Jahre seitens der Eisenbahnverwaltung geschehen ist. Der Mohn, dessen Anbau in Süddeutschland noch allgemein gebräuchlich ist, sollte schon des hohen Preises wegen, der in der Bundesratsverordnung auf 80 M. für 100 kg fest- gesezt ist, mehr angebaut werden.. Der Leindotter ist auch für leichte Böden geeignet und gibt verhältnismäßig sichere, aber nicht sehr hohe Erträge von mäßigem ölgehalt. Von Sommerraps und Sommerrübsen ist ersterer wegen des höheren Ertrages und ölgehaltes der Körner mehr zu empfehlen. Der ölrettich übertrifft beide in dieser Hinsicht; auch hat er den Vorzug größerer Sicherheit und stellt geringere Ansprüche an den Boden, er eignet sich daher auch für leichtere Böden und Moorböden. Herstellung von Speisepalmöl. In der Chemiker-Zeitung beschreibt L. Bernegau ein Verfahren zur Herstellung reinen Speiseöles mit s« — u6 — ölspiritus als Nebenprodukt. Das Fruchtfleisch der ölpalmen wird mehrere Stunden im Vakuumkessel mit 90 %igem Spiritus digeriert und dann stärker erhitzt, bis der Spiritus überzudestillieren beginnt, worauf man die spirituose, fruchtwasserhaltige, gelb gefärbte Öllösung ablaufen läßt, wobei man sie vor Luft nnd Licht schützt. Diese einen Teil der Fettsäuren, namentlich die schwer verdaulichen, enthaltende Lösung wird filtriert und der Spiritus im Vakuumapparat abdestilliert. Nach dem Erstarren der Fettmasse bei An- wendung von Kälte und Entfernung des dunkelbraun gefärbten Fruchtwassers wird die talgartige Fettmasse umgeschmolzen und bildet dann ein tech- nisches Palmöl, das reiner und wertvoller sein soll als das gewöhnliche Handelspalmöl. Das durch den Kochprozeß seiner fettspaltenden Enzyme beraubte Fruchtfleisch wird mit gepulvertem Kochsalz bestreut und im Vakuumapparat weiter erhitzt, bis der Rest des Spiritus abdestilliert ist. Dann kommt es heiß in die Ölpresse, wobei das durchgeseihte öl ein reines Speisepalmöl darstellt. Dieses wird filtriert, nach Art der Rahmpasteurisierung haltbarer gemacht und durch Abkühlung in Gebinden zum Erstarren ge- bracht. Eine neue Margarineart hieraus gewinnt Bernegau dadurch, daß er Margarine in einer Emulsionsmaschine mit einer Emulsion dieses Speise- palmöles und pasteurisiertem Fruchtrahm (Apfel- und Bananenrahm) mit oder ohne Zusatz von Hühnereigelb so lange mengt, bis eine vollkommene Verbindung aller Bestandteile stattgefunden hat. Diese bei einer Temperatur von etwa 2° C in Holzkübeln zur Erstarrung gebrachte ,, Palmölfruchtrahm- margarine" soll ein besseres Aroma haben und natürlicher bräunen als eine Milchrahm- oder Eigelbmargarine. Aprikosenkerne als Mandelersatz. Nach den Unter- suchungen von Prof. Dr. K. B. Lehmann, Direktor des Hygienischen In- stituts in Würzburg, stehen hygienische Bedenken der Verwendung der ge- nannten Kerne bei Herstellung von Marzipanmasse nicht im Wege. Schon seit langem benutzt man nicht nur bittere Mandeln kultivierter Bäume, sondern auch solche wilder Mandelarten des Orients und Marokkos zur Herstellung von Marmeladen, nachdem man sie vorher meist durch Aus- ziehen mit warmem Wasser entbittert hat, das gleiche hat bei bitteren Aprikosenkernen zu geschehen. Bittere Mandeln haben einen Benzaldehyd- gehalt bis gegen 1 g (916 und 946 mg) auf 100 g, was einem Gehalt an Amygdalin von etwa 4% und einem Gesamtblausäuregehalt von 230 mg cnt.-pricht. 60 mg Blausäure sind sehr gefährlich, mehr als höchstens 20 mg Blausäure wird man vernünftigerweise auf einmal nicht aufnehmen dürfen, während man 10 bis 12 mg Blausäure in Wasser ohne Schaden auf einmal genießen kann. Man bestimmt das Benzaldchyd, nachdem man es vorher zu Benzoesäure oxydiert hat, und berechnet daraus wieder die Blausäure unter der An na In in-, da Li auf 458 mg Amygdalin 107 mg Benzaldehyd, 27 mg Blausäure und .ido mg Zucker kommen bei 2 Molekülen Wasser, so daß also die Blau- sauii etwa ein Viertel der gesamten Menge Benzaldehyd ausmacht. Der Höchstgehalt der Marzipanmasse an Benzaldehyd sollte etwa .30. aller- höchstena 40 mg sein, was 7 bzw. 10 mg Blausäure in 100 g entspricht, oder halb so viel in dem Verkaufsmarzipan, da dieser zur llälfte aus Zucker besteht. Süße Aprikosenkerne können ohne weiteres verwendet werden und haben einen ahnlichen Geschmack wie Mandeln. Ebenso dürften Pfirsich-, Pflaumen-, Zwetschen- und Kirschkerne Verwendung finden. Da aber - ii7 — das Wort Marzipan nach der bestehenden Verkehrsordnung und nach dem Nahrungsmittelgesetz sich bisher nur auf ein Gemisch aus Mandeln und Zucker bezieht, so hat die Verwendung dieser den Mandeln sehr nahe stehenden Surrogate genau ebenso wie die Verwendung von Erdnüssen, Pinien und anderem Mandelersatz wiederholt zu Bestrafungen geführt; da- gegen dürfte es vielleicht ratsam sein, dem Begriff des Marzipans in Zukunft eine andere Fassung zu geben. Milchersatz durch Mandel- und Erdnußmilch. In München hat ein von Dr. Andrä hergestelltes Präparat aus Zucker und Mandelsaft bei dem Verein Münchener Kaffeehausbesitzer Beifall gefunden, es soll besonders bei Kakao verwendet werden können, aber in gewissem Grade auch bei Kaffee in Frage kommen. Mit einem 3,40 M. kostenden Kilo des Präparats lassen sich 5 1 Flüssigkeit herstellen. Ein anderer Milch- ersatz wird aus der Erdnuß hergestellt, worüber das British medical Journal berichtet. Die zerdrückten Kerne werden mit leicht alkali- schem Wasser unter Zusatz von Dextrin und den in der Milch vor- kommenden Salzen bei ständigem Umrühren gekocht; das Filtrat wird mit gewissen Fettsäuren behandelt und der Einwirkung von Milchbakterien ausgesetzt. Diese für den halben Preis der Kuhmilch herstellbare Erdnuß- milch soll äußerlich der Milch ähneln, aber einen nicht allen gefallenden Beigeschmack haben, der jedoch bei Vermischung mit Kaffee nicht be- merkbar ist. Dagegen sollen sich bei längerem Stehen die Fettkörperchen abscheiden. Die Rückstände sind natürlich ebenso wie die durch Pressung erhaltenen Erdnußkuchen als Kraftfutter verwendbar. Ausfuhr von Ca r n a u b a w a c h s. Im Jahre 1913 betrug die Aus- fuhr dieses für technische Zwecke sehr begehrten, von den Blättern der brasilianischen Carnaubapalme stammenden Pflanzenwachses nach dem Bericht des Kais. Generalkonsulats in Rio de Janeiro 3 867 108 kg im Werte von 6592653 $ Papier. Der Export verteilt sich auf folgende Herkunftsorte: 22683 kg im Werte von 50000 s Papier, 38689 „ „ Para .... Maranhao . . Ilha do Cajueiro Amarracäo . . Camocim . . Fortaleza . . Pernambuco . Bahia . . . 1 358 553 „ 13 376 „ 64249 „ 1 625 295 „ 493 100 „ 251 163 „ Das Wachs wurde ausgeführt nach: )? * 52 124 ., >1 , 1 832 594 ,. >» 18539 » )' „ 126 520 „ V „ 2 842 534 „ 5> , 1 171 059 „ >» 499283 „ Deutschland . Frankreich . . Großbritannien Belgien . . . Portugal . . Vereinigte Staaten 1 710 270 kg im Werte von 3022 575 $ Papier, 508576 „ „ 686521 „ „ 20468 „ „ 80 „ „ „ 941 193 „ „ 846073 „ II „ I 094751 „ >> „ 40434 »• • » III „ V „ 1 588 709 „ »> Ersatzmittel für die infolge des K r i • fehlenden Harze und sonstigen Firnismaterialien. Hierüber verbreitet sich Dr. W. Esch in der „Chemischen Revue" über die Fett- und Ilarz- industrie. Da die Harze von den feindlichen Staaten als Bannware erklärt — HS — wurden, weil sie zur Herstellung von Geschossen Verwendung finden könnten, ist die deutsche Lack- und Firnisindustrie in eine schwierige Lage versetzt, zumal auch die Amerikaner, unsere größten Lieferanten, sich diesem Macht- spruch der Einkreisungsmächte ohne Murren gefügt haben; Frankreich liefert nichts und Griechenland ist bisher gleichfalls abgeschlossen gewesen, während von den Produktionsstätten der befreundeten Macht, Niederösterreich und Galizien, ersteres infolge der Inanspruchnahme der Bevölkerung durch den Krieg wenig Harz liefern kann, letzteres infolge der Verwüstung durch die Russen überhaupt nicht mehr als Lieferant in Betracht kommt. Die Harz- gewinnung in den deutschen Waldungen läßt sich gleichfalls infolge des Mangels an Arbeitskräften während der Kriegszeit nicht bedeutend aus- dehnen. Auch die in Deutschland hergestellten Holzdestillationsprodukte. wieKienöl, Harzöl und das aus essigsaurem Kalk hergestellte Azeton, sind nicht mehr in genügender Menge zu beschaffen. Ferner fehlen auch die meisten HarzstofTe wärmerer Länder, wie z. B. Kopale, Dammar, Elemi, Sandarak, Schellack, Japanlack, Drachenblut, Akaroid, sowie auch die Balsamharze, z. B. Kopaiva-, Gurjun- und Kanadabalsam, desgleichen Kautschuk und Guttapercha. Nur geringe Mengen Kopale sind noch zu erhalten, namentlich über Holland, während die in Antwerpen mit Beschlag belegten Kopale wohl schon aufgebraucht sind. Die geringen Mengen Bernstein der Ostsee- küste können natürlich keinen wirklichen Ersatz liefern. Auch die zur Firnis- bereitung benötigten trocknenden öle. wie Leinöl, Hanföl, Sonnenblumenöl. Mohnöl, Sojabohnenöl und Holzöl sind schon recht knapp geworden und sind auch für Speisezwecke beschlagnahmt. Durch den Mangel anTerpentin- und Kienölen ist ferner die Herstellung des künstlichen Kampfers und der bei dieser Fabrikation gewonnenen regenerierten Terpentinöle in Mitleiden- schaft gezogen. Als Ersatz des Terpentinöls für Lösungs- und Verdünnungszwecke hal i n sich dagegen, schon zu Friedenszeiten, Petroleum- und Teerdestillatc, z. T. auch chlorierte Kohlenwasserstoffe bewährt. Als Ersatz der fetten öle für die Firnisfabrikation scheint es gelungen zu sein, das Tallöl zu verwenden; dieses ist ein Nebenprodukt der jetzt zu militärischen Zwecken -tark ver- mehrten Zellstoffdarstellung durch Ätznatron, die wegen des Schwefel- mangels an Stelle des Sulfitverfahrcns getreten ist. An Stille ^\v> für tech- nische Zwecke (Spritlacke), namentlich infolge des Verbotes der Desaturierung des jetzt so teuren Spiritus komml der Holzgeist zur Geltung, ein Neben- produkt der Holzverkohlung, welche Fabrikation mit Rücksicht auf die Her- stellung von Nitropulver jetzt stark vergrößert wurde. Andere für die Lack- industrie benötigte Stoffe werden durch Produkte der Steinkohlenteerdestilla- tion ersetzt, welch letztere ja behufs Erzeugung von Phenol, Benzol und Toluol für Kriegszwecke einen großen Umfang angenommen hat. AI- Ersatz der ausländischen Harze kommen einige Produkte der ein inisehen Industrie in Betracht, meist Phenol Pormaldehydharze verschiedener Herstellungsart, von denen sich manche ncht gut bewährt haben sollen. Ob sie -ich aber auch in Friedenszeiten gegenübei den ausländischen Harzen werden halten können. Iit dahin. Neuer Kautsi hukersatzsto f f. Dr. Hugo Bayer nahm kürzlich ein Deutsches Reichspatent auf ein Verfahren, aus fetten flüssigen Ölen, wie sie in ihr Faktisfabrikation verwendet werden, einen Kautschukersatz dadurch zu er- zielen, daß nun die durch Lösen und Erwärmen von Schwefel in < >I erhaltene — ii9 — balsamartige Substanz mit einem energisch oxydierend wirkenden Stoff (vorzugs- weise verdünnte Salpetersäure) behandelt. Der hierbei entstehende, in der Wärme weiche, in der Kälte elastische und zähe Körper kann nach dem Auswaschen mit Schwefel ebenso vulkanisiert werden wie gewöhnlicher Kautschuk. Die Masse ist in keinem bekannten Lösungsmittel vollständig löslich, quillt aber mit Schwefel- kohlenstoff, Benzol usw. zu einer gelatinös harzigen Masse auf, während nach Ver- dunsten des Lösungsmittels ein homogener, sehr zäher und elastischer Körper zurückbleibt. Dieser Körper kann für sich oder mit Lösungen von Harzen, Kautschuk, Guttapercha usw. vermischt, mit Füllstoffen versehen und verschieden gefärbt werden. Als Beispiel wird angeführt, i kg Leinöl mit 150 g Schwefel so lange auf 130 bis 160 zu erhitzen, bis der Schwefel völlig gelöst und das Leinöl in eine schwarz-braune, beim Erkalten keinen Schwefel mehr abscheidende Flüssigkeit übergegangen ist. Diese wird mit der drei- bis vierfachen Menge verdünnter Salpetersäure mehrere Stunden im Wasserbade unter Umrühren erwärmt, bis ein gelber, in der Wärme weicher, in der Kälte elastischer, zäher Körper entstanden ist, während in der Salpetersäure größere Mengen Schwefelsäure nachweisbar sind. Dieser gut ausgewaschene und in dünner Schicht bei 100 bis no° ge- trocknete Körper wird mit je 20 °/ Asphalt und Schwefelblumen unter Zusatz von Benzol zu einem gelatinösen Teig vermischt, getrocknet und durch Erwärmen vulkanisiert. Die so erhaltene zähe und elastische Masse kann nach Angabe des Erfinders in den meisten Fällen Kautschuk ersetzen und ist erheblich billiger als dieser. Von den häufig als Streckmittel von Kautschuk verwendeten Faktis unter- scheidet sich der Körper bedeutend und ist in der Herstellung durch die An- wendung von Salpetersäure und den Fortfall der Behandlung mit Chlorschwefel verschieden, ebenso von dem durch Behandlung von nichtgeschwefeltem Leinöl mit Salpetersäure hergestellten Ölkautschuk. der von noch geringerer Güte ist wie die Faktis und auch wenig in der Technik verwendet wird. Kautschukkonsum der amerikanischen Automobile. Während 1912, wie Prinz Heinrich in einer Tafelrede erwähnte, in den Ver- einigten Staaten auf jeden 110., in England auf jeden 440., in Frankreich auf jeden 600., in Deutschland auf jeden 921. Einwohner ein Automobil kam, und damals in den Vereinigten Staaten 700000 Automobile liefen, hat sich ihre Zahl dort schon auf 2 Mill. erhöht, so daß auf jeden 54. Einwohner ein Auto kommt. Rechnet man den Wert der 4 Kautschukreifen auf 100 $, so würde allein die Bereifung dieser 2 Millionen Autos einen Betrag von 200 Mill. $ oder 800 Mill. M. darstellen. Wenn gerade in der lezten Zeit, trotz des andauernden Abschlusses der Zentralmächte von der Kautschukeinfuhr und der schnell zunehmenden Gewinnung von Plantagenkautschuk auch im ver- flossenen Jahre, der Weltpreis des Rohkautschuks von 2 sh 5 d auf 3 sh 7 d in London gestiegen ist, so ist das zweifellos an erster Stelle dem enorm gestiegenen Verbrauch Nordamerikas zuzuschreiben. Kautschukausfuhr des brasilischen Staates Matto Grosso. In den letzten sieben Jahren betrug die Ausfuhr 1908 .... 1 560941 kg 1909 .... 1 229 582 1910 .... 1545 521 191 1 • • • • 1 593 167 1912 .... 2705611 kg 1913 .... 2635004 ,, 1914 .... 3 139 187 „ — 120 — Von der Ernte des Jahres 1914 kamen 1 304 860 kg aus dem Distrikt Rio Jamary, 829289 kg von Rio Machado, 446943 kg von Santo Antonio, 391 912 kg von Villa Martinho e Presidente Marques, 166 183 kg von Sao Manoel. Es ist interessant, der Statistik zu entnehmen, daß, während die Gesamtkautschukproduktion Brasiliens fällt, die dieses Staates in schneller Zunahme begriffen ist. Amerikas Automobil-Ausfuhr. Über das schon im Tropen- pflanzer 1915 S. 647 besprochene Kriegsgeschäft Amerikas in Automobilen bringen Tageszeitungen noch weitere Mitteilungen. Im statistischen Jahre 1914/15 hatte sich der Autoexport, der 191 1 noch bei 22 Mill. $ an 20. Stelle stand, auf 68 Mill. $ und damit auf die 9. Stelle hinaufgeschwungen. Die Aus- fuhr an Automobilen und ihren Bestandteilen betrug im August 1915 9567348 $, im Juli sogar 12202345 $ gegen nur 562422 $ im August 1914- Von dem Augustexport 1915 fielen 3 121 834 ,$ auf die 3839 Personenautos, 4387193 $ auf die 1614 Lastautos, 2038321 $ kamen auf die Automobil- bestandteile. Im August 1914 wurden nur 385 Personen- und 68 Lastautos ausgeführt. Die meisten Autos gingen auch im August nach England. Der durch sein Friedensschiff neuerdings bekannt gewordene Automobilfabrikant Ford, dessen Traum einst war, eine Million Wagen seines Fabrikates im Verkehr zu wissen, hat bis zum 1. Oktober 1915 dieses Ziel erreicht, da bis dahin 1006835 Automobile der Ford Motor Co. verkauft waren; im Jahre 1915 sollen allein von ihr etwa 330000 Automobile hergestellt sein. Gerade diese Ford-Autos, ein Mittelding zwischen unseren Klein-Autos und den größeren Personen-Autos, haben sich in der ganzen Welt eingeführt, und zwar besonders wegen ihres billigen Preises, der nur durch die Massen- produktion erzielt werden kann. Man schätzt die Produktion der Stamm- fabrik von Ford in Detroit allein auf 750000 Autos; in den Fordwerken in Kanada wurden 57352 Wagen hergestellt, in England sollen bisher etwa 30000 Fordwagen gebaut sein. Man spricht daher schon in den Fach- blättern überall von der Gefahr einer amerikanischen Überschwemmung mit Autos. England und Frankreich, die beiden hauptsächlich betroffenen Staaten, haben daher schon zu Schutzzöllen gegriffen, die bei Frankreich auf 45%, bei England auf zzVz % festgesetzt wurden; Regierungsbestellungen sind ausgenommen, bei England auch Nutzautos und deren Teile. Trotzdem hat aber die amerikanische Einfuhr derselben bisher noch nicht abgenommen. Deutschland und Österreich kommen während des Krieges noch nicht für eine Autornobileinfuhr von Amerika aus in Betracht, Deutschlands niedrige Gewichtszolle, die etwa 1 bis 5 % eines fiktiven Wertzolles entsprechen mögen, würden aber später kaum genügenden Schutz gewähren. Man hat daher vorgeschlafen, die großen Fabriken sollten sich zu einem Trust zusammen- schließen, der einheitliche leichte Autotypen in größeren Mengen und daher billig herstellt; dann würde Deutschland durchaus den Wettbewerb mit Amerika aufzunehmen imstande sein. Übrigens wird von fachmännischer Seite, einem in Amerika ansässigen englischen Automobilkonstrukteur, darauf hingewiesen, daß die Nachfrage in Amerika ^elb^t eine so starke sei, daß die Fabriken, trotzdem sie Tag und Nacht arbeiten, sie nicht befriedigen können und daher nach Europa nur „unbequeme Ware" abstoßen; nie habe Amerika einen solchen ..Automobil Boom" gesehen; von einer Überschwem- mung Kuropas könne daher in der näheren Zukunft keine Rede sein. Kautschuk als Leder er S atz. Nach einem Patent der N. G. Metzeier Co. in München wird ein zum Ersatz von Leder, namentlich für — 121 — Sohlenleder, geeigneter Stoff dadurch erzielt, daß eine Masse aus Gummi, Guttapercha, Balata oder anderem geeigneten Material zusammen mit einer beliebigen Anzahl Einlagen aus weitmaschigen (netzartigen oder ähnlichen) Geweben hergestellt bzw. daß solche Einlagen mit vorbezeichneten Ma- terialien umgeben werden. Die Gesamtheit dieses Stoffes kann noch durch großen Druck zu einer äußerst festen Masse gepreßt werden. Peruanische Baumwolle. Die ausschließlich im Bezirke Paita in Peru angebaute, für gewisse Zwecke der Industrie fast unentbehrliche und daher im Preise hochstehende rauhe peruanische Baumwolle geht in Friedenszeiten hauptsächlich nach den Vereinigten Staaten, nur die geringeren Sorten wie »stained« und »tinged« gehen nach Liverpool und neuerdings auch in steigendem Maße nach Deutschland. Der Preis betrug bis zum Ausbruch des Krieges etwa 9 d für i Ib. Infolge des Kriegsausbruches trat erst eine Stockung im Handel ein, dann aber eine vermehrte Nachfrage mit steigenden Preisen, indem in Liverpool fast n d bezahlt wurden. Namentlich soll diese Baumwolle mit Wolle vermischt für Uniformtuch der englischen Armee Verwendung finden. Die seit Jahren ' ungefähr in gleicher Höhe sich haltende Erzeugung wird auf 65 000 bis 70000 Zentner geschätzt, während die Verschiffung im Jahre 1914 etwa 2 3 / i Millionen kg, also weniger als die Erzeugung betrug. Die Faser soll seit einer Reihe von Jahren an Güte eingebüßt haben, auch leidet der Anbau in zu- nehmendem Maße unter Schädlingen und ungünstiger Witterung, denn sonst müßte bei dem erweiterten Anbau auch die Produktion größer werden. Der An- bau der Baumwolle im Departement Piura liegt größtenteils in deutschen Händen, die Pflanzungen werden ausgedehnt, und der Ertrag ist ein befriedigender. Eine der Unternehmungen will sogar mit einem großen Kemnaschen Dampfpflug arbeiten: andere dürften folgen, falls er sich bewährt. Baumwolle in China. Nur in acht Provinzen Chinas wird Baumwolle gebaut, und zwar wird die damit bebaute Fläche auf 26 Millionen acres, der Ertrag auf i 1 2 Millionen Tonnen veranschlagt, was also nur 0,6 Ballen auf den Hektar ergeben würde; in Anbetracht des kurzen Stengels der chinesischen Baum- wolle ist dies geringe Ergebnis wohl verständlich. Daß China jährlich zum An- kauf von Baumwollgeweben eine halbe Milliarde Mark an das Ausland zahlt, beweist, wie wünschenswert es ist, die Erzeugung und Verarbeitung von Baum- wolle in China selbst auszudehnen. Die klimatischen Verhältnisse erlauben das durchaus, weite Gebiete eignen sich in hervorragendem Maße für Baumwollbau, auch stehen billige Arbeitskräfte in genügender Menge zur Verfügung. Die chi- nesische Regierung beginnt dieser für das Land so außerordentlich wichtigen Frage größere Aufmerksamkeit zuzuwenden; so hat sich das Ackerbau-Ministerium zunächst an die Behörden der Provinz Tschili gewandt und ihnen Vorschläge behufs Vermehrung und Verbesserung der Baumwollproduktion gemacht. Auch hat die chinesische Regierung einen Amerikaner, H. H. Jobson, von der land- wirtschaftlichen Versuchsanstalt des Staates Texas als Berater in Fragen des Baum- wollbaues kürzlich angestellt. Japanische Baumwollindustrie. Im Gegensatz zu der darnieder- liegenden Baumwollindustrie Englands und Indiens ist die japanische in schneller Entwicklung begriffen. Die Mitsui Bussan Kaisha hat durch die Firma Takata & Co. allein gegen 200000 Spindeln bestellt, andere Firmen außerdem noch etwa 100 000, die freilich erst Anfang 1917 in Betrieb gesetzt werden können, da sie in England und den Vereinigten Staaten in Auftrag gegeben sind. Am 1. August 1915 waren immerhin schon 2779302 Spindeln in Betrieb, und weitere 26000 sollten noch — 122 — während des Jahres aufgestellt werden. Machen schon die Erzeugnisse der bis- herigen Fabriken den Engländern und Indern einen schmerzlich fühlbaren Wett- bewerb auf den asiatischen Märkten, so dürfte in den nächsten Jahren die Lage dieser weniger günstig arbeitenden Länder erst recht schwierig werden, besonders dann, wenn sich auch, wie sehr wahrscheinlich, in China eine eigene Baumwoll- industrie entwickeln und wenn die schnell zunehmende Baumwollindustrie der Vereinigten Staaten auch die asiatischen Märkte zu erobern bestrebt sein wird. Welche bedeutenden wirtschaftlichen Vorteile Japan aus dem Kriege zieht, geht daraus hervor, daß seine Ausfuhr in den ersten zehn Monaten 1915 um mehr als 140 Mill. M. zugenommen hat, während seine Einfuhr in der gleichen Zeit um 150 Mill. M. gesunken ist. Mercerisiercn der Baumwolle. Diese von Thomas und Prevost erfundene Behandlungsweise der Baumwolle findet in immer steigendem Maße- für bedruckte und glatte Stoffe Anwendung. Von der 540 Mill. Mk. betragenden Jahresausfuhr Englands an glattgefärbten Stoffen sollen neun Zehntel aus merceri- sierter Baumwolle bestehen. In den letzten Jahren hat das Mercerisieren auch in der Wirkvvaren-Industrie eine große Bedeutung erlangt. Flachsanbau in Deutschland. Man hofft, durch verstärkten Flachs- anbau in diesem Jahre die Rohstoffknappheit wenigstens so weit zu verringern, daß genügende Mengen erzeugt werden, um den Heeresbedarf zu decken, so daß auf diese Weise die Baumwollreserven geschont werden können. Es werden vereinfachte Rost- und Verarbeitungsverfahren zur Anwendung gelangen, welche die Aufarbeitung sehr wesentlich beschleunigen und wenig Arbeiter erfordern. Nach den Verhandlungen der Landwirte mit der verarbeitenden Industrie ist anzunehmen, daß außer Schlesien, dem bisherigen Hauptland des Flachsbaues in Deutschland, auch andere Gegenden sich diesem vernachlässigten Teil der Land- wirtschaft wieder in großem Maße zuwenden werden. Russische Flachsernte in 191 5. Nach Mitteilung des statistischen Amts für die Flachsindustrie hat die Ernte in 17 Gouvernements einen Durch- schnittsertrag von 15 Pud auf die Deßjatine ergeben. In den Gouvernement» Twers, Smolensk, Pskow und Jaroslaw stellte sich der Durchschnitt auf 16 bi» 19 Pud. während er sich in anderen Bezirken, wie Wladimir, Kostroma usw. auf nur 13 Pud belief. Insgesamt ist die Flachsernte um 78 ,, besser als im Vorjahre, doch hat der Mangel an Arbeitskräften die Menge der Ernte ungünstig beeinflußt. Hanf ernte in Rußland 1915. Wahrend die Witterung in dem ersten Teil des Sommers dem Haut nicht sehr günstig war. meist durch zu starke Trocken- heit, in einzelnen Gebieten aber infolge von Regen, besserte sich das Wetter Ende des Sommers; über Schädlinge wurde wenig geklagt, auch verlief die Wasser- röste meisl unter vollkommen günstigen Bedingungen. Die Ernte war schließlich im großen ganzen befriedigend, wenn auch etwas geringer als im Vorjahre: gui war sie in den Gouvernements Pensa, Simbirsk und Kaluga; nicht ganz befriedigend in Tschemigow. Poltawa. ließarabien sowie einigen Kreisen in Wjatka und Woronesch, befriedigend in Orel und Tambow. Die Güte des Hanfes ist be- friedigend, die Faser übertrifft an vielen Stellen die vorjährige in der Länge. ■ n. Farbe und Dehnbarkeit, kurze und grobe Fasern sind selten, F aser ein! u b t a us di m < * 1 i e n t. Die kürzlich in Bremen gegründete gemeinnützige Deutsch-Orientalische Handelsgesellschaft, in der Form einer Ge- sellschaft mit beschränkte] Haftung, mit einem Kapital von 2 Mill. M.. bezweckt, — 123 — in enger Fühlung mit den Reichsämtern die Einfuhr von Faserstoffen aus dem Orient zu regeln und vor allem die eingeführte Ware den entsprechenden Stellen zugänglich zu machen. Vorsitzender des Aufsichtsrates ist der bisherige Präses der Bremer Handelskammer Herr Dr. Lohmann, Geschäftsführer sind in Bremen die Herren H. Schrader und H. O. Schütte, in der Türkei bzw. Bulgarien die Herren Moritz Brouwer und Albert Kopp, welchen eine Reihe sachverständiger Kaufleute zur Seite steht. T e x t i 1 o s e. Die Herstellung von Garnen aus Papier war zwar schon sei* einer Reihe von Jahren bekannt, aber das Fehlen der erforderlichen Elastizität stand der Verwendung entgegen. Erst die Patente von Emil Claviez in Adorf im Vogtland vom Jahre 1910 verbesserten das Produkt: das Verfahren besteht darin, daß man das Papier auf einer oder beiden Seiten mit einem Vlies aus Textil- fasern — meist wird Baumwolle dazu genommen — belegt, worauf man die daraus geschnittenen Papierstreifen in nassem Zustande zu Fäden dreht. Als Rohstoff für die Papierbahnen können alle Materialien Verwendung finden, die zur Papierbereitung dienen, also Holzzellulose, Holzschliff, Hadern, Lumpen, Taue, altes Papier sowie Abfälle der Baumwoll-, Flachs-, Hanf- und Jutespinnereien; neuerdings bevorzugt man aber die Zellulose von Nadelhölzern, da sie sehr ge- schmeidige und feste Fasern liefert. Schon im Jahre 1913 wurden gegen 12000 t Textilose hergestellt; auch im Auslande arbeiten bereits einige Textilosefabriken; man verwendet die Textilose hauptsächlich zur Herstellung von Dekorationsstoffen, Wandverkleidungen, Teppichen, Läufern und anderen Waren, bei denen es nicht allzusehr auf Reiß- festigkeit ankommt. Während des Krieges hat sich diese Industrie in Deutsch- land bedeutend ausgedehnt, namentlich, um Jute für Sack- und Packstoffe zu ersetzen. Es wäre im Interesse Deutschlands sehr zu wünschen, wenn man auch nach Beendigung des Krieges diese Industrie gegenüber der Juteverarbeitung konkurrenzfähig machen könnte, da Deutschland bei einem Juteverbrauch von 154325 t im Jahre 1913 dafür mit über 90 Mill. Mk. Britisch Indien tribut- pflichtig ist. Sisalhanf in Yukatan. Im Jahre 1914 betrug die Ausfuhr von Sisal- hanf über Progreso, dem wichtigsten Ausfuhrhafen Yukatans, nach den Vereinigten Staaten 190000 t im Werte von 22 Mill. Doli.; allein im Juni wurden 122356 Ballen (= 22000 t) ausgeführt, die größte in einen Monat verschiffte Menge. Ein Viertel des Exportes bedient sich norwegischer Schifile. Die Produktion an Sisal- hanf in diesen Distrikte ist in Zunahme begriffen; eine vor einigen Jahren mit Hilfe der mexikanischen Regierung begründete „Comision Reguladora del Mercado de Henequen" befaßt sich durch geeignete An- und Verkäufe von Hanf mit der Regulierung des Marktes, als Schutz gegen spekulative Eingriffe großer Aufkaufgesellschaften. Man verfertigt jetzt auch, nachdem die Spinn- und Web- schwierigkeiten überwunden sind, viele Säcke aus Sisalhanf, und zwar eignen sie sich besonders für Seetransporte, da sie stärker und gegen Feuchtigkeit wider- standsfähiger sind als Jutesäcke. Der auf Kuba gebaute Sisal dient im wesent- lichen als Tauwerk den lokalen Bedürfnissen der Zuckerfabriken der Insel. Der Handel in Manilahanf. Während bisher der größte Teil des Manilahanfes nach England ging, von wo sich auch der Kontinent größtenteils versorgt, hat sich 1915 England zum ersten Male von den Ver- einigten Staaten überflügeln lassen. Vom 1. Januar bis 1. Oktober wurden von Manila verschifft nach 1913 1914 1915 Ballen Ballen Ballen 360 000 364 000 388 000 298 000 344 000 400 500 61 000 82 000 92 500 124 England Vereinigte Staaten . . Andere Häfen . . . Bis Ende August sollen die Verschiffungen die Produktion um etwa 70000 Ballen überstiegen haben. Die Nachfrage, die im Juni und August in Amerika eher flau war, war in England stark und der Markt fest, auch stiegen die Preise. Anfang November notierte Ia. Qualität 41,10 £, mittlere 40 £, common 33.10 £, common dunkel 31.10 £. Auch Neuseelandhanf war begehrt und erzielte gute Preise, High Point Fair 34 £, Fair 33 £, Good Fair 35 £. Die Zentralstaaten sind von dem Befuge, auch über die neutralen Länder, abgeschnitten. Neuaufforstung in Deutschland. In der Zeitschrift „Der Holz- käufer" macht Dr. Schinzinger, königlicher Forstmeister in Hohenheim, darauf aufmerksam, daß Deutschland trotz der hohen Bewaldungsziffer von 26° (gegen 18% in Frankreich, 15% in Italien, 4% in Großbritannien) und einem Jahreserzeugnis von rund 50 Mill. cbm Gcsamtholzmasse doch wohl nie wird daran denken können, s< inen gesamten Bedarf an Holz selbst zu erzeugen; wohl aber lasse es sich er- reichen, durch rationelle Aufforstungen die Holzerzeugung ganz wesentlich zu heben und die jetzt über 330 Mill. M. betragende Holzeinfuhr zu verringern. Bei der Neuaufforstung sei es aber, wie der Krieg erweise, verfehlt, den schon jetzt 68% des deutschen Waldes ausmachenden Nadelholzbestand noch weiter zu ver- größern; auch seine Buchenbestände sollte man nicht mehr nachziehen, dafür sollten vielmehr gemischte Laubholzbestände treten, bestehend aus Buche, Esche. Eiche. Ahorn, Linde. Ulme, Hagebuche, Espe, Pappel, Erle, Akazie, Schwarznuß, Wild- obst Während in Friedenszeiten Hoch- und Tiefbau, Berg- und Wasserbau, nbahn- und Straßenbau, Möbel- und Papiergewerbe die Hauptverbraucher des Holzes bildeten, traten als Bedarf des Heeres hinzu Baracken. Militärbauten aller Art. Flugzeuge, Kraftwagen. Munitions-, Proviant- und Lastfuhrwerke, Eisenbahn- schwellen, Telegraphenstangen, Modellhölzer, Schafthölzer für Handfeuerwaffen, Konserven- und Zigarrenkisten, Schlittenkufen, Zeltstangen, Gerätestiele, Material für Auskleidung der Schützengräben. Unterstände und Minengänge, Brücken usw. Hierzu werden vielfach Laubhölzer bevorzugt, und unter ihnen unterlag uiederum die Eiche, die namentlich als Starkeiche (Furniereiche) bei dem Dar— niederliegen des Möbelgewerbes wenig Verwendung fand, der Esche. Diese liefert das beste Material für Flugzeuge, Kraftwagen, Stiele zu Hacken. Spaten, Rechen. Schaufeln, Äxten. Beilen, Hämmern, Skis; das Eschenholz fand daher reißenden Absatz zu hohen Preisen. Im Holzgewerbe ist die Esche dei Ei< he weil überlegen, und stellt ihr auch an Holzgüte wenig nach, sie eignel sich besonders gut als horstweise Einmischung in den Laubwäldern an geeigneten Standorten. Auch die verschiedenen Anen der Pappel, namentlh h die im Walde horstbildend oder einzeln wachsende Espe tritt wieder in den Vordergrund, (\^ -i>- sich fast allein für Zünd- hölzer und Zündholzschachteln eignet, außerdem sich aber auch zu Blindholz, Spankörben, Packkisten, Holzwolle und zur Zellulosefabrikation gut eignet, dabei aber bescheiden und anpassungsfähig in bezug auf den Standort ist. — 125 — / ggggggjl Neue Literatur. |gg] ggg L Neuere Gerbmaterialien. Ein Beitrag zur technischen Rohstoff lehre. Von Dr. Carl Oet tinger. 8 U . 95 S. Preis 4M. Leipzig und Wien 1914. Franz Deutsch. Diese Schrift behandelt eine Reihe neuerdings im Handel erscheinender, z. T. noch wenig bekannter pflanzlicher Gerbmaterialien im wesentlichen vom tech- nisch-chemischen Standpunkt aus. Es werden nacheinander behandelt 1. die B o d a (Bodan) wurzel, die von Bergenia crassifolia stammt, einer im Altai und satanischen Gebirge häufigen, bei uns als Gartenzierpflanze beliebten Saxifragacee, deren adstringierend schmeckende Blätter unter dem Namen Tschage- rischer Tee in Sibirien als Teesurrogat verwendet werden: 2. die Canaigre- wurzel, die Wurzelknollen des in Texas, Arizona und Südmexiko häufigen Gerbeampfers Rumex hymenosepalus; die zahlreichen Kulturversuche dieser Pflanze, selbst in Deutschland, hatten meist keine praktischen Ergebnisse; 3 die sogenannte Palmetto wurzel, in Wirklichkeit der Stamm der im südlichen Nordamerika heimischen Palme Sabal serrulatum; 4. die Malletrinde, die einen hohen Gehalt eines vorzüglichen Gerbstoffes besitzende Rinde des südwestaustralischen Baumes Eucalyptus occidentalis; 5. die Persearinde, die von der chilenischen Lauracee Persea lingue ab- stammt, ein rotbraunes Leder gibt und nur sehr selten bei uns benutzt wird; 6. die Mangroverinde, die hauptsächlich in Ostafrika und Madagaskar, aber auch in Südasien gewonnene Rinde verschiedener Mangrovepflanzen, während die amerikanische, gleichfalls benutzte Mangrove ärmer an Kautschuk ist; 7. die Cajottarinde, auch Cayoto, Tarocca- oder Tarakarinde genannt, ein vorzügliches, dem Ursprung nach aber unbekanntes Gerbmaterial des tropi- schen Amerika, das jetzt in Europa nicht mehr zur Verwendung gelangt, aber in Mexiko, besonders mit Dividivi vermischt, viel verwendet wird; 8. die Mang ue- b 1 ä 1 1 e r , die von der sogenannten weißen Mangrove, der an den tropischen Küsten Amerikas und auch in Westafrika heimischen weit verbreiteten Combretacee Laguncularia racemosa abstammen und einen hell gerbenden, da wenig Farbstoff enthaltenden, Gerbstoff führen; 9. die sogenannte Cuero- oder Guararinde aus Mexiko, die nichts weiter ist. als ein durch Zerkleinern und Sieben der Cascalotei Dividivi 1 fruchte erhaltenes Produkt. Die meisten der besprochenen Materialien sind auch durch Abbildungen und Zeichnungen mikro- skopischer Querschnitte illustriert. Bericht von Schimmel & Co. (Inhaber Ernst. Karl und Hermann Fritzsche) in Miltitz, Bez. Leipzig, über ätherische Öle, Riechstoffe usw., Okt. 1915. Ebenso wie der vorhergehende Bericht vom April 191 5 befaßt sich auch dieser im wesentlichen mit der wissenschaftlichen Übersicht über die letzten 6 Monate: die sonst mitgeteilten Angaben über den Handel mit ätherischen Ölen, sowie über deren Statistik sollen später nach Möglichkeit nachgeholt werden. Auch dieser Industriezweig hat sich der Organisation der durch den Krieg gegebenen Ausnahmezustände angepaßt, trotz der Schwierigkeiten in bezug auf die Be- schaffung der Rohstoffe und der durch Einberufungen stark geschwächten Hilfs- kräfte. Es konnte festgestellt werden, daß sich das Fehlen der deutschen Liefe- rungen im feindlichen und neutralen Auslande sehr fühlbar machte, und daß — 126 — es den ausländischen Wettbewerbern offenbar nicht gelungen ist, sich technisch so zu vervollkommnen, daß eine Verdrängung deutscher Fabrikate auf den gegen- wärtig verschlossenen Absatzgebieten für die Zukunft zu befürchten wäre. Ein Beweis hierfür ist unter anderem darin zu sehen, daß außer vielen ätherischen Ölen insbesondere die künstlichen Riechstoffe und einzelne andere Präparate am Markt unserer Feinde einen Preisstand erreicht haben, der alles bisher Dagewesene in den Schatten stellt, Die Lavendelölfabriken von Schimmel & Cie. in Barreme (Basses- Alpes) und Sault (Vaucluse) sind von der französischen Regierung beschlag- nahmt. Der Vorrat an Lavendelöl war vor Ausbruch des Krieges in Sicherheit gebracht und dem Personal ist nichts geschehen, da es aus Einheimischen bestand. Dagegen hat sich die französische Presse gehässige und kindliche Angriffe gegen die sächsischen Fabriken geleistet. Kapok und seine Bedeutung. Von Otto A. R. C a n t z 1 e r . Direktor der Deutschen Kolonial-Kapok- Werke. Rathenow. 8°. 48 S. Mit zahlreichen Abbildungen im Text und einem Rentabilitätsplan für Pflanzer. Preis 1 M. Verlag Fr. W. Thaden, Hamburg. Deutsche Tropen-Bibliothek Bd. 14. Der Verfasser beabsichtigt nach dem Vorwort, Tropenpflanzer für den Anbau von Kapok zu gewinnen, ihnen Ratschläge für die Anlage von Kapokpflanzungen, über die Ausnutzung wilder Bestände, über Aberntung und Versand weise zu geben, sowie sie über den Kapokhandel zu orientieren. Ferner sollen weite Kreise auf die Bedeutung und die Wichtigkeit des Kapoks hingewiesen und ihnen gezeigt werden, welche große Verwendungsmöglichkeiten in dem so vielen noch unbe- kannten Material noch stecken. Während ersteres dem Verfasser kaum gelungen sein dürfte, da die Kulturanweisung, die nur eine halbe Seite einnimmt, nichts Wesentliches enthält, die Rentabilitätstabelle eine Phantasiestudie zu sein scheint, und die Ausnutzungsmöglichkeit wilder Bestände kaum angedeutet ist. so bietet der Hauptteil, der Versand, Handel und Verwendung des Kapoks, 12 von den 16 Kapiteln und 36 von den 48 Seiten, viel Interessantes und zeigt, daß der Ver- fasser in diesen Fragen Fachmann ist. Man ist erstaunt über die Vielseitig- keit der Verwendung dieses Materials für Polsterzwecke, für die Bettenbranche, für das Kind, für dieTechnik, für die Bekleidung, für die Luftschiffahrt, für die Schiffahrt, für das Militär, wozu noch die Verwendung der Saat besonders zur Olbcreitung hinzukommt, und man wundert sich nicht, daß die Anfuhr in Amsterdam von 6500 Pack im Jahre 1880 auf 94700 im Jahre 1912 gestiegen ist. In der Tat ist die Kapokfaser wegen ihrer wärmehaltenden und Wasser nicht durchlassenden Beschaffenheit, wegen ihrer Immunität gegen Ungeziefer und Widerstandsfähigkeit gegen Erhitzen beim Desinfizieren, wegen ihn r Elastizität, ihrer Leichtigkeit und Tragfähigkeil im Wasser und Unbenetzbarkeit ein glänzender Ersatz für Roßhaar und Daunen in Kissen, Matratzen und Decken, für Kork in Rettungsringen. Rettungsbooten, Bootsfendern, Schwimmern etc., für Filz in Schuhen und Hüten, für Torf und Asche als Isoliermaterial, besonders auch als Füllmaterial in Doppel- wandungen, um Kälte, Feuchtigkeit und Schall abzuwehren; auch an Stelle von Schießbaumwolle kann Kapok verwendet werden. Dagegen hat er sich trotz aller Bemühungen der Chemnitzer Aktien-Spinnerei als Spinnfaser nicht bewährt, nicht einmal im Gemiscfa mit l'.aumwolle : nur zur ( henille-K.ibi ikation wird er benutzt. Im L( tzten Kapitel tritt der Verfasser für den vermehrten Anbau des Kapoks in den deutschen Kolonien ein. Die Abbildungen veranschaulichen wilde Kapok- bäume einer Kautschukplantage, die Früchte, die Aufbereitung und den Trans- port, au< 1' die Kapok-Aufbereitungsmaschine Ev-Ca isi dargestellt Die angeb- — 127 — liehen Kapokbäume in Deutsch-Ostafrika (S. 43) dürften übrigens, nach den Stämmen und Blättern zu urteilen, etwas anderes, vermutlich Ficus artus, dar- stellen. Eine neue Auflage soll später alle deutschen Kolonien auf ihre Taug- lichkeit für den Kapokanbau noch genau behandeln. Hier würde gute Gelegenheit sein, auch den Anbau und die Erntebereitung gründlich zu behandeln, sei es auch nur durch Wiedergabe eines Auszuges des vortrefflichen Vortrages über Kapok, den G. F. J. Bley auf der Faserausstellung in Soerabaia 191 1 gehalten hat. Auch die ebendort vorgelegte Rentabilitätstabelle von Mac Gillavry könnte hierbei Verwendung finden. Kapok. Cultuur en Bereiding, Handel, Rentabiliteit etc. uitgegeven door het Nederlandsch Indisch Landbouw Syndicaat te Soerabaia. 8°. 169 S. Dieses stattliche Buch, das die Ergebnisse der Faser-Ausstellung in Soerabaia auf Java im Jahre 191 1 bezüglich Kapok wiedergibt, ist erst kürzlich erschienen, aber immer noch aktuell, da die Literatur über Kapok seitdem kaum vermehrt worden ist. Über die Hälfte des Buches wird durch den Vortrag eines in Java ansässigen deutschen Pflanzers G. F. J. Bley eingenommen, der »De Kapok cultuur op Java« behandelt, sehr sachlich, ausführlich und mit sehr schönem Illustra- tionsmaterial ausgestattet, wobei besonders die Skizzen und Abbildungen der Auf bereitungsmaschinen und Pressen hervorzuheben sind. Zum Schluß findet sich eine ausführliche Literaturaufstellung, eine Liste niederländisch-indischer Kapokexporteure. Kapokmakler, Fabrikanten in den Niederlanden, die Kapok reinigen, sowie Fabrikanten und Händler von Kapokmaschinen. In dem folgenden Kapitel behandelt dann Dr. T h. W u r t h die Ziekten en Plagen, die glücklicherweise bisher nicht zahlreich sind; am schädlichsten wird eine Loranthusmistel und der Kapok-Rüsselkäfer Aleides leeuweni. Auch der große Dadap (Erythrina) -Bockkäfer, Batocera hector, und die Tee- und Kakaowanzen, Helopeltis antonii und theivora, befallen zuweilen den Kapok, ebenso der als Djamoer oepas in Java bekannte rosa gefärbte Schimmel Corticium javanicum und andere Pilze. Die Früchte werden auch von einer Schmetterlingsraupe angegriffen, ferner auch von Schild- läusen und Rotwanzen (Dysdercus cingulatus). Auch fliegende Hunde, Ratten, Affen, Mäuse, Eichhörnchen, Stachelschweine und Spechte fügen dem Kapok zu- weilen einigen Schaden zu, desgleichen auch Termiten. Der Kapokhandel wird von W. de Cocq Buning behandelt, und zwar im besonderen derjenige der Eingeborenen, Chinesen und Exporteure auf Java. Über den Kapokhandel anderer Gebiete werden nur wenige Angaben gemacht, danach soll der minderwertige Kalkutta-Kapok von Bombax malabaricum stammen: der Ceylon-Kapok, ungefähr 1500 Pikols jährlich, ist etwas besser, von dem als Cambodja-Kapok bekannten indo-chinesischen Kapok werden nur 500 — 800 Pikols ausgeführt. Aus Ecuador und Venezuela kommen 1 — 2000 Pikols eines minderwertigen kurzstapeligen und weniger widerstandsfähigen Kapoks. Mexiko verbraucht seinen wilden Kapok fast ganz selbst, von Rio werden noch keine 500 Pikols ausgeführt; die wichtigste Sorte, paina branca, soll von einer Chorisia stammen. Von der Weltproduktion dürfte der Java-Kapok ungefähr 80% ausmachen; in den letzten Jahren sind von dort nach Holland ca. 52 000 Pikols ausgeführt, von ihnen wurden 20 000 von den 16 Kapokfabriken Hollands zu Kissen und Matratzen verarbeitet. Deutsch- land nahm 17000, Belgien 6000, Frankreich 4000. Außerdem gingen noch ca. 6000 Pikols direkt von Java nach anderen europäischen Häfen, 35 000 Pikols nach Australien und Neuseeland, 28000 Pikols nach Amerika. Von den Samen wurden in den letzten Jahren ca. 170000 Pikols ausgeführt, davon j 30 000 nach — 128 England, 18000 nach Frankreich, 15000 nach Holkind. Über die Rentabilität einer Kapokplantage berichtet Chs. Mac Gillavry; auf Java sind ungefär 8839 bouwes Europäerkulturen gegen 30078 bouwes der Eingeborenen auf Java und Ma- doera sowie 2453 auf den andern Inseln Xiederlandisch-Indiens. In den Be- schlüssen des Kongresses wird festgestellt, daß Kapok für die Eingeborenen eine gut lohnende Kultur ist, doch muß Diebstahl verhindert und es sollten nur reife Früchte gepflückt werden: für die Europäer kann die Kapokkultur lohnend auch allein betrieben werden, doch ist die Ernte per bouw in der Regel nicht sehr groß; mehr ist die Verbindung dieser Kultur mit anderen, wie Kakao, Kaffee oder mit Viehzucht anzuraten. Überproduktion ist infolge des stark zunehmenden Verbrauchs nicht zu fürchten, eine Konkurrenz anderer Länder ist nicht aus- geschlossen. Es sollten Maßregeln getroffen werden, um das Zurückgehen der Qualität zu verhindern. Nach einer Aufzählung der auf der Ausstellung vor- handenen Proben schließt das Buch mit einem kurzen Kapitel über die Ver- wendungsmöglichkeiten des Kapoks. M£'-& ff lL_ " - Preiskataloge, Prospekte, Anerkennungsschreiben, Kostenanschläge, Bestellformulare und Tele- graphenschlüssel auf Wunsch zur Verfügung. Carl Bödiker & Co. Kommanditgesellschaft :: auf Aktien :: Hamburg, Tsingtau, Hong- kong,Canton,Swakopmund Lüderitzbucht, Windhuk, Karibib, Keetmanshoop. Brügge, Ostende, Ichteghem, Athies, Retliel, Sedan, Volmers. Proviant, Getränke aller Art,Zigarren,Zigaretten, Tabak usw. unverzollt aus unsern Freihafei'lägern, ferner ganze Messe-Ausrüstungen, Konfektion, Maschinen, Mobiliar, Utensilien sowie sämtliche Be- darfsartikel für Reisende, An- siedler und Farmer. Müller, Lucdccke & Co. Colombo * Singapore Plantagen-Gummi und Pflanzungsunternehmungen Während des Krieges sind alle Korrespondenzen an Herrn Geo H. Müller, Hamburg 26, zu richten f Warnholtz & Oossler Hamburg Grosse Reichenstr. 25/33 (Afrika-Haus). Export und Import, Kommission. Telegr.- Adresse: H OfTI Kl tTfT Teleph.: Gruppe3 WARNGOSSEL 1 IdlllUUlü 2996,2997 n.2998. Verkauf von Produkten aus den deutschen Kolonien und andern überseeischen Ländern. Fr. Haake, Berlin NW21 g*#££> Kolonial-Maschinenbau. gs#£s> Maschinen und Anlagen zur Gewinnung von Palmöl und Palmkernen preisgekrönt infolge öffentlichen Preisausschreibens vom Kolonial- Wirtschaftlichen Komitee. Neues Trockenschälverfahren für die Ölpalmfrüchte, ermöglicht bei erheblicher Verein- fachung der Anlage und Abkürzung des Arbeitsprozesses die Erzielung fettsäurearmen Palmöls, für Speisezwecke geeignet. Patentiert in allen interessierten Ländern. Kokosnuß-Entfaserungs- und Spaltmaschinen. Kopra-Trockenanlagen (Kanalsystem mit autom. Trockenluftzirkulation). Erdnuß-Enthülsungs- und Separiermaschinen, Enthäutungsmaschinen. Schrot- und Feinmühlen, Maisbrecher, Reisschälmaschinen. Baumwollgins mit Walzen und Sägen. Kapok-Entkörnungsmaschinen. Hanfgewinnungsmaschinen, Raspadoren u. automat. arh. ,, Roland". Ballenpressen, hydraulische und mechanische, für Hand- und Kraitbetrieb. Chemisches Laboratorium für Handel und Industrie Dr. Roh. Henriques Nachf. InL: Dr. Eduard Marckwald und Dr. Fritz Frank Vereidigter Sachverständiger bei den Gerichten Berlins, öffentlich angestellt bei den Handelskammern Berlin und Potsdam. BERLIN W35. ♦ Lützowstraße 96. Fernsprech-Anschluß Amt Lützow, 9203. Telegramm-Adresse: Framark. Abteilung A. Untersuchung, Begutachtung, chemische und technische Beratung in allen die Kautschuk- gewinnung, den Rohkautschuk, die Kautschukverarbeitung und die Kautscluikwaren betr. Angelegenheiten. Chemisch-technische Bearbeitung von Patent-Angelegenheiten. Abteilung B. Untersuchung, Bearbeitung und technische Beratung auf den Gebieten: Asphalt, Mineralöl (Erdöl), Teer, Kohle, Torf. Prüfung und Bewertung von Kunst- und Ersatzstoffen. Prüfung und Verarbeitung kolonialpflanzlicher Rohprodukte. Abteilung C. Kautschuk-Zentralstelle für die Kolonien. HANDELSBANK FÜR OST- AFRIKA Berlin SU/11, Dessauer Straße 28 29 Zweigniederlassung in Tanga (Deutsch -Ostafrika) Wirkungskreis der Bank: Deutsch -Ostafrika insbesondere das Hinterland von Tanga, Pangani und das Kilimandjaro- Gebiet Konto-Korrent- und Depositenverkehr, Kreditbriefe, Akkreditierungen, brief- liche und telegraphische Überweisungen, Einziehung von Wechseln und Dokumenten. Besorgung aller sonstigen Bankgeschäfte. J Deutsch-Ostafrikanische Bank Berlin SW. 11, Dessauer Str. 28/29 Notenbank für D e ut s c h - st af r i k a Die Hank vermittelt durch ihre Zweigniederlassung in Daressalam alle einschlägigen Qeschffte mit Deutsch -Ostafrika und hall ihre Dienste besonders empfohlen tur briefliche und telegraphische Auszahlungen, Ausstellung von Kreditbriefen, Schecks etc., Einziehung von Wechseln und Verschiffungspapieren, An- und Verkauf von Wechseln und Wertpapieren, Gewährung von gedeckten Krediten, Annahme offener und geschlossener Depots und alle sonstigen Bankgeschäfte. Vei i für den i di ,1 ' Prof. Dr. O. War bürg, Berlin. Verantwortlich tur den Inseratenteil: Panl Fm b Berlin-Lichterfelde. .A^ und Kigcntum des Kolonial-Wirtschaftlichen Komitees, Merlin, Pariser Platz 7. Irnckt und in Vertrieb bei E. S.Mittler & Sohn in Berlin SW68, Kochstr. 68-71. Organisafion und mitgliedschaft des Kolonial »Wirtschaftlichen Komitees. X" "Verbindung mit dem Reichs-Kolonialamt, dem Reichsamt des Innern und dem Ministerium für F)andel und Gewerbe fördert das Kolonial-Wirtschaftliche Komitee die Kolonialwirtschaft und damit die heimische "Volkswirtschaft. Die Unternehmungen des Komitees erstreben insbesondere: u Die Deckung des Bedarfs Deutschlands an kolonialen Rohstoffen und Produkten aus den eigenen Kolonien zur Schaffung einer breiteren und gesicherteren Grundlage für den heimischen Gewerbefleiss. 2. Die entwicklung unserer Kolonien als neue sichere Absatzgebiete für den deutschen frandel und die deutsche Xndustrie und im Zu- sammenhange damit die Ginführung neuer Maschinenindustrie- zweige, z. ß. für die tropische Landwirtschaft, in Deutschland. 3. Den Husbau des "Verkehrs mit und in den Kolonien, insbesondere eines kolonialen Gisenbahnnetzes, sowie die Schaffung einer ratio- nellen Wasserwirtschaft in den Kolonien. 4. eine deutsche Siedlung in den Kolonien. Das Kolonial-Wirtschaftliche Komitee ist am 18. ^uni 1896 begründet und besitzt die Rechte einer juristischen person. Das Kolonial -Wirtschaftliche Komitee unterhält eine Zentralstelle in Berlin und eineßauptstelle und technische Stellen in Deutsch-Ostafrika. für das Baumwollversuchswesen besteht seit 1906 die „Baumwollbau- Kommission", für kolonial-technische fragen seit 1910 die „Kolonial- Cechnische Kommission", zur Forderung der Kautschuk- und Gutta- percha-produktion in den Kolonien seit 1911 die „Kautschuk-Kommission", zur Förderung der Ölrohstoffproduktion seit 1913 die „Ölrohstoff- Kommission" und zur Klärung der Kriegskonterbandefragen seit 1914 die „Deutsche Kommission für Kriegskonterbande". Die Unternehmungen des Komitees werden durch die Reichsregierung, durch die der Deutschen Kolonialgesellschaft zur "Verfügung stehenden Mittel, durch Randeiskammern, Städte, Banken, kaufmännische und industrielle Körperschaften und Vereine, Missionen, koloniale Gesell- schaften und Xnstitute tatkräftig gefördert. Die Mitgliedschaft des Kolonial- Wirtschaftlichen Komitees, Berlin JSW., pariser platz 7 (Mindestbeitrag M «5»— P™ 3»hr), berechtigt a) zu Sitz und Stimme in der Mitgliederversammlung; b) zum Bezug der Zeitschrift „Der Cropenpflanzer" mit wissenschaftlichen und prak- tischen Beiheften; c) zum Bezug der „Verhandlungen des Kolonial- Wirtschaftlichen Komitees"; d) zum Bezug des „Wirtschafts-Htlas der Deutschen Kolonien" zum Vorzugspreise von M 4»5<>; «) zum Bezug der Kolonialen Tolksschriften; f) zur freien Benutzung des Kolonial- Wirtschaftlichen Hrcbius. Geschäftsstelle des Kolonial «Wirtschaftlichen Komitees, Berlin ÜW., Pariser Platz 7. 632« 8 Foserseuinnunfis-Haschlnen „NEU-CORONA" SS& für Agaven, Aloe, Musa, Sanseviera u. andere faserhaltige Pflanzen. Über 65 Neu -Corona-Masch Inen geliefert • Ausstellung Allahabad (Brit. Indien) 1911: Goldene Medaille. Ausstellung Soerabaya (Niederländ. Indien) 1911: Diplom für ausgezeichnete Bauart, Leistung und Güte des Erzeugnisses. Vorquetscher, Bürstmaschinen, Faserschwingen. Ballenpressen. Zuckerrohr -Walzwerke. Kaffee-Schäl- u. Poliermaschinen. Maschinen und vollständige Einrichtungen zur Ölgewinnung Maschinen und vollstand. Anlagen zur Gewinnung von Rohgummi Krane- und Verlade- Einrichtungen Ölmühle für Kleinbetrieb FRIED. KRUPP A. G. GRUSQNWERK MAGDEBURG- BUCKAU LV_ .J, IQ. Jahrgang. Nr. 3. März 1916. DER TROPENPFLANZER Zeitschrift für Tropische Landwirtschaft. Organ des Kolonial -Wirtschaftlichen Komitees Wirtschaftlicher Ausschuß der Deutschen Kolonialgesellschaft Herausgegeben O. Warburg Berlin. von F. Wohltmann Halle a. Saale. Inhaltsverzeichnis. Professor Dr. F. Wohltmann, Halle a. S., Die kolonialen Futterstoffe, ihre Beschaffung und ihr Ersatz in der Heimat während und nach dem Kriege. S. 129. H. L. Hammerstein, Nyembe-Bulungwa, Beiträge zur Kenntnis der Landwirtschaft der Eingeborenen Ostafrikas. S. 143. Koloniale Gesellschaften, S. 149: Deutsche Togogesellschaft. - Compania Rural Bremen, Aktiengesellschaft. Aus deutschen Kolonien, S. 153: Nachrichten über Kamerun. — Mitteilungen über Togo. Aus fremden Produktionsgebieten, S. 156: Liberias Lage während des Krieges. Über einige sich entwickelnde Kul- turen in den turkestanisehen und kaukasischen Kolonialgebieten Rußlands. - Die wirtschaftliche Bedeutung Mazedoniens. Vermischtes, S. 162: Aufbereitung von Plantagenkautschuk. Kakaoernte und -verbrauch in den Jahren 1912 bis 1915. Vertilgung von Heuschrecken. Auszüge und Mitteilungen, S. 174. — Neue Literatur, S. 187. Nachdruck und Übersetzung nur mit Quellenangabe gestartet. Erscheint monatlich. Bezugspreis für Deutschland, Österreich -Ungarn und die Deutschen — HH X l-H X l-H l-H l-H X l-H > > l-H l-H > hH > X hH c 3 d cu — , . — N c J3 bo CS "* r^ ■ O o o uo C^ a\ M UO M r^ "- 1 IH t Os UO PQ a c a CS ON uo ■* t^ UO UO o <-o t-~ co «* t^ Os .9 O in rf CS io lO o t^. t^ •* CS oo oo co Os Im tu O oo CS ^ > l-t oo CO t~- Os t~» o o SO cu S-. ü «tf os c^ CS CS l-H M t^ t^ SO f^ uo CS öS PI 1-1 Q **■ 00 H r^ t— < O SO '* 00 o oo ^» ex 00 t^ 00 UO rO o Os CS r^. 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